PokerStars Homepage
Pot-Limit Omaha: das Spiel auf dem Flop (2)

Nachdem wir im ersten Teil zum Spiel auf dem Flop die Made Hands besprochen haben, folgen nun im zweiten Teil die Hände, die PL Omaha so actionreich und teuer machen.

Draw Hands 

Generell unterscheiden wir zwei Arten von Draws: Draws, mit denen man die Nuts (also die zu diesem Zeitpunkt bestmögliche Hand) bekommen kann, und Draws auf gute, aber Nicht-Nuts-Hände.

Hände, mit denen man auf die Nuts drawt, sollte man ähnlich wie Made Hands spielen, besonders, wenn man dank der Kartenvielfalt viele Outs hat oder verschiedene Draws besitzt.

  • Beispiel:

Wir halten .

Der Flop kommt:

  • a) oder
  • b)

In Fall a) hätten wir einen Draw zur Nutstraight mit jeder Zehn, jedem Jack und jeder Queen. In Fall b) hätten wir neben dem Nut-Straight-Draw auch noch die Möglichkeit auf den Second-Nut-Flush und sogar einen Draw auf einen Royal Flush.

Haben wir in Fall a) aktuell neun sichere Outs und eventuell zusätzliche Outs mit den beiden Kings, sollten wir diese Hand eher passiv spielen und hoffen, unsere Outs zu treffen. Es bietet sich hier also Check-Call oder Check-Fold an, sitzen wir in Position und es wird zu uns gecheckt, können wir einen Semi-Bluff versuchen, je nach Gegner.

Flop b) bietet uns noch sieben weitere Outs, womit wir 16 Outs haben (plus eventuell die Könige). In dieser Situation können wir die Hand spielen wie eine Made Hand. Sollte der Draw auf dem Turn nicht eintreffen, müssen wir prüfen, ob sich das Weiterspielen der Hand lohnt, entweder als Semi-Bluff oder als lukrativer Call (OOP oder in Abhängigkeit von der Betsize des Gegners). Wir können in Position aber auch die Freecard nutzen, sollten wir der Meinung sein, unser Gegner hat uns im Moment geschlagen.
Sollte das Board ein Paar bringen, nachdem wir auf dem Flop gecallt wurden, liegen wir vermutlich weit zurück und sollten die Hand möglichst günstig zu Ende spielen (Check-Check, Check-Call oder Check-Fold).

Generell lautet das Motto bei Draws:

  • Starke Draws stark spielen.
  • Gibt es heftigen Wiederstand, muss man auch dem Gegner ebenfalls eine starke Hand zugestehen und die Anzahl der eigenen Outs neu überdenken.

Hat man also einen guten Draw, sollte man diesen stark anspielen. Erstens verschleiert man damit seine Made Hands, die man ebenfalls stark anspielt, zweitens kommt es nicht selten vor, dass man sogar for Value raist, da die wirkliche Hand beim Gegner wesentlich schwächer ist, als erwartet. 

Es passiert auch oft, dass zwei Draws gegeneinander spielen. Hier gewinnt meist der Spieler, der als Erster Aggressionen zeigt oder derjenige, der auf die Nuts drawt. Daher sind Nutdraws deutlich stärker als andere Draws, gerade im Omaha.

Man sollte die meisten Draws aber nicht bedingungslos spielen, sondern einen Raise oder Reraise des Gegners durchaus respektieren. Oftmals besitzt der Gegenspieler nicht nur eine Made Hand, sondern eine Kombination aus Made und Draw Hand und reduziert damit deutlich die Möglichkeiten, die einem noch bleiben, die Hand zu gewinnen. Besonders, wenn das Board noch andere Draws oder auch schon Made Hands zulässt, die man nicht mehr schlagen kann, ist ein Fold keine schlechte Reaktion auf einen Reraise.

  • Beispiel 1: Guter Flop für eine Draw Hand 

Wir halten und limpen nach zwei frühen Limpern ebenfalls nur in den Pot. Small Blind und Big Blind sind dabei und zu fünft sehen wir den Flop.

