PokerStars Homepage
Pot Limit Omaha – das Spiel am Flop
 

Omaha ist ein Flop-Spiel

Eine sorgfältige Auswahl der Starthände vor dem Flop und eine passende Flop-Strategie sind maßgebliche Faktoren, wenn man bei PLO gewinnen will. Die auf dem Turn und dem River getroffenen Entscheidungen spielen eine eher untergeordnete Rolle, da an diesem Punkt mindestens ein Spieler All-in gegangen oder durch seine vorherigen Einsätze "Pot Committed" ist. 

Pot Limit Omaha ist ein actionreiches Spiel, besonders auf dem Flop. Von da an kannst du in nur wenigen Zügen deine gesamten Chips setzen - was nicht ungewöhnlich ist.  



Genau wie bei Texas Hold'em ist der Flop der erste Zeitpunkt, an dem ein Spieler eine gemachte Hand ("Made Hand") aus fünf Karten haben kann. Das ist auch der Moment, an dem sich die Stärke eines unvollständigen Blattes (einem "Draw") bewerten lässt. Bei Omaha kann sich die Stärke einer Hand von Straße zu Straße drastisch ändern - allerdings nie so sehr wie auf dem Flop. Wir können unsere vier Hole Card nutzen, um sechs unterschiedliche Blatt-Kombinationen zu bilden (im Gegensatz zu nur einer Hand bei Texas Hold'em).

Ein Beispiel:

Wir halten . Diese Karten können wir so kombinieren, dass sich daraus sechs auf dem Flop spielbare Hände ergeben:
Wenn wir auf dem Flop gute Karten treffen, haben wir entweder eine gemachte Hand oder starke Draws oder, noch besser, einen Mix aus beidem. Bringt der Flop nichts Passendes, dann verliert die Hand schnell an Wert. In diesem Fall ist ein Flop aus so riskant, dass wir bei einer Erhöhung ablegen. Für die meisten Spieler ist dies ein Grund, den Pot vor dem Flop klein zu halten und dann ordentlich zu setzen, wenn sie gute Hände bekommen.

Der Flop liefert uns wichtige Informationen dazu, wie viele "Outs" unseren Draw zu einer gemachten Hand werden lassen, oder, im Gegenteil, unseren Gegnern zu noch besseren Händen verhelfen könnten. Mithilfe dieses Wissens können wir unser weiteres Vorgehen effektiv planen.

Die "Nuts"

Bei Pot Limit Omaha gibt es angeblich nur zwei Hände: die so genannten "Nuts", also das in der Spielsituation bestmögliche Blatt, und den Rest. Auch wenn das eine extreme Aussage ist, sollte man sie beim Erlernen des Spiels im Hinterkopf behalten. Denn bei PLO gewinnt die bestmögliche Hand einen großen Prozentsatz der Pots und die meisten großen Pots. Daher sollte man auf jeder Straße wissen, was die Nuts sind, und es vermeiden, in Draws zu investieren, die sich dann nur als die zweitbeste Hand erweisen.

Position

Die Position spielt bei allen Pokervarianten eine große Rolle, doch bei Pot Limit Omaha ist sie besonders wichtig.  Wenn du das beste Blatt hast, musst du so viel wie möglich für dich herausholen - und das ist in später oder letzter Position wesentlich einfacher. Darüber hinaus kann sich die Dynamik innerhalb einer Omaha-Hand während der unterschiedlichen Straßen stark verändern. Daher sind die Informationen, die du erhältst, wenn du nach deinen Gegnern an der Reihe bist, sehr viel wert. Bei in früher Position gespielten Blättern solltest du besonders wählerisch sein - und dir im Gegenzug spekulative Spielzüge für Momente aufheben, in denen du als Letzter handelst.

Einsatzhöhe ("Bet Sizing")   

Bei Pot Limit Omaha solltest du möglichst viel Geld in den Pot bekommen, solange du das beste Blatt hast. Selbst starke Hände sind bei Omaha angreifbar und ein kleiner Einsatz kann für deine Gegner ein Anlass zum Callen sein. Eine gute Faustregel für einen Einsatz ist, mindestens zwei Drittel der Potgröße zu setzen. 

Allgemeine Strategie

Eine grundlegende PLO-Strategie lautet: Mit einem guten Blatt sollte man immer aggressiv spielen - und mit einem guten Draw häufig. Es ist selten die richtige Entscheidung, mit einer starken Hand slow zu spielen oder zu checken, um den Pot später aufzubauen. Slow Play kann zuweilen angebracht sein, wenn man das beste Full House, einen Vierling oder Straight Flushes hat; bei anderen Händen empfiehlt es sich aber nicht. Da wir sehr oft gegen starke Draws spielen, können uns Turn oder River leicht zum Verhängnis werden.

