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Super High Roller – Daniel Negreanu exklusiv (Teil 1)
Laut Hendon Mob war Daniel Negreanus erster Geldgewinn im Jahr 1997, als er wirklich noch Kid Poker war. Seitdem hat er mehr als $35 Millionen Dollar in Turniergewinnen gesammelt und um Pots in Millionenhöhe gespielt. Es wurde sogar ein Film über sein Leben gemacht. Sagen wir es so: Er hat alles gesehen, was die Pokerwelt einem so bieten kann. Jedenfalls bis zum PokerStars Players No Limit Hold'em Championship (PSPC)


Daniel Negreanu kündigt in Prag vor vollem Haus das PSPC an

Für den Mann, der für die Ankündigung des PSPC erwählt wurde - und der der wichtigste Berater für die Planung dieses Events ist -, hängt der Ruf am Erfolg des PSPC. Und obwohl es noch sehr früh ist (das PSPC findet im Januar 2019 statt), muss man sagen: Er ist sehr optimistisch, was den Erfolg des Projekts angeht. In einem PokerStars Blog-Artikel hat Negreanu gesagt: "Ich glaube, dass dieses Turnier ein prestigeträchtiges Spitzenevent wird ... PokerStars hat darüber gesprochen, wie sie etwas erschaffen können, über das in der Pokerszene gesprochen wird. Und so hoffen sie, das umzusetzen."

Zeit für die Vorbereitung auf das PSPC

Für PokerStars-Spieler gibt es mehr als 300 Platinum Passes im Wert von unglaublichen $30.000 zu gewinnen. Damit ist nicht nur der Buy-in für das PSPC in Höhe von $25.000 abgedeckt, sondern auch die Reisekosten und die Unterkunft sind bezahlt. Und es ist noch reichlich Geld für Muscheln auf den Bahamas (die wirklich köstlich sind) da. Aber sagen wir mal: Du gewinnst einen Platinum Pass und buchst deine Teilnahme an diesem Poker-Event, das du nicht verpassen darfst.

Aber du hast doch keine Chance, zu gewinnen, oder? Also doch lieber rechtzeitig aussteigen, mit einem sicheren Anteil? Glücklicherweise schätzt Daniel Negreanu deine Chance viel optimistischer ein. Im ersten Teil dieses Exklusiv-Interviews erfährst du, wie du dich auf das PSPC vorbereiten solltest und womit du in diesem $25.000 Turnier rechnen solltest, wenn du erstmal da bist. 

PokerStars School: Hast du eine Art festen Ablauf, bevor du ein großes Pokerturnier spielst?

Daniel Negreanu:: Mein Leben hat eh schon so feste Abläufe. Ich würde sagen, das Wichtigste ist Schlaf. Ich schlafe immer gut. Jede Nacht auf alle Fälle acht Stunden. Und was Vorbereitung angeht: ein gutes Frühstück, gesundes Grünzeug und ein Power-Shake - so was in der Richtung. Und sorge dafür, dass es keine Ablenkung gibt - versuche dich darauf zu konzentrieren, was du an dem Tag machen musst.

PokerStars School: Ist es besser, vor dem Turnier so viel Poker zu spielen wie möglich? Oder solltest du lieber eine Pause machen, damit du an dem Tag frisch bist?

Daniel Negreanu: Ich hatte mit beidem schon Erfolg. Wenn es für dich gut läuft und die viel gewinnst, dann ist es ideal, vorher viel Poker zu spielen. Wenn es aber nicht so gut läuft, und die einen schlechten Lauf hast, dann kann eine Pause deinen Kopf wieder ein bisschen freimachen. Bis du mit einer gesunden Angst wieder anfangen kannst. Diese gesunde Angst, die hält mich auf Trab.

PokerStars School: Beim PSPC wird es wahrscheinlich Hunderte von Spielern geben, die noch nie in so etwas wie einem $25.000 Turnier gespielt haben. Hast du ein paar Tipps, wie solche Spieler sich in der Anfangsphase verhalten sollen, damit sie nicht zu nervös sind?

Daniel Negreanu: Normalerweise beginnst du in solchen Turnieren mit so vielen Chips in Vergleich zu den Blinds, dass du am Anfang nicht direkt Chips sammeln musst. Wenn du dich noch nicht wirklich gut fühlst, dann solltest du wirklich ein bisschen konservativer spielen - also nichts zu Verrücktes machen und erstmal herauskriegen, wer die Sharks am Tisch sind, wer sich genauso qualifiziert hat wie du, und was die anderen von dir denken. In den ersten zwei Stunden oder so entwickelst du ein Gefühl für den Tisch. Danach kannst du das dann einsetzen.


