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Konzepte: Deception (Überblick)

Einleitung:

Deception ist ein Konzept für fortgeschrittene Spieler.

  • Sind Sie in der Lage, Ihre Hand korrekt zu deuten?
  • Haben Sie ein Gespür dafür, wann Sie Favorit oder Underdog sind?
  • Haben Sie gelernt, in vorteilhafte Situationen zu investieren?
  • Halten Sie nachteilige oder unwägbare Situationen so billig als möglich?

Dann ist es an der Zeit, Ihr Spiel aufzulockern. Deception tut genau dies. 

  • Deception:

Erläuterung:

Spielen Sie deceptive, so handeln Sie entgegen Ihrem spontanen Gefühl für die Situation.

  • Sie setzen aktiv, obwohl Sie NICHT glauben, die beste Hand zu haben.
  • Sie spielen (zunächst) passiv, OBWOHL Sie glauben, die beste Hand zu haben.

Deceptive Moves lassen Sie diesen scheinbaren Widerspruch kontrolliert vollziehen. Die vier Grundtechniken für Deception sind:

Motiv:

Sie erwirtschaften Gewinne durch geradliniges Pokerspiel. Technische Überlegenheit und Disziplin genügen, um viele Tische zu schlagen. Mit der Zeit werden Sie jedoch zwei Entwicklungen beobachten:

Ihr Chancen-Risiko-Verhältnis wird schlechter. Immer mehr Gegner zollen Ihrem disziplinierten Spiel Respekt, spielen vorsichtiger und bezahlen weniger bereitwillig. Wenn Sie setzen, steigen Kontrahenten mit schwachen oder mittelmäßigen Händen aus. Sie gewinnen kleine Pots, laufen aber Gefahr, große zu verlieren, denn die Gegner mit starken Händen bleiben im Spiel.

Sie sehen weniger Showdowns. Denn sobald Sie checken, laden Sie Gegner ein - unabhängig von deren Hand -  gegen Sie zu setzen. Dann folden Sie erwartungsgemäß und verlieren die vielen Situationen, in denen eigentlich alle Spieler eine schwache Hand halten.

Beide Tendenzen legen eine Variation Ihres Spiels nahe.

Ausführung:

Deceptive Moves nutzen beide unvorteilhaften Entwicklungen zu Ihrem unmittelbaren Vorteil und erreichen weitere mittelbare Ziele.

  • Bei starker Hand setzen Sie nicht zwangsläufig, sondern mischen ihr Spiel.
  • Falls Sie Position haben, spielen Sie jetzt von Zeit zu Zeit Slow Play.
  • ohne Position Checkraise. Dadurch erzielen Sie unmittelbar größere Gewinne. Denn durch das Vortäuschen einer schwachen Hand steigt die Setzbereitschaft Ihrer Gegner. Mittelbar wird nicht mehr automatisch gegen Sie gesetzt, wenn Sie „Schwäche" zeigen. Ihre Checks sind jetzt aggressive Checks.

Beispiel 1:

Der Preflop Call mit AA im Big Blind ist ein klares Slow Play. Die bestmögliche Hand repräsentiert eine deutlich schwächere. Der anschließende Check am Flop ist ein zweites Zeichen von Schwäche und zielt auf einen Continuation-Bet des Aggressors ab. Dieser erfolgt. Das abschließende Raise komplettiert den Check zum Checkraise und gewinnt den Pot unmittelbar. Beide deceptive Moves haben dazu beigetragen, den Gegner mit wohl aussichtsloser Hand zu einem weiteren Sechs-BB-Einsatz zu verleiten.

  • Bei schwacher Hand check/folden Sie nicht mehr zwangsläufig, sondern variieren. Sie streuen Bluffs und Semi-Bluffs ein. Dadurch erringen Sie unmitelbar manchen vakanten Pot, also einen Pot, bei dem kein Spieler ein gutes Blatt hält. Mittelbar erhöhen diese Varianten Ihre Spielfrequenz, was Ihre Gegner zahlungswilliger bei Ihren guten Händen macht. Verlieren Sie wegen eines geplatzten Bluffs zusätzliche Jetons, dann hat dies zumindest den positiven Nebeneffekt, dass Sie allen gezeigt haben, dass auch Sie bluffen. Somit können Sie sich eine Zeit lang wieder auf Ihre guten Hände konzentrieren und darauf vertrauen, bezahlt zu werden.

Beispiel 2:

Der Preflop-ReRaise ist die deceptive Antwort auf den vermuteten Blindsteal des Aggressors. Ein klarer Bluff, der durch den Call des Gegners sein unmittelbares Ziel verfehlt. Der Flop bringt einen Flushdraw. Der angesetzte Checkraise ist ein Semi-Bluff, der ungecallt bleibt und zum unmittelbaren Gewinn des Pots führt. Die Außenwirkung der Spielzüge Reraise Preflop und Checkraise am Flop lässt eine sehr starke Hand vermuten. Dieser Schein hat über die tatsächliche Qualität der Hand hinwegtäuschen können.

Fazit:

  • Deception ist eine zusätzliche Möglichkeit, Chips zu generieren.
  • Solange Ihre guten Blätter bezahlt werden, gibt es keinen Grund, etwas vorzutäuschen.
  • Wird zu viel gegen Sie gefoldet, (semi-)bluffen Sie.
  • Wird jeder Check von Ihnen als Zeichen von Schwäche verstanden, spielen Sie langsam und checkraisen Sie.
  • Spielen Sie keine Moves gegen loose-passive Spieler (klassische Calling Stations)! Diese bezahlen Ihre Bets ohnehin, aber sie bringen kein aktives Geld in den Pot.
  • Die große Kunst eines guten deceptive Plays ist es, das eigene Image, die Gegner und die Gesamtsituation mit einzubeziehen, wenn es heißt: Mainstream oder Move?

Deception ist eine lukrative Variante zu gegebener Zeit, aber es muss klar bleiben, was man hier tut: man pusht schlechte Karten oder setzt gute Karten Gefahren aus. Beides kann als Basisstrategie nicht bestehen! Doch erst Deception macht das Spiel zu einer eigentlichen Pokerpartie. Denn zu spüren, wann man vom Weg abweichen muss, zeichnet klasse Spieler aus.

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