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So meisterst du die Potkontrolle
Einen Pot aufzubauen ist oft nötig und macht Spaß - aber manchmal ist es wichtig die Einsatz- und Raise-Buttons einzufrieren. Potkontrolle ist die Kunst den Pot klein zu halten, wenn deinem Pokerblatt Einsätze und Raises nichts bringen. Wir erklären dir, wie du den Pot richtig kontrollierst.

Einen Pot aufzubauen ist oft nötig und macht Spaß - aber manchmal ist es wichtig die Einsatz- und Raise-Buttons einzufrieren. Potkontrolle ist die Kunst den Pot klein zu halten, wenn deinem Blatt Einsätze und Raises nichts bringen. Das genaue Gespür dafür, wann Potkontrolle angemessen ist und wann nicht, unterscheidet starke, selektiv aggressive Spieler von schwächeren, unbedacht aggressiven Spielern. Schauen wir es uns genauer an.

Stabile mittelstarke Blätter checken

Ein Blatt ist stabil, wenn es nicht durch spätere Karten gefährdet ist, die die Poker Hand-Range der Gegner maßgeblich verbessern. In anderen Worten, dein Blatt mag nicht überlegen sein, aber wenn es überlegen ist, dann deutlich. Man nennt solche Blätter auch "Way Ahead"-/"Way Behind"-Situationen. Schauen wir uns ein Beispiel an:

Stellen wir uns vor, dass ein unbekannter Spieler den Small Blind eröffnet und wir setzen mit eine 3-Bet aus dem Big Blind. Als Flop werden ausgeteilt und der Gegner checkt. Gibt es hier wirklich einen Grund zu setzen? Wenn es hier etwas zu holen gibt, dann kann es auch noch bis später in der Hand warten. Wir können nicht erwarten, drei Mal zu setzen und bei einem Call noch oben auf zu sein. Ein Check eröffnet außerdem die Möglichkeit für einen gegnerischen Bluff auf dem Turn oder River, wenn dein Gegenüber aggressiv spielt. Außerdem schließt ein Check aus auf dem Flop geraist zu werden. Es wäre schade den Pot mit einer mittelmäßigen Equity aufzublasen, nur um später folden zu müssen.

Es spricht vieles dafür den Pot hier kleiner zu lassen und nur wenig dagegen. Der normale Einwand gegen ein passives Flop-Spiel lautet, dass wir Gegnern damit kostenlose Equity verschaffen - aber bei einem stabilen Blatt, wie in dem Beispiel hier, trifft das Problem nicht zu. Eine Turn-Karte, die das Blatt unseres Gegners hier stärkt, ist sehr unwahrscheinlich. Wenn er Undercards hat, ist er Drawing-Dead und niedrige bis hohe Pocket-Paare haben gegen unser Blatt nur zwei Outs.

Alle mittelstarken Blätter checken/callen vs. Maniacs

Das letzte Beispiel hat verdeutlicht, dass das Checken stabiler, mittelstarker Blätter nur von Vorteil ist. Ein Hauptgrund für einen Einsatz auf dem Flop ist Schutz: Man verwehrt dem Gegner Equity, indem man ihn zwingt das untere Ende seiner Range zu folden - obwohl er bis zu 6 Outs gegen dein Blatt haben kann. Stellen wir uns vor, dass wir den Small Blind mit raisen und vom Big Blind gecallt werden. Als Flop werden und ausgeteilt. Gegen einen passiven Spieler gibt es hier gute Argumente für einen Einsatz: Der Einsatz schützt unser Blatt und bringt den Gegner dazu viele Blätter mit 6 Outs folden, zum Beispiel Dame/Bube mehrfarbig. Wenn der Gegner aber aggressiv ist, ergibt es mehr Sinn zu checken. Noch besser, als den Gegner mit solchen Blättern zum Folden zu bringen, ist ihn damit bluffen zu lassen. So steigt der Pot an, während wir einen deutlichen Equity-Vorteil haben. Schwache aggressive Spieler bluffen zu viel, ohne darüber nachzudenken. Also atme tief durch und beginne deinen Check-/Call-Plan mit deinem zweiten Paar - vielleicht musst du drei Mal callen. Nimm die Volatilität an!

