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Konzepte: Der Block Bet
  
 

Im Gegensatz zu den meisten anderen Bets ist der Block Bet nicht so stark situationsbezogen. Er ist flexibler und kann in verschiedenen Situationen zum Einsatz kommen, in denen wir verhindern wollen, dass unser Gegner versucht, einen großen Pot aufzubauen.

Die einzige Vorgabe ist, dass wir „out of position" sind und als Erster setzen können. Haben wir Position auf den Gegner und er checkt zu uns, brauchen wir gar keinen Einsatz zu bringen und wenn unser Gegner vor uns setzt, haben wir schon nicht mehr die Möglichkeit, seine Einsatzhöhe zu manipulieren. Die Idee hinter dem Block Bet gründet auf der psychologischen Tatsache, dass es für einen Gegner weitaus einfacher ist, einen hohen Einsatz zu bringen, wenn er ein Schwächesignal (z. B. in Form eines Check) von uns erhalten hat. Setzen wir jedoch, dann ist dies in der Regel kein Zeichen von Schwäche und unser Gegner steht nun unter dem Druck zu entscheiden, ob er in der Höhe des Einsatzes, den er ursprünglich hätte machen wollen (sofern er sich darüber überhaupt schon Gedanken gemacht hatte) immer noch setzen möchte, da er nun ein unerwünschtes Signal (Bet) von uns bekommen hat.

Ein durchaus übliches und nur allzu menschliches Muster, mit einer solchen Situation umzugehen ist ein Call. Die meisten Spieler sind überzeugt davon, dass sie mit einem Call weniger falsch machen können und wählen deshalb unter Druck oftmals diesen Weg. Wir nutzen dieses menschliche Verhalten aus, indem wir versuchen, unseren Gegner dahingehend zu manipulieren, den Einsatz zu akzeptieren, den wir vorgeben und nicht er. Zu Beginn ein klassisches Beispiel eines Block Bet:
 

  • Beispiel 1:

Wir halten im Big Blind. Der Spieler under the gun" spielt einen sehr kleinen Raise und erhöht auf den doppelten Big Blind. Alle Spieler inklusive des Smallblinds folden. Wir callen. Im Pot sind viereinhalb Big Blinds. Der Flop kommt . Es ist durchaus möglich, dass unser Gegner ein ein As hält, sodass wir an dieser Stelle geschlagen sind. Andererseits könnte er uns, wenn wir setzen, ebenfalls auf ein Ass setzen. Es wäre auch durchaus möglich, dass unser Gegner ein mittleres bis höheres Pocketpair spielt und nun Angst vor einem Baby-As bei uns hat. Während wir diese Gedanken gern bei unserem Gegner streuen, ist unsere Hauptmotivation jedoch, uns selbst die nötigen Potodds zu geben, um zu sehen, ob wir auf dem Turn oder River unseren Straight Draw vervollständigen können. Wir haben acht Outs (jeder Jack und jede Sechs).

Das bedeutet, wir brauchen etwa 4:1-Potodds. Eineinhalb Big Blinds sind an dieser Stelle vielleicht etwas zu wenig, wenn wir implied odds mit einbeziehen, können wir auch etwas mehr setzen. Wir setzen 2 BB und damit knapp die Hälfte des Pots, unser Gegner callt und wir haben vermutlich Chips gespart, gehen wir davon aus, ein Conti-Bet unseres Gegners bei einem Check unsererseits wäre höher ausgefallen (z.B. 2/3 Pot).
 

Abgrenzung

Es ist wichtig, die verschiedenen Strategien und Bets voneinander abgrenzen zu können. Ein Pokerspieler sollte, wenn er setzt,  stets wissen, warum er setzt und warum er genau diesen oder jenen Betrag setzt. Es genügt nicht, ein vages Gespür dafür zu haben, dass die Situation geeignet wäre, zu setzen. Spieler, die so handeln, haben oft keinen Plan, wie sie die Hand in den folgenden Setzrunden weiterspielen wollen. Sie lassen sich mehr oder weniger davon überraschen, wie die Gegner reagieren und überlegen sich erst dann, was diese Reaktionen zu bedeuten haben könnten.
Ein ernsthafter Pokerspieler strebt jedoch danach, die Situationen möglichst exakt zu beurteilen und aufgrund dieser Einschätzung zu einem Ergebnis zu kommen, welche Spielweise am sinnvollsten ist. Deshalb ist es notwendig, den Block Bet von einigen ähnlichen Strategien abzugrenzen.