Wenn du einen dieser Platinum Passes gewinnst, erhältst du ein Paket für die Bahamas im Wert von $30.000

Viele Leute denken: "Ich werde dieses Turnier gewinnen!" Und das ist ein großer Fehler. Aber im ersten Spiel kannst du das Turnier nicht gewinnen - du kannst es nur verlieren.

PokerStars School: Machen die für das PSPC qualifizierten Spieler einen Fehler, wenn sie dahingehen, um Spaß zu haben?

Daniel Negreanu: Ich finde immer, dass ich am besten spiele, wenn ich viel Spaß habe - entweder, weil ich gegen starke Konkurrenten spiele oder weil das Geplänkel am Tisch richtig gut ist. Wenn du dich selbst zusätzlich stresst, bis zu dem Punkt, dass du an dem allen keinen Spaß mehr hast, dann spielst du auch nicht mehr so gut, wie du kannst.

Du willst dich so gut wie möglich fühlen - das wird für manche Leute vor allem am Anfang schwierig sein. Aber nach ein paar Stunden wird dir vielleicht klar: Das ist einfach nur Poker. Genau das hab ich gespielt, um hierhin zu kommen! Du spielst vielleicht gegen etwas härtere Gegner, aber es bleibt trotzdem Poker.

PokerStars School: Wenn du keinen Spaß hast - geht dann der halbe Reiz daran verloren?

Daniel Negreanu: Ich denke, der Spaß hängt davon ab, wie weit du deine Erwartungen loslassen kannst. Wenn du zu sehr damit rechnest, Geld zu kassieren oder sogar zu gewinnen, dann sorgt das für Stress. Aber wenn du ohne Erwartungen ans Gewinnen ins Turnier gehst, und du die Erfahrung mitnehmen willst, dann mach die Spiele, bei denen du dich sicher fühlst. Dann machen dich die Spiele, die du verlierst, auch nicht so fertig. Denn wahrscheinlich wirst du verlieren! Aber wenn du mit dem Gedanken ins Turnier gehst, dann hast du tatsächlich nichts zu verlieren.

PokerStars School: Mal abgesehen vom PSPC - wie ist ein Super High Roller 2018 so aufgestellt?

Daniel Negreanu: Sehr profi-lastig. Das Turnier, das ich jetzt gerade spiele [ein $100.000 Turnier im Bellagio - Daniel wurde letztlich Zweiter und gewann $936.000], ist das absolut härteste Pokerturnier, das ich jemals gespielt habe. Am Start waren 20 Spieler - keine von ihnen hat einen Job, keiner ist Freizeitspieler und alle sind Zauberer auf höchster Ebene.

Es ist also super-hart. In so Turnieren triffst du normalerweise auf etwa 20 Profis und vielleicht 3 Freizeitspieler. Aber auch das Spielen gegen die Freizeitspieler ist manchmal enorm schwierig. Sie sind clevere Individuen mit genug Geld; sie wissen, dass sie keine Favoriten sind, aber sie sind hier für die Erfahrung. Hier sind man nicht viele Mittelschicht-Spieler, die das Geld auf den Tisch legen und mitspielen. Mittlerweile ist allen klar, sofern du nicht Phil Hellmuth bist, dass hier die besten Pokerspieler der Geschichte des No Limit Hold'em sitzen.


Phil Hellmuth hat sich zu dieser neuen Art von Pokerspielern oft geringschätzig geäußert und verhalten

PokerStars School: In Super High Rollers sitzen also viele gute Spieler. Gibt es überhaupt noch Abstand zwischen den Spielern oder sind die Unterschiede eher ein wichtiger Faktor, weil ihr alle ähnlich spielstark seid?

Daniel Negreanu: Unterschiede sind sicherlich ein wichtiger Faktor, wenn du eine solche Konzentration von Spielern hast, die alle richtig, richtig gut sind. Dann gibt es natürlich ein paar Spieler, die besser aufgestellt sind als andere. Aber der Abstand ist definitiv kleiner als beispielsweise bei einem $5.000 PCA-Event. Alle haben [in diesem besonderen Turnier] einen riesengroßen Vorteil und einen großen Kapitalertrag.

