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NLHE 6-max: das Spiel vor dem Flop
Vom Fullring-NLHE sind wir gewohnt, sehr viele ungeraiste Pots zu spielen. Mit spekulativen Händen limpen wir oft nur nach einer Reihe von anderen Limpern, um den Flop billig mit z. B. einem kleinen Paar zu sehen, in der Hoffnung, unser Set zu treffen. Oder wir spekulieren mit Suited Aces oder Connectors auf einen sehr guten Draw.
In Shorthanded Games haben wir nun wesentlich weniger Gegner, die uns effektiv auszahlen können. Es sind auch im Schnitt deutlich weniger Spieler überhaupt am Flop beteiligt, und Multiway-Pots sind, zumindest auf den höheren Limits, Ausnahmen. Unser Ziel ist es daher, möglichst schon vor dem Flop einen Pot aufzubauen. Wir möchten Druck auf die wenigen Spieler am Tisch ausüben. Wir möchten Hände, die wir in Shorthanded Games spielen, stets vor dem Flop erhöhen. Ausnahmen hierzu sind Situationen mit marginalen Händen aus den Blinds heraus, und eventuell eine sehr kleine Stacksize unseres/-r Gegner/s.

Das Konzept des Preflop-Raises

Ein Grundsatz für 6-max-Preflop-Play lautet:

  • Wenn wir eine Hand als erster Spieler im Pot betreten wollen, fragen wir uns: Ist diese Hand in unserer Position gut genug für einen Raise? Können wir die Frage mit "Ja" beantworten, raisen wir sie. Sonst folden wir.

Eine Erweiterung dieser Regel ist, dass wir generell nicht mit anderen Spielern "mitlimpen":

  • Wenn wir eine Hand nicht als erster Spieler im Pot betreten wollen, fragen wir uns: Ist die Hand an dieser Position gegen einen oder mehrere Limper gut genug, um geraist zu werden? Können wir die Frage mit "Ja" beantworten, raisen wir sie. Sonst folden wir.

Es gibt eine Reihe von Gründen, warum es besser ist, den Pot eher mit einem Raise als mit einem Call zu eröffnen:

