PokerStars Homepage
Pot-Limit Omaha: Das Spiel auf dem River (2)

Nachdem im ersten Artikel über die Spielweise im Pot-Limit Omaha mit den Nuts und sehr starken Händen gesprochen wurde, folgt nun die Erklärung, wie man sich mit weniger starken Händen und bei Bluffs verhalten sollte. Viele Spieler begehen den Fehler, mit solchen Händen zu viele Chips zu bezahlen, nur um am Ende den Beweis zu haben, dass sie nicht vorn liegen.
 

Hände mit Showdownvalue

Es wird immer wieder vorkommen, dass man am Ende nicht die Nuts und noch nicht einmal eine sehr starke Hand hält. Trotzdem gibt es Hände, die ein gewisses Showdownvalue besitzen und nicht immer ist ein Fold die richtige Entscheidung. In erster Linie eignen sich Hände dieser Kategorie hervorragend, um zum Beispiel einen Bluff aufzudecken. Nicht selten hält man auf dem Turn eine mittelstarke Hand (mittleres Set, Top Two Pair, unteres Ende einer Straße) und zusätzlich einen Draw (Flushdraw, besserer Straightdraw, Full-House-Draw). Der River jedoch bringt keines der ersehnten Outs und so steht man mit seiner mittelstarken Hand da. Wie diese Hände weiter gespielt werden sollten, hängt von den Umständen und wieder einmal von den Spielern am Tisch ab. In einem Multiwaypot mit viel Action lohnt es sich in der Regel nicht, noch weitere Chips mit dem unteren Ende einer Straight oder Two Pair zu investieren. Hier ist ein Fold wohl in den seltensten Fällen die falsche Entscheidung. Anders aber verhält es sich, wenn nur wenige Spieler in diese Hand involviert sind und auch der River eher ungefährlich gewesen ist. Nun kann eine wie Hand Two Pair, Middle Set, oder sogar eine Straight die Gewinnerhand sein. Schauen wir uns hierzu ein paar Beispiele an:
  • Beispiel 1: 

    Wir sitzen in MP1 und limpen mit als Zweiter in den Pot. Der Cut-off, der Button und beide Blinds sind ebenfalls dabei und so sehen wir bei einem Pot von sechs BB mit insgesamt sechs Spielern den Flop. Dieser kommt mit . Alle Spieler checken zu uns und wir entscheiden uns dazu, nicht anzuspielen. Zum einen, um den Pot kleinzuhalten und zum anderen, um auf eine Freecard zu hoffen, sollten die Spieler nach uns ebenfalls checken. Wir können uns zu diesem Zeitpunkt einfach nicht sicher sein, die beste Hand zu halten. Zusätzlich sind eine Menge Draws möglich (auch wir halten einen Third-Nutflush-Draw in Kreuz) und dementsprechend wollen wir die Hand gern so günstig wie möglich weiterspielen. Beide Spieler nach uns checken und so sehen wir den Turn for free.

Der Turn bringt die . Abgesehen davon, dass ein Spieler mit einem Paar Fünfen auf der Hand jetzt ein schwaches Set hält, hat der Turn uns nun eine Straight beschert. Sicherlich liegen wir gegen eine Hand mit weit zurück (eine auf dem River könnte uns noch einen Splitpot bescheren), da aber niemand auf dem Flop die Initiative übernommen hat, um seine Hand zu beschützen, kann es gut sein, dass wir mit unserer Straight vorn liegen. Wir spielen Pot an und nur der Button und der Big Blind callen. Im Pot befinden sich jetzt 24 BB und wir sind noch zu dritt im Spiel. Wieder lassen die Calls unserer Gegenspieler auf Draws schließen und mit Spannung erwarten wir die letzte Karte.

Der River bringt die . Eine nicht ganz so schöne Karte, allerdings ermöglicht sie keinen Flush. Überraschenderweise spielt der Big Blind von vorn nun halben Pot (zwölf BB) an. Jetzt sitzen wir doch etwas in der Zwickmühle. Das erste Problem ist, dass wir die Setzrunde nicht abschließen, da der Button noch nach uns agieren darf. Das zweite Problem ist die Handrange, die wir in diesem Fall schlagen können. Unser Gegenspieler könnte einen verpassten Flushdraw, aber genauso gut auch ein Full House mit vorherigem Two Pair oder Set halten. Der Call auf dem Turn wäre dann allerdings schwach gewesen. Einzig und allein die Tatsache, dass wir Potodds von 3 zu 1 bekommen, sollte uns überlegen lassen, den Callbutton zu drücken. Ohne jedwede Informationen über unseren Gegenspieler können wir uns hier nicht klar auf eine Aktion festlegen. Nach kurzem Überlegen callen wir und der Button foldet. Der Button zeigt und wir gewinnen mit unserer Straight von der Fünf bis zur Neun.

