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Zu viel Ehrgeiz beim Poker

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  • Zu viel Ehrgeiz beim Poker

    Hallo Jungs!
    ich bin prinzipiell ein winning player. mein spiel an sich ist gut und ich habe meinen stil gefunden. mein problem ist, dass mich erstens bad beats tierisch auf die palme bringen, sodass ich zwar nicht gleich on tilt bin aber mein spiel nach einem bad beat nicht in derselben weise fortführen kann wie vorher und zweitens, was das ganze so schlimm macht, ich was sport und poker angeht total ehrgeizig bin. ich hasse es mit minus einen tag zu beenden, sodass ich immer weiterspiele und dabei durch den tilt noch verschlimmere und noch mehr verliere oder übermüdet spiele oder nachts drei stunden wach liege und mich ärgere. ich ärgere mich dann dass ich einen suck out bekommen habe und ärgere mich dann darüber dass ich mich ärgere... man merkt, ein teufelskreis. mein überergeiz, der mich auch z.B. beim tischtennis, snooker oder anderen "battles", die ich prinzipiell beherrsche, bringt mich um geld und ruhe.

    ein beispiel: vor einer woche habe ich einen shot mit meiner PS bankroll probiert und promt meine bankroll krass geboostet. freude groß, is klar! danach habe ich bei full tilt ein paar $1 SNGs gespielt und bin bei 10 stück nur zweimal ins geld gekommen, sodass ich minus gemacht habe, wie bei full tilt in den letzten wochen öfters. als ich ins bett ging merkte ich dass ich mich nicht über den größten cash meiner bisherigen pokerkarriere freute, sondern mich ärgerte dass ich bei full tilt seit wochen nicht aus den pötten komme. wenn ich mich frage warum kann ich mir das selbst nicht beantworten, aber es fuchst mich total.

    hat irgendjemand einen anstoss wie man soetwas abstellen oder reduzieren kann oder hat jemand ähnliche gedanken oder erfahrungen? es nervt mich und ich will es unbedingt abstellen, weil ich glaube dass das ein wichtiger schritt wäre um mich, nicht nur beim poker, weiter zu entwickeln.

    ich weiß, ich kenne die standartphrasen von einigen: "mach ne pause", "mehr erfahrung sammeln", aber ich spiele seit inzwischen 3 jahren online-poker und das täglich. erfahrung habe ich gesammelt und auch den suuuuper-trick mit der pause war ein reinfall, denn dann ärgere ich mich noch mehr weil ich nochmehr über meine niederlagen nachdenke.
    Last edited by fadmin; 30-11-2008, 05:18.

  • #2
    Zitat von Wo$taKi Beitrag anzeigen
    *Unnötiges Vollzitat enfernt* Kowefive
    Also zunaechst ist der erste fehler direkt in in den ersten 2 zeilen. Du darfst beim Pokern, keinen Stil haben, es ist gut VIELE STYLES zu haben es ist ESSENTIEL wichtig nicht immer identisch zu spielen, so bist du ein leichtes opfer fuer leute die schnell readen (ich z.b.). Spiel variation ist das beste.
    Es ist ganz normal, dass dein Spiel nach einem Bad Beat nichtmehr, dass selbe ist. ich habe die gleichen erfahrungen frueher gemacht, als ich anfing mit Karten spielen (alles noch mit mutti). Ich ging teilweise heulend aus dem zimmer raus und redete den gesammten tag nichtmehr mit ihr.
    Solche Dinge kommen nicht von irgendwo. Ich selber spiele Fußball in der Oberliga hamburg, wo ergeiz großgeschrieben wird. Wir sind ein ziemlich erfolgreiches team und von Spiel zu spiel steigt natuerlich der druck auch diese Position auch zu halten. Verlieren ist, das natuerlichste. Du musst dich damit abfinden. Was ich mache, ist mir erstmal ganz RATIONAL über die hand nochmal nachzudenken. Ich analysiere die Hand genaustens und schaue sie mir exakt an. Ich berechne meine chancen nach flop etc etc. Entweder habe ich einfach nur pech gehabt, oder der gegner chased den river oder halt nunmal eine bessere hand. Aber worauf ich hinnaus moechte ist: Das ich so merke, was ich falsch gemacht habe. Wenn es mein fehler war, rege ich mich am meisten auf. Sehe es letztendlich jedoch als positiv an und sage mir "bist naechstes mal schlauer". Bei pech, weiss ich, dass ich alles richtig gemacht habe, aber nunmal der gegner GLUECK hatte, jedoch hat das KOENNEN geklappt (koennen ist sowieso bei niedrigen limits noch sekundaer, man sollte eher erstmal vernunft zeigen, versuchen von schiss und guten haenden zu differenzieren).

