PokerStars Homepage
Badugi Poker – Regeln und Einführung
Badugi ist eine Draw Poker-Variante mit nur vier Karten. Es gibt vier Biet- und drei Tauschrunden. Das Besondere ist jedoch die Lowball Hand-Wertung. In diesem Einführungsartikel erklären wir dir die Regeln und gehen ein wenig auf die Strategie für Anfänger ein.
 

Der Ablauf einer Runde Badugi

Badugi wird mit einem Dealerbutton wie beim Texas Hold'em gespielt. Es gibt ebenfalls einen Small und einen Big Blind, gegebenenfalls auch eine Ante. Es besteht aus drei „Draw-Runden" und vier „Setzrunden".
 
Nachdem Grundeinsätze gebracht wurden, erhält jeder Spieler verdeckt vier Karten (beginnend beim Small Blind, einzeln gegeben im Uhrzeigersinn) und anschließend startet die erste Setzrunde. Die Höhe der möglichen Einsätze hängt, wie beim Texas Hold'em auch, davon ab, ob man sich in einem Fixed-Limit, Pot-Limit, oder No-Limit-Spiel befindet. Nach der ersten Setzrunde darf jeder Spieler – angefangen mit dem ersten noch im Spiel befindlichen Spieler links vom Button – bis zu vier (also nach Belieben alle) Karten wegwerfen und bekommt dafür eine gleiche Anzahl an neuen, verdeckten Karten (erster Draw).

Nach dem ersten Draw darf wieder gesetzt werden (zweite Setzrunde). Wurde gecheckt oder sind noch mindestens zwei Spieler in der Hand, kann man in der zweiten Draw-Runde wieder bis zu vier Karten wechseln. Man darf natürlich auch stehen bleiben und keine Karte nehmen. Das gilt für alle Draw-Runden, unabhängig davon, ob ich in der vorhergehenden Draw-Runde gewechselt habe oder nicht. Nach dem zweiten Draw erfolgt eine dritte Setzrunde und nach dieser der dritte und letzte Draw. Nach einer abschließenden vierten Setzrunde kommt es zum Showdown, sofern es noch mindestens zwei aktive Spieler gibt.

Den Showdown gewinnt derjenige mit der besten Hand.

Die beste Hand im Badugi

Ziel bei Badugi ist es, eine möglichst niedrige Hand bestehend aus vier verschiedenen Kartenwerten zu bekommen, und das möglichst in vier verschiedenen Farben. Die beste Badugi-Hand wird in zwei Schritten ermittelt:

  1. Wie viele Karten kommen in die Wertung?
  2. Wie „low" ist das Blatt?

zu 1.: Wie viele Karten kommen in die Wertung?

Damit eine Karte in die Wertung kommen kann, muss sie einen anderen Rang und eine andere Farbe als die anderen Karten haben. Je mehr Karten in die Wertung kommen, desto stärker ist das Blatt. Kommen alle vier Karten in die Wertung (vier Rainbow-Karten mit unterschiedlichem Wert), so hält man einen „Badugi".

Hält man ein oder zwei Paare oder zwei oder mehr Karten von derselben Farbe, so fällt jeweils die schlechteste (höchste) dieser doppelten Karten aus der Wertung. Man bildet mit seinen Karten also stets die bestmögliche Badugi-Hand. Ein Badugi (gültige Vierkartenhand) ist dabei immer höherwertiger als eine Dreikartenhand. Eine Dreikartenhand wiederum ist immer höherwertiger als eine Zweikartenhand und diese ist immer höherwertiger als eine Einkartenhand (z. B. vier Karten einer Farbe).

zu 2.: Wie low" ist das Blatt?

Können zwei oder mehr Spieler dieselbe Anzahl an Karten in die Wertung einbringen und verfügt niemand über ein Blatt, mit dem er mehr Karten einbringen kann (was dann schon automatisch die Siegerhand wäre), dann kommt es darauf an, wie „low" die einzelnen Blätter sind.

Zur Ermittlung der besten Hand wird mit der jeweils höchsten der gewerteten Karten begonnen. Der Spieler mit der niedrigeren höchsten Karte gewinnt den Pot. Haben beide Spieler die gleiche höchste Karte, so wird die zweithöchste Karte verglichen und der Spieler, der hier die niedrigere hat, gewinnt. Ist auch diese gleich, entscheidet die nächste usw. Haben beide Spieler die gleiche Hand, so wird der Pot gesplittet, das heißt zu gleichen Teilen aufgeteilt.