 

  • Beispiel 2: 

    Wir sitzen im Big Blind und halten . Ein Spieler in mittlerer Position limpt und der Small Blind füllt auf. Wir checken und sehen zu dritt mit drei BB im Pot, wie der Flop mit kommt. Eigentlich kein schlechter Flop. Zwar schlagen uns momentan alle Hände mit , oder , aber ansonsten halten wir selbst zumindest das mittlere Set. Somit sollten wir versuchen, günstig den Showdown zu sehen. Der Small Blind checkt, wir tun es ihm gleich und der Spieler in MP spielt nun Pot. Der Small Blind foldet und wir callen. Der Bet sieht schon eher so aus, als versuche der Spieler in MP die Tatsache, dass beide Spieler vor ihm Schwäche gezeigt und gecheckt haben, für sich auszunutzen. Wahrscheinlich hält er einen Flushdraw und/oder ein Overpair zum Board. Immerhin haben wir ihn schon mit dieser Spielweise in früheren Händen beobachten können. Wir sind also noch zu zweit und es befinden sich neun BB im Pot.

    Der Turn bringt die .

    Auch das ist eher keine schlechte Karte. Sollte unser Gegenspieler einen Flushdraw gehalten haben, tut er dies momentan immer noch, aber eben auch nichts Besseres. Sollte er ein Overpair mit gehalten und nun glücklicherweise sein Set getroffen haben, dann verhält es sich ähnlich. Davon ausgehen sollten wir auf jeden Fall erst einmal nicht. Wir checken (um den Pot klein zu halten) und wie erwartet spielt unser Gegner erneut pothoch (neun BB) an. Wir callen und somit sind 27 BB im Pot.

    Der River ist die . Für den River gilt dasselbe wie für den Turn. Sollte er nicht gerade ein Paar Damen auf der Hand gehalten haben, wird ihm diese Karte wenig genützt haben. Wir sollten in ihr also keinerlei Gefahr sehen. Vielmehr stellt sich uns nun die Frage: Sollten wir anspielen oder aber checken? Da wir aufgrund der Board-Struktur nicht davon ausgehen können, mit einem Bet eine bessere Hand als unsere zum Folden bewegen zu können, macht es wenig Sinn, hier anzuspielen. Auch werden wir durch einen Bet kaum einen Call von einer schlechteren Hand bekommen. Wenn wir aber checken, könnte uns unser Gegenspieler auf einen verpassten Draw setzen und so mit einer schlechteren Hand eventuell noch einmal anspielen. Entweder hofft er mit einer schlechten Hand eine bessere Hand vertreiben zu können (wenn er zum Beispiel gar nichts außer einen Flushdraw gehalten hat) oder bettet in seinen Augen sogar for Value, weil er glaubt, die bessere Hand zu halten. Da wir der Meinung sind, dass wir nicht von Beginn an hinten gelegen haben, entschließen wir uns zu einem Check-Call. Wir checken also, aber auch unser Gegenspieler entscheidet sich, keinen Chip mehr zu investieren, und checkt behind. Im Showdown zeigt er und wir heimsen den Pot ein.

 
Geplatzte Draws 

Viele Spieler entscheiden sich auf dem River zu einem Bluff, wenn keines ihrer Outs gekommen ist. Hierbei übersehen Sie meistens, dass ihre "plötzliche" Aggression überhaupt keinen Sinn ergibt. Sicherlich gibt es gute Spieler, die öfter weak-passives Verhalten vortäuschen, nur um am Ende mit einem Monster dazustehen, allerdings ist dies eher selten die Regel. Wenn man gegen solche Gegner spielt, sollte man sie mit nahezu jeder Hand mit Showdownvalue callen und so ihren Bluff auffliegen lassen. Sollte man selbst in der Situation stehen, dass die eigenen Draws geplatzt sind, ist es ratsam, seine Hand in den meisten Fällen einfach aufzugeben. Für den Fall, dass wir auf dem Turn der Aggressor mit unserem Draw waren, müssen wir nun überlegen, mit welcher Hand unser Gegenspieler mitgegangen ist und ob er nun auf einen Bet hin eher callen oder folden wird. Wie so oft im Pot-Limit Omaha sollten wir in solchen Situationen also den Gegner spielen und unsere gesammelten Informationen nutzen.

