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Pot-Limit Omaha: das Spiel auf dem Flop (1)

Wie bereits erwähnt, ist PL Omaha ein sehr actionreiches Spiel. Überwiegend finden die Aktionen auf dem Flop statt und es muss den Spielern klar sein, dass es schnell um den ganzen Stack gehen kann. Genau wie im Texas Hold'em kann man auf dem Flop zum ersten Mal eine komplette Pokerhand bilden und erkennen, wie stark die eigene Hand wirklich ist. Und durch den Umstand, dass man zu Beginn mit vier statt zwei Holecards startet, kann man bereits auf dem Flop sechs verschiedene Hände bilden (im Gegensatz zu einer einzigen beim Texas Hold'em).

  • Beispiel:

Wir halten und können somit sechs verschiedene Starthandkombinationen erstellen, was damit zu sechs verschiedenen möglichen Händen auf dem Flop führt:

Sollte man also einen vorteilhaften Flop finden, kann man bereits jetzt Made Hands, Draws oder eine Kombination aus beidem getroffen haben. Ein ungünstiger Flop kann aber auch die beste Starthand schnell entwerten. In unserem Beispiel wäre ein Flop mit so gefährlich, dass man auf Aktionen der Gegner hin folden sollte. Daher versuchen viele Spieler, den Pot vor dem Flop selbst mit mittelstarken Händen oder guten Drawing-Händen klein zu halten, um erst einmal günstig den Flop sehen zu können und dann mit der Action zu starten, sollte der Flop passen.

Der Flop enthält zusätzlich wichtige Informationen darüber, wie viele Outs entweder die eigene Hand verbessern oder aber den Gegner stark machen können. Entsprechend optimal muss man seine Aktionen wählen. 

Omaha is a Flopgame

Die richtige Starthand-Auswahl vor dem Flop und die richtige Strategie auf dem Flop sind die Schlüsselfaktoren für ein erfolgreiches PL-Omaha-Spiel. Da nämlich durch die Aktionen auf dem Flop schon oft ein oder zwei Spieler all-in oder zumindest pot-committed sind, spielen die Entscheidungen auf dem Turn und River eine eher untergeordnete Rolle, es sei denn, man ist deepstacked.

Die Pots sind beim PLO im Durchschnitt sehr groß. Das ergibt sich aus dem Umstand, dass man auf dem Flop aufgrund der vielen Kombinationsmöglichkeiten mit vier Holecards wesentlich mehr Draws bekommen kann. Das wiederum verleitet viele Spieler dazu, oft unabhängig von der Setzgröße (und zum Teil auch unabhängig von den Potodds) für die nächste Karte zu zahlen.

Man sollte Draws aber auf keinen Fall unterschätzen. Es gibt bei Omaha häufig Draw-Hände, die eine höhere Siegwahscheinlichkeit haben als eine aktuelle Made Hand.

Der Flop ist in den meisten Fällen der Zeitpunkt, an dem man entscheiden muss, ob und wie man seine Hand zu Ende spielen möchte.

Betsizes

Auch im PL Omaha muss man seine Hände verschleiern, um nicht zu einfach gelesen werden zu können. Daher sollte man die Höhe seiner Bets/Raises nur selten bis gar nicht variieren.

  • Das Standardkommando sollte ein "Betpot" sein.

Wenn man seine Hände immer gleich spielt, erhält der Gegenspieler keine Informationen über die Hand, gegen die er gerade spielt. Sicherlich führt das zu einer erhöhten Schwankung der eigenen Bankroll/des eigenen Stacks und man braucht gute Nerven dafür. Wer möchte, kann seinen Standard-Bet auch etwas niedriger ansetzen. Wichtig ist nur, dass man generell sowohl die Made Hands als auch Draws und Bluffs ähnlich spielt, einfach um sein Spiel unlesbar zu machen. Da gute Hände allerdings mit einem möglichst hohen Bet (also bei PLO einem Potbet) geschützt werden sollten, bietet sich die Pot-Höhe als guter Standard-Bet an.