Ein kleiner Trick:
Um schnell die bessere Hand bestimmen zu können, sollte man sich die Karten als Zahlen vorstellen, die mit der höchsten Ziffer beginnen, dann kommt die zweithöchste usw. Es gewinnt derjenige mit der niedrigsten Zahl.  

  • Beispiel:

    Spieler 1:    
    Spieler 2:    


    In Zahlen:

    Spieler 1:    7541
    Spieler 2:    7532


    Damit gewinnt Spieler 2 die Hand, weil er über die kleinere Zahl verfügt (7532 < 7541).

Dieses Prinzip funktioniert unter gewissen Umständen nicht für die Blätter King-low und Queen-low.

Es ist wichtig zu wissen, dass das As immer als niedrigste Karte zählt und keine Straights existieren. Natürlich gibt es auch keine gewerteten Paare, Drillinge, Flushes, Full Houses, Vierlinge und Straightflushes, da diese Blätter allesamt doppelte Karten derselben Farbe oder desselben Wertes enthalten, die somit von der Wertung ausgeschlossen werden.

  • Beispiel 1:

    Hand Spieler A:
    Hand Spieler B:


    Spieler B gewinnt, da er einen Badugi-King-low hat, also eine gültige Vierkartenhand (in unserem Beispiel übrigens der schlechtmöglichste Badugi), während Spieler A die und die hält. Damit fällt die aus der Wertung und Spieler A hat nur noch eine Dreikartenhand 5-low. In diesem Fall ist die Höhe der Karten nicht mehr ausschlaggebend, eine gewertete Vierkartenhand schlägt jede (!) Dreikartenhand.

  • Beispiel 2:

    Hand Spieler A:
    Hand Spieler B:


    Spieler B gewinnt, da er eine Dreikartenhand 5-low hat (die fällt heraus, da ein niedrigeres Herz, die , gehalten wird, damit hält er ), während Spieler A nur eine Dreikartenhand 6-low hat. (Das fällt aus der Wertung, da es zum einen ein Paar mit dem anderen As bildet und zum zweiten dieselbe Farbe wie die trägt. Damit hat Spieler A . Würde stattdessen das aus der Wertung fallen, müsste zusätzlich noch die herausfallen, da ansonsten zwei Karten mit derselben Farbe in der Wertung wären. Das Blatt würde sich somit auf eine Zweikartenhand reduzieren, was die schlechtere Alternative wäre.)

  • Beispiel 3:

    Hand Spieler A:
    Hand Spieler B:


    Spieler B gewinnt, da er eine Dreikartenhand 6-low hat. (Die fällt aus der Wertung, da sie dieselbe Farbe [Herz] wie das trägt.) Spieler A verfügt zwar ebenfalls über eine Dreikartenhand 6-low (die fällt aus der Wertung, da sie ebenso wie die die Farbe Kreuz trägt) und auch die zweithöchste Karte ist bei beiden Spielern die Drei, doch die letzte Karte entscheidet schließlich. Sie ist bei Spieler A nur die , während Spieler B über das niedrigere verfügt.

Grundlegende Spielstrategie

Da Badugi in den westlichen Ländern ein noch recht neues Spiel ist, lassen sich nur wenige spielstrategische Empfehlungen für diese Variante abgeben. Dies hat natürlich den Vorteil, dass viele Badugi-Spieler bislang noch relativ orientierungslos spielen. Die folgenden Tipps können jedoch eine grundlegende Orientierung geben.

Empfehlung 1: Achte auf die Position

Position ist eines der wichtigsten strategischen Elemente im Badugi. Ist sie bereits bei Texas Hold'em ein Vorteil, so spielt die Position bei Badugi eine doppelt so wichtige Rolle. Denn sowohl aus dem Draw-Verhalten als auch dem Setzverhalten der Gegner lassen sich entscheidende Rückschlüsse ziehen.
Gerade die Anzahl der gezogenen Karten der Gegner ist eine wertvolle Information für die eigene Entscheidung, wie viele Karten man ziehen soll.
In Position kann man wesentlich mehr Hände spielen als out-of-position.  

Empfehlung 2: Spiele nur ausgewählte Starthände

Eine gute Starthandauswahl ist auch im Badugi ein wesentlicher Schlüssel zum Erfolg. Ich empfehle alle Badugis 8-low und besser, alle Dreikartenhände 7-low und besser und Zweikartenhände nur 5-low und besser zu spielen. Zweikartenhände und Einkartenhände sollten generell nur dann gespielt werden, wenn man zu „snowen" versucht (siehe unten) oder vom Button die Blinds stehlen will.