  • Beispiel 3: 

    Auf dem Button finden wir und steigen als Dritter in den Pot mit ein (limpen). Der Small Blind foldet, der Big Blind checkt und wir sehen mit insgesamt vier Spielern den Flop. Der Flop bringt und uns damit die Current Nuts. Alle Spieler vor uns checken und wir spielen Pot (4,5 BB). Der Big Blind und ein Spieler in früher Position callen uns. Der Pot liegt nun bei 18 BB und wir sind noch zu dritt.

    Auf dem Turn kommt die zum Vorschein. Wieder checken beide Spieler zu uns und wir spielen erneut Pot (18 BB). Während der Big Blind callt, foldet der Spieler in früher Position. Wir sind nur noch zu zweit und es sind insgesamt 54 BB im Pot.

    Der River zeigt . Der Big Blind ergreift nun die Initiative und donkt mit einem Bet in halber Pothöhe (27 BB) in uns rein. Sollen wir folden, callen oder sogar raisen? Um uns auf dem River überholt zu haben, müsste der Big Blind eine Hand wie , oder gehalten haben oder uns sogar nur mit einem Paar und einer Neun auf dem Flop gecallt haben (, , ). Es ist allerdings eher unwahrscheinlich, dass er uns nur passiv runtergecallt und gleichzeitig gehofft hat, eines seiner Outs zu treffen (natürlich ist beim Poker nichts unmöglich). Wir sollten Folden also schon mal ausschließen. Wenn wir nun allerdings vorn liegen, sollten wir raisen, oder doch lieber nur callen? Das kommt wieder einmal auf unseren Gegenspieler an. In der Regel sollten wir wahrscheinlich eher callen und so die Gefahr eines erneuten Reraises (manche Spieler sind wirklich so dreist, einen solchen Move auch als reinen Bluff zu machen) und damit die Gefahr aus dem Pot gedrängt zu werden bzw. eine Menge mehr Chips zu verlieren minimieren. Haben wir jedoch detaillierte Informationen darüber, dass unser Gegenspieler auch mit mittleren Händen wie Two Pair oder Trips bereit ist, noch einen kleinen Raise zu bezahlen, sollten wir auch einen Minraise in Erwägung ziehen. Hier callen wir mit unserer Hand bei Potodds von 3 zu 1, doch unser Gegenspieler zeigt uns wirklich und gewinnt mit seinem Full House.

    .

  • Beispiel 4: 

    Zwei Hände später sitzen wir im Hijack und erfreuen uns an . Wir eröffnen den Kampf um den Pot mit einem Raise (auf 3,5 BB) und nur der Button (war im vorherigen Beispiel der Spieler im Big Blind) callt uns. Somit sehen wir zu zweit den Flop und es befinden sich 8,5 BB im Pot. Auf dem Flop erscheinen . Wir spielen mit unserem Two-Pair-Pot (8,5 BB) und der Button callt relativ schnell.

    Der Turn zeigt die und bringt uns damit ein Full House, das momentan nur von einer Hand mit oder geschlagen wird. Sehr wahrscheinlich halten wir also die beste Hand. Eine Hand mit der ist unwahrscheinlich, da damit alle Neunen im Spiel wären und ein Spieler mit einer Hand wie hätte vor dem Flop sehr wahrscheinlich gereraist, um die Blinds aus dem Pot zu drücken und uns zu isolieren. Durch seinen Call preflop hat der Button die Blinds theoretisch jedoch eingeladen, sich für Potodds von 2,83 zu 1 (Small Blind) bzw. sogar 3,4 zu 1 (Big Blind) den Flop anzusehen.

    Wir spielen also im Glauben, vorn zu liegen, erneut pothoch an (25,5 BB) und abermals callt uns der Button. Im Pot befinden sich jetzt 76,5 BB und uns verbleiben noch 162,5 BB im Stack. Der Button hält zwar durch den Gewinn von vorhin noch über 200 BB im Stack, allerdings ist die relative Stackgröße natürlich genauso groß wie der kleinste beteiligte Stack, also unserer, im Spiel.

