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Limit Hold'em: Der Turn
Der Turn ist im Limit Holdʼem ein entscheidender Moment und gilt als eine sehr schwer zu meisternde Setzrunde, denn die Einsätze sind nun doppelt so hoch wie noch vor und auf dem Flop. Fehler, die auf dem Turn begangen werden, sind deshalb schwerwiegender als Fehler, die vor oder auf dem Flop begangen wurden.
Es ist oft richtig, mit einer marginalen Hand wie Gutshot oder Overcards einen (Small) Bet auf dem Flop zu callen und dann auf dem Turn gegen einen (Big) Bet zu folden. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass man als Flop-Aggressor auch am Turn setzt, speziell, wenn man gegen wenige Gegner spielt.

Wenn man Aggressor mit einer starken Hand ist

Im Limit Holdʼem kommt es häufig vor, dass man vor dem Flop erhöht, einen guten Flop trifft und am Flop setzt bzw. erhöht. Es ist dann sehr wichtig, (fast) unabhängig von der Turncard, auf dem Turn weiterhin aggressiv zu bleiben, wenn man glaubt, nach wie vor die beste Hand zu haben.
Wenn man out-of-position ist, also vor seinen Gegnern setzen muss, hat man zwei Möglichkeiten:

          a.    Bet

Dies ist der „normale" Weg. Man stellt sicher, dass alle Spieler mindestens einen Bet callen müssen, um die Rivercard sehen zu können. Als Standardregel sollte man immer setzen, wenn man sich unsicher ist, ob die anderen Spieler setzen werden.

b.    Checkraise

Dies ist der riskantere Weg. Man kann ihn beschreiten, wenn man sich sicher ist, dass ein Spieler hinter einem setzen wird. Das klappt besonders gegen aggressivere Gegner gut. Des Weiteren sollte der Pot groß sein und eine Freecard möglichst keinen zu großen Schaden anrichten können. Auf Boards, auf denen viele Draws möglich sind, bietet sich ein Checkraise weniger an als bei unkoordinierten Boards mit unterschiedlichen Suits (Farben).

Wenn der Checkraise klappt, ist er profitabler als direkt zu setzen. Denn dann gehen auf dem Turn meist doppelt so viele Bets in den Pot wie mit der Standard-Bet-Option. Gleichzeitig schützt man seine starke Hand, denn die Spieler, die zwischen einem und dem Spieler sitzen, der am Turn setzt (also unserem aggressiven Gegner), müssen nach dem anfänglichen Check dann zwei Big Bets callen, wenn sie in der Hand bleiben wollen. Da man dazu eine sehr starke Hand braucht, werden diese Gegenspieler vermutlich folden.

Wenn man in Position ist, also als Letzter am Turn spricht, sollte man dagegen mit einer starken Hand (fast) immer betten, wenn zu einem gecheckt wird. Spieler, die einen Draw haben, sollen gezwungen werden, noch einmal Geld in den Pot zu legen, um die Rivercard sehen zu können.

Nicht betten sollte man dagegen, wenn man die Vermutung hat, dass ein Gegenspieler einen Draw getroffen hat und nun einen Checkraise versucht. Denn in diesem Fall spart man zwei Big Bets, ein immenser Vorteil.

Wenn man Aggressor mit einer schwachen Hand ist 

Diese Situation ist deutlich unangenehmer. Setzt man in einem solchen Fall noch einmal, spricht man von einer Second Barrel. Dabei handelt es sich um eine spezielle Art eines Bluffs. Man versucht also, alle Gegner durch seinen Einsatz zum Folden zu bringen. Weil man schon am Flop gesetzt hat, kann man oft die Gegner davon überzeugen, dass man eine starke Hand hält. Wenn man entscheiden muss, ob man eine Second Barrel macht, sollte man Folgendes in Erwägung ziehen:

  • Anzahl der Gegenspieler
Generell sollte man nur gegen wenige Gegner eine Second Barrel machen. Je mehr Gegner, desto geringer die Wahrscheinlichkeit, dass alle ihre Hände aufgeben werden.
  • Die Board-Struktur
Einige Board-Strukturen eignen sich besser für Continuation-Bets als andere. Dazu gehören beispielsweise Boards mit einer hohen und mehreren niedrigen Karten. Boards, auf denen viele Draws möglich sind, eignen sich dagegen weniger für eine Second Barrel, speziell gegen mehrere Mitspieler.
  • Die Spielweise der Gegenspieler

Generell sollte man gegen schwächere Gegenspieler, die mit den meisten Händen bis zum River callen, weitgehend auf Second Barrels und andere Bluffs verzichten. Denn in der Regel gewinnt man hier nur mit der besten Hand.

