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NLHE Cashgame-Strategie - Handbewertung
In unserem Artikel über Pre-Flop-Strategie haben wir beschrieben, dass du üblicherweise nur deine allerbesten Starthände spielen solltest. Die Wahl einer guten Starthand ist die Grundlage jedes erfolgreichen Hold'em-Spiels. Das Bewerten deiner Pre-Flop-Hände ist ziemlich einfach: Du musst lediglich deine Startkarten, deine Position und die Aktionen deiner Gegner vor dir miteinander abwägen.

Nach dem Flop musst du diese Bewertung noch einmal wiederholen und einen sehr wichtigen Faktor hinzu addieren: Überlege, ob der Flop deine Hand verbessert oder verschlechtert hat. Anschließend entscheidest du anhand der Stärke deiner Hand, der Anzahl deiner Gegner und der Beschaffenheit des Flops, wie du sie spielen willst.

Handkategorien in NLHE-Cashgames


Wir unterscheiden drei Kategorien von Händen nach dem Flop: "Made Hands" (Komplette Hände), Draws und Trash (Abfall).

Made Hands


Monsterhände: Besser als ein Paar auf dem Flop
                auf einem Flop mit
                auf einem Flop mit

Sehr starke Hände: Sehr gute Hände mit einem Paar - wie Top Pair mit Top Kicker oder Overpair (höherwertiges Paar)
                auf einem Flop mit
                auf einem Flop mit

Grenzwertige Hände: Dies sind Hände mit mittleren Paaren
                auf einem Flop mit
 

Draws

 
Sehr starke Draws: Kombinationen aus Straight und Flush Draws oder eine Kombination aus Draws und Made Hands,
                auf einem Flop mit
                auf einem Flop mit
                auf einem Flop mit
Starke Draws: Alle Arten von Open Ended Straight und Flush Draws auf die möglichen Nuts (oder nahe daran)
                auf einem Flop mit
                auf einem Flop mit
Schwache Draws: Gutshot Draws, Flush oder Straight Draws im mittleren oder unteren Bereich
                auf einem Flop mit
                auf einem Flop mit

Trash-Hände

 
Alle anderen Hände, die noch nicht erwähnt wurden - also weder ein Paar noch ein Draw. Diese Hände sind ziemlich wertlos.


 

Flop-Typen

Neben deinen Starthänden musst du auch den Flop selbst einzelnen Kategorien zuordnen können,  denn die Struktur des Flops verändert den Wert der Kategorie deiner Handstärke. Wir unterscheiden zwischen "dry" (trockenen) Flops ohne mögliche Draws und "draw heavy" Flops, die - wie der Name schon sagt - jede Menge Draws möglich machen.
Beispiele für "dry" Flops:
 
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Beispiele für "draw heavy" Flops:
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,

 

Wie beeinflusst die Art des Flops die Stärke deiner Hand?

 
In unseren Beispielen floppst du jeweils Top Pair mit Top Kicker - aber mit unterschiedlichen Boards.

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  1.  
    1. Du hältst in einer frühen Position und erhöhst auf $6. Zwei Spieler gehen deine Erhöhung mit. Im Flop liegen - also ein "dry" Flop. Du setzt auf dein Top Pair mit Top Kicker und wirst von einem Spieler gecallt. Da der Flop derart trocken ist, hat dein Gegner vermutlich auch eine komplette Hand. Du hast möglicherweise die bessere Hand, solltest jedoch sehr vorsichtig sein, wenn dein Gegner auf dem Turn seinerseits erhöht.
    2. Auch hier hältst du in früher Position, erhöhst auf $6 und wirst von zwei Spielern gecallt. Im Flop liegen . Dieser Flop beinhaltet jede Menge Draws. Ein Gegner hat gecallt - doch diesmal kannst du seine möglichen Optionen nicht so gut eingrenzen wie zuvor.
 
 

Made Hands gegen Draw Hands

 
Wenn du eine Monsterhand oder eine sehr starke komplette Hand floppst, musst du im Grunde zwei Dinge tun:
  1. Den Pot aufbauen
  2. Deine Hand vor Draws schützen
Die gute Nachricht ist, dass dieser Schutz mit dem Aufbauen des Pots zunimmt. Ist die Größe deiner Einsätze und deiner Raises korrekt, muss dein Gegner zu viel für seinen Draw zahlen. Mit deiner kompletten Hand brauchst du keine weiteren Karten - du musst "nur" sicher sein, dass du die bessere Hand hältst und den Showdown abwarten.
 