 
Block Bet vs. Value Bet

Den Value Bet nehmen wir vor, um einen möglichst großen Pot aufzubauen, wenn wir bereits glauben, die stärkste Hand zu halten, während wir mit dem Block Bet genau das Gegenteil bezwecken. Wir möchten den Pot klein halten, da wir davon überzeugt sind, augenblicklich noch hinten zu liegen, oder uns in einer marginalen Situation befinden, in der wir kein großes Risiko eingehen möchten.

 
Block Bet vs. Continuation Bet

Block Bets und Continuation Bets treten in sehr ähnlichen Situationen auf („out of position") und sind auch in ihrer Höhe beide darauf ausgerichtet, so gering wie möglich und so hoch wie nötig zu sein. Ein Unterschied besteht jedoch darin, dass wir bei einem Continuation Bet darauf abzielen, den Gegner zum Folden zu bringen, indem wir hoffen, er hat ebenso wie wir eine schwache Hand. Beim Block Bet gehen wir davon aus, dass unser Gegner mit ziemlicher Sicherheit augenblicklich vorn liegt, oder auf ein Zeichen der Schwäche unsererseits hin zumindest vorgeben könnte, er läge vorn. Wir haben also beim Block Bet immer Grund zur Annahme, unser Gegner könne einen hohen Einsatz bringen und spielen den Block Bet, um dies zu verhindern.

 
Block Bet vs. Probe Bet

Ein Probe Bet findet oftmals in Position statt, wenn der Preflop-Raiser Schwäche zeigt, während ein Block Bet nur „out of position" wirklich Sinn macht. In den Fällen, in denen ein Probe Bet ebenfalls „out of position" geschieht, ist es sein Ziel, Informationen über die relative Stärke der Hand zu erzielen. Reagiert der Gegner mit einem Raise, muss die Hand in den meisten Fällen aufgegeben werden. Beim Block Bet wollen wir unsere Hand nicht aufgeben, aber die Kontrolle über die Höhe der Bets übernehmen. Wir versuchen unseren Gegner dahingehend zu beeinflussen, dass er nur callt, statt seinerseits zu setzen, da wir einen günstigen Showdown sehen möchten oder auf einem Draw sind. 

 

Block Bet in späteren Setzrunden

Ein Block Bet kann in allen Setzrunden geschehen, wobei der Gedanke darin stets derselbe ist: Den Gegner davon abhalten, seinerseits einen höheren Einsatz zu bringen, indem er unseren Einsatz akzeptiert und callt. Haben wir beispielsweise auf dem Flop mit einem Draw einen Block Bet gemacht und unser Gegner callt nur, dann können wir dasselbe auf dem Turn fortsetzen, wenn uns dieser verpasst hat. Eine besonders erwähnenswerte Form ist noch der Block Bet auf dem River:
 

  • Beispiel 2:

 

Wir halten im Small Blind. Bis zu uns wird gefoldet. Wir raisen auf den dreieinhalbfachen Big Blind. Der Bigblind callt. Der Flop kommt . Wir setzen for value 5 Big Blinds. Unser Gegner callt. Der Turn bringt die . Wir setzen erneut for value, diesmal 12 Big Blinds. Der Big Blind callt erneut. Der River bringt die . An dieser Stelle könnten wir geschlagen sein, wenn unser Gegner nach dem Flop mit Runner-Runner-Flushdraw, Runner-Runner-Straight-Draw oder gecallt hat. Diese letzte Scarecard könnte ihn jedoch auch dazu veranlassen, einen Bluff zu spielen. Wir wollen all dem vorbeugen, indem wir hier auf dem River scheinbar unbeeindruckt einen weiteren Bet in Höhe von 15 Big Blinds (etwas weniger als die Hälfte des Pots) setzen. Der Big Blind callt erneut und zeigt .

 

Fazit

Wir spielen einen Block Bet ausschließlich, wenn unser Gegner Position auf uns, noch niemand die Setzrunde eröffnet hat und wir erwarten, dass unser Gegner aus irgendeinem Grund einen höheren Einsatz bringen könnte, wir aber aufgrund der augenblicklichen Stärke unserer Hand, oder aufgrund der Stärke, die sie in späteren Setzrunden noch erlangen könnte, nicht folden wollen.

Wir sollten darauf verzichten, einen Block Bet zu spielen, wenn:

• unsere Hand sehr schwach ist und kaum Outs hat, um sich zu verbessern.
• unsere Hand so stark ist, dass wir glauben, sie ist augenblicklich die beste.
• vor uns in dieser Setzrunde bereits ein Einsatz getätigt wurde.
• wir gegenüber dem Gegner, von dem wir vermuten, dass er hoch anspielen könnte, Position haben.
• wir keinen Anlass haben zu glauben, dass unser Gegner einen Einsatz bringen könnte.
• zu viele Spieler im Pot sind, die alle gleichzeitig manipuliert werden müssten.

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