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No Limit: Eine Einführung

No-Limit ist die derzeit meistgespielte Pokervariante. Ende der 1990er-Jahre etwa war es noch schwer, einen passenden Tisch zu finden, nun wird No-Limit überall gespielt – im Internet, im Casino oder auch zu Hause mit Freunden.

Schaltet man den Fernseher ein, ist es möglich, zu den verschiedensten Tageszeiten eine Pokersendung zu verfolgen, und dort geht es meist nur um eine Variante: No-Limit Texas Holdʼem! Große Turnierserien wie die World Series of Poker (WSOP), die European Poker Tour (EPT) oder gar die noch relativ junge Asia Pacific Poker Tour (APPT) beinhalten allesamt NL-Wettbewerbe und auch die Größen der Pokerwelt, wie Phil Hellmuth, Chris Moneymaker oder Patrik Antonius, wurden dank No-Limit Holdʼem bekannt

  • Es ist deutlich erkennbar, dass NL derzeit extrem populär ist und auch weiterhin stark im Kommen sein wird!

 Egal, mit wie vielen Spielern, egal, um welche Einsätze, egal, an welchem Ort, heutzutage ist es immer möglich, eine passende NL-Partie zu finden. Dass nun so viele Menschen Zugriff auf Pokerspiele dieser Form haben, heißt aber noch bei Weitem nicht, dass diese das Spiel auch verstehen bzw. profitabel betreiben. Ein Großteil hat noch nie etwas von bestimmten Konzepten, Strategien, Verhaltensweisen oder Ähnlichem gehört, geschweige denn gelesen. Viele verfolgen auch einfach Herangehensweisen, die sie z. B. von Freunden und Bekannten abgeschaut haben. Dass diese dann aber größtenteils unvollständig, wenn nicht sogar fehlerhaft sind, versteht sich von selbst.

  • Poker ist ein Spiel, bei dem man entweder ein Verlierer ist oder sich ständig versucht weiterzubilden und dementsprechend Gewinn einfährt. Nicht anders ist es beim No-Limit!

 Es ist daher für die Erarbeitung eines umfangreichen Pokerwissens wichtig, sich mit dieser Version des Pokerns näher vertraut zu machen. Bei PokerStars School wird Schritt für Schritt gezeigt, welche Mittel und Wege notwendig sind, um dabei auch erfolgreich zu sein. Den ersten Schritt machen wir mit der No-Limit-Shortstack-Strategie.

Die Shortstack-Strategie

Das Spiel No-Limit Holdʼem ist eine äußerst komplexe Pokervariante. Vor allem die unbegrenzten Setzwerte und die in Relation zu den Blinds teilweise recht großen Stacks lassen Anfänger schnell Geld in den falschen Situationen in die Mitte schieben. Dies gilt es zu vermeiden. Die Shortstack-Strategie (SSS) ist ein guter Weg, um sich in Cashgames effizient und sicher an die Variante heranzuarbeiten, da man mit einem nur relativ kleinen Betrag am Tisch sitzt und so viele schwierige Entscheidungen ganz einfach vermieden werden können. Ein weiterer Punkt, der typisch für die Shortstack-Strategie ist, ist die auf Tophände reduzierte Starthandauswahl. Dadurch hat man, neben dem kleinen Stack, zusätzlich den Vorteil, dass man immer mit einer überdurchschnittlich guten Hand – und damit meist als Favorit – im Spiel ist. Eine Garantie für langfristigen Gewinn!

Oft hört man von anderen Spielern, dass man sich am besten nie als Shortstack an einen Tisch begeben sollte, da die großen Stacks dann einen Vorteil haben. Diese Aussage gilt für Turniere, nicht aber für Cashgames. Spieler mit einer kleinen Anzahl an Chips können dort mithilfe der Shortstack-Strategie auf relativ einfache Art und Weise profitables Poker spielen!

