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Pot-Limit Omaha: Eine Einführung

Omaha, eigentlich Omaha Hold'em, ist eine dem Texas Hold'em ähnliche Pokervariante. Omaha wurde früher vor allem in Europa gespielt, in letzter Zeit wird es aber auch in den USA und online immer beliebter. Wie bei allen Hold'em-Spielen erhält jeder Spieler Holecards, die verdeckt ausgeteilt werden. Bei Omaha sind es aber vier Karten statt der zwei bei Texas Hold'em, was deutlich mehr Auswirkungen hat, als man vielleicht anfangs meinen mag. Daher wird Omaha auch gern "das Actiongame" genannt. Denn durch die vier Holecards treffen die Spieler wesentlich häufiger eine Made Hand oder einen sehr guten Draw auf dem Flop oder Turn, wodurch oft die aktuelle Nuthand gegen einen Monsterdraw spielt, der oft über 20 Outs haben kann.

Die generellen Regeln

Omaha wird genau wie Texas Hold'em mit fünf Gemeinschaftskarten gespielt, die als Flop, Turn und River ausgelegt werden. Gesetzt werden kann vor dem Flop, auf dem Flop, nach dem Turn und nach dem River, also wie bereits bekannt.
Sind am Ende noch mindestens zwei Spieler in der Hand, gewinnt der, der die beste Fünfkarten-Pokerhand bilden kann.
Der Spieler muss, um seine beste Hand zu bilden, aber genau zwei seiner Holecards und drei Karten vom Board auswählen. Dies ist einer der wichtigsten Unterschiede zum Texas Hold'em, bei dem ein Spieler ja selbst entscheiden kann, wie viele seiner Holecards er zum Bilden seiner Hand verwenden möchte, oder ob er sogar nur das Board spielen will.

  • Beispiel:
    Nehmen wir an, das Board ist und die drei Spieler, die noch in der Hand sind, halten
  • Spieler 1:   
  • Spieler 2:    
  • Spieler 3:    

Dann gewinnt Spieler 3 mit einem König-hoch-Flush und Bube-Kicker.
Spieler 1 hält eine Straße für den zweiten Platz.
Spieler 2 hat die schlechteste Hand, einen Drilling Zweien.

Bei diesem Beispiel könnte man meinen, Spieler 1 halte nicht nur eine Straight, sondern auch den Nutflush. Und Spieler 2 könnte mit drei seiner Holecards auf einen Vierling kommen.
Aber genau hier werden von Einsteigern, die aus der Texas-Hold'em-Welt kommen, die meisten Fehler gemacht. Vorsicht also, jeder Spieler muss GENAU zwei seiner Karten verwenden, nicht mehr und nicht weniger.

Pot-Limit Omaha (PLO)

Omaha wird meistens in der Pot-Limit-Variante gespielt. Genau diese wird in unserer Artikelserie behandelt.

Wir gehen davon aus, dass die Grundsätze des Pokerns, also wann generell gecheckt, gebettet, gecallt und geraist werden darf, beherrscht werden.

Das Spezielle am Pot-Limit ist, dass als Maximum genau um den Pot geraist werden darf. Das ist am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig, aber mit ein paar Hilfestellungen kann das schnell berechnet werden. Will man nicht als Anfänger dastehen, sollte man das Berechnen des Pots schon beherrschen. Das Wichtigste ist dabei, dass man erst einen Call machen darf und dann das setzen kann, was nach dem Call insgesamt im Pot ist. Klingt kompliziert?

  • Fangen wir mit einem Beispiel vor dem Flop an:
    Der Spieler, der als erster an der Reihe ist, darf 3 ½ BB setzen. Denn: Der Pot besteht aus ½ BB (dem Small Blind) + 1 BB (dem Big Blind). Nun callt unser Spieler den Big Blind, wodurch der Pot auf ½ (SB) + 1 (BB) + 1 (Call) = 2 ½ Big Blinds anwächst. Und nun kann der Spieler um diese 2 ½ BB zusätzlich erhöhen, inklusive seines vorher gemachten Calls also auf 3 ½ BB raisen.

Sollte einer der Blinds als Erster setzen wollen, kann er allerdings nur auf 3 BB erhöhen. Der Small Blind beispielsweise kann nur ½ BB callen (dann ist der Pot 2 BB) und dann nochmal 2 BB dazu, und hat damit inklusive seines Small Blinds 3 BB gebracht. Der BB kann, wenn der SB nur callt, selbst nicht callen (denn er hat den BB bereits gesetzt) und daher nur um weitere 2 BB (den aktuellen Pot) auf 3 BB erhöhen.

  • Und noch ein Beispiel:
    Die Blinds sind diesmal 1 als Small Blind und 2 als Big Blind. Jetzt limpt ein Spieler, geht also mit und setzt den Big Blind (2). Was ist der mögliche Maximum-Raise für den nächsten Spieler?
    Nach einem theoretischen Call lägen 1 (SB) + 2 (BB) + 2 (Limp) + 2 (eigener Call) im Pot. Also ist es möglich, um 7 (= Pot) zu raisen. Der Gesamtbetrag, auf den geraist werden kann, beträgt also 2 (für den Call) + 7 (für den Raise) = 9.

Vielleicht dazu nochmal eine kleine Definition: Wenn der BB 1 ist und ein Spieler 3 in die Mitte legt, dann hat er um 2 auf 3 geraist. Denn 1 ist der Call und 2 ist der Betrag, um den er über den Call hinaus erhöht. Er setzt insgesamt die Summe von 3, wodurch er auf 3 geraist hat. Diese Unterscheidung von "um" und "auf" ist übrigens unabhängig von der Pokervariante und dem gespielten Limit.
Wem das kompliziert erscheint, kann sich damit trösten, dass im Internet das Maximum der möglichen Bets immer vorgegeben wird und man live immer den Dealer fragen kann, das erleichtert die Arbeit also.

Auch Texas Hold'em wird manchmal in der Pot-Limit-Variante gespielt, besonders in Skandinavien und Großbritannien, aber die Pots werden im Vergleich bei Weitem nicht so groß wie bei Omaha.
Der Grund dafür ist, dass durch die Kombination von vier (statt zwei) Pocket-Karten deutlich mehr spielbare Hände zusammenkommen. Dadurch sind die Spieler eher bereit, Geld zu investieren, um den Flop zu sehen.
Hier liegt aber auch die größte Gefahr für den Anfänger oder denjenigen, der vom Texas Hold'em umsteigen möchte. Omaha sieht dem Texas Hold'em zwar ähnlich, ist aber doch ein ganz anderes Spiel.

Im nächsten Artikel werden wir die verschiedenen Starthände, deren Potential und die Strategie beschreiben, wie diese zu spielen sind.

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