Der Flop kommt

Dieser Flop ist grandios für unsere Hand. Wir haben nicht nur einen Open-Ended-Straight-Flush-Draw, sondern noch zusätzliche Outs. Uns hilft nicht nur jedes Herz, eine , oder eine , sondern darüber hinaus jede und jede . insgesamt halten wir 19 Outs. Wenn wir hier potbetten und von nur einem Spieler gecallt werden, haben wir Potodds von 2:1, eine sehr wünschenswerte Situation!

  • Beispiel 2: Schlechter Flop für eine Draw Hand

Wir halten und limpen auf dem Button als Zweiter in den Pot. Die Blinds sind ebenfalls dabei.

Der Flop kommt:

Dieser Flop ist schlecht für uns. Wir halten zwar einen OESD und einen Backdoor-Flushdraw, allerdings können wir nur zwei Outs als sicher zählen ( und ). Alle anderen Outs könnten einem Gegner eine bessere Hand bringen. Dieser Pot sollte bei der geringsten Action aufgegeben werden.

Beim PL Omaha gibt es auch Draws, die sogar gegen eine aktuelle Made Hand im Vorteil sind. Es gibt als Beispiel Straightdraws mit bis zu 20 Outs und einer Siegwahrscheinlichkeit von bis zu 58,54 % gegen einen einzelnen Gegner. Nachfolgend haben wir ein paar Tabellen zusammengestellt, die aufzeigen, gegen welche Hände man mit einem guten Straightdraw callen sollte:

  • Folgende Situation:

Wir eröffnen als Erster den Pot mit einem pothohen Bet und nur der Small Blind callt. Im Pot sind acht Big Blinds (3,5 BB wir, 3,5 BB und ein BB vom Big Blind). Der Small Blind ist ein aggressiver Spieler und findet im Flop das Top Set. Zusätzlich berechnen wir auch die Equity, für die Fälle, dass er zusätzlich noch einen Flushdraw oder ebenfalls einen Straightdraw hält.

Wir selbst halten einen Nut-Straight-Draw und stellenweise auch einen Second-Nut-Flush-Draw. Wir nehmen an, dass der Small Blind auf dem Turn immer pothoch anspielen wird, auch wenn das Board einen Flush oder eine Straight zulässt, auf einen Raise unsererseits hin würde er allerdings folden. Sollte er auf dem Turn gecallt werden, spielt er den River nur noch an, wenn kein Draw möglich ist, callt aber unseren halben Potbet um zu sehen, wie stark sein Set ist. Sollte sich eines unserer Outs auf dem Turn vervollständigen, callen wir, um einen Bet auf dem River von ihm mitzunehmen (was an dieser Stelle normalerweise ein Fehler ist, da unser Gegner Redraws hat).

Gewinnen wir, bekommen wir somit insgesamt: 76 BB (8 BB Preflop + 8 BB Flop + 24 BB Turn + 36 BB River)

Verlieren wir, bezahlen wir insgesamt: 32 BB (8 BB Flop + 24 BB Turn)

Somit lautet unsere Rechnung bei oben angegebener Spielweise:

  13-Card-Nut-Straight-Draw vs. Set

Unsere Hand

Gegnerische Hand

Flop

Unsere Equity

Turn&River 

Gegners Equity

Turn&River 

 Gewinn/Verlust

in Big Blinds

 

 

 

 43,54 %

 56,46 %

 +15,02 BB

 

 

 

 50,49 %

 49,51 %

+22,53 BB

 

 

 

 37,80 %

 62,20 %

+08,82 BB

 

 

 

 48,54 %

 51,46 %

+20,42 BB

 

 

 

 29,03 %

 70,97 %

-00,65 BB

 

 

 

 42,07 %

 57,93 %

+13,44 BB

 

 

 

 41,46 %

 58,54 %

+12,78 BB

 

 

 

 28,41 %

 71,59 %

-01,32 BB

 

16-Card-Nut-Straight-Draw vs. Set

 Unsere Hand

Gegnerische Hand 

Flop

Unsere Equity

Turn&River

Gegners Equity

Turn&River 

Gewinn/Verlust

in Big Blinds

 

 

49,51 %

50,49 %

+21,47 BB

 