    Die analyse gibt mir ein friedlicheres gefuehl. Eine Art überlegenheit... Auch die befriedigung, dass so called "*********", sowieso nicht weit kommen. Jedesmal praege ich mir das ein und gehe leichter aus einem turnier raus.
    Mich wurmt es momentan, als 118, bei der WCP qualifikation rausgeflogen zu sein. ich habe klasse gespielt und habe nichts falsch gemacht. Aber der River gab ihm nunmal den Jud zum besseren drilling und ich habe verkackt. Aber ich bin immernoch stolz auf mich ueberhaupt soweit gekommen zu sein, weil viele spieler mitgespielt haben, die High Stakes spielen oder bereits bei größeren turnieren vertreten waren und habe sogar 2 Supernovas gekickt ;P!

    Dein Problem ist, wenn du im bett schon 3std gruebelst, dass du nicht genau in dir gehst. Du musst viel mehr reversieren. Du musst wenn du geld verlierst, deine Fehler innerlich einsehen und Pech innerlich annehmen. Oder am besten erstmal zurueck auf den Boden kommen, erstmal ne Pause machen, ueber die haende nachdenken. Desto mehr du runterschluckst desto mehr wird es zu verdauen geben und so wird dein spiel immer unentspannter. Nur so kannst du deinen horizont erweitern und in ein neues Level aufsteigen (also geistiges level nicht neue limits ^^).

    Um ehrlich zu sein, weist dein Verhalten auch auf eine tiefere psychische beeinflussung. Ich moechte wie immer nicht naeher drauf eingehen, aber vielleicht solltest du etwas reversieren und mal schauen woran es liegt, dass du so bist wie du bist. Jedes verhalten hat einen kern und den musst du finden.
    Gutes Buch dazu " Scott peck - der wunderbare weg". Das Buch hat mir sehr viel geholfen, vorallem auch inneren frieden und ruhe zu finden (moechte nun nicht den kliensmann feng shui tripp einschlagen damit), weil es einen unbewusst mit vielen dingen aus kindheit, jugend etc. konfrontiert.

    naja soviel zu meinem geschwafel,
    hoffe ich konnte dir mit meinem "essay" helfen.
    Erstmal Good Night !

    mfg. vantorso

    *umgangston beachten bitte - weissnich*
    Last edited by Gelöschter Benutzer; 30-11-2008, 23:36.

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    • #3
      wow, absolut wow. ich bin echt begeistert. schnelle und wirklich hilfreiche antwort. von meinem bankroll boost werde ich mir dieses buch holen, vielleicht hilft es mir auch.

      als kurze erklärung: mit "meinen stil gefunden" meine ich nicht, dass ich ein und die selbe strategie bis zum tod durchspiele, sondern eher dass ich zum beispiel gemerkt habe dass ich mich bei SNGs wohler fühle als beim CG und dass ich meinen eigenen pokerstil entwickelt habe und keinem ABC poker mehr hinterherrenne.

      ansonsten bedanke ich mich nochmal. ich werde mir deine ratschläge zu herzen nehmen!

      Tante Edit sagt: das buch gibts bei amazon für nen fünfer, meine bankroll ist damit NICHT gesprengt :-)
      Last edited by fadmin; 30-11-2008, 05:53.

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      • #4
        Vantorso hat im Prinzip recht.
        Das Problem, das Du beschreibst, haben eigentlich alle Spieler irgendwann einmal.
        Wenn Du Dir die ganzen mimimi-Blogs der Pros auf Intelli durchliest, wirst Du merken, daß auch sie nicht davor gefeit sind.
        Witzigerweise bekommen diese super Bewertungen dafür, während der Durchschnittsuser im BBV zerrissen wird, wenn er so etwas schreibt.
        Wenn ich diese Emotionen abschalten könnte, wäre meine BR um einiges größer.
        Ich suche Dir mal einen Beispiellink heraus.

