7. Clevere Bluffs – das Spiel am Turn

Unser kostenloser Spin & Go-Kurs von PokerStars School hilft dir, die ultra-schnellen Turniere zu gewinnen. In diesem Artikel geht es um Bluffs, die wir in der frühen Phase am Turn spielen.

Spin & Go-Turniere sind leicht zu schlagen. Viele Teilnehmer beschäftigen sich kaum mit Pokerstrategie und hoffen auf das nötige Quäntchen Glück, beziehungsweise einen hohen Multiplikator.

Dies bedeutet, dass wir oft weniger Fold-Equity haben. Dies führt wiederum dazu, dass wir seltener einen guten Bluff spielen können. Sehen wir uns zunächst eine allgemeine Bluff-Strategie an. Dann widmen wir uns Fällen, in denen wir unsere Bluffing-Range gegen passive Spieler – die schwer zu bluffen sind – einschränken müssen.

Bluffen am Turn mit einer Blank

Wir haben das Thema Conti-Betting und das Spiel am Flop bereits abgehandelt, also werden wir hier nur ein Beispiel angeben, ohne auf die Gründe einzugehen. Nehmen wir an, wir sitzen am Small Blind, der Button wirft weg und wir limpen. Der Spieler am Big Blind checkt und der Flop kommt mit Q♠10♦5♥. Wir spielen klein an (20 in einen Pot von 40) und haben noch einen fast vollen Stack.

Unser Gegner callt und der Turn ist die 2♣, eine Blank. Eine „blanke Karte” ist eine Community-Card, die harmlos ist. Also mit hoher Wahrscheinlichkeit unserem Gegner nicht geholfen hat. Wie sieht unsere Strategie gegen einen fähigen Gegner, also ein Spieler, der nicht mit jeder Hand callt, aus?

Wir wollen eine polarisierte Betting-Range. Hände, mit denen wir am Turn erneut setzen, werden aus zwei unterschiedlichen Gründen gespielt:

Als Value Bet – Hände mit Wert: Wir liegen mit unserer Hand Range vorne und wollen dies ausnutzen
Als Bluff – wir liegen mit diesen Händen gegen die Range des Gegners hinten, haben jedoch Fold Equity sowie die Chance uns zu verbessern

Unsere Bluffs sollten daher Hände mit wenig Showdown-Value sein. T6s hier anzuspielen macht wenig Sinn, denn diese Hand müssen wir nicht verteidigen. Wir dürfen davon ausgehen, dass der Gegner keine Zehn mit einer Overcard hält. Kx wird er am Flop wegwerfen, Ax vor dem Flop erhöhen.

Wir können T6s weder für Value spielen, noch bluffen. In unserer Bluff-Range sollten Hände wie KJ, J9, J8, 98 liegen. Sollten wir es mit einem vernünftigen Gegner zu tun haben, können wir uns überlegen, ob wir auch mit so etwas wie 76 oder A3s bluffen. Allerdings auch nur selten. Der Pot liegt in unserem Beispiel bei 80, also sollten wir mit 60 anspielen, um möglichst viel Druck zu machen.

Bluffs auf ‚Game Changer’ Turns

Ein sogenannter „Game Changer” ist eine Karte, die das Spiel verändert. Zum Beispiel eine hohe Karte auf einem niedrigen Board oder eine Karte, die einen möglichen Draw komplettiert. Also im Prinzip das Gegenteil zur Blank.

Nehmen wir das gleiche Beispiel wie oben, doch der Flop ist 6♣5♣2♥ und am Turn kommt der K♣. Wie in der ersten Hand möchten wir eine polarisierte Betting-Range. In diesem Fall eignen sich Hände mit einem Club (Kreuz) als (Semi) Bluff. Doch nicht nur damit sollten wir Bluffen. Hände wie A♥3♥, 8♠7♠ oder 9♦7♦ sollten wir ebenfalls anspielen.

Auch wenn wir in Spin & Gos davon ausgehen sollten, dass Gegner seltener weglegen, als in anderen Formaten, sind solche Turns eine gute Gelegenheit für einen Bluff. Die meisten Gegner machen sich nicht viele Gedanken über die Struktur, sondern sehen nur eine Scare-Card.

Fazit

In diesem Kapitel haben wir uns mit Bluffs, Semi Bluffs und einer ausbalancierten Strategie am Turn auseinandergesetzt. Im nächsten Artikel beschäftigen wir uns mit dem Spiel am River. Danach geht es ans Eingemachte und das Heads-Up-Spiel um den Sieg.

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6. Button gegen Big Blind – das Spiel am Flop und Turn

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