Empfehlung 3: Low-Discards machen die Starthand stärker

Wenn man Karten wegwirft, die andere gebrauchen könnten, um einen sehr guten Badugi zu machen, so steigt die relative Stärke des eigenen Blattes im Verhältnis zu denen der Gegner.
So ist zum Beispiel eine stärkere Hand als .

Empfehlung 4: Spiele deine Hände aggressiv

Prinzipiell sollte man versuchen, die Hand so schnell wie möglich heads-up zu bekommen. Wenn man vorn liegt, wäre es verheerend, seinem Gegner eine Freecard zu geben. Checkraises können gegen die richtigen Gegner sehr effektiv sein, sollten jedoch nur dann eingesetzt werden, wenn man überzeugt davon ist, dass der Gegner einen Check in der überwiegenden Zahl der Fälle mit einem Bet beantwortet, da ansonsten wieder die Gefahr besteht, eine Freecard zu geben.
Wenn man weniger Karten zieht als der Gegner, sollte man setzen oder raisen bzw. reraisen, wenn man einen Badugi gemacht hat und der Gegner mindestens zwei Karten gezogen hat.

Hat man mehr Karten gezogen als der Gegner, sollte man checkcallen oder checkfolden, je nachdem, was die Potodds sagen. In jedem Fall sollte man der Versuchung widerstehen, auf einen Check des Gegners hin den Pot stehlen zu wollen, sofern man nicht wirklich gut gezogen hat.

Empfehlung 5: Achte auf deine Potodds

Wenn man selbst noch eine Karte zieht, während der Gegner bereits „pat" steht (d. h. keine Karte zieht), also vorgibt, einen Badugi zu haben, sollte man versuchen einzuschätzen, mit wie vielen der möglichen Badugis der Gegner wirklich „pat" bleiben würde.

Die folgenden Tabellen geben die Wahrscheinlichkeiten wieder, nach ein, zwei oder drei Draws die bessere Hand als der Gegner zu halten, wenn dieser verschiedene Badugi-Hände hält (und man selbst den besten Einkarten-Draw hat). Die letzte Spalte in jeder Tabelle gibt die nötigen Potodds an, die man haben muss, um die nächste Karte sehen zu können. Die Tabellen unterscheiden sich dahingehend, ob man sich vor dem ersten, vor dem zweiten oder vor dem dritten Draw befindet. Aus diesem Grund gibt es in der zweiten Tabelle auch keine Ergebnisse für das dreimalige Drawen, ebenso wie es in der dritten Tabelle für den letzten Draw lediglich ein Ergebnis für das einmalige Drawen gibt, da schließlich keine weiteren Draws mehr folgen.

Badugi des
Gegners

Eigene
Hand

Outs

Draw-
Nr.

1 x
Drawen
2 x
Drawen
3 x
Drawen
Benötigte Potodds
für nächste Karte
KQJT A23x 9 1 20 % 37 % 51 % 3,9
QJT9 A23x 8 1 18 % 33 % 46 % 4,5
JT98 A23x 7 1 16 % 30 % 41 % 5,3
T987 A23x 6 1 14 % 26 % 36 % 6,3
9876 A23x 5 1 11 % 22 % 31 % 7,8
8765 A23x 4 1 9 % 18 % 25 % 10,0
7654 A23x 3 1 7 % 13 % 20 % 13,7
Badugi des
Gegners
Eigene
Hand
Outs Draw-
Nr.
1 x
Drawen
2 x
Drawen
3 x
Drawen
Benötigte Potodds
für nächste Karte
KQJT A23x 9 2 21 % 38 % - 3,8
QJT9 A23x 8 2 19 % 34 % - 4,4
JT98 A23x 7 2 16 % 30 % - 5,1
T987 A23x 6 2 14 % 26 % - 6,2
9876 A23x 5 2 12 % 22 % - 7,6
8765 A23x 4 2 9 % 18 % - 9,8
7654 A23x 3 2 7 % 14 % - 13,3
Badugi des
Gegners
Eigene
Hand
Outs Draw-
Nr.
1 x
Drawen
2 x
Drawen
3 x
Drawen
Benötigte Potodds
für nächste Karte
KQJT A23x 9 3 21 % - 3,7
QJT9 A23x 8 3 19 % - - 4,3
JT98 A23x 7 3 17 % - - 5,0
T987 A23x 6 3 14 % - - 6,0
9876 A23x 5 3 12 % - - 7,4
8765 A23x 4 3 10 % - - 9,5
7654 A23x 3 3 7 % - - 13,0