Mit mittelmäßigen Draws nach dem Turn checken, wenn der Gegner All-in gehen kann

Die häufigste Gelegenheit, bei der ein Gegner nach unserem Turn-Einsatz All-in gehen kann, bietet ein 3-Bet-Pot, der mit 100-BB-Stacks begonnen hat. Sagen wir mal, wir spielen am Button mit eine 3-Bet von 9BB gegen einen loose-aggressiven Cutoff, der mit 3BB eröffnet hat. Auf dem Flop beträgt der Pot 19,5BB (einschließlich der Dead Blinds), und wir setzen nach dem Flop mit eine Continuation-Bet von 13BB. Der Gegner callt schnell und auf dem Turn wird die  ausgeteilt. Der Pot steht bei 45,5BB, und wir haben einen verbleibenden effektiven Stack von 78BB. Wenn wir die Hälfte des Pots setzen würden, hätte der Gegner ein günstiges All-in, das unsere Aussichten zunichtemachen würde. Wir müssten entweder setzen/folden und würden einen ordentlichen Teil Equity verpassen (eine Katastrophe) oder als deutlicher Underdog setzen/callen (ebenfalls eine Katastrophe). Gegen Spieler, die häufig All-in gehen, sollten wir nach diesem Turn checken und unsere Equity realisieren. Das ist eine perfekte Gelegenheit für Potkontrolle.

Mit schwachen Blättern gegen gewiefte Spieler nach dem River checken

Wenn dein Blatt gegen einen schwachen passiven Gegner eine geringfügige Value-Bet hergibt, dann kann man davon ausgehen, dass es gegen einen stärkeren Spieler unprofitabel ist. Das liegt daran, dass der stärkere Spieler mehr Druck ausübt und deinen Einsatz mit einer vernünftigen Range von Blättern oder Bluffs raist. Wenn du gegen einen gewieften Spieler setzen/folden willst, dann foldest du manchmal das beste Blatt. Diese Situationen machen die geringen Gewinne zunichte, die du durch Calls von schlechteren Blättern machen kannst. Stellen wir uns vor du hast zwei Straßen lang Value-Bets mit Top-Paar gesetzt und erzielst am Ende der Hand den Flush. Es ist zwar denkbar, dass du immer noch etwas bessere Chancen hast, wenn dein River-Einsatz gecallt wird - was für eine Value-Bet spricht - aber dein Vorsprung wird nicht sehr groß sein. Dein Gegner hat jetzt hingegen eine große Auswahl an Flushs in seiner Range und könnte mit schwächeren Paaren auch einen Bluff versuchen - besonders, wenn sie einen Blocker gegenüber dem Nut-Flush oder zweiten Nut-Flush haben. Sei vorsichtig, kontrolliere den Pot und stell mit einem Check sicher, dass du den Showdown erreichst.

3-Bets mit starken, aber nicht extrem starken Startkarten flach callen

Ein häufiger Anfängerfehler ist, den Pot mit starken Startkarten wie 10-10 oder As-Dame vor dem Flop außer Kontrolle geraten zu lassen. Sagen wir mal, wir eröffnen eins dieser Blätter am Button und ein erfahrener Spieler im Big Blind setzt eine 3-Bet. Wenn wir nun eine 4-Bet wagen, filtern wir die Range des Gegners vermutlich unvorteilhaft. Außerdem wird eine mögliche Continuation-Bet hier oft in Form eines All-ins erfolgen. Wenn wir uns in dieser Situation einem All-in gegenübersehen, bereuen wir die 4-Bet vermutlich: Mit einem Fold würden wir jede Menge Equity vergeuden, während wir mit einem Call unseren ganzen Stack riskieren. Die Lösung ist, die Größe des Pots zu kontrollieren und einfach die 3-Bet zu callen. So bleibt die Range des Gegners groß genug, damit wir gut in Form bleiben.
 

Fazit

  • Potkontrolle zählt zu den weniger prestigeträchtigen Aspekten von Poker, ist aber ein wichtiger Bestandteil eines erfolgreichen Spiels. Hier ist eine Zusammenfassung von dem, was wir gelernt haben:
  • Wenn dein Blatt mittelmäßig und nicht angreifbar ist, ist ein Einsatz oft nicht nötig.
  • Das beste Mittel Maniacs auszunutzen, ist ein Bluff-Catch mit deinen mittelstarken Startkarten.
  • Vermeide es, bei ordentlichen Draws zu setzen/folden, wenn du weißt, dass dein Gegner auf dem Turn All-in gehen kann.
  • Vermeide geringfügige Value-Bets auf dem River gegen Spieler, die manchmal als Bluff raisen.
  • Vermeide 4-Bets, wenn dein Blatt gut genug ist, eine 3-Bet zu callen, aber nicht gut genug für ein All-in.
 
Hast du Fragen zur Potkontrolle?
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