Generelle Strategie

Eine Basisstrategie für PLO lautet: Play always strong when you are and sometimes when you are not! Hält man also eine starke Hand, sollte man seine Gegenspieler unter Druck setzen und pothoch anspielen. Slowplay ist nur in ganz seltenen Fällen eine Option. Hin und wieder sollte man aber auch mit einem Bluff Stärke zeigen. Das erfüllt mehrere Ziele:

  1. Wir müssen unsere Made Hands schützen und Draws für die Gegner so teuer wie möglich machen. Und das geht am besten mit maximalen Bets. Natürlich verliert man hin und wieder gegen einen Draw, aber die Mathematik verlangt, dass wir als Favorit immer maximale Pots spielen.
  2. Mit schwachen Made Hands brauchen wir Fold Equity. Wie schon erwähnt, gibt es bei PLO meistens eine Vielzahl möglicher Draws. Haben wir eine schwache Made Hand getroffen (z. B. eine Straße mit den Holecards und einem Flop mit ), dann wollen wir versuchen, Gegner mit einem Draw zu einer bessern Hand (z. B mit ) zum Aufgeben zu bewegen. Das ist besonders wichtig bei mehreren Mitspielern, die auf dem Flop noch aktiv sind.
  3. Sehr gute Draws spielen wir als sehr lukrative Semi-Bluffs/Valuebets. Mit einem sehr guten Draw (z. B. 17 Outs) sind wir auf dem Flop zu knapp 60% Favorit. Wir sind einem Gegner also nicht böse, wenn er unseren Bet callt. Foldet er allerdings, gehört uns der Pot zu 100 % - ohne Risiko. Befinden wir uns in einem Multiway-Pot, wollen wir die Zahl der Gegner reduzieren, da das unsere Gewinnchance erhöht. Der Semi-Bluff ist aber auch für die Deception notwendig und wird werden auf Dauer vermutlich auch für unsere sehr starken Made Hands entsprechend öfter ausgezahlt. Schwächere Draws spielen wir hin und wieder als Semi-Bluff.
  4. Schwache Hände können eventuell als Bluff noch gewinnen. Hier muss man allerdings einen Bluff stark von der Textur des Boards abhängig machen. Ein missglückter Bluff im PLO kann schnell teuer werden.

Für ein Slowplay ist im PL Omaha nur sehr selten Platz. Einzig ein Nut-Full-House, Quads oder ein Straight- oder Royal Flush ist unter bestimmten Umständen für ein Slowplay geeignet. Alle anderen Hände eher nicht. Zu oft spielt man gegen starke Draws und nicht selten bricht einem der Turn oder der River das Genick.

  • Beispiel:

Wir halten .

Der Flop kommt: .

Wir haben ein Full House gefloppt. Das Problem ist aber, dass es erstens nicht das Nut-Full-House ist (ein Spieler mit oder schlägt uns bereits) und wir zweitens gefährdet sind, auf Turn oder River ausgedrawt zu werden, sollte ein Mitspieler eine  halten.

Würden wir beispielweise checken, auf dem Turn kommt der  und unser Gegner setzt plötzlich, dann haben wir eine sehr schwere Entscheidung, da uns nun neben und auch , und schlagen können). Wir müssen also bereits den Flop stark ansetzen, um das Feld zu reduzieren oder mehr Informationen über die Stärke der gegnerischen Hände zu erhalten. Ein schwaches Full House muss geschützt werden. Denn nach wie vor sind wir Favorit!

Ein "Probebet" bringt hier nichts, sondern verschafft unserem Gegner nur einen billigen Draw.

Doch gehen wir die Kategorien von Made Hands der Reihe nach durch:

Made Hands

Made Hands sind auch im PL Omaha starke Hände. Trotzdem gibt es einige Made Hands, die bei Gegenwehr und einer entsprechenden Floptextur klare Folds sind.