 

55,00 %

45,00 %

+27,40 BB

 

 

39,33 %

60,67 %

+09,19 BB

 

 

50,49 %

49,51 %

+22,53 BB

 

 

35,31 %

64,69 %

+06,13 BB

 

 

46,59 %

53,41 %

+18,32 BB

 

 

47,32 %

52,68 %

+19,11 BB

 

 

33,17 %

66,83 %

+03,82 BB

 

20-Card-Nut-Straight-Draw vs. Set

Unsere Hand

Gegnerische Hand 

Flop 

Unsere Equity

Turn&River 

  Gegners Equity

Turn&River 

 Gewinn/Verlust

in Big Blinds

55,49 %

44,51 %

+27,93 BB

 

58,54 %

41,46 %

+31,22 BB

42,26 %

57,74 %

+13,64 BB

50,98 %

49,02 %

+23,06 BB

 

39,88 %

60,12 %

+11,07 BB

 

50,85 %

49,15 %

+22,92 BB

53,41 %

46,59 %

+25,68 BB

37,07 %

62,93 %

+08,04 BB

 

Wir können an den obigen Tabellen erkennen, dass wir selbst gegen ein Nutset und Nut-Flush-Draw mit unserem Straightdraw mit 16 Outs schon einen positiven Erwartungswert besitzen, sofern wir uns an oben beschriebenes Vorgehen halten.

Und selbst mit 13 Outs haben wir in den meisten Fällen einen positiven Erwartungswert. Besonders in den Fällen, wo wir zwei Backdoor-Flushdraws halten, da sich diese in 10 % aller Fälle zu einem Flush entwickeln. Sicherlich sollte man nicht mit den vollen 10 % rechnen, da wir damit nicht auf den Nutflush drawen, trotzdem unterstützt uns dieser "Bonus".

Made Draw Hands

Nicht selten wird es passieren, dass man nicht nur eine Made oder Draw Hand hält, sondern beides.

  • Beispiel: 

Wir halten .

Der Flop kommt:

Wir halten nicht nur die aktuellen Nuts mit einem Set Aces, sondern auch noch den Second-Nut-Flush-Draw, sowie einen Open-Ended-Straightdraw. Das bedeutet zusätzliche 16 Outs, mit der wir unsere Hand verbessern können.

Solche Kombinationen aus Made und Draw Hands sorgen dafür, dass jede Menge Chips in den Pot wandern. Diese Hände sind extrem stark und dementsprechend zu spielen. Da PLO so actionreich ist, macht es wenig Sinn, solche starken Hände slow zu spielen, da man auf Value verzichtet. Viel zu oft wird man voll ausbezahlt, auch wenn man aggressiv spielt. 

  • Beispiel 1: Guter Flop für eine Made-Draw-Hand

Wir halten im Small Blind und füllen nach zwei Limpern auf. Der Big Blind checkt und zu viert sehen wir den Flop.

Der Flop kommt: .

Wir haben Trips getroffen und die gibt uns einen Straightdraw mit vier Outs (jede ) und neun Outs zum Full House (welches anderen Spielern vielleicht eine Straight bringen würde), sowie ein Out für die letzte im Deck verbleibende . Somit kommen wir auf insgesamt 14 Outs, um unsere bereits gute Hand weiter zu verbessern. Wir könnten natürlich bereits geschlagen sein ( oder ) oder hinten liegen, sollte ein anderer Spieler die letzte Sieben halten, aber mit besseren Kickern. Nicht vergessen sollten wir darüberhinaus, dass jedes Out zu unserem Full House einem anderen Spieler ein besseres Full House bescheren kann, hält er das entsprechende Paar auf der Hand. Das ist zwar unwahrscheinlich, aber eben nicht unmöglich und bei drei Gegenspielern sollte man bei überraschender Aggression durchaus in Betracht ziehen, hinten zu liegen. Um eventuelle Draws zahlen zu lassen, sollten wir aber in jedem Fall aggressiv anspielen oder sogar raisen.

  • Beispiel 2: Guter Flop für eine Made-Draw-Hand

Wir halten im Hijack und eröffnen den Pot mit einem Potraise. Trotzdem callen der Cut-off, Button und beide Blinds.