Und wenn du über diesen Kapitalertrag nachdenkst - im WSOP Main Event bin ich mit $10.000 eingestiegen und das Geld ist sofort ungefähr $40.000 bis $50.000 wert. Ein Kapitalertrag von 400%. Wenn du in einem dieser Super High Roller spielst, dann ist für dich ein Kapitalertrag von 15% schon richtig gut.

PokerStars School: Um das Geld in einem dieser Events anzulegen, muss jeder denken, dass er einen Vorsprung hat. Aber es kann nicht sein, dass sie alle einen haben. Führen die sich nicht selbst in die Irre, wenn sie eigentlich nicht gewinnen können?

Daniel Negreanu: Wenn 20 Spieler in einem Turnier spielen, bei dem es kein Rake gibt, dann müssen einige von denen, die meinen einen Vorteil zu haben, falsch liegen. High Rollers haben normalerweise kein Rake beim ersten Entry. Dann machen sie ein Rake beim zweiten Entry - eine Menge Leute spielen also ohne Rake. Das heißt, selbst wenn sie nur ein bisschen besser als Break-even spielen, machen sie bei solchen Events Geld. So ein Szenario entsteht normalerweise, wenn du ein paar Amateure dabei hast. Aber wenn du die Amateure mal rausnimmst, dann verlieren ungefähr 25% bis 30% Prozent der Spieler.

Ich habe immer den Witz gemacht: Du kannst der fünftbeste Spieler der Welt sein - wenn du gegen die vier besten spielst, kannst du einpacken!

PokerStars School: So wie ich das sehe, scheint das Preflop-Spiel wesentlich passiver zu sein als es mal war. Ist das so?

Daniel Negreanu: Um 2010, 2011 wurden die Leute verrückt. Das war so ein 6-Bet-, "Hau raus"-, Macho-Angeber-Ding. Ich wusste es damals und ich weiß es immer noch: Das war dumm. Das ist einfach kein gutes Poker! Es entwickelt sich aber dahin, dass die Leute wieder verstehen, dass das gar nicht nötig ist. Wir sehen immer noch 3-Bets, aber längst nicht mehr so viele 4-Bets. Wir sehen viel mehr defensives Spiel in den Blinds, Flat Calls, Calls, und Flops zum Sehen. Es geht darum, das Spiel optimal zu sehen. In der Ära der 5- und 6-Bets gab es ein paar Spieler, die so gespielt haben. Die servieren jetzt Fritten oder haben sich angepasst.


Negreanu damals, 2009, als 6-Bets mit As, Dame normal waren

PokerStars School: Bist du traurig, dass der Rest der Pokerwelt auch aufgeschnappt hat, was du damals wusstest?

Daniel Negreanu: Nein, ich bin tatsächlich froh darüber. In der Zeit von 2003 bis 2005 war ich in Sachen Können eine Klasse über allen anderen. Ich habe Dinge gemacht, die ihrer Zeit voraus waren. Das Spiel wurde echt zu einfach. Ehrlich. Ich habe alles gewonnen, und es war nicht mal schwierig, alles zu gewinnen.

Mein Interesse, besser zu werden, ließ ein bisschen nach. In den letzten zwei Jahren ist das Können in den Super High Rollers aber weiter gestiegen als alles, was ich damals konnte. Obwohl ich heute viel besser bin, als ich 2004 war! Tatsache ist: 2004 habe ich die Turniere, die ich gespielt habe, völlig kontrolliert. Aber jetzt bin ich keiner der Top-Spieler in den harten Turnieren, die ich spiele.

PokerStars School: Und das liegt nur daran, dass der Durchschnitt der Elite so viel höher liegt?

Daniel Negreanu: Ich finde, es ist mangelnder Respekt, wenn Phil Hellmuth davon spricht, dass diese Kids Idioten sind und nicht gut spielen. Die verbringen jeden Tag 12 bis 14 Stunden damit, dieses Spiel wirklich konzentriert zu studieren. Das gilt für jeden Bereich - du kannst nicht 15 bis 20 Jahre aus dem Lernen raus sein und dann erwarten, dass du einfach so hingehen und sie besiegen kannst. Die sind auf dem höchsten Level, in ihren besten Jahren und arbeiten sehr hart an ihrem Spiel. Das ist dumm, zu denken, dass du eine Chance gegen sie hast, wenn du nicht genauso viel Arbeit da rein steckst.

Als Nächstes in Teil 2: Daniel Negreanu spricht darüber, welche jungen Spieler ihm Albträume bereiten, welche Auswirkungen der Black Friday hat und ob ein "Platinum Pass"-Qualifikant wirklich das PSPC gewinnen kann.

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