Im Grunde beinhaltet die SSS sechs entscheidende Punkte:

   1. Mit der SSS benötigt man nur einen kleinen Stack am Tisch.
   2. Ist man an einer Hand beteiligt, hat man häufig die stärkere Starthand.
   3. Durch den kleinen Stack ist man oft bereits vor oder auf dem Flop all-in.
   4. Als Shortstack wird einem am Tisch weniger Respekt entgegengebracht.
   5. Die Strategie ist nur schwer zu kontern.
   6. Oft wird um Dead Money gespielt.

Im Folgenden werden diese Punkte im Detail erläutert.


1.   Der kleine Stack

Bereits die Bezeichnung „Shortstack-Strategie" gibt Auskunft über die benötigte Stackgröße – sie ist relativ klein. Der Vorteil: Durch die kleine Anzahl Chips werden schwierige Entscheidungen auf Turn oder River nahezu ausgeschlossen, da man in der Regel zu diesem Zeitpunkt schon all-in ist (oder gepasst hat). Andere Spieler haben somit beispielsweise kaum ein Chance, uns aus der Hand zu bluffen oder Ähnliches. Zudem benötigt ein Spieler mit kleinem Stack auch nur eine relativ geringe Bankroll.

2. Die Stärke der eigenen Hand

Bei der SSS spielt man ausschließlich starke Hände, d. h. man hält meist eine bessere Hand als die Mitspieler. Auf Dauer machen wir also Gewinn, da die Wahrscheinlichkeiten auf unserer Seite stehen. Die korrekte Spielweise vor dem Flop lautet demnach „supertight", was bedeutet, dass man wirklich nur in die besten und stärksten Hände investiert.

3. Frühes All-in

Durch den sehr kleinen Geldbetrag, den man am Tisch hat, ist man relativ früh in der Hand mit seinem gesamten Geld all-in. Dies hat vor allem für Anfänger entscheidende Vorteile.

Zum einen werden die Hand und damit auch die Komplexität deutlich verkürzt bzw. verkleinert. Dadurch werden Entscheidungen meist auf einen Fold oder ein All-in reduziert. Fehler in späteren Setzrunden (z. B. durch Fold gegen einen Bluff) werden so häufig vermieden. Große Pots entstehen beim No-Limit Holdʼem oft erst am Turn oder River und genau dies sind auch die Punkte, an denen schwache Spieler teure Fehler begehen. Als Einsteiger ist es nicht einfach, alle Dimensionen des Spiels zu erkennen und auch zu verstehen, da dafür unter anderem eine Menge Übung erforderlich ist. Daher macht es Sinn, zu Beginn der „Pokerkarriere" eben jene komplizierten Situationen zu vermeiden. Sitzt man mit einem vollen Stack am Tisch, so hat man meistens Call, Raise oder Fold (bzw. auch Check und Bet) zur Auswahl, als Shortstack fällt die Option zu callen praktisch weg.

Dies führt auch schon zum nächsten wichtigen Vorteil eines frühen All-ins: Einsteiger lernen so, welche Stärke und Bedeutung Aggression beim Pokern hat, denn Aggression ist der Schlüssel zu erfolgreichem Poker. Als Shortstack hat man in der Regel nur die Optionen, aggressiv zu setzen oder seine Hand möglichst gleich aufzugeben.

Das frühe All-in vermeidet also unnötige Fehler in den späteren Setzrunden und lehrt das aggressive Spiel.

4. Wenig Respekt

Zahlreiche Gegner zollen einem kleinen Stack kaum Achtung. Sie spielen also nicht nur ihre starken Blätter, sondern auch marginalere Kombinationen gegen einen SSS-Spieler. Der Stack ist einfach zu klein, um eine Bedrohung darzustellen, denn während wir um unseren kompletten (Short-)Stack spielen, spielen unsere Mitspieler teilweise nur um ein Fünftel oder weniger ihres Buy-ins. Wie unter Punkt zwei erwähnt, investieren wir unser Geld nur in gewinnbringende Hände. Spieler mit großen Stacks lassen sich hingegen, vor allem auf den kleineren Limits, dazu hinreißen, eine ganze Reihe deutlich schlechterer Hände gegen uns zu spielen.

