2. Hände an BU und SB – Frühe Phase in Spin & Go-Turnieren

Unser kostenloser Spin & Go-Kurs von PokerStars School hilft dir, die ultra-schnellen Turniere zu gewinnen. In diesem Artikel geht es um das Thema Hand-Ranges und Starthandauswahl zum Eröffnen in der frühen Phase des Turniers.

Zu Beginn eines Spin & Go-Turniers hast du den größten Vorteil (Edge) überhaupt. Zum einen sind schwache Spieler auf jeden Fall noch mit dabei. Zum anderen gibt es mit 25 Big Blinds noch ein wenig Spielraum für Fehler, den die besagten schwachen Spieler machen können.

Eine solide Strategie vor dem Flop verschafft uns langfristig einen Vorteil. Bevor wir weiter in die Materie eintauchen, hier zwei kleine Definitionen: Wir nutzen das Wort Strategie, wenn es sich um unseren Spielplan rund um die Hand-Range dreht und das Wort Spielzug (Line), wenn wir eine Aktion in einer bestimmten Situation meinen.

Am Button (BU) eröffnen im 3-handed Play

Wir werden auf 2 Big Blind erhöhen. Wenn wir größer anspielen, dann bieten wir unseren Gegner nur einen höheren Erwartungswert (EV), denn ein All-In wird für sie mit jedem zusätzlichen Chip in der Mitte lukrativer.

Hier ist unsere Hand-Range zum Eröffnen (Opening Range) und wie wir auf ein All-In reagieren. Dies kommt nicht selten vor, denn vor allem auf den niedrigen Limits ist dies die übliche 3-Bet-Größe. Es gibt kaum Platz bei einer 4-Bet zu folden, von daher lassen wir kleinere 3-Bets auf 5 bis 6 Big Blinds vorerst außer acht.

Bei dieser Opening Range folden wird 74%, wenn es zu einem All-In kommt. Das scheint zunächst viel, doch es ist vertretbar, wenn man in Betracht zieht, wie schlecht das Risiko für den Gegner ist. Dieser riskiert 24 bis 25 Big Blinds für einen Pot in Höhe von nur 2,5 Big Blinds.

Am Small Blind eröffnen

Am Small Blind werden wir durch die günstigen Pot-Odds dazu angeregt, viele Hände zu spielen. Es ist sinnvoll, dies auch zu nutzen und eine Limping-Range konstruieren. Dies bedeutet jedoch nicht, dass wir nicht auch eine Hand-Range für eine Erhöhung (Raise) haben wollen. Den tatsächlich gibt es einige Hände, die weniger geeignet sind, den Big Blind aufzufüllen (limpen). Sehen wir uns die Strategie an.

Sollte er jedoch aktiv werden, dann wird er nicht viel erhöhen. Aus diesem Grund spielen wir hier viele mittlere Karten, die den Flop gut treffen können sowie mittelstarke Broadways (T bis A) auf diese Weise.

Limp/Fold: Im Gegensatz dazu gibt es Hände, die zwar Potenzial haben, doch deutlich unterlegen sind, wenn der Spieler am Big Blind erhöht. Da wir nicht bei jedem Limp auf einen Raise hin folden, ist die Hand-Range ausgeglichen und kann nicht leicht durchschaut werden. Schlechte Spieler tendieren dazu, zu viele Hände in die Limp/Fold-Kategorie zu packen. Dies führt dazu, dass sie mit Schrott Geld liegen lassen.

Limp/Shove: Damit wir nicht all unsere Limp-Hände passiv spielen, gibt es auch einige Handkombinationen, die wir limpen und auf Gegenwehr hin mit einem All-In beantworten. Dies ist notwendig, um die Hand-Range noch ausgeglichener zu machen. Es gibt jedoch einen Nachteil.

Einige Hände wie JJ und TT sind anfällig, wenn der Big Blind zu oft checkt und hohe Karten auf dem Board kommen. Auf der anderen Seite kannst du A2s – A5s und 22 – 55 als Semi-Bluffs betrachten. Wir wollen nicht unbedingt einen Call sehen, aber stehen im Schnitt gut da, wenn es um ein All-In vor dem Flop geht.

2.5x Raise: Kommen wir nun zu den guten Starthänden, die wir auf 2,5 Big Blind erhöhen. Die grünen Hände (Raise /Cont.) sind stark genug, dass wir sie nicht weglegen. Dies bedeutet, dass wir weiter machen (continue). Wir bezahlen All-Ins oder gehen all-in, wenn der Gegner nur klein erhöht.

Natürlich gehen wir nicht mit jeder Hand, die wir erhöhen, all-in. Da wir auch die Blinds ohne Gegenwehr abkassieren wollen, müssen in unsere Open-Raise-Range noch mehr Starthände packen.

A2o – A6o enthalten mit dem Ass zwar einen Blocker, aber treffen den Flop nur schlecht, so dass wir diese Hände bei einer 3-Bet lieber entsorgen. Dies gilt auch für schwache Kombinationen wie K3s oder 75s, die wir mit der eindeutigen Absicht spielen, den Big Blind zum folden zu bringen.

Fazit

Mit dem frühen Spiel am Button und Small Blind hast du schon viel gelernt. Im nächsten Artikel widmen wir uns dem Big Blind und wie du diesen mit 3-Bets und ausgewogenen Calls verteidigst.

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