Der Flop kommt: .

Dieser Flop ist hervorragend. Wir halten nicht nur die momentanen Nuts mit unserem Set Kings, sondern zusätzlich haben wir den Second-Nut-Flush-Draw (bzw. nehmen dem Spieler mit dem Nut-Flush-Draw zwei seiner Outs) und auch noch einen OESD. Selbst gegen einen Spieler mit einem Nut-Flush-Draw und OESD, der hält, liegen wir mit 56,46 % zu 42,93 % vorn. Wir sollten diese Gelegenheit ausnutzen und entsprechend aggressiv ans Werk gehen, also pothoch anspielen bzw. raisen.

Freerolls

Es gibt Situationen, in denen eine Made-Draw-Hand einem Freeroll gleichkommt. Treffen zwei Spieler am Flop aufeinander und beide haben die Nutstraight getroffen, kann es trotzdem sein, dass einer von beiden einen Vorteil hat.

  • Beispiel:

Spieler A hat
Spieler B hat

Beide sehen den Flop und haben jeweils die Nutstraight gefloppt. Während Spieler B aber höchstens die Möglichkeit auf einen Splitpot hat, besitzt Spieler A noch einen Nut-Flush-Draw auf den Pik-Flush und einen Backdoor-Flushdraw in Herz. Das bedeutet, dass in 60 % der Fälle der Pot gesplittet wird, aber in 40 % der Fälle der erste Spieler seine Hand verbessert und so den Pot für sich gewinnt.

Auch an diesem Beispiel kann man erkennen, wie wichtig es im PL Omaha ist, dass man bei der Auswahl seiner Starthände darauf achtet, dass die Karten mindestens three-suited, am besten aber double-suited sind. Freerolls gibt es wohlbemerkt auch beim Nut-Full-House.

  • Beispiel:

Spieler A hält
Spieler B hält

Der Flop kommt: . Nun halten beide Spieler das Nut-Full-House. Spieler A hat aber noch Möglichkeiten, ein besseres Full House zu bekommen. Jede und jeder geben ihm die bessere Hand, was zusammengerechnet sechs Outs bedeutet. Diese kommen immerhin in 27,44 % der Fälle.

Diese Freerolls passieren öfter als man zunächst erwarten würde, man sollte daher schon bei der Starthandauswahl versuchen, auf der richtigen Seite der Gleichung zu stehen.

Trash Hands 

Sehr häufig passiert es, dass man den Flop komplett verfehlt oder nur Top Pair ohne nennenswerte Draws flopt. Hierfür kann man dankbar sein, da man diese Hände einfach folden kann, ohne dass sie weitere Chips kosten. In günstigen Situationen (vor dem Flop viel Action und dann wird reihum gecheckt auf einem -Flop) könnte ein Bluff-Bet funktionieren. Da vermutlich kaum jemand was mit diesem Flop anfangen kann, hat ein Bet eine gute Chance, den Pot zu gewinnen. Sollten ein oder mehrere Spieler callen, muss man entscheiden, ob man ein zweites und eventuell drittes Barrel abfeuern oder lieber aufgeben möchte. 

Position

Die Position in Omaha wird von vielen Spielern als noch wichtiger angesehen als beim Texas Hold'em. Gepaart mit der richtigen Aggression wird man schnell zu einem gefährlichen Gegner. Out-of-position kann man viele Pots durch einen Donk- oder Continuation-Bet gewinnen, sollte der Flop und die Preflop-Betting-Sequenz eine Made Hand plausibel machen.

  • Beispiel1:

Wir haben im Big Blind, ein Spieler in EP hat geraist, zwei Spieler gecallt, wir callen auch.

Der Flop kommt: . Wir setzen Pot und alle folden.

Der Flop hatte vermutlich weder dem Raiser noch den Callern geholfen. Nicht viele Spieler callen ein Raise mit kleinen Karten ( bis ). Uns im Big Blind traut man kleine Karten aber immer zu. Ein Donkbet in diesem Fall sichert uns oft genug den Pot. Einer der wenigen Vorteile, wenn man out-of-position sitzt.