Two Pair 

Two Pair bilden das unterste Ende der Made Hands im Omaha. Und selbst diese liegen oft beim Showdown hinten, da der Turn oder River einem Gegenspieler eine Straight, einen Flush, oder eine andere bessere Hand bringt. Nicht selten liegt man sogar am Flop schon gegen ein Set, eine Straight oder einfach zwei höhere Paare hinten. Nichtsdestotrotz sollte man noch zwischen Top Two und Bottom Two Pair unterscheiden.

Während Top Two Pair ohne Straightdraw- und Flushdraw-Möglichkeiten auf dem Flop sogar eine starke Made Hand bilden und folglich einen Potbet nach sich ziehen sollten, wird empfohlen, Bottom Two Pair wie eine (schwache) Draw Hand zu spielen. Sollte der Flop allerdings eine Straight oder einen Flush ermöglichen, ist zu empfehlen, die Hand aufzugeben, sofern keine Freecard gewährt wird. Es bleiben einem zu oft nur noch genau vier Outs, um seine Hand zu einem Full House zu verbessern und selbst dann könnte man noch gegen ein höheres Full House verlieren (da z. B. ein Gegner bereits das Set mit der dritten Karte des Flops getroffen hatte).

  • Beispiel 1: Guter Flop für Two Pair

Wir halten . Vor dem Flop haben wir geraist und zwei Caller erhalten.

Der Flop kommt: .

Dieser Flop ist recht sicher, da vermutlich kein Spieler unseren Preflop-Raise mit einer als "Dangler" gecallt hat. Sollte allerdings die Action zu heiß werden, ist es denkbar, dass einer der Spieler tatsächlich eine oder auch hält und ein Fold unsererseits ist keine schlechte Option.

  • Beispiel 2: Passabler Flop für Two Pair

Wir halten . Ein Spieler hatte geraist, drei Spieler vor uns gecallt und wir haben ebenfalls bezahlt.

Der Flop kommt .

Da wir in diesem Beispiel relativ sichere Two Pair haben (wir also zunächst davon ausgehen, dass kein anderer Spieler oder spielt), halten wir im Moment vermutlich noch die beste Hand. Einzig ist eine gefährliche Option. Gegen solch eine Hand würden wir in diesem Moment mit 28,17 % zu 71,83 % hinten liegen. Da es keine besseren Draws gibt als den OESD, den wir selbst halten, können wir hier auch gegen mehrere Gegner hoch anspielen. Einen Reraise haben wir eigentlich nur von einer -Hand zu erwarten. Je nach Höhe des Reraises müssen wir entscheiden, ob sich der OESD noch lohnt (gerade vor dem Hintergrund eines eventuellen Redraws des Gegners auf ein Full House), oder ob wird die Hand lieber aufgeben. Sollten wir auf dem Turn unsere Straight vervollständigen, sind wir mit 80 % zu 20 % Favorit, bzw. 60 % zu 40 %, sollte unser Gegenspieler zusätzlich einen Flushdraw bekommen.

  • Beispiel 3: Schlechter Flop für Two Pair

Wir halten . Drei Spieler haben gelimpt, wir sitzen im Big Blind und checken.

Der Flop kommt .

Wir sind hier in der Regel bereits geschlagen, entweder von einer Straight oder einem Flush. Gerade drei Suited-Karten auf dem Board bescheren meist mindestens einem der Spieler einen Flush. Hier können wir nur hoffen, dass bis zum Showdown gecheckt wird, oder wir uns mit einer kostenlosen Turn-Karte zum Full House verbessern können, denn callen können wir einen Bet eigentlich nicht mehr.

Trips und Sets

Als nächste Made Hand kommen die Trips und Sets. Während Trips offensichtlicher und auch schwerer zu spielen sind (besonders wenn die dritte Flopcard einen höheren Wert besitzt), sind Sets gut versteckt. Trotzdem kommt es nicht selten vor, dass mehrere Spieler ein Set floppen. Sollte man also nicht das Top Set getroffen haben und bekommt einen Potraise auf seinen Potbet, muss man je nach Textur des Boards und Profil des Gegners abschätzen, ob der Gegner einen Draw aggressiv spielt oder bereits die bessere Hand hält.