Beginnen wir mit ein paar Händen, um dir zu zeigen, wie du deine kompletten Monsterhände spielen kannst:

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  1.  
    1. Du hältst in Late Position und erhöhst nach zwei Callern auf $10. Ein Spieler callt dein Raise. Im Flop liegen - ein Set für dich. Du setzt $20. Dein Gegner callt. Nun sind $65 im Pot und der Turn bringt die . Du setzt $50 und der Gegner callt. Der River macht dein Blatt zum Full House und weil deine Einsätze bisher hoch waren, kannst du auch den Rest deiner Chips setzen, ohne ein Overbet zu riskieren.
    2. Du hältst . Ein Spieler in Early Position erhöht, der Spieler in der mittleren Position callt und du callst ebenfalls. Im Flop liegen . Der Flop ist perfekt für dich, bietet allerdings auch die Chance auf einen Flush Draw. Der erste Raiser setzt $20 und wird gecallt. Du erhöhst auf $80 und der erste Raiser geht All-in. Der Spieler in der mittleren Position callt. Du callst und gewinnst einen großen Pot mit einem Full House. Hab keine Angst, dein Geld zu setzen, solange du eine Monsterhand hältst!
Auf jeden Fall solltest du aggressiv spielen. Das bedeutet, du erhöhst mit deinen starken Händen schon vor dem Flop und wenn du die Hand mit dem Flop weiter verbesserst, nutzt du alle Chancen, um zu setzen oder zu erhöhen. Genau das ist die richtige Spielweise. Wenn du eine Hand floppst, die stark genug ist, um dein ganzes Geld zu riskieren, solltest du auch all deine Chips setzen - und das geht normalerweise über Einsätze und Erhöhungen.


 

Starke und grenzwertige Hände

 
Starke Hände sind in den meisten Fällen gut genug, um den Showdown zu gewinnen. Dies gilt vor allem dann, wenn du nur einen oder zwei Gegner hast. Anders als mit einer Monsterhand solltest du hier in der Regel keine großen Pots spielen. Schließlich besteht immer noch die Möglichkeit, dass ein Gegner, der alle Chips zu riskieren bereit ist, eine bessere Hand hat als nur ein Paar. Deine Hauptaufgabe mit einer starken Hand besteht also darin, die richtige Balance zu finden zwischen dem Wert deiner Hand, dem Schutz vor Draws und den korrekten Wetteinsätzen, die von schwächeren Spielern gecallt werden können.
Mit grenzwertigen Händen sind die Aufgaben ähnlich - allerdings solltest du unbedingt versuchen, die mögliche Hand deines Gegner genau eingrenzen, da du in vielen Fällen gegen eine bessere Hand antrittst. In Pots mit vielen Spielern sind mittelmäßige komplette Hände eigentlich wertlos - hier solltest du keine Chips mehr verschwenden.
 
Die nächsten Beispiele beschäftigen sich mit starken und mittelmäßigen kompletten Händen.

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  1.  
    1. UTG und UTG+1 callen. Du hältst in Late Position und erhöhst auf $10. BB und UTG+1 callen. Der Flop zeigt . Beide Gegner checken. Du hast wahrscheinlich die beste Hand und setzt $25. Beide Gegner callen deinen Einsatz. Auf dem Turn kommt . Der Big Blind setzt als Erster und UTG+1 geht All-in. Du hast immer noch ein Overpair, solltest aber dennoch passen.
    2. Du hältst in mittlerer Position. Ein Spieler callt und du erhöhst. Der Spieler callt. Der Flop zeigt und bringt dir ein Paar. Du machst einen weiteren Einsatz und wirst gecallt. Der Turn bringt und du setzt noch einmal. Der River mit vervollständigt den Flush Draw. Die Einsätze deines Gegners zeugen von einer sehr starken Hand. Jedoch ist sein Einsatz ziemlich klein und du callst, um zu sehen.
 
 
Mit einem Draw bist du in einer anderen Situation: Du hast zwar gute Chance auf den Gewinn des Pots, musst aber zuvor die richtige Karte treffen. Also gilt es zu entscheiden, ob du die richtigen Odds für einen Draw hast oder nicht. Wenn der Preis stimmt, kannst du deine Gegner callen und versuchen, zu treffen. Ist der Preis zu hoch, kannst du nicht callen. Unabhängig davon jedoch, ob du die richtigen Odds bekommst oder nicht, bleibt dir immer auch die Möglichkeit eines Semi-Bluffs.
Im Allgemeinen sind Draws Hände mit einem großen Potenzial - und je mehr Outs deine Hand hat und je mehr Karten noch kommen, desto wertvoller ist deine Hand. Ein Beispiel: Ein Flush Draw ist viel stärker als ein Gutshot. Ein Straight Draw auf dem Flop ist wertvoller als derselbe Draw auf dem Turn. Mehr Informationen über Odds und Outs findest du in unserem entsprechenden Artikel.
 
Mit Draws stelllen sich dir folgende Aufgaben:
  1. Zähle deine Outs
  2. Berechne deine Odds
  3. Stimmen 1 und 2: Entscheide dich, ob du einen großen Pot aufbauen oder vorsichtig spielen willst.
 
 
 


Das war eine Menge an Informationen. In den folgenden Situationen kannst du das Gelernte gleich ausprobieren:

 

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