Ein Beispiel:

Wir halten .

Der Flop bringt

Damit haben wir auf dem Flop ein Full House. Allerdings ist unser Blatt nicht das bestmögliche (da uns ein Spieler mit , oder schlagen kann) und wir können auf dem Turn oder River verlieren, sollte unser Gegner haben.

Wenn wir auf dem Flop checken, der Turn  bringt und unserer Gegner setzt, haben wir ein Problem, da wir auch gegen , und verlieren. Aus diesem Grund sollten wir Big Bets auf dem Flop machen, solange wir noch eine potenzielle Gewinnerhand haben.  Ein kleiner Einsatz hilft uns hier nicht, denn damit geben wir nur unserem Gegner die Chance, günstig einen Draw zu vervollständigen.

Draws

Wir wollen nun über Draws reden, also jene Blätter, die Pot Limit Omaha zu einem  teuren und actionreichen Spiel machen. Bei Pot Limit Omaha gibt es einige Draws, mit denen die Gewinnchancen höher sind als mit einer gemachten Hand. Beispielsweise können einige Straight Draws bis zu 20 Outs haben und gewinnen daher die Hand in 58,54% der Fälle gegen einen gefloppten Drilling. 

Starke Draws können oft wie gemachte Hände gespielt werden - vor allem dann, wenn es viele Outs für die Nuts und mehrere Draws gibt.

Ein Beispiel:

Wir halten .

Der Flop bringt
  • a)
  • b)
Auf dem ersten Flop haben wir den höchsten Straight Draw mit jeder Zehn, jedem Buben oder jeder Königin, die nicht Herz ist. Auf dem zweiten Flop haben wir neben dem höchsten Straight Draw auch noch den zweitbesten Flush Draw und sogar einen Royal Flush Draw.

Auf dem ersten Flop haben wir nur sechs Outs, mit den wir die Nuts bekommen könnten, weshalb wir diese Hand passiv spielen sollten (also je nach Situation checken/callen oder checken/folden). Wenn wir in Position spielen und unser Gegner checkt, können wir einen Semibluff versuchen.

Auf dem zweiten Flop haben wir acht Outs für die Nut Straight, sieben Outs für den zweiten Nut Flush und ein Out für den Royal Straight Flush. An dieser Stelle könnten wir uns dazu entscheiden, die Hand auf dem Flop wie eine gemachte Hand zu spielen. Sollten wir auf dem Turn nichts treffen, können wir überlegen, ob sich ein Semibluff lohnt. Spielen wir in Position und nehmen an, dass wir geschlagen wurden, dann könnten wir checken, um kostenlos eine Karte zu sehen.

Wenn wir auf dem Flop gecallt werden und das Board ein Paar bringt, checken wir in letzter Position oftmals und sollten dann passiv spielen (checken/checken, checken/callen, checken/folden).

Beispiel Nr. 1: ein guter Flop für einen Draw

Wir haben und zwei Spieler  limpen aus früher Position. Wir callen auch. Beide Blinds callen, sodass alle fünf Spieler den Flop sehen.

Der Flop bringt .

Das ist ein großartiger Flop für unsere Hand. Wir haben den Nut Flush Draw und einen Open Ended Straight Flush Draw. Und das ist noch nicht alles: jedes Herz hilft uns, außerdem jede , jede , jede  und jede . Wir haben 19 Outs!

Beispiel Nr. 2: ein schlechter Flop für einen Draw

Wir halten . Wir limpen am Button und zahlen als Zweiter in den Pot ein. Die Blinds callen.

Der Flop kommt mit .

Das ist ein schlechter Flop für uns. Wir haben eine Open Ended Straight Draw und einen Backdoor Flush Draw - brauchen also zur Vervollständigung unseres Blattes statt einer zwei Karten. Zudem nutzen uns nur drei Outs für die Nuts (  und ), da die restlichen Outs auch unseren Gegnern helfen könnten. Deshalb sollten wir ablegen, wenn unsere Gegner aggressiv spielen.

X Informationen zu Cookies

Wir haben auf deinem Computer Cookies platziert, um deinen Aufenthalt auf unserer Website noch angenehmer zu gestalten. Du kannst deine  Cookie-Einstellungen  jederzeit ändern. Andernfalls setzen wir dein Einverständnis voraus.