  1. Wir sind sicher, vor dem Flop die beste Hand zu halten, z. B. eine Premiumhand wie AA, KK, QQ, JJ, TT, AK. Wir raisen "for value", also, um den Wert unserer Hand vor dem Flop zu erhöhen und Geld in den Pot zu ziehen, solange wir die beste Hand halten.
  2. Wir sind sicher, gegen gewisse Spielertypen, die den Pot bereits betreten haben und sehr viele schwache Hände spielen, auch mit Non-Premiumhänden wie AQ, AJ, AT, 99, 88 etc. die beste Hand zu halten.
    Wir raisen erneut speziell gegen diese Spielertypen "for value" und möchten zudem alle weiteren Spieler, die den Pot noch betreten könnten, aus der Hand bekommen. Denn Ziel ist es, den schwachen Spieler mit dieser gegen ihn sehr starken Hand zu "isolieren".
  3. Wir möchten uns Position verschaffen. Wir vertreiben durch den Raise schwache Hände, die, hätten wir lediglich gelimpt, eventuell den Pot noch hinter uns betreten hätten. Wir versuchen also, uns die Position des Buttons zu "erkaufen".
  4. Wir möchten unsere Hand definieren, um uns spätere Entscheidungen zu erleichtern. Beispiel: Wir raisen vor dem Flop mit . Mehrere Spieler callen. Der Flop kommt und wir machen eine Continuation Bet in Höhe des Pots. Die Spieler nach uns bezahlen und ein sehr tighter, zurückhaltender, aber guter Spieler raist plötzlich. Dann können wir unsere Hand mit gutem Gewissen aufgeben. Wir haben unsere Hand ausreichend definiert und gezeigt, dass wir sie trotz des gefährlichen Flops noch mögen, aber der Spieler erhöht, nachdem bereits alle anderen Spieler bezahlt haben. Dies ist ein ausreichend sicheres Zeichen, dass wir geschlagen sind.
  5. Wir möchten einen Pot bauen, um den es sich lohnt, zu spielen. In gelimpten Pots sind die Leute sehr schnell bereit, Hände aufzugeben, wenn sie nicht gut treffen. In geraisten Pots sieht das anders aus. Gegner, die sich vor dem Flop entscheiden, ihre Hand gegen einen Raise zu spielen, geben diese Hand weniger freiwillig auf, auch wenn sie den Flop nicht sehr gut treffen. Entweder neigen sie dazu, ihre getroffenen Top-Pair-Hände mit schlechtem Kicker zu überspielen, oder sie versuchen zu bluffen, um ihr "Investment" zu sichern. Das erleichtert es uns, in einen schon großen Pot mit einem Monster, wie einem Set am Flop, noch mehr Geld in die Mitte zu ziehen. Und auch für Draws wird in einem erhöhten Pot oft unverhätnismäßig viel bezahlt, weil es ganz einfach um mehr Geld im Pot geht, die Leute gierig werden und sich eine große Auszahlung erhoffen, sollten sie ihren Draw treffen.
  6. Wir verbergen unsere Handstärke. Dadurch, dass wir Suited Connectors und kleine Paare genauso erhöhen wie große Asse und Premiumpaare, erschweren wir unseren Gegnern, uns auf bestimmte Hände zu setzen. Damit wissen die Gegner nie, ob sie gerade gegen ein Overpair zum Board spielen, oder z. B. gegen auf einem -Board. Das erhöht einerseits die Bereitschaft unserer Gegner, öfter mit uns in eine Hand einzusteigen, sobald sie wissen, dass wir auch schwächere Hände raisen, andererseits macht es das Spiel für sie um einiges schwieriger, da wir unberechenbarer geworden sind.
  7. Wir halten ein aggressives Image aufrecht. Wir nehmen in Shorthanded Games sehr oft kleine, geraiste Pots am Flop durch Continuation Bets mit, wenn unsere Gegner nichts getroffen haben. Dies ist ja schon allein mathematisch gesehen sehr oft der Fall, wir selbst treffen z. B. gerade mal in 33 % überhaupt ein Pair (mit ungepaarten Karten in der Hand). Wir "stacheln" unsere Gegner durch häufiges Raisen an, öfter mit uns eine Hand zu spielen. Sie neigen dazu, uns immer weniger zu glauben und wir können hoffen, den ein oder anderen Bluff von ihnen zu erwarten, wenn wir eine gute Hand gegen sie halten.

Die Höhe des Preflop-Raises

  • Einfacher Raise
Unser Preflop-Raise orientiert sich stets an der Höhe des Pots. Wir möchten eine Balance finden. Wir dürfen nicht zu wenig raisen und schlechten Händen die Möglichkeit geben, günstig einen Flop zu sehen, andererseits möchten wir auch nicht zu viel raisen, um nur von wirklich starken Händen gecallt zu werden und den Pot vor dem Flop immens groß zu machen. Wir raisen auf den 3,5-fachen Big Blind (was einer Potbet entspricht: 0,5 BB + 1BB (die Blinds) + Call 1BB (ergibt Pot von 2,5BB) + Raise um 2,5 BB (also bisheriger Pot) = Raise auf 3,5 BB), und addieren 1 BB pro Spieler, der bereits in die Hand eingestiegen ist.

  • Beispiel:
    Zwei Spieler vor uns bezahlen den BB, wir sitzen im Button mit . Wir erhöhen auf den 5,5-fachen Big Blind. Die Rechnung dazu ist einfach: 3,5BB (=Potbet vor Einstieg der Limper) + 2BB (für 2 Limper, BB nicht mitgerechnet, der ist schon in der Potbet berücksichtigt) = 5,5 BB.
  • Reraise
Ein Reraise sollte sich ebenfalls an der Größe des Pots orientieren. Da wir uns normalerweise sicher sind, bei einem Reraise die beste Hand zu halten, haben wir auch keine Angst, den Pot vor dem Flop besonders groß zu machen. Gleichzeitig sollten wir in keinem Fall zu klein ansetzen, denn sonst haben eventuell spekulative Hände die Möglichkeit, günstig weitere Karten zu sehen und uns dann vielleicht auf einem unscheinbar aussehenden Flop einen Großteil unseres Stacks abzunehmen. Wir erhöhen daher bei einem Reraise wiederum um den Pot. Als einfache Rechnung dazu kann man sich merken: Wir raisen auf das 3,5-fache des Betrages, den der Raiser gesetzt hat und addieren für jeden Spieler, der den Raise bereits gecallt hat, einen weiteren Betrag in Höhe des Raise unseres Gegners.