        Edith sagt hier isser:
        http://katjathater.intellipoker.com/.../zangengeburt/

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        • #5
          Ja ja ja, so ist es. Ich habe das auch gemerkt. Und ich habe festgestellt, daß das Pokern so recht eigentlich ein wunderbares Selbsterfahrungsseminar ist. Du lernst da mehr über dich selber, als du vorher ahntest. Genau wie du schreibst, on tilt kommen nach Verlusten, nachts darüber nachdenken ... gut also das habe ich persönlich noch nie, wenn ich schlafen gehe, dann ist das für mich erstmal erledigt. Kommt ja schließlich ein neuer Tag...
          Aber Jennifer Harman hat so etwas auch mal in einem Interview erzählt. Als sie mit dem Pokern anfing und natürlich auch herbe Verluste hinnehmen mußte, hat sie angeblich auch nächtelang im Bett darüber gegrübelt.
          Na, was aus J.H. geworden ist, wissen wir. Nicht die schlechteste Pokerspielerin.

          Man muß eben versuchen, da drüber zu stehen. Fordert schon etwas Selbstbeherrschung. Sich einfach nicht mehr über Verluste ärgern. Das ist ein Teil des Spiels, und sogar ein ziemlich umfangreicher!

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          • #6
            Der hier paßt noch besser. Wie Du siehst, bist Du nicht alleine.

            http://minraise.intellipoker.com/ind...u-mr-heitmann/

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            • #7
              Zitat von Gelöschter Benutzer Beitrag anzeigen
              Wenn Du Dir die ganzen mimimi-Blogs der Pros auf Intelli durchliest, wirst Du merken, daß auch sie nicht davor gefeit sind.
              Witzigerweise bekommen diese super Bewertungen dafür, während der Durchschnittsuser im BBV zerrissen wird, wenn er so etwas schreibt.

              Comment


              • #8
                Was mir hilft Bad Beats zu "verdauen":genauso wie ich Bad Beats einstecken musste habe ich auch schon an andere Bad Beats verteilt.

                Comment


                • #9
                  tja, überehrgeiz kann bei allem schädlich sein, das ist keine ausnahme beim pokern. Allerdings musst du probieren, dein spiel als ganzes zu betrachten, und solange du so spielst wie zu zeiten in denen du gewinn gemacht hast kannst du doch eigentlich zurfrieden sein =)

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                  • #10
                    Ich erkenne mich in ca. 90 Prozent deiner Erzählung wieder..... Sehr lustig.
                    Ich hab es auch mit verschiedenen Dingen probiert nicht gefrustet zu sein und ruhig zu bleiben doch manchmal ist das einfach nicht möglich weil andere am Tisch nur zum Glück auf der Welt zu sein scheinen......
                    Ich mache auch alles was man als Sport bezeichnen kann und kann auch alles ganz ok, leider nix richtig Profihaft, trotzdem ärgere ich mich über jede Niederlage mehr als über 3 Siege.
                    Das ist einfach eine Eigenschaft und ich denke du musst einfach nach einem Sieg aufhören und lieber weitere kleine Siege auslassen und damit auch ne Niederlage auslassen. Wenn man mit nem Sieg aufhört dann kann man zufrieden schlafen.... So mach ich das zumindest.
                    Vielleicht hilft dir das auch!!!???

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                    • #11
                      Als ehemaliger Sportler kenne ich das Gefühl das du beschreibst genau.
                      Es gibt nichts Schlimmeres als eine Niederlage einstecken zu müssen, man ist danach grenzenlos sauer auf alles. Auf sich selbst, auf die Mitspieler (ok, das entfällt beim Pokern hoffentlich ), auf das Schicksal, whatever.

                      Zumindest bei mir hat dieses Gefühl den nächsten Tag aber kaum überlebt. Das macht das Pokern aber recht gefährlich, weil das Spiel nicht durch einen Schlußpfiff beendet wird, sondern durch einen selbst.

                      Den ersten Schritt zur Besserung hast du aber schon gemacht indem du dir deiner Schwäche bewußt bist, da hast du vielen schon einen Schritt voraus.
                      Der Rat kann nur sein, generell am Streßmanagement zu arbeiten.
                      Den Ärger an sich finde ich sogar positiv solang er im Rahmen bleibt, denn das ist die Triebfeder eines Sportlers sein Bestes zu geben und sich weiterzuentwickeln.
                      Nur darf er nicht Überhand nehmen, bzw. muß er auch mal enden.