    Der River bringt das . Eine schlechtere Karte konnten wir uns kaum wünschen. Durch das ist kein Flush möglich und es hat sich auch keine Straight ergeben. Sollte der Button wirklich auf einem Draw gewesen sein? Zusätzlich zu den zuvor aufgezählten Händen würden uns nun aber auch jede Hand wie und schlagen. Auch wenn diese Kombinationen wieder unwahrscheinlich sind, die Asse hätten preflop mit großer Sicherheit geraist und dass unser Gegner die letzte im Deck verbliebene Neun hält, kommt auch selten vor, so hat uns die Hand vorher gezeigt, dass nichts unmöglich ist. Um Varianz kleinzuhalten, entscheiden wir uns für ein Check-Call, sollte der Button anspielen und checken. So investieren wir maximal genauso viele Chips, als wenn wir selbst Pot anspielen würden, geben unserem Gegenspieler aber nicht die Gelegenheit, noch mehr Chips ins Spiel zu bringen, sollte er uns wirklich geschlagen haben. Als wäre das für ihn das Signal, um Gas zu geben, bettet der Button Pot (76,5 BB). Wir callen wie geplant und gewinnen mit unserem Full House gegen das Two Pair vom Button, als er uns offenbart.

 

Bluffs spielen 

Sollte man selbst einen Draw verpassen, kann man natürlich versuchen, einen Bluff zu spielen. Hierbei gilt es jedoch Folgendes zu beachten. Zum einen müssen wir uns die Gegner, gegen die wir einen Bluff spielen wollen, genau aussuchen. Hervorragend eignen sich hier natürlich schwache, passive Spieler, bei denen wir beobachtet haben, dass sie bei größerem Druck Ihre Hände folden können. Calling Stations und Sheriffs sind dagegen die schlechtesten Gegner, die wir uns suchen können. Zum anderen sollte unser Setzverhalten einen Sinn ergeben und die Hand, die wir repräsentieren wollen, klar erkennbar sein. Hierzu zwei Beispiele:

.

  • Beispiel 5: 

    Wir sitzen auf dem Button und finden . Ein Spieler in früher Position hat bereits in den Pot gelimpt und wir raisen nun Pot (auf 4,5 BB). Der Small Blind (eher ein tighter Spieler) und der Limper (eher ein looser Spieler) bezahlen. So sehen wir zu dritt den Flop und im Pot befinden sich 14,5 BB. Der Flop kommt mit und beschert uns den Nutflush-Draw (neun Outs) sowie einen Straightdraw mit insgesamt acht Outs (drei Könige + drei Damen + zwei Zehnen). Das macht zusammengerechnet 17 Outs und veranlasst uns dazu, nach dem Check vom Spieler vor uns wieder pothoch (14,5 BB) anzuspielen. Während der Small Blind foldet, callt unser Gegner in früher Position. Im Pot befinden sich nun 43,5 BB und wir sind noch zu zweit.

    Der Turn zeigt die . Erneut checkt der Spieler in Early Position und wir spielen wieder Pot an (43,5 BB). Momentan spielen wir also einen Semibluff. Zum einen repräsentieren wir eine Hand wie , zum anderen halten wir mittlerweile 20 Outs, da durch die uns nun auch jede die Nutstraight bringen würde. Somit halten wir allein durch unsere Outs eine Siegwahrscheinlichkeit von  45,45 %. Unser Gegner callt erneut.

    Der River bringt dann jedoch die . Leider ist keines unserer Outs gekommen und nach dem Check von unserem Gegenspieler haben wir nun zwei Möglichkeiten. Entweder wir checken behind und geben die Hand an dieser Stelle einfach auf (wir halten immerhin gar nichts) oder aber wir spielen erneut an und repräsentieren immer noch eine starke Hand. Da wir bisher bei unserem Gegner keine Stärke erkennen konnten und er auch bisher kein wirklich trickreiches Spiel gezeigt hat, stehen unsere Chancen nicht schlecht, ihn mit einer besseren Hand als unserer aus dem Pot drücken zu können. Auch ist er bisher nicht als Calling Station in Erscheinung getreten und dementsprechend vermuten wir, dass er in einer Situation wie dieser Two Pair sehr wahrscheinlich und vielleicht sogar ein kleines Set folden könnte. Nun stellt sich also nur noch die Frage, ob wir Pot oder weniger anspielen sollten. In der Tischmitte liegen momentan 130,5 BB und uns und unserem Gegenspieler verbleiben noch genau 137,5 BB im Stack. Ob wir nur halben Pot oder den kompletten Pot anspielen, ist aus der Betrachtung des Pot-Commitments egal. Es scheint so, als wären wir auf jeden Fall dazu verpflichtet, im Ernstfall alle unsere Chips in die Mitte zu stellen, auch wenn wir wissen, dass dem nicht so ist. Betrachten wir nun aber die Potodds. Wenn wir "nur" halben Pot anspielen, bekommt unser Gegenspieler Odds von 3 zu 1. Das bedeutet, er muss "nur" in einem von vier Fällen gewinnen, damit er mit einem Call even ist. Bei einem pothohen Bet muss er immerhin schon in einem von drei Fällen gewinnen (Potodds von 2 zu 1), um even zu sein. Diese Tatsache spricht natürlich für einen vollen Bet. Besonders wenn wir in solchen Situationen auch starke Hände so spielen, um den maximalen Gewinn zu erzeugen, verschleiert das unseren Bluff natürlich. Wir entscheiden uns schlussendlich dazu, das Maximum anzuspielen, und unser Gegenspieler foldet.

