Grand Tour – So verteidigst du den Big Blind

PokerStarsSchool | vor 2 Monaten in Sonstiges

In unserer Artikelserie zu PokerStars Grand Tour geht es dieses Mal darum, wie du am Big Blind verteidigst. Also wann du wegwirfst, bezahlst oder all-in gehst.

Dies ist bereits der zehnte Artikel der Serie. Wir gehen davon aus, dass du die anderen Inhalte gelesen und verstanden hast. Falls nicht, hier die Übersicht der bisherigen Grand Tour-Strategieartikel:

Den Big Blind verteidigen

Viele Spieler verstehen nicht, dass du am Big Blind generell Chips verlierst. Und zwar nicht wenig. Wenn jemand erhöht sogar mehr, denn entweder wirfst du weg, oder du musst weitere Chips bezahlen.

Im Turnierspiel musst du den Big Blind weit häufiger verteidigen, als im Cash Game. Selbst gestandene MTT-Spieler sind hier teilweise zu zögerlich. Wenn Kopfgeldprämien, wie im Fall von Grand Tour, hinzukommen, ist die Verteidigung des Big Blinds noch viel wichtiger.

Wie im Artikel zuvor, gehen wir davon aus, dass alle Spieler am Tisch rund 20 Big Blinds halten und der Spieler, der eröffnet, mit 2,2 Big Blinds anspielt und von dir gecovert wird. Die gelben Hände sind die Hände, mit denen du bezahlst, die grünen, die du all-in stellst.

Big Blind gegen Cutoff

Wenn du dir die folgende Hand Range ansiehst, fällt dir auf, wie wenig Hände du wegwirfst. Mit den meisten Händen bist du zwar ein Underdog, doch durch die Pot Odds und dem Fakt, dass du eine Bounty gewinnen kannst, musst du nicht so oft vorne liegen.

Wenn dein Gegner mit mehr als 2,2 Big Blinds anspielt, dann musst du deutlich vorsichtiger bezahlen, wenn er nur mit einem Min Raise eröffnet, dann nimm noch ein paar Hände hinzu.

Die Shoving Range geht davon aus, dass du die Hand regelmäßig ohne Showdown gewinnst aber dennoch oft genug vorne liegst, wenn du gecallt wirst. Vergiss nicht, deutlich konservativer zu spielen, wenn du keine Kopfgeldprämie in Aussicht hast.

Big Blind gegen Button

Wenn du geglaubt hast, die letzte Hand Range war schon üppig, dann gibt es hier gleich eine Überraschung. Gegen den Spieler am Button, der sehr viel eröffnet, da er die Blinds stehlen möchte, musst du noch ein paar Hände mehr all-in stellen.

Big Blind gegen Button Small Blind

Hier die Hand Range, wenn der Spieler am Small Blind mit 2,2 Big Blinds anspielt und du mehr Chips hältst, als dein Gegner.

Diese Hand Range ist recht polarisierend. Dies bedeutet, dass du all-in gehst, eine relativ gute Hand hältst. Asse eignen sich dagegen zum Slowplay, denn in einem so rasanten Format wie Grand Tour und der Aussicht auf eine Bounty, wirst du oft genug am Flop ausbezahlt.

Auf der anderen Seite gibt es in dieser Hand Range kaum Kombinationen, die wir wegwerfen. Der Small Blind hat keinen großen Vorteil, wenn er mit 2,2 Big Blinds anspielt, daher darfst du so großzügig callen. Im nächsten Artikel beschäftigen wir uns daher mit einer Shove-or-Limp Strategie am Small Blind.

Anmerkungen und Ausnahmen

Bevor du mit der „All-In Keule“ wild um dich schlägst, hier noch ein paar Anmerkungen. Dies kommt daher, dass du am Big Blind Position auf den Spieler im Small Blind hast, was Calls mit Händen wie KQ suited oder A7 offsuit, lukrativer macht.

  • Bezahle weniger, wenn du feststellst, dass dein Gegner nicht immer mit einer Erhöhung anspielt. Wenn der Gegner ab und an auch limpt, bedeutet dies, dass seine Hand Rang im Falle einer Erhöhung deutlich stärker ist.
  • Bezahle weniger, wenn du mit einem Call und einem Fold am Flop so viele Chips verlierst, dass du danach weniger Chips als deine Gegner hältst.
  • Nimm die schlechtesten Hände aus deiner Calling Range, wenn dein Gegner sehr oft eine Continuation Bet spielt.
  • Bezahle mit mehr Händen, wenn dein Gegner passiv ist und oft schnell aufgibt.
  • Gehe mit mehr Ax-Kombinationen all-in, wenn dein Gegner zu oft callt.
  • Gehe mit Händen wie KT suited als Bluff all-in, wenn dein Gegner zu oft foldet.
Wenn du Fragen hast, kannst du diese in den Kommentaren posten oder aber auf unserem Discord-Kanal stellen.

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