Die wichtigsten Gründe für eine Bet oder einen Raise

PokerStarsSchool | vor 5 Monaten in Poker Grundlagen

Heutzutage sind Poker-Strategie und Theorie sehr komplex. Nicht nur Anfänger sind daher gut beraten, die wichtigsten Konzepte nicht aus den Augen zu verlieren. Darunter die Hauptgründe für eine Bet oder einen Raise.

Value Bet

Mit diesem Konzept wird beschrieben, dass das Setzen oder die Erhöhung einen Wert hat und wir den Pot füllen wollen. Allerdings wird dies oft missverstanden und Spieler denken, sie müssen immer aggressiv spielen, wenn sie die beste Hand haben. Wichtiger ist jedoch, wie viele schlechtere Hände bezahlen.

Nehmen wir an unser Held eröffnet am Button mit Kings und bekommt einen Call vom Spieler am Big Blind. Der Flop kommt mit A83 rainbow und es wird zum Preflop-Aggressor gecheckt. Viele Spieler lassen sich nun dazu verleiten, anzuspielen und begründen dies mit „Ich habe vor dem Flop erhöht, ich habe Value und kann das Ass repräsentieren“.

Dies ist jedoch leichtsinnig. Zwar hält unser Held in den meisten Fällen die beste Hand, doch wie viele schlechtere Hände als Ax, 88 oder 33 bezahlen uns? Die meisten Gegner werfen die schlechten Hände weg, so dass fraglich ist, wie viel Wert (Value) eine Conti-Bet hat.

Bluff

Ein Bluff ist ein wichtiges Werkzeug für jeden Pokerspieler. Würden wir bei dem obigen Beispiel bleiben, wären Könige jedoch die denkbar schlechteste Hand für einen Bluff. Spieler, die getroffen haben bezahlen, schlechtere Hände werfen weg.

Ein Bluff ist jedoch dazu gedacht, die besseren Hände zu einem Fold zu bewegen. Hätte der Held beispielsweise preflop mit T9 suited angespielt, dann wäre dies eine gute Hand für einen Bluff. Sie hat wenig Wert auf diesem Board und viele bessere Hände, werfen oft genug weg.

Um Equity zu verweigern

Zugegeben, dies ist etwas komplizierter zu erklären. Nehmen wir an, unser Held spielt preflop mit 99 an. Es gibt erneut einen Caller und der Flop kommt wieder mit A83 rainbow. Unsere Neunen taugen weder als Value Bet noch als Bluff. In den meisten Fällen bedeutet dies, dass wir nicht anspielen sollten.

Dennoch gibt es Situationen, in denen eine Bet der korrekte Spielzug ist. Im Gegensatz zu unseren Kings, gibt es eine Reihe von Karten, die wir nicht am Turn sehen möchten. Eine Hand wie beispielsweise QJ wird gegen die meisten Bets wegwerfen, da sie wenig Equity gegen unsere Range hat. Gleichzeitig werden sich Pocket Nines kaum verbessern, Dame-Bube jedoch schon.

Fazit

Auch wenn die Situation trivial erscheint, sollte sich jeder die Zeit nehmen, das Board kurz zu evaluieren. Eine automatische Conti-Bet ist schnell abgefeuert, doch nicht immer der beste Spielzug.

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