Gibt der Flop einige Draws her, und man ist sich relativ sicher, dass der Gegner mit einem guten Draw reraist, kann man die Hand weiterspielen. Callen (sollten Straight- und Flushdraws möglich sein) oder sogar raisen, sollte nur ein Draw sichtbar sein.

Mit Trips oder einem Set muss man auf jeden Fall den Pot eröffnen, sollte vor einem niemand erhöht haben. Man darf den Draw-Händen keine Freecard geben und muss herausfinden, wie gut die eigene Hand ist. Sollte jemand ein Checkraise spielen, ist man gewarnt und kann diese Information in seine nächsten Entscheidungen einfließen lassen.

Aber selbst bei gefährlichen Flops ist man mit Top Set in der Regel Favorit.

  • Beispiel:

Wir halten .

Der Flop kommt . Selbst gegen einen Gegner mit OESD und Flushdraw ist unser Set noch mit 59 % Favorit. Wir sollten also aggressiv weiterspielen und, wenn möglich, setzen oder reraisen.

Sollte auf dem Turn dann ein Draw ankommen, kann man sich überlegen, ob man Check-Call oder Check-behind spielt (je nachdem, ob in Position oder OOP). Gerade einen Checkraise oder Raise hinter einem sollte man vermeiden, da man nur noch 25 % Chance auf ein Full House hat, sollte man jetzt hinten liegen. Hier gilt es abzuwägen, ob die Odds und Implied Odds einen Call rechtfertigen, und ebenfalls zu berücksichtigen, dass der Gegner ein kleineres Set getroffen haben oder auf einem anderen Draw sitzen könnte, der noch nicht eingetroffen ist.

Weitere Beispiele:

  • Beispiel 1: Guter Flop für Trips

Wir halten und füllen nach einem Limp aus UTG den Small Blind auf. Der Big Blind checkt.

Der Flop kommt:

Der Flop bringt uns Trips und zusätzlich zwei Backdoor-Flushdraws sowie einen Gutshot-Straightdraw. Sicherlich, gegen liegen wir mit knapp 94 % zu 6 % hinten (da uns nur noch Runner-Runner oder die letzte Zehn helfen), aber gegen jeden OESD haben wir mindestens 74 % Siegwahrscheinlichkeit. Wir sollten also setzen, raisen oder reraisen, je nachdem, was maximal möglich ist. Klar kommt es hin und wieder vor, dass ein Gegner auch hält, aber selbst dann haben wir noch sechs Outs (jeder König und jedes As). Also keine Angst davor, den gesamten Stack in die Mitte zu schieben.

  • Beispiel 2: Schlechter Flop für Trips 

Wir halten auf dem Big Blind und drei Spieler inklusive dem Small Blind callen. Wir checken und sehen den Flop.

Der Flop kommt:

Der Flop bringt uns zwar Trips, lässt allerdings auch einen Flushdraw zu. Zusätzlich wird es viele Straightdraws geben und wir halten gerade einmal zehn Outs, um unsere Hand zu einem Full House oder Quads zu verbessern. Wenn wir annehmen, dass wir gegen zwei Spieler mit einem Straightdraw und einen Flushdraw spielen ( und ), dann haben wir schon nur noch eine Siegwahrscheinlichkeit von 31,78 %. Nehmen wir jetzt noch einen Spieler mit zwei Paaren auf der Hand () dazu, sinkt unsere Siegwahrscheinlicheit auf 17,91 % und wir sind somit klarer Underdog. Noch kritischer wird die Situation, wenn ein Gegner ebenfalls eine Neun hält, da unsere Kicker zu schlecht sind.

  • Beispiel 3: Guter Flop für ein Set

Wir halten  in UTG+1 und raisen Pot, der Button und der Big Blind zahlen.