  • Beispiel 6: 

    Nehmen wir dieselbe Hand () und dieselben Geschehnisse preflop. Wir befinden uns also zu dritt im Spiel und der Pot beträgt 14,5 BB.

    Der Flop kommt nun aber mit . Wir halten immerhin Toppaar sowie einen Straightdraw mit neun Outs und nachdem unser Gegenspieler zu uns gecheckt hat, führen wir unsere Aggression fort. Wir betten Pot (14,5 BB) und der Small Blind foldet, während der Spieler in früher Position callt.

    Der Turn zeigt nun die und es wird erneut zu uns gecheckt. Wir spielen wieder Pot (43,5 BB) an und abermals callt uns unser Gegenspieler.

    Der River bringt schlussendlich die . Auch hier ist keines unserer Outs gekommen und unser Gegenspieler checkt zu uns. Sollten wir in dieser Situation anspielen? Erneut können wir eigentlich keine Hand schlagen und unser Gegenspieler ist immer noch nicht als Calling Station bekannt. Allerdings sollten wir uns fragen, welche Hand wir denn nun repräsentieren wollen. Es ist offensichtlich, dass starke Preflop-Hände wie unsere oder aber auch und nicht wirklich getroffen haben. Mit den aktuellen Nuts ( bzw. ) ist unsere Spielweise schwer erklärbar. Vielmehr sieht unsere Hand nun nach einem verpassten Flushdraw oder Straightdraw aus (was es ja auch ist). Wenn wir bisher keine expliziten Erfahrungen mit dem Spieler gemacht haben und uns nicht sicher sein können, dass er Draws bis zum River callt und beim nicht Eintreffen auf jeden Bet foldet bzw. auch mittelgute Hände auf großen Druck hin foldet, sollten wir den Pot an dieser Stelle einfach aufgeben. Es riecht einfach alles zu sehr nach einem Bluff unsererseits.

 

Bluffs erkennen

Während wir eine Hand spielen, sollten wir uns natürlich nicht nur Gedanken über Odds und Outs machen, sondern auch auf Setzmuster achten und unsere Gegner auf Hände setzen. Viele spielen ihre Draws gern aggressiv und/oder versuchen am Ende, ihre Gegenspieler mit purer Gewalt (Chips) aus dem Pot zu drängen, andere dagegen starten einen Bluff, wenn eine Scarecard auf dem Board auftaucht. Sollte zum Beispiel das Board zwei Karten einer Farbe zeigen und mit Turn oder River erscheint die dritte Karte dieser Farbe, wird es schwer, mit dem Top-Set zu callen/raisen, wenn auf einmal unser Gegenspieler die Initiative übernimmt und pothoch anspielt/raist. Gerade in solchen Situationen können vorher gesammelte Informationen eine Menge Chips wert sein. Sollte man keine Informationen über die Spielweise seine Gegenspieler haben und das Setzmuster Sinn ergeben, sollten wir in der Regel unsere Hand aufgeben, besonders auf dem River, oder aber wenn wir auf dem Turn zum Beispiel keine Redraws haben. Für den Fall allerdings, dass wir eine starke Hand halten und das Setzmuster unseres Gegenspielers keinen Sinn ergibt bzw. er uns einfach zu gute Potodds bietet, sollten wir callen. Niemals sollten wir dagegen aber raisen (außer natürlich mit den Nuts). Wenn wir raisen, geben wir zum einen unserem Gegenspieler die Möglichkeit, erneut zu erhöhen, und zum Anderen werden wir so gut wie nie einen Spieler mit einem Bluff dazu bringen, noch mehr als die bisher investierten Chips in die Mitte zu schieben. Ein Raise hat dementsprechend selten einen positiven Effekt. Wenn unser Raise gecallt oder sogar gereraist wird, liegen wir in der Regel zurück und haben nur Chips verschenkt.       


Zurück zum ersten Teil des Artikels

X Informationen zu Cookies

Wir haben auf deinem Computer Cookies platziert, um deinen Aufenthalt auf unserer Website noch angenehmer zu gestalten. Du kannst deine  Cookie-Einstellungen  jederzeit ändern. Andernfalls setzen wir dein Einverständnis voraus.