  • Beispiel:
    Der UTG raist preflop auf den 4-fachen Big Blind, der MP callt, wir erhöhen im Button auf den 17,5-fachen Big Blind (bei der "Faustregel" wären es 18BB) und machen damit einen Pot-Reraise.

Rechnung dazu: Es liegen 1,5BB (Blinds) + Raise 4BB + Call 4BB im Pot. In Summe also 9,5BB. Wir callen den Raise zunächst (also 4BB), dann beträgt der Pot 13,5BB. Und um die 13,5BB raisen wir, bringen also in Summe 4BB + 13,5BB = 17,5BB.
Und nun die Vereinfachung: 4BB x 3,5 = 14BB + 4BB (für den Caller in MP) = 18BB

Handranges

Kommen wir nun zu den Händen, die wir aus den verschiedenen Positionen mit einem Raise eröffnen wollen. Für den beginnenden 6-max-Spieler empfehlen wir, sich zunächst auf eine recht tighte Range von Händen zu beschränken, wie unten angegeben. Mit zunehmender Sicherheit, Erfahrung und Bankroll kann und sollte jeder Spieler seine Range aus den einzelnen Positionen um viele Hände erweitern. Dazu am Ende noch mehr.

Unter "Raise" fassen sich alle Hände zusammen, die sich ohne oder mit einem bis zwei schwachen Limpern vor uns spielen lassen.

Der Grundsatz heißt also immer noch: Wir limpen nicht.

1. Under the Gun (UTG)

Wir spielen UTG ein sehr tightes Spiel, da diese Position mit den Blinds zu den schlechtesten gehört. Zu oft müssen wir nach dem Flop als erstes sprechen und bekommen Probleme, wenn wir den Flop nicht gut getroffen haben und eine Flopbet nach uns geraist wird. In UTG müssen wir einfach zu viele schwere Entscheidungen treffen. Wir erleichtern uns das Spiel daher durch eine reduzierte Auswahl an Starthänden:

  • Raise
AA-22 – Wir raisen jedes Paar. AA-77 haben oft das Potential, auf verschiedenen kleinen Flops als Overpair gut zu sein, ansonsten haben wir vor, unser Set zu treffen und einen bereits aufgeblähten Pot zu spielen, falls wir es wirklich treffen. So wird es uns leicht fallen, mit den besten Starthänden in No-Limit Hold'em viel Geld zu machen. Paare haben stets das Potential, ein Monster und damit einen großen Pot zu produzieren und dies wollen wir maximal ausnutzen.

AKo, AQo, AJo, AKs, AQs, AJs, ATs – Starke Asse haben ebenfalls viel Potential. Top Pair/Top Kicker ist in Shorthanded Games sehr oft gut genug, um größere Pots einzufahren. Suitedness erhöht den Wert der Asse, auch wenn wir diese als UTG oft out of Position spielen müssen.

KQs – Die Hand hat an sich ein recht geringes Potential und ist stets zu leicht dominiert. Gerade ohne Position spielen sich damit Hände wie Top Pair sehr, sehr schwierig. Trotzdem raisen wir sie, weil wir damit Hände floppen können, die uns oft ein nettes Pay-off verschaffen. Sollten wir auf einem bildlastigen Flop eine Straße floppen, erhoffen wir uns ordentlichen Pay-off von Händen, die mit Ax oder Kx nur Top Pair bzw. Top Two Pair gefloppt haben. Zudem wird der Wert unserer Hand durch zwei Karten in einer Farbe nochmal erhöht, da wir sehr starke Draws floppen können, wie z. B. Straight + Flushdraw oder Pair + Flushdraw etc.

2. Middle Position (MP)

  • Raise
Wir eröffnen hier alle Hände, die wir auch aus UTG spielen. Auch hier sind wir noch sehr tight. Zusätzlich spielen können wir noch:

A9s

KJs

KQo ist hier auch kein Fehler, bei Unsicherheiten im eigenen Spiel diese Hand zu folden. Das wäre allerdings schon fast zu tight.
  • Reraise
AKo, AKs, AA-JJ
  • Call gegen einen Raise:
Alle Paare TT-22, AQo, AJs
Hat der Spieler weniger als 50 % eines Buy-ins, reraisen wir auch TT und 99.

