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Martin Finger – High Roller-Club, EPT Prag & die PSPC
Unsere Winners Wall ist eigentlich für Mitglieder, die erste Erfolge verbuchen. Ab und an gibt es jedoch auch ein Interview mit einem Start der Szene. Das Folgende Interview führte Robin Scherr für den PokerStars Blog.

Martin Finger und der High Roller Club bei PokerStars, das scheint zu passen. Zumindest zählt der in Wien lebende deutsche Pro seit dem Launch am 6. November zu den erfolgreichsten Spielern. Die Bilanz weist bis dato zwei Turniersiege, vier weitere Finaltische und insgesamt rund $87.000 an Preisgeldern aus.

Wir haben uns mit dem EPT-Champion und WSOP Bracelet-Gewinner zu einem Interview getroffen und uns über den High Roller-Club sowie die anstehenden Live-Veranstaltungen in Prag (EPT) und auf den Bahamas (PCA/PSPC) unterhalten.



PokerStars Blog: Hallo Martin. Beginnen wir aus aktuellem Anlass mit dem High Roller-Club. Wie findest du das neue Angebot im High Buy-in-Bereich?

Martin: Es sind ja nicht alle Turniere neu, das $530 Bounty Builder zum Beispiel gab es ja auch schon vorher. Mit den neuen $1K-Turnieren wurde der Shedule meiner Meinung nach aber sehr gut ergänzt. Das sind die schönsten Turniere, die haben eine solide Struktur und du kannst richtig Poker spielen.

Und die High Roller Series motiviert mich auch mal an einem Mittwoch zu spielen, wo das Angebot bisher deutlich geringer war. Es sind für mich einfach die Turniere, die am meisten Fun machen.


PS Blog: Obwohl die Felder deutlich stärker besetzt sind?

Martin: Die Felder sind natürlich sehr tough, aber auch viel kleiner. Wenn 2.000 Leute mitspielen, gewinnt man relativ selten. Bei Feldern mit 200 Spielern erreicht man öfter mal den Final Table oder schafft es unter die Top 3.

Außerdem kannst du Reads sammeln und bestimmte Exploits machen, weil du immer wieder gegen diese Leute spielst. Die Games sind einfach schön competitive und das ist eine gute Sache.

Das erinnert mich auch sehr an die Live-High Roller, wo immer wieder die gleichen Regulars und Fische am Start sind.


PS Blog: Das heißt, der Fokus liegt dann auch wirklich bei den High Roller-Turnieren? Stichwort: Multi-Tabling.

Martin: Ich bin da ehrlich gesagt in einem täglichen Konflikt. Manchmal mache ich Turniere bis runter auf $33 auf, weil ich mir denke, das Bigger 33 musst du einfach spielen, das ist safe gutes Geld. Aber gleichzeitig habe ich dann auch so viele Tische offen, dass ich nicht fokussiert genug bin.

Oder ich kämpfe die ganz Zeit mit mir, ob ich am zweiten Monitor noch eine TV-Serie anmache. Das geht manchmal im Fünf-Minuten-Takt: Komm, jetzt mache ich die Serie an. Nein, du hast doch gerade gesagt, dass du dich konzentrieren willst. Und so weiter.

Dabei kannst du einen erheblichen EV rausholen, indem du wirklich nur die vier oder fünf High Roller-Turniere spielst und dich voll fokussierst. Am besten dunkler Raum und Kopfhörer auf - absolut „In The Zone". Das macht auf dem Level einfach einen extremen Unterschied.

In der Theorie bin ich davon auch ein großer Fan. In der Praxis ist es für mich aber seit zehn Jahren ein ständiger Kampf mit mir selbst.


PS Blog: Und wie hast du es in der vergangenen Woche gehandhabt, die ja unglaublich erfolgreich war?

Martin: Da habe ich tatsächlich nur die High Roller gespielt. Das hat natürlich jetzt nicht viel Aussagekraft, aber da war ich einfach mal DA. Und wie schon gesagt, langfristig machen Dinge wie gute Vorbereitung, guter Fokus auf diesem Level, der so competitive ist, einfach den Unterschied aus.

PS Blog: Apropos competitive. Wie viel Zeit steckst du in Theorie?

Martin: Momentan versuche ich die perfekte Balance zwischen Spiel und Study zu finden. Theorie macht mir zwar überhaupt keinen Spaß, aber die harte Arbeit zahlt sich am Ende aus und das Leben ist immer schöner, wenn man gerade gewinnt.

Vor vier, fünf Jahren war das vielleicht noch anders, aber heute ist es wie beim Schach: Es geht einfach nicht ohne Theorie. Insbesondere online.


PS Blog: Themenwechsel. Wie sind die Pläne für die kommenden Monate? Die EPT Prag und das PokerStars Caribbean Adventure, das mit der Players Championship ein einmaliges Event zu bieten hat, rücken näher.

Martin: Im letzten Jahr musste ich Prag tatsächlich ausfallen lassen, aber ich freue mich diesmal umso mehr. Mit dem EPT-Sieg vor sieben Jahren in Prag hat für mich alles angefangen. Das Shamballa-Bracelet, das es damals beim Main Event noch dazu gab, bedeutet mir immer noch sehr viel. Es erinnert mich daran, wie sich mein Leben durch diesen Erfolg verändert hat.

PS Blog: Und die Players Championship auf den Bahamas?

Martin: Beim PCA war ich zuletzt 2016, aber so wie Stars das diesmal mit der Players Championship gestaltet hat, ist die Veranstaltung ein absolutes „Must Play". Durch die über 300 Platinum Pässe und die $1 Million extra für den Sieger, kannst du dir das auf keinen Fall entgehen lassen. Und das PCA war ohnehin schon immer extrem soft, da es durch die Location und die Nähe zu den USA viele Freizeitspieler anzieht.

Ich kenne aus meinem Umfeld auch niemanden, der diesmal nicht auf den Bahamas dabei ist. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass die Spielerzahlen im Vergleich zu den letzten Jahren explodieren werden.


PS Blog: Aber mit dem PCA ist die Reise noch nicht beendet.

Martin: Ja, das stimmt. Danach geht es direkt nach Melbourne zu meiner Freundin. Dort spiele ich dann auch die Aussie Millions und direkt im Anschluss geht es weiter nach Auckland (Neuseeland) zur Hochzeit von David Yan.

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