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Karten zum fürchten – Scare Cards auf dem Poker-Tisch
Scare Cards sind nicht nur in No-Limit Hold'em Poker ein Problem. Diese „Schreckenskarten" verändern entweder die Stärke der eigenen Hand, oder die Stärke der Hand Range deines Gegners.

Eine Scare Card zu erkennen und die Strategie anzupassen, ist extrem wichtig. Damit du ein besseres Verständnis für das Konzept bekommst, geben wir einige Beispiele.



Scare Card Beispiel 1:

Ein Spieler eröffnet vor dem Flop, wir bezahlen am Button mit 55 und die anderen Spieler steigen aus. Den Flop spielt der Gegner mit einer Continuation Bet an und wir erhöhen. Nach dem Call kommt der Turn . Der Gegner checkt zu uns, wir feuern eine weitere Bet ab und werden gecallt. Der River bringt eine klassische Scare Card.

Als wir am Flop das Ruder in die Hand genommen haben, haben wir zweifelsfrei den Plan gehabt, jede Straße aktiv zu sein und möglichst viel Value zu bekommen. Der Gegner checkt zu uns, wie reagieren wir auf die River-Karte?

Beschäftigen wir uns mit der Hand Range des Gegners. Dieser eröffnete vor dem Flop, feuerte eine C-Bet am Flop ab und bezahlte einen Raise und eine Bet am Turn. Er könnte einen Flush Draw wie beispielsweise und , Top Pairs wie AQ, KQ oder sogar : sowie Over Pairs wie Asse oder Könige halten. Natürlich ist ein Set mit Damen ebenfalls denkbar, doch der Großteil seiner Range ist gegen uns unterlegen.

Der Turn ist auf jeden Fall eine gute Karte für uns. Ein Set Damen oder den Flush würde er vermutlich erhöhen. Am wahrscheinlichsten ist, dass er starke Paare hält, also Damen oder besser. Nun kommt eine Scare Card am River und er checkt zu uns. Die komplettiert eine Straße, aber auch einen Flush. Diese Karte hat die Hand des Gegners entweder sehr schlecht (er hält weiterhin nur ein Paar auf diesem Board) oder aber sehr stark gemacht (er hat seinen Draw getroffen).

Unser Plan, eine weitere Value Bet anzuspielen muss nun neu evaluiert werden. Wenn wir nun erneut anspielen, ist es unwahrscheinlich, dass er uns nur mit einem Paar callt. Hände, die uns schlagen, werden uns auf jeden Fall callen, oder sogar erhöhen. Unter dem Strich hat eine weitere Bet nicht viel Value für uns. Die beste Option ist, einfach zu checken.

Scare Card Beispiel 2:

Wir haben mit einen Preflop Raise in den Blinds gecallt und der Flop wird mit gedealt. Wir spielen unseren Straight Draw mit einem Check-Call und sehen auf dem Turn die . Erneut spielen wir Check-Call und der River bringt das . Unser Gegner hat preflop angespielt und Initiative auf Flop und Turn gezeigt. Wir dürfen annehmen, dass er am Flop ein Over Pair hielt. Damit ist der River eine gute Scare Card für uns.

Wenn wir uns in unseren Gegner hineinversetzen und mit dessen Hand Range die River-Karte betrachten, dann ist es tatsächlich die denkbar schlechteste Karte. Hält er – abgesehen von Assen – ein Over Pair am Flop, dann kann er uns auf jeden Fall ein Ass geben (da wir Flop und Turn gecallt haben). Dass zudem ein möglicher Flush Draw komplettiert wurde, sollte ihn zusätzlich verunsichern.

Mit einem Check mit 8-High gewinnen wir mit Sicherheit nicht, doch in unserer Rang gibt es einige Hände – , A6, A5 oder zwei – die getroffen haben. Aus diesem Grund ist es die perfekte Gelegenheit, für einen Bluff.

Scare Card Beispiel 3:

Sehen wir uns ein Beispiel an, welches nur all zu häufig vorkommt. Wir erhöhen preflop mit Damen und der Big Blind callt. Der Flop kommt T83 rainbow und der Gegner check-callt unsere Conti Bet. Der Turn bringt eine weitere und erneut callt der Gegner unsere Bet.

Auf dem River kommt ein König und erneut wird zu uns gecheckt. Viele unerfahrene Spieler checken hier, da sie Angst vor der 'Scare Card' haben. Ist dies jedoch wirklich eine Scrae Cards, denn wie viele Hände, die getroffen haben, kann unser Gegner halten?

Straight Hands wie J9, 97, QJ oder Q9 haben den Draw verpasst. Klar kann der Gegner auch einige Pocket Pairs halten, doch Jacks oder besser können wir meist ausschließen, da der Gegner preflop nur bezahlte. Dazu wird der Gegner einige Top Pair-Hände halten, vielleicht auch oder kleine Pocket Pairs. Unter dem Strich sind es jedoch nur KT und K8, die der Gegner so gespielt haben sollte. Daher ist eine weitere Bet durchaus sinnvoll.

Die generelle Idee einer Scare Card ist, dass sie das Board gefährliche aussehen lässt. Doch es ist wichtig, sich immer daran zu erinnern, dass sie auch für den Gegner gefährlich aussehen kann und welche Hand Range wir dem Gegner anhand der früheren Straßen geben.
 
Hat sich deine Ansicht bezüglich Scare Cards verändert? Lass es uns in den Kommentaren wissen!

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