3. Cut-off (CO)

Hier fängt unser Spiel an, offener und weitreichender zu werden. Der Cut-off ist die zweitbeste Position am Tisch, und wir spielen hier eine Menge Hände, die gute Implied Odds besitzen, d. h., die das Potential haben, zu sehr starken Blättern zu werden und uns eine gute Auszahlung verschaffen können.

  • Raise
Wir spielen zu den Händen aus UTG und MP zusätzlich:

ATo, A9o, A8s, A7s – Diese Asse sind zwar leicht dominiert, aber da wir nur die Blinds oder maximal Limper vor uns raisen, ist die Gefahr der Dominanz reduziert. Unsere Handauswahl kann an diesen Positionen oft vorn liegen. Zudem haben wir nur noch den Button hinter uns und erhalten bei seinem Fold die beste Position am Tisch, von der sich auch diese schwächeren Asse profitabel spielen lassen.

Neben den Assen raisen wir auch folgende Hände:

KTs

KJo, KTo

QJs, QTs

QJo, QTo

JTo, JTs, J9s

T9s

Der Umstand, dass diese Hände suited und/oder connected sind, erhöht die Chance, dass wir hier in Position einen guten Draw floppen können. Draws im No-Limit Hold'em lassen sich am besten und profitabelsten mit absoluter Position spielen. Man kann sie z.B. gut als Semi-Bluff anspielen, wenn die Caller Schwäche signalisieren. Zudem kann man damit Spieler, die zwar den Flop getroffen haben, aber nicht in Position sitzen dazu bringen, die bessere Hand zu folden, allein durch unsere eigene Position und eine gute Flop-Textur. Gleichzeitig zieht man in Position mehr Geld in den Pot für den Fall, dass man trifft, und nicht zuletzt kann man auch als Flop-Aggressor eine freie Karte am Turn nehmen, da die Caller am Turn sehr oft zum Aggressor (also in diesem Fall uns) checken. Machen wir unsere Hand, ist eine gute Position trotzdem viel wert. Denn nun haben wir die Möglichkeit, auf eine Bet eines aggressiven Gegners mit einem Raise zu antworten.
  • Reraise
AKo, AKs, AA-JJ
  • Call gegen einen Raise
Siehe MP, zusätzlich QJs, JTs – Diese recht ausbaufähigen, spekulativen Hände lassen sich nur gut in Position spielen. Wir möchten sehen, wie gern der UTG- oder MP-Raiser seine Hand mag und ob er uns evtl. freie Karten oder die Möglichkeit gibt, ihn zu bluffen. JTs und QJs können zudem auf Broadway-Flops sehr profitable Draws floppen. Sollte der Raiser so beispielsweise den -Flop mit AK treffen, könnte uns eine Hand wie gerade hier einen besonders großen Pay-off verschaffen, sollten wir unsere Hand auf Turn oder River komplettieren.

4. Button (BU)

Da wir im Button stets absolute Position haben, können wir hier mit einer sehr weiten Range an Händen erhöhen. Wir möchten außerdem zu mindestens 30 % (später, mit entsprechender Erfahrung, auch gern öfter) die Blinds stehlen, da es gerade in Shorthanded-Runden oft passiert, dass niemand eine wirklich spielbare Hand bekommt, oder zumindest keine, die er gegen einen Raise und/oder out of Position spielen möchte. Weiterhin nimmt in dieser Position der Wert der Hände drastisch zu, die einen guten Draw floppen können.

  • Raise
Wir nehmen die bisherige Range an Händen und addieren:

Alle suited Aces

K9s

Q9s

J8s

98s, 87s, 78s, 76s

T8s, 97s

T9o, 89o
  • Reraise
AKo, AKs, AA-JJ
Kommt der Raise aus dem CO, so reraisen wir auch mit TT-99 sowie AQs und AQo. Man kann bei einem Raise im CO grundsätzlich davon ausgehen, dass wir es selten mit einer Premiumhand zu tun haben.
  • Call gegen einen Raise:

Siehe CO.