Zu den Outs lässt sich ergänzen, dass diese deshalb so gering ausfallen, da man für ein Badugi immer nur noch auf eine bestimmte Farbe zieht. Und hat ein Gegner ebenfalls einen Badugi, reduzieren sich die verbleibenden Outs um ein weiteres. Hat der Gegner also den schlechtmöglichsten Badugi (T bis K), dann reicht uns jede verbleibende Karte der nötigen Farbe, um den Gegner zu schlagen, allerdings abzüglich der drei Kartenwerte, die wir bereits von den anderen Farben halten. Hier müssen wir also z. B., wenn wir noch ein Herz benötigen, da wir halten, die drei Karten , und abziehen, genauso wie die eine Karte, die der Gegner hält. Von den 13 möglichen Herzkarten sind also maximal neun übrig, die unserer Hand helfen können.

Vermutet man, der Gegner blufft häufig, benötigt man nicht ganz so hohe Potodds wie hier angegeben.
Es gilt also: Je looser der Gegner ist (d.h. je schlechter die Badugis sind, mit denen er im Schnitt bereit ist, stehenzubleiben) und je eher er dazu neigt, auch mal zu bluffen, desto schlechter können die Potodds sein, die man benötigt, um noch vorteilhaft callen zu können.

Außer gegen bekannte Bluffer lohnt es sich in den meisten Fällen nicht mehr, mit einem Einkarten-Draw in der dritten Setzrunde einen Bet zu bezahlen, wenn der Gegner bereits „pat" steht.

Empfehlung 6: Wann ein guter Zeitpunkt zum Snowen ist

Ein „Snow" ist ein Bluff, bei dem der Spieler entweder vorgibt, bereits eine sehr starke Hand (Badugi) zu haben, oder diese im Laufe der drei Draws erhalten zu haben, ohne dass dies tatsächlich der Fall ist.
Snows sind besonders effektiv in Position, wenn bereits feststeht, dass man es - wenn überhaupt - nur mit wenigen Gegnern zu tun haben wird. Oftmals kann ein missglückter Blindsteal-Versuch in der ersten Setzrunde in einen erfolgreichen Snow umgewandelt werden, wenn der Blind-Verteidiger schwach ist. Low-Discards (siehe Empfehlung 3) machen eine wesentlich nützlichere Snow-Hand als hohe Karten, die der Gegner ohnehin nicht benötigt. So ist zum Beispiel



eine wesentlich bessere Snow-Hand als

.

Wie bei jedem Bluff gilt auch beim Snowen die Grundregel, dass es nicht zu häufig und möglichst nur in den richtigen Situationen gegen die richtigen Gegner (z. B. tighte Spieler oder Rocks) gespielt werden sollte. Einen Snow gegen eine Calling Station zu spielen ist immer eine Verluststrategie, ganz gleich, wie perfekt die Situation ansonsten aussehen mag.

Empfehlung 7: Take it easy!

Gerade im Badugi kann es manchmal sehr frustrierend sein, wenn man sich in einer Phase befindet, in der die vermeintlich guten Draws so überhaupt nicht eintreten wollen – und das gleich mehrmals hintereinander! Solche Phasen wird jeder Badugi-Spieler im Laufe der Zeit einmal erleben. Hier ist es wichtig, nicht on tilt zu gehen, im Zweifelsfall einmal die Variante zu wechseln oder eine Pause zu machen und später weiterzuspielen. Ein gesundes Maß an Frustrationstoleranz hilft ungemein, größere Verluste zu vermeiden.   

Abschließende Anmerkungen:

Die obigen Empfehlungen stellen eine Grundlage für ein Fullring-Spiel und durchschnittliche Spieler dar. Entsprechend muss die Spielstrategie natürlich angepasst werden, wenn der Tisch short wird oder ist oder besonders aggressiv oder passiv bzw. besonders tight oder loose ist.

Mir bleibt noch, euch viel Spaß in den ersten Partien Badugi und natürlich viel Erfolg zu wünschen; wir sehen uns an den Tischen.

X Informationen zu Cookies

Wir haben auf deinem Computer Cookies platziert, um deinen Aufenthalt auf unserer Website noch angenehmer zu gestalten. Du kannst deine  Cookie-Einstellungen  jederzeit ändern. Andernfalls setzen wir dein Einverständnis voraus.