Der Flop kommt

Einen besseren Flop kann es für unsere Hand kaum geben (mal von einem Full House und Straightflush abgesehen). Trotzdem sollten wir hier selten slow spielen. Oftmals werden wir den Pot mit einem Bet an dieser Stelle einsammeln, doch wenn wir wissen, dass unsere Gegenspieler passiv sind, wird wohl kaum einer von ihnen erhöhen, wenn wir checken. Somit fällt der Checkraise aus. Sollten unsere Gegenspieler aggressiv sein, werden Sie uns mit einigen Händen callen, die sich zu einer schönen Made Hand oder Draw Hand auf dem Turn entwickeln könnten. Passive Spieler werden den Pot wahrscheinlich aufgeben, da man uns durch unseren Preflop-Raise auf Asse setzen wird. Aggressive Spieler dagegen könnten uns auf viele Hände setzen und glauben, dass wir das As benutzen, um ein Set vorzutäuschen. Solche Spieler könnten mit einem Paar > 9 auf der Hand schon einmal duchcallen oder sogar raisen!

  • Beispiel 4: Schlechter Flop für ein Set 

Wir halten und limpen in Middle Position als Dritter in den Pot. Button, Small Blind und Big Blind sind auch dabei und zu sechst sehen wir den Flop

Der Flop kommt:

Gegen fünf Gegner und mit solch einer katastrophalen Struktur ist dieser Flop kaum spielbar für uns. Wir haben zwar ein Set getroffen, allerdings nur Bottom Set. Das kann zum einen bedeuten, dass wir bereits hinten liegen, andererseits lässt dieser Flop neben einer Straight () auch Straight- und Flushdraws, bzw. bessere Full-House-Draws zu (, , ). Selbst gegen fünf Zufallshände haben wir gerade mal eine Siegwahrscheinlichkeit von 21 %. Kleinere Bets könnten wir sicherlich noch callem, ansonsten sollte dieser Pot keinen Chip mehr von uns sehen. Da wir gegen fünf Gegner antreten, spielen wir gegen bis zu 30 Starthände. Mit dieser Hand wäre bei nur einem Gegner selbstverständlich Aggression angesagt.

Straight 

Eine gefloppte Straight ist ebenfalls eine starke Hand, verliert aber leider zu häufig, wenn ein Gegenspieler mit Set oder Two Pair sein Full House macht, oder aber auch der River die dritte Karte derselben Farbe und somit jemandem einen Flush bringt.

Wie man eine gefloppte Straight spielt, hängt wieder von der Struktur des Flops und von der Anzahl der Gegenspieler ab. Je mehr Spieler man gegen sich hat, desto geringer ist die Chance, dass die Straight hält. Wie gesagt, man hat bis zu sechs Hände pro Gegner gegen sich. Bei einem Multiway-Pot sollte man seine Chips daher sparsam verwenden und den Pot klein halten.

Hält man die Nutstraight in einem Pot mit nur einem oder zwei Gegenspielern, ist wiederum Action angesagt. Auch hier muss man seine Hand verteidigen, aber auch bereit sein, sie aufzugeben, sollte sich das Board paaren oder einen Flush ermöglichen und die Action durch einen Gegenspieler konstant bleiben oder sich nun sogar verschärfen. Mit einer Straight, die nicht die Nutstraight ist, sollte man sehr vorsichtig spielen. Viel zu oft verliert man nicht nur gegen die üblichen Verdächtigen (Flush, Full House etc.), sondern auch gegen eine höhere Straight.

  • Beipiel 1: Guter Flop für eine Straight

Wir halten im Cut-off und eröffnen den Pot mit einem pothohen Bet. Button und Big Blind callen

Der Flop kommt 

Diser Flop ist hervorragend für uns. Unsere Hand ist gut verschleiert durch unseren Preflop-Raise und wir haben die Nutstraight gefloppt. Das Board ist Rainbow und wir halten zusätzlich noch die Karten, um unsere Nutstraight nicht gegen eine bessere Straight abzugeben. Selbst gegen ein Set, Two Pair, ein Overpair und zwei Backdoor-Flushdraws liegt unsere Gewinnwahrscheinlichkeit bei dieser Hand bei stolzen 65,17 %. Eine perfekte Situation im PLO!