5. Schwer zu kontern

Selbst auf den höchsten Limits, die online spielbar sind, lassen sich regelmäßig Shortstacks finden – und das nicht ohne Grund. Die Shortstack-Strategie ist nämlich so konzipiert, dass keine effektive Konterstrategie existiert.

6. Dead Money

Chips, die von einem Spieler in den Pot eingezahlt wurden, der bereits gepasst hat, bezeichnet man als Dead Money.

- Beispiel: Gespielt wird mit $1/$2-Blinds. Ein Spieler erhöht vor dem Flop auf $6, ein weiterer Spieler callt und die Blinds folden. Nun sind $3 Dead Money im Pot ($1 Small Blind + $2 Big Blind)


Nachdem man als Shortstack-Spieler selbst relativ früh in der Hand all-in ist, setzen die Gegner hingegen oftmals weiter Chips in die Mitte. Daher kommt es nicht selten dazu, dass andere Spieler ihre Hand passen, sobald jemand Stärke zeigt. Gegen gepasste Hände haben auch wir als Shortstack dann nicht mehr zu spielen. Wir sind also in einen Pot involviert, in dem wir um mehr Geld spielen als Gegner vorhanden sind. Dadurch steigt der mögliche Gewinn.


Wann gilt man als Shortstack?

Um die Shortstack-Strategie profitabel spielen zu können, ist eine bestimmte Größe des eigenen Stacks erforderlich, die nicht überschritten werden sollte.

Die Stackgröße, also das Geld, das man am Tisch hat, wird immer in Relation zu den Blinds, also den Mindesteinsätzen an einem Tisch, gesehen. Online existieren Maximal- sowie Minimalbeträge, mit denen sich ein Spieler an einen Tisch setzen darf. In der Regel liegt das Maximum bei hundert Big Blinds, also kurz 100 BB, und das Minimum bei zwanzig Big Blinds, also kurz 20 BB.

Als Shortstack möchten wir uns für einen möglichst geringen Betrag in ein Spiel einkaufen, daher wird der Minimalbetrag des Buy-ins voll ausgenutzt

  • Als Shortstack-Strategie-Spieler kauft man sich mit einem Betrag von 20 BB ein.


Möchten wir also an einem NL-$0,05/$0,10-Tisch Platz nehmen, kaufen wir uns mit $2 ein, das entspricht zwanzigmal $0,10, dem Big Blind.

Ab wann gilt man nicht mehr als Shortstack?

Ein essentieller Punkt dieser Strategie ist, dass man wirklich nur als Shortstack im Spiel bleibt. Ist der eigene Stack also bereits so weit angewachsen, dass er eine bestimmte Größe erreicht hat, muss man den Tisch verlassen und sich gegebenenfalls einen neuen suchen. Die Stackgröße, mit der wir nicht mehr in die Shortstack-Strategie passen, setzen wir bei ca. 25 BB an.

  • Erreicht der Stack eine Größe von 25 Big Blinds oder mehr, muss der Tisch verlassen werden.

Dieser Punkt darf keinesfalls vernachlässigt werden, da die hier gelehrte Shortstack-Strategie mit einem größeren Stack nicht gewinnbringend umgesetzt werden kann. Zuvor gewonnenes Geld wird dadurch nur einem unnötigen Risiko ausgesetzt.

Allerdings gilt es beim Verlassen oder Wechseln eines Tisches im Onlinepoker einige Einschränkungen zu beachten: Man darf jederzeit Geld an den Tisch bringen (so lange man nicht das Maximum von 100 BB überschreitet), aber nicht vom Tisch weggehen, dabei einige Chips aus dem Spiel nehmen und dann einfach weitermachen. Wenn man den Tisch verlassen und sich dann direkt wieder mit einem kleineren Betrag hinsetzen könnte, wäre das in der Praxis dasselbe wie Geld vom Tisch einzustecken. Deshalb gibt es folgende Regel: Verlässt man z. B. bei PokerStars einen Tisch und will sich innerhalb der nächsten 30 Minuten wieder an denselben Tisch setzen, muss man genauso viel Geld an den Tisch bringen wie man hatte, als man aufgestanden ist. Bei Anwendung der SSS muss man sich darum entweder einen neuen Tisch suchen oder 30 Minuten warten, ehe man wieder mit einem Stack von 20 BB einsteigen und als Shortstack weiterspielen kann. Dies sollte jedoch kein Problem darstellen, da auf PokerStars meist genug Tische desselben Limits parallel laufen.