                      Es redet sich leicht, aber der Schlüssel liegt darin, sich Niederlagen einzugestehen und zu akzeptieren, auch wenn einen die Niederlage klarerweise beschäftigt.
                      Ich lieg auch am Abend im Bett und ärgere mich über schlechte oder unglückliche Hände, und ja, ich tobe auch hin und wieder hinter dem PC.
                      Aber wenn ich merke, daß ich mich nicht mehr fokussieren kann und beginne anders=dümmer zu spielen höre ich auf.

                      Langer Rede kurzer Sinn. Ich mag mir nicht anmaßen großartig psychologisch daherzureden, aber mir kommt es so vor als wärst du generell ein recht unzufriedener Mensch, der sich die Bestätigung über Sport und in dem Fall auch Poker holt.
                      Ich bin da ähnlich, nur grenze ich da das Pokern aus diesen Gefühlen bewußt aus, da ich mich im Gegensatz zum Sport nicht körperlich alles geben und auspowern kann. Beim Pokern kann ich nicht körperlich komplett leer im Bett liegen mit dem Gefühl alles getan zu haben. Beim Sport hingegen war ich so ausgepowert, daß ich keine überschüssige körperliche Energie mehr hatte um großartig noch was auseinandernehmen zu wollen.
                      Und der Punkt ist beim Pokern als "Denksportart" eben anders.

                      Letzter Tip am Ende des Romans: Such dir etwas wo du dich in deiner Wohnung nach einem Bad Beat körperlich auspowern kannst. Schnapp dir eine Hantel, mach Liegestütze, häng dir einen Sandsack auf, etc.
                      Oder beschäftige dich mit Entspannungsübungen, die die innere Zufriedenheit stärken (ich sag mal Yoga, obwohl ichs nie probiert habe).

                      Viel Glück und lg, X

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                      • #12
                        Was bringt einen das schmollen?
                        Was bringt es einen sich über einen Suckout zu ärgern oder gar die Donks anzupöbeln?

                        Man muss damit Leben das Poker euch kein Geld bringt sondern die Spieler am Tisch also achtet sie und passt mal au das ihr nicht sie mal raus suckt, denn dann liegen die armen wie ihr im Bett und heulen das ihr so lucky wart.

                        Ein guter Pokerspieler sollte so etwas nicht vorsichtiger werden lassen, sondern animieren noch mehr Bildung ein zu holen und NIE das Spiel beenden weil er so viel verloren hat, sondern nur dann wenn er merkt sein Spiel verschlechtert sich wegen eines Bad Beats.

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                        • #13
                          Zitat von vantorso Beitrag anzeigen
                          Die analyse gibt mir ein friedlicheres gefuehl. Eine Art überlegenheit... Auch die befriedigung, dass so called "M O N G O S", sowieso nicht weit kommen. Jedesmal praege ich mir das ein und gehe leichter aus einem turnier raus.
                          Ich stell mir bei sowas immer eine andere Frage: Wenn ich immer die richtigen Entscheidungen treffe, aber am Tisch immer 3 Knalltüten sitzen, die alles mit Schrott callen, wie will ich denn langfristig erfolgreich bleiben?
                          Das ist nicht nur ein Problem der Microlimits.

                          Comment


                          • #14
                            ehrgeiz ist eine der wichtigsten tugenden im poker denn nur wer es wirklich will iwrd auch mal was erreichern im pokern und im richtigen leben

                            Comment


                            • #15
                              Zitat von ashuz Beitrag anzeigen
                              Ich stell mir bei sowas immer eine andere Frage: Wenn ich immer die richtigen Entscheidungen treffe, aber am Tisch immer 3 Knalltüten sitzen, die alles mit Schrott callen, wie will ich denn langfristig erfolgreich bleiben?
                              Ganz einfach , die richtigen Entscheidungen treffen , heißt die Entscheidung mit dem maximalen ev zu wählen .
                              "Knalltüten" die einfach jeden Schrott runtercallen machen das dagegen nicht und treffen so sehr häufig -ev Entscheidungen .

                              +Ev Spiel von hero + (3x -ev Spiel von fischen ) = $$$ für Hero

                              Passt Hero sich aber nicht an die Knalltüten an und macht entweder zu maginale oder zu wenig Valuebets , oder er schafft es nicht sich von seiner hand zu trennen wenn ein fish offensichtlich improvet so trifft hero selbst falsche Entscheidungen die wiederrum seinen ev senken , eventuell sogar soweit , das das Spiel der Fische wieder Gut ist !

                              Wer das nicht begreift sollte kein poker spielen .
                              Last edited by fadmin; 30-11-2008, 17:18.

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