  • Beipiel 2: Schlechter Flop für eine Straight

Gleiche Situation wie zuvor, wir halten , allerdings haben wir dieses Mal nur gelimpt und so spielen wir gegen den Button, den Small Blind und den Big Blind.

Der Flop kommt: :

Dieses Mal sieht die Sache nicht ganz so rosig aus für uns. Zwar halten wir auch hier die momentane Nutstraight, allerdings gibt es dieses Mal jede Menge Draw Hands, und unsere Straight könnte von einer höheren Straight geschlagen werden. Unsere Gewinnwahrscheinlichkeit gegen ein Set, einen Flushdraw und einen Straightdraw liegt nur noch bei 24,92 %. Wir sollten hier sehr vorsichtig agieren und wenn wir dazu gezwungen werden, den Pot aufgeben.  

Flush 

Ein Flush wird im Showdown deutlich seltener geschlagen als eine Straße und ist damit auch im PL Omaha sehr profitabel.

Wenn man den Nutflush hält und auf dem Board am Ende kein Paar liegt, hat man zu 100 % gewonnen. Leider ist der Flush recht offensichtlich und gerade wenn der Flop suited ist, wird man viele Folds auf seinen Potbet bekommen. Trotzdem sollte man in jedem Fall anspielen oder raisen, da Spieler mit einem Set oder Two Pair immerhin noch Outs haben und für diese teuer zahlen sollen. Also weiterhin straight forward spielen und pothoch betten/raisen.

Sollte man nicht den Nutflush halten, kommt es wieder auf die Anzahl und Spielweisen der Gegenspieler an. Wenn man sehr viel Gegenwehr bekommt, sollte man seine Hand aufgeben und selbst mit den Second Nuts überlegen, ob sich ein Call bei diesem Gegner lohnt. Zu häufig wird ein Flush von einem höheren Flush geschlagen und auch der King-high-Flush verliert oft genug. Mit Selbigem einfache Erhöhungen durchzucallen, kann in Ordnung sein, wenn man günstig die Gelegenheit dazu bekommt oder aber seinen Gegenspieler kennt und weiß, dass dieser öfters auch mit mittlerem Flush reraist oder sogar aggressiv blufft!

  •  Beipiel 1: Guter Flop für einen Flush

Wir halten im Big Blind und sehen durch zwei Limper zu viert den Flop.

Der Flop kommt

Der Flop passt wie die Faust aufs Auge! Wir halten den Nutflush und auch vor einem Straightflush brauchen wir keine Angst haben, da wir die halten. Wir selbst können keinen Straightflush bekommen, da wir zwei Karten aus unserer Hand benutzen müssen! Normalerweise wird man mit einem gefloppten Flush nicht großartig ausbezahlt. Es kann aber passieren, dass der Second-Nut-Flush, in diesem Beipiel mit z. B. , durchcallt, da er zusätzlich einen Straightflushdraw halten könnte! Wirklich Action haben wir nur von Gegenspielern mi einem Set und/oder Two Pair zu erwarten. Sollte sich das Board auf dem Turn paaren, müssen wir vorsichtiger agieren, da wir keine Redraws besitzen! Trotzdem können wir keine Freecard gewähren und müssen betten/raisen!

  • Beispiel 2: Schlechter Flop für einen Flush 

Wir halten dieselbe Hand, , und sehen wieder zu viert den Flop.

Der Flop kommt:

Hier haben wir zwar einen fertigen Flush gefloppt, allerdings nicht den Nutflush! Schlimmer noch, jede Hand mit zwei Herzkarten schlägt uns. Man kann und sollte diesen Flop anspielen, wenn man als erster agieren muss/darf, allerdings bei Gegenwehr oder Pair auf dem Turn/River diesen Pot aufgeben!

Full House 

Das Full House ist eine sehr starke Made Hand. Je nachdem, ob man mit einem Paar auf der Hand oder mit zwei unterschiedlichen Karten ein Full House vervollständigt, sollte man immer im Hinterkopf behalten, dass es vielleicht ein höheres Full House geben könnte.

