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Die Markup-Kontroverse im Poker
Alle Jahre wieder sorgt das sogenannte Staking für hitzige Diskussionen in der weltweiten Poker-Community, insbesondere in den Wochen vor und nach der World Series of Poker in Las Vegas. Denn zur innoffiziellen Poker-Weltmeisterschaft verkaufen viele professionelle Spieler große Anteile ihrer Turnierpaketen.

Vor allem beim Thema ‚Markup' scheiden sich die Geister, schließlich handelt es sich dabei um eine Art Gebühr oder Provision, die sich in der Regel am zu erwartenden ROI (Return on Investment) des Spielers richtet. Ohne Markup bezahlt der Staker zum Beispiel für einen Anteil von 10 Prozent bei einem $1.000-Turnier glatte $100 und bekommt dafür Prozent vom möglichen Preisgeld. Bei einem Markup von zum Beispiel 1,2 dagegen bezahlt der Staker für diese 10 % $120. Der Spieler nimmt also eine Gebühr dafür, dass er für jemand anderen spielt.

Der ROI ist beim ‚Markup' am Ende aber nur ein Richtwert, denn es gibt hier keine gesetzlichen Regelungen. Jeder Spieler kann sein Markup - und auch die Kriterien anhand derer er es berechnet - selbst festlegen. Schließlich wird ja niemand gezwungen Anteile zu kaufen.

Und für eine gewisse Regulierung sorgen die professionellen Turnierspieler selbst, zumindest bei Stakings, die über die sozialen Medien stattfinden. Das ist auf der einen Seite gut, um Hobby-Investoren zu schützen und Betrüger zu entlarven. Auf der anderen Seite aber auch sehr problematisch, da Spieler, die sich mit dem Thema nicht so gut auskennen oder ihr Markup anhand anderer Kriterien berechnen, schnell als Scammer (Betrüger) gebrandmarkt werden.



Diese Erfahrung hat in den vergangenen Wochen auch Johnnie Moreno aka Johnnie Vibes, der seit vielen Jahren sein Geld an den Cashgame-Tischen in Las Vegas verdient, gemacht.

Vor gut einem Jahr startete Moreno seinen eigenen YouTube-Channel und hat sich seitdem eine beachtliche Anzahl Follower aufgebaut. Nicht zuletzt auch aus diesem Grund entschied er - der eigentlich keine Turniere spielt - sich in diesem Jahr ein Turnierpaket im Wert von $40.000 für die WSOP zu schnüren und davon 30 Prozent an seine Community zu verkaufen. Er postete die Zahlen in einer privaten Facebook-Gruppe, das Markup legte er mit 1,38 fest.

Und damit betrat Moreno ein echtes Minenfeld.

Im Poker life Podcast von Pokerpro Joe Ingram sagte Moreno, er habe es für einen angemessen Gegenwert dafür gehalten, dass er in dieser Zeit keine Cashgames spielen kann. „Ich dachte der Markt lässt mich schon wissen, ob es (das Markup) zu hoch ist."

Seine Follower kauften die Anteile Wert von $400 für $552, es dauerte sogar nur wenige Stunden bis Moreno „Sold out!" meldete. Ein Cashgame-Pro wagt den Shot bei der WSOP und beteiligt seine Fans und Follower, alle waren glücklich.

Bis sich bei Twitter die Markup-Polizei meldete. Viele Pros hielten das Markup für völlig überzogen, attackierten Moreno und wurden dabei sehr persönlich. Shaun Deeb zum Beispiel warf Moreno vor seine Käufer zu betrügen. Issac Haxton gab sich etwas diplomatischer: „Ich denke einfach, es gibt nur ganz wenige Leute, die 1,38 schlagen können."

Insgesamt entwickelte sich aber eine, sagen wir mal emotionale Diskussion, die Moreno meinem Kollegen Jack Stanton von PokerStarsBlog.com - von ihm stammt auch der englische Original-Artikel ‚Pros and Cons: the poker markup controversy' - wie folgt beschrieb: „Als die Markup-Polizei entschieden hat, meinen Preis, meinen Cahrakter und mein Poker-Können anzugreifen, ging alles in die Luft".

Es gab aber auch Pros, die versuchten zu beschwichtigen, so wie PCA Main Event-Champion Christian Harder, der die Anschuldigungen für überzogen hielt: „Das überschreitet für mich nicht die Linie zum Betrug."

Moreno waren trotz all der Angriffe auf seine Person am Ende vor allem zwei Punkte wichtig. Zum einen, dass „eine gesunde Diskussion über die Standardpraxis beim Verkauf von Markup stattfinden muss." Und nicht zuletzt, dass er während der ganzen Zeit die volle Rückendeckung seiner Investoren hatte: „Ihre ermutigenden Nachrichten während des Mob-artigen Ansturms bedeuten die Welt für mich."

Wie bereits geschrieben findet ihr den Original-Artikel in englischer Sprache bei PokerStarsblog.com. Jack Stanton befasst sich dabei nicht ausschließlich mit Johnnie Moreno, sondern hat viele weitere Informationen und Meinungen zum Thema zusammengetragen und bespricht zusammen mit Maria Konnikova, wie man sicherstellen kann, eine gute Investition zu tätigen und nicht betrogen zu werden.
 
Quelle: PokerStarsBlog.de

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