  • Beispiel 2:

Wir haben und reraisen auf dem Button einen loosen EP-Raiser. Dieser callt.

Der Flop kommt . Der EP-Raiser checkt, wir setzen Pot und repräsentieren damit eine -Hand, unser Gegner überlegt kurz (hält vermutlich auch ein As), foldet dann aber und wir gewinnen den Pot.   

In der Regel sollte man immer versuchen, in Position zu spielen oder durch ein Raise die nachfolgenden Spieler inklusive Button zum Folden zu bewegen, damit man danach in Position ist. Eine gute Position sichert einem meistens auch zu, auf dem Flop nach dem Aggressor agieren zu können. Zwar hat ein Conti-Bet bei PLO meist eine sehr gute Wirkung, hilft es dennoch, mit einer guten Hand reraisen oder mit einer schlechten rechtzeitig und günstig folden zu können. OOP gegen einen Aggressor zu spielen ist oft teuer und daher nicht ratsam.

Weitere Beispiele

Es folgen ein paar Beispiele für diverse Situationen am Flop und wie sie enden können:

 

  • Beispiel 1: Eine Draw Hand mit aggressiver Spielweise

Bei dieser Hand raist unser Spieler mit seiner starken Starthand und bekommt auf dem Flop exzellente Draws.

Zusätzlich zu seinem Nut-Flush-Draw (neun Outs inklusive zum Royal Flush) hat er noch je drei , , , für die Straight. Man sollte an dieser Stelle die aber streichen, da ein anderer Spieler mit oder eine bessere Straight halten würde. Trotzdem bleiben somit noch zusammengerechnet 18 Outs und folglich eine Siegwahrscheinlichkeit bis zu 68%, sollte sein Gegner keine Redraws halten. Da kann man die Chips guten Gewissens in die Mitte schieben.

Auf dem Turn kommt dann eines der vielen Outs und unser Spieler führt seine Aggression fort. Sein Gegenspieler wird ihn folglich schwer auf eine Hand setzen können und hat eine weite Bandbreite an Händen, mit denen er den Bet bezahlen wird. Der River bringt eine Blank und nun hat auch Spieler 1 eingesehen, dass er nicht vorn liegt. Ein schöner Pot. Zum Vergleich: Hätte unser Spieler mit dem Draw den Flop nur gecheckt und dann den Turn angespielt, hätte er einen wesentlich kleineren Pot erhalten und seine Hand wäre offensichtlicher gewesen, sodass die Runde schon nach dem Turn abgeschlossen hätte sein können.

 

  • Beispiel 2: Eine Draw Hand mit passiver Spielweise

 

Diese Hand soll zeigen, dass passives Spiel mit guten Händen wenig Sinn hat. Bei dieser Hand limpt unser Spieler mit einer starken Hand, anstatt den Pot bereits vor dem Flop etwas größer zu machen. Zwar ist Omaha ein Flopgame, dennoch macht es Sinn, mit seinen guten Händen zu raisen, um einerseits die Anzahl der Gegenspieler zu reduzieren und andererseits den Pot größer zu machen, um in späteren Setzrunden mehr Value aus den guten Händen generieren zu können. Und gerade an 6-max-Tischen haben gute Hände einen noch höheren Wert, da weniger Gegner eine bessere Starthand haben können.

Auf dem Flop bekommt unser Spieler neun Outs zur Nutstraight (je drei , , ). Hier ist der Call keine schlechte Wahl, da ein Raise bei bereits zwei Spielern, denen der Flop zu gefallen scheint, zu riskant ist und unser Spieler noch keine so starke Hand hat, um einem Reraise wirklich standhalten zu können (z.B. von einem Spieler, der ein Set getroffen hat).

Der Turn bringt unserem Spieler nun acht weitere Outs (die haben wir vorher schon mit eingerechnet!), und trotzdem bleibt der Spieler passiv, obwohl sogar der vorherige Aggressor Schwäche gezeigt hat. Damit verschenkt er nicht nur die Möglichkeit, durch einen Bet aktuell bessere Hände (z.B. Two Pair) zur Aufgabe zu bewegen, sondern verpasst es auch, schwächeren Draws noch Chips für einen schlechten Call zu entlocken.