Hält man Bottom Full House, sollte man immer anspielen. Wird man mit einem Reraise konfrontiert, muss man abschätzen, ob man noch die beste Hand hält und erneut reraist oder lieber vorsichtiger agiert und nur callt. Für einen Fold braucht man schon die Überzeugung, dass der Gegner nur mit den Nuts reraist. In der Regel macht sich aber aggressives Spiel bezahlt.

Achtsam sollte man auch sein, wenn man zwar das Nut-Full-House hält, aber das Board noch Verbesserungen nach oben zulässt. Hält man z.B. mit auf einem Flop von das Nut-Full-House, kann man sich sehr sicher sein, diesen Pot mit nach Hause zu nehmen und sogar ein Slowplay in Erwägung ziehen.

Dieselben Karten auf einem Flop mit würden uns allerdings nur das kleine Full House bringen, was die Situation etwas kritischer macht. Nicht nur, dass man bereits hinten liegen kann, wenn ein Gegner oder hält, sondern jeder Spieler mit einem und keinem Paar auf der Hand hat auf dem Turn und dem River jeweils zehn Outs (je drei Karten der Beikarten und den verbleibenden Jack). Damit ist unser Full House nur noch etwa 58%iger Favorit. Immer noch genug, um möglichst alle Chips jetzt in die Mitte zu bringen (da wir +EV haben), aber wir verlieren eben auch in 42 % der Fälle. Halten zwei Spieler je einen Jack, haben diese gemeinsam bis zu 18 Outs. In diesem Fall hätten wir nur noch 29 % Gewinnchance und wären damit der Underdog.

  • Beispiel:

Wir halten:
Spieler 1 hält:
Spieler 2 hält:

Der Flop kommt wie eben . Wir haben ein Full House gefloppt. Allerdings bringen jede Sechs, Sieben, Acht, Neun, Q und jeder K einem der Spieler ein besseres Full House. Unsere Gewinnchance liegt bei etwa 29 %, die Chance der anderen Spieler deutlich über 30 %.

Auch höhere Paare (, ) können von den Gegnern gehalten werden, was zu je zwei Outs führen würde. Gegen einen Gegner ist es immer wichtig, anzusetzen. Aber auch gegen mehrere Gegner sollte man anspielen, um ...

  • ... keine Freecard zu gewähren
  • ... möglichst heads-up zu kommen 

Made Hands sind stark und sollten in der Regel aggressiv gespielt werden. In Position sollte man meistens versuchen, durch einen Raise oder Bet das Feld auszudünnen. Die schwachen Made Hands kann man aufgeben, sollte vor einem zu viel Action sein oder nach einem geraist werden.

Quads/Straightflush

Mit diesen Monstern muss man fast slowplayen. Hat ein Spieler einen Flush getroffen (am besten den Nutflush), während man selbst ein Straightflush gefloppt hat, lohnt sich ein passives Spiel. OOP spielen wir Check/Call, in Position Call oder Bet, je nach Aktion unseres Gegners. Wir können den Flop auch erst einmal checken und dann am Turn anspielen, wenn zu uns in Position gecheckt wurde.

Mit Quads kann ein Gegner kaum mehr eine gute Hand gefloppt haben, wir müssen also hoffen, dass sich ein Spieler eventuell auf Turn und/oder River zu einer vernünftigen Hand (mindestens guter Flush) verbessert, damit wir mit Action rechnen können.

Beispiele

 Es folgen ein paar Beispiele für diverse Situationen am Flop und wie sie enden können:

  • Beispiel 1: Eine Made Hand mit aggressiver Spielweise 

Unser Spieler limpt als Dritter auf dem Button in den Pot und sieht mit vier Gegenspielern, wie er den Nutflush flopt. Richtigerweise raist er, nachdem Buddy_2 pothoch anspielt. Er bekommt immerhin zwei Caller und weiss in diesem Moment, dass er zumindest gegen ein Full-House-Draw spielen wird. Der Turn bringt eine Blank und nachdem beide Spieler zu ihm gecheckt haben, spielt er wieder pothoch an.

