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Konzepte: Der Continuation Bet
Definition Conti Bet

 

Ein Continuation Bet hat somit ein sehr deutliches Setting, um angewendet werden zu können.

1. Wir waren vor dem Flop der Aggressor.
2. Es hat nach dem Flop noch niemand gesetzt, wenn wir an der Reihe sind.

  • Beispiel 1:
    Wir halten in früher Position und erhöhen auf den dreifachen Big Blind. Alle Spieler bis zum Button folden. Der Button callt und die Blinds folden. Der Flop kommt . Im Pot befinden sich siebeneinhalb Big Blinds. Wir setzen unsere Aggression fort und setzen 5 Big Blinds. Der Button foldet.

Abgrenzung

Der Continuation Bet ist, ebenso wie der Donk Bet, ein übergeordnetes Konzept. Je nach Situation kann der Continuation Bet ein Value Bet oder ein Bluff Bet sein. In den meisten Fällen wird der Continuation Bet unabhängig davon gespielt, ob man den Flop getroffen hat, oder nicht.

Continuation Bet vs. Value Bet

Ein Value Bet ist echt, während der Continuation Bet möglicherweise nur vorgibt, ein Value Bet zu sein. Der Continuation Bet sollte unabhängig davon, ob es sich um einen Value Bet oder einen Bluff Bet handelt, immer etwa denselben Anteil des Pots (z.B. Hälfte bis ganzer Pot) ausmachen. Dann hat der Gegner immer eine schwierige Entscheidung. Unser Continuation Bet könnte ein Value Bet sein, wenn wir Pre-Flop-Aggressor waren, out-of-position sind und auf dem Flop eine sehr starke Hand treffen.

Continuation Bet vs. Probe Bet

Beim Continuation Bet sind wir der Preflop-Aggressor und setzen nach dem Flop unsere Aggression fort. Bei einem Probe Bet sind wir nicht der Preflop-Aggressor, sondern der Preflop-Aggressor verpasst es, einen Continuation Bet oder Value Bet zu machen, oder es gab keinen Pre-Flop-Aggressor, sodass wir versuchen herauszufinden, wo wir stehen.

Continuation Bet vs. Block Bet

Ein Continuation Bet zielt darauf ab, den aufgebauten Druck fortzusetzen. Dies geschieht oftmals, um den Pot sofort zu gewinnen, während ein Block Bet den Pot klein halten will, um ihn später zu gewinnen oder günstig aufgeben zu können.

Ein Continuation Bet in späteren Setzrunden

Ein Großteil der Continuation Bets findet nach dem Flop statt. In der Regel ist es nicht sinnvoll, eine Hand noch ernsthaft weiterzuverfolgen, wenn ein Continuation Bluff Bet gecallt wurde. Mithilfe des Continuation Bet haben wir einen Versuch gestartet, günstig den Pot abzugreifen. Dabei haben wir uns den Umstand zunutze gemacht, dass wir schon vor dem Flop eine starke Hand signalisierten und dadurch eine höhere Fold Equity haben. Ist unser Gegner dennoch bereit, mitzugehen oder gar zu raisen, sind wir in aller Regel geschlagen.

Es wäre jedoch auch möglich, dass wir auf dem Flop checken, ebenso wie alle anderen Spieler, um dann auf dem Turn