Als auf dem River der ersehnte zur Nutstraight kommt, ist seine Hand offensichtlich die stärkste am Tisch und er bekommt von keinem Gegner eine Auszahlung. Am Ende hat er nur einen Pot von 20 Chips gewonnen, von denen er selbst sechs dazugesteuert hat. Ein mageres Ergebnis für eine schöne Starthand und die getroffenen Nuts im PL Omaha. Ein aggressiveres Spiel hätte sich vermutlich besser ausgezahlt.

 

  • Beispiel 3: Eine Made Draw Hand mit aggressiver Spielweise

Hier raist unser Spieler mit einer starken Starthand. Am Flop trifft er nicht nur Top Set, was in diesem Fall auch die Nuts bedeutet, sondern hat zusätzlich noch einen Second-Nut-Flush-Draw und einen Open-Ended-Straightdraw. Er hält also insgesamt 18 Outs, um seine Hand noch weiter zu verbessern. Sicherlich sollte man die neun Outs vom Flush nicht komplett dazu zählen, da jemand mit den besseren Flush halten würde.

Einige Spieler setzen hier jetzt ein Slowplay an, was aber selbst mit einer solchen Premiumhand schwer bestraft werden kann. Jeder und jede könnten einem anderen Spieler eine Straight bringen, während auch noch sieben Herz-Karten unterwegs sind, die jemandem mit den Nutflush vervollständigen (13 Herzkarten - - - = sieben Outs). Zusammen ergibt das 13 Outs gegen uns. Nicht mit einberechnet sind zwei Outs, eine und , mit denen jemand seine Quads vervollständigen würde, da dieser Fall unwahrscheinlich ist. Aber gerade beim PLO ist nichts unmöglich! 

Unser Spieler bettet hier Pot und bekommt immerhin zwei Caller. Ein hervorragendes Ergebnis. Der Turn bringt die und gibt ihm das Nut-Full-House. Jetzt ist er wirklich nur noch von Quads zu schlagen. Die Chips wandern in die Mitte und es gibt immer noch einen Spieler, der nicht glauben will, dass er verloren hat! Der River ist nicht weiter gefährlich und nachdem die restlichen Chips in die Mitte gewandert sind, kommt es zum Showdown. Das Full House unseres Spieler reicht, um die Hand zu gewinnen und es wird klar, dass der Gegenspieler klare Fehler in der Hand begangen hat.

 

  • Beipiel 4: Eine Made-Draw-Hand (Freeroll) mit aggressiver Spielweise

Im letzten Beispiel raist unser Spieler preflop mit einer ordentlichen Hand und wird mit einem hervorragenden Flop belohnt. Er floppt nicht nur die Nutstraight, sondern hat auch Two Pair und somit die Möglichkeit, ein Full House zu bekommen. Ein Gegenspieler spielt an und unser Spieler raist Pot. An dieser Stelle auf jeden Fall richtig, da er momentan die Nuts hält. Sein Gegenspieler könnte aber ein Set oder Overcards halten, mit denen er auf eine höhere Straight oder ein Full House drawt.

Der Turn ist ungefährlich und unser Spieler hält immer noch die Nuts. Die Gegenwehr des Kontrahenten wird stärker und am Ende sind beide Spieler all-in. Beim Aufdecken der Karten wird klar, dass unser Spieler nicht mehr verlieren kann. Es gäbe sogar noch elf Karten (sieben Kreuz-Karten zum Flush und die vier verbleibenen und zum Full House), die seine Hand weiter verbessern. Das geschieht in 27,5 % aller Fälle. So soll es denn auch in dieser Hand geschehen und unser Spieler gewinnt am Ende mit einem Flush.

X Informationen zu Cookies

Wir haben auf deinem Computer Cookies platziert, um deinen Aufenthalt auf unserer Website noch angenehmer zu gestalten. Du kannst deine  Cookie-Einstellungen  jederzeit ändern. Andernfalls setzen wir dein Einverständnis voraus.