5. Small Blind (SB)

  • Raise

Gibt es Limper, raisen wir mit: AKo, AKs, AQo, AQs, AA-TT.

Wenn bis zu uns im SB gefoldet wird, raisen wir alle Hände, die wir auch im Button erhöhen. Ziel ist es, oft die Blinds zu stehlen.

  • Reraise
AKo, AKs, AA-QQ. Gegen einen Raise aus dem CO oder dem BU reraisen wir auch mit JJ, TT, AQs, AQo.
  • Call gegen einen Raise
Alle Paare, AQs, AJs, KQs – Bei diesen Händen müssen wir sehr vorsichtig sein, wenn wir out of Position Flops mit Top Pair treffen. Problematisch kann es hier durch drohende Dominanz werden, gerade weil wir keine Position haben. Die Flops, die wir mit diesen Händen eher sehen wollen, geben uns Straight Draw + Pair, Flushdraw + Pair, Flushdraw + Gutshot etc. Haben bereits mehrere Spieler vor uns den Raise gecallt, können wir auch mit QJs und JTs callen, da wir gute Potodds bekommen. Aber auch hier müssen wir mit dem Flop starke Draws treffen, um diese Hände profitabel weiterspielen zu können.
  • Complete: Gibt es Limper und wir haben keine Hand, mit der wir raisen wollen (s.o.), dann callen wir mit folgenden Händen:

Alle Paare 99-22

Alle suited Aces AJs bis A2s

KQs bis K9s

KQo bis KTo

QJs bis Q9s

QJo bis QTo

JTs bis J8s

JTo

T9s, T8s

98s, 87s, 76s

T9o, 98o

T8s, 97s

6. Big Blind (BB)

  • Raise
AKo, AKs, AQo, AQs, AA-TT. Wenn der SB completet, raisen wir zudem alle Hände, die wir auch aus dem Button raisen würden. Hier ergibt sich nämlich unmittelbar eine profitable Situation für uns, da wir auf den Small Blind allein absolute Position garantiert haben. Die Situation ist also praktisch eine Button-vs.-Blind-Konfrontation.
  • Reraise
AKo, AKs, AA-QQ. Gegen einen Raise aus dem CO oder dem BU reraisen wir auch mit JJ, TT, AQs, AQo.
  • Call gegen einen Raise
Alle Paare, AQs, AJs, KQs. Mit mehreren Callern vor uns: QJs, JTs.

No-Limping Hold'em?

Es gibt sicherlich Ausnahmesituationen, in denen wir limpen können, sollten vor uns bereits andere Spieler gelimpt haben. Eine solche Situation könnte zum Beispiel eintreten, wenn die Stacks unserer Vor-Limper nicht mehr groß genug sind. Würden diese Spieler einen Raise callen, den wir z. B. mit machen, können wir auf dem Flop zu wenig Druck ausüben, da sich viele Spieler mit kleinen Stacks an alles klammern, was sie mit dem Flop treffen. Wir verlieren also bei einem Raise die Chance, später diese Small Stacks aus dem Pot zu bluffen. Generell sollten aber stets die Vorteile des Raisens in vollem Maße ausgenutzt werden.

Erweiterung der Handrange

Die gemachten Empfehlungen in diesem Artikel richten sich zunächst an Neulinge in 6-max-Spielen. Sie sind daher entsprechend tight ausgelegt. Man muss sich klarmachen, dass das meiste Geld in No-Limit Hold'em nicht vor, sondern nach dem Flop und vor allem in Position gemacht wird. Der prozentuale Vorteil einer Hand vor dem Flop kann durch schlechtes Postflop-Spiel und schlechte Position zunichte gemacht oder sogar ins Gegenteil umgekehrt werden. Daher ist es zunächst erst einmal wichtig, dass wir absolut positionsbewusst spielen ("positionally aware"). Darauf sind diese Preflop-Richtlinien ausgelegt.

Mit zunehmender Erfahrung, Kompetenz und einem sicheren Umgang mit Positionsspiel soll, ja "muss" jeder erfolgreiche No-Limit-Hold'em-Spieler in Shorthanded Games seine Handrange erweitern, um sein Spiel unberechenbar für die Gegner zu halten und viele profitable Situationen auszunutzen, die sich durch korrektes Positions- und Postflop-Spiel auch mit spekulativen Händen ergeben können.

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