  • Die eigene Position

Hat man eine eher schwache Hand, sollte man out-of-position häufig einen Checkfold spielen. In Position sollte man dagegen erwägen, die Initiative zu behalten und zu setzen, wenn zu einem gecheckt wird.

Wenn man nicht der Aggressor ist, nun aber die Initiative übernehmen möchte

Es gibt Situationen, in denen wir bis zum Turn eher passiv spielen, auf dem Turn aber die Initiative ergreifen wollen. Dafür kann es folgende Gründe geben:

  • Man hat nun eine starke (vermutlich die beste) Hand.
  • Man hat einen starken Draw und versucht einen Semi-Bluff. Bei einem Semi-Bluff handelt es sich um einen Bet oder Raise mit einer Hand, die vermutlich geschlagen ist, aber eine Chance besteht, sich bis zum River zu verbessern (bspw. ein Flushdraw). Ziel ist es, alle Gegner zum Folden zu bringen. Gelingt dies nicht, hat man aber trotzdem noch die Chance zu gewinnen, indem man seine Hand verbessert.
  • Man möchte seine Hand schützen.

In Position zum bisherigen Aggressor ist dies recht einfach, denn man kann einfach erhöhen. Out-of-position dagegen hat man wieder die zwei Möglichkeiten:

            a.      Bet

            b.     Checkraise

Generell ist es in den meisten Fällen richtig, einen Checkraise zu versuchen. Denn so gelangen von jedem Spieler, der nicht folden will, zwei Big Bets in den Pot und man schützt seine Hand gegen Spieler mit schwachen Draws, die dann aufgeben. Allerdings verliert man sehr viel Geld, wenn man die beste Hand hat, aber nach einem selbst auch alle anderen Spieler checken. Wenn man alternativ einen Bet macht, zwingt man dagegen jeden anderen Spieler, entweder einen Bet zu zahlen oder zu folden.
Je aggressiver die Mitspieler sind und je wahrscheinlicher es ist, dass am Turn darum gesetzt wird, desto eher sollte man einen Checkraise versuchen. Wenn man vermutet, dass gecheckt wird, sollte man dagegen setzen.

Bets callen

Im Allgemeinen sollte man versuchen, aggressiv zu spielen. Das bedeutet, man sollte oft folden und raisen und nicht viel callen. Trotzdem ist es manchmal die korrekte Spielweise, nur mitzugehen.
Ist man sich unsicher, ob ein Call oder ein Fold korrekt ist, sollte man sich Folgendes fragen:

  • Wie wahrscheinlich ist es, dass ich die beste Hand habe?
  • Wenn ich nicht die beste Hand habe, wie wahrscheinlich ist es, dass meine Hand sich auf dem River zur besten verbessert?
  • Wenn ich die beste Hand habe, wie wahrscheinlich ist es, dass sich die Hand meines Gegners auf dem River zur besten Hand verbessert?
  • Wie sind meine Potodds?

Raises auf dem Turn callen

Viele Spieler machen den Fehler und callen zu viele Raises auf dem Turn. Dadurch ist man danach häufig aufgrund der Potgröße auch noch gezwungen, auf dem River zu callen, und der Fehler wird umso größer. Man muss bedenken, dass viele Gegner auf dem Flop mit starken Händen nur callen, um dann auf dem Turn, wenn der Bet doppelt so groß ist, zu raisen. Sollte man den Raise des Gegners auf dem Turn callen wollen, sollte man sich schon jetzt genau überlegen, unter welchen Umständen man auf dem River ebenfalls callen wird.
Natürlich ist es auch vom Gegner abhängig, ob man einen Turnraise callen sollte oder nicht. Gegen passive Gegner, die wirklich nur mit Premiumhänden raisen, kann man mittelmäßige Hände wie Top Pair mit schlechtem Kicker oder Middle Pair konsequent folden. Gegen aggressive Gegenspieler, die den Turn möglicherweise (semi-)bluffen, sollte man mittelmäßige Hände dagegen nicht folden.

Generell sollte man davon ausgehen, dass ein Raise auf dem Turn auf eine starke Hand hindeutet.

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