Wieder bezahlen beide Spieler. Der River ist ebenfalls ein Blank und unser Spieler hält die Nuts.  Er geht mit seinen verbleibenden Chips All-in und wird sogar noch von einem Spieler gecallt. Buddy_2 zeigt einen Open-Ended-Straightflush-Draw und Top Set und es wird klar, warum er in diesen Pot verwickelt wurde. Der Call auf dem River ist natürlich immernoch fragwürdig, aber zu vertreten, wenn er unseren Spieler auf einen niedrigeren Draw gesetzt hat. Das Ergebnis ist das gleiche, beide Spieler haben Ihre Chips in die Mitte gestellt, und der höhere Flush hat gewonnen.

  • Beispiel 2: Eine Made Hand mit aggressiver Spielweise

 

Mit einer der stärksten Starthände (leider nicht double-suited) raist unser Spieler richtiger Weise preflop Pot. Der Flop beschert ihm Trips und beide Spieler zeigen Schwäche. Die Potbet ist hier die richtige Spielweise. Sein Bet eleminiert einen Spieler und sollte der andere auf einem Draw sitzen, lässt er ihn dafür zahlen. Der Turn bringt die unbequeme und der andere Spieler spielt sofort an.

Er schreit förmlich hinaus, dass er einen Straight, oder ein Full House hält. Man kann an diesem Beispiel erkennen, dass Trips eine Made Hand ist, die schnell geschlagen werden kann. Der Call an dieser Stelle ist fragwürdig. Wenn er ihm den Straight oder ein Full House glaubt, besitzt er gerade noch 6 Outs, um seine Hand zu verbessern. Somit wäre der Call falsch. Wenn er ihn allerdings auf einen Bluff setzt, muss er auch die Riverbet callen. Sicherlich ist es an dieser Stelle nicht falsch, den Pot auf dem Turn aufzugeben.   

  • Beispiel 3: Eine Made Hand mit aggressiver Spielweise

In dieser Hand füllt unser Spieler den Small Blind auf, nachdem bereits zwei Spieler in den Pot gelimpt sind. Der Flop macht aus seiner schwachen Starthand zwar die Nutstraight, allerdings bestehen auch eine Flushgefahr und die Möglichkeit, dass einer seiner Gegenspieler auf dem Turn eine höhere Straight, oder ein Full House macht. Selbst wenn alle drei Möglichkeiten zutreffen, wenn zwei Spieler Karten wie und halten, liegt seine Gewinnerwartung immer noch bei 33,18%. Das Full House gewinnt in diesem Fall in 34,53%, während der Spieler mit Straight und Flushdraw zu 32,28% gewinnt.

Unser Spieler spielt den Pot an und wird von zwei Spielern gecallt. Der Flop bringt eine ungefährliche und somit verändern sich die Siegwahrscheinlichkeiten zugunsten unseres Spielers auf 55,56%. Dementsprechend spielt er wieder pothoch an und drängt sogar einen Spieler aus dem Pot.

Der River bringt die wohl denkbar schlechteste Karte für unseren Spieler. Nicht nur dass jetzt ein Flush möglich ist, dadurch das sich das Board gepaart hat, ist auch noch ein Full House denkbar. Der Potbet unseres Spielers ist allerdings der falsche Weg diese Hand zu Ende zu spielen. Der Gegenspieler raist Pot und er muss die Hand aufgeben, ohne zu wissen, ob sein Gegenspieler einen Draw vervollständigt hat, oder die nur als Scarecard benutzt um ihn aus dem Pot zu bluffen. Der Fold ist die logische Konsequenz. Hätte er gecheckt, könnte der Gegner maximal die $48 setzen und ein Call wäre das gleiche Ergebnis vom Chipverlust, wenn der Draw getroffen wurde, ein Bluffer allerdings wäre entlarvt worden!

 

Damit haben wir die Made Hands auf dem Flop besprochen. Im nächsten Artikel behandeln wir die Draws.

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