Natürlich kann es auch einmal in die andere Richtung gehen und der Stack nach und nach kleiner werden. Dies stellt jedoch kein Problem dar und ist zudem nicht zwingend Resultat einer schlechten Spielweise, sondern vielmehr Teil des Spiels. Manchmal kann es sehr lange dauern, bis man eine spielbare Hand erhält. Genau dann ist es wichtig, einen der Strategie entsprechend großen Stack zu haben, d. h. ca. 20 BB. Daraus ergibt sich ein weiterer Grundsatz:

  • Hat man 12 bis 15 Big Blinds oder weniger am Tisch, sollte man so viele Chips nachkaufen, dass man wieder ca. 20 BB im Spiel hat.

Diese Regeln gelten immer, egal, um welche Einsätze gespielt wird. Bei Missachtung ist auch der Misserfolg der Strategie vorprogrammiert.

Was ist noch zu beachten?

Die folgenden Tipps sollten zudem noch beachtet werden, damit der Erfolg der Strategie maximiert werden kann.

  • Auf den Big Blind zu warten, spart Geld! Manchmal muss man zwar einige Hände abwarten, bis man in der Position des Big Blinds einsteigen kann, aber dennoch sollte man diese Wartezeit in Kauf nehmen und erst dann zahlen, wenn man auch muss. Es bringt nichts, blind die Mindesteinsätze zu zahlen, wenn man in den meisten Fällen anschließend seine Karten passen muss. Wer ganz ungeduldig ist, endlich ins Spiel eingreifen zu können, kann am Cut-off die Blinds blind zahlen.

Bei PokerStars gibt es nahezu in jedem Limit reichlich Tische, an denen gleichzeitig gespielt wird. Daher findet man auch schnell einen freien Platz in der Nähe des Buttons, sodass man kein Geld verschenken muss, indem man aus einer schlechten Position Blinds erbringt.

  • Daraus folgt: Egal, ob als Big- oder Shortstack, die Position ist und bleibt, wie im entsprechenden Artikel beschrieben, eines der wichtigsten Kriterien bei der Auswahl und Spielweise der Hände.
  • Es sollte ausschließlich „fullring" (kurz FR) gespielt werden. Fullring bedeutet, dass sich am Tisch acht, neun oder mehr Spieler befinden. Sobald weniger Gegner vorhanden sind, verändert sich die Spieldynamik, was den Profit deutlich sinken lässt. Am besten also gar nicht an Tische mit wenigen Spielern setzen! Sollten zu viele Spieler an dem Tisch, an dem man gerade spielt, ausscheiden, dann ist es auch für uns an der Zeit, auszusetzen und auf neue Spieler zu warten oder den Tisch zu verlassen und nach einem neuen Tisch zu suchen.

Das Spiel mit einem großen Stack ist sehr komplex und erfordert eine Menge Erfahrung. Deswegen ist die Shortstack-Strategie für Anfänger wesentlich besser geeignet. Man sitzt mit einem relativ kleinen Betrag am Tisch und kann so viele schwierige Entscheidungen ganz einfach vermeiden, da man meistens bereits vor dem Flop oder spätestens auf dem Flop all-in ist. Dadurch, dass man nur Tophände spielt, hat man häufig die bessere Starthand und geht somit meist als Favorit in das Spiel.   Um die Shortstack-Strategie anwenden zu können, braucht man zudem keine große Bankroll. Vor allem gibt es bis heute keine effektive Gegenstrategie.

Im nächsten Artikel der Serie über No-Limit Hold'em geht es um das Spiel vor dem Flop. Um diesen jetzt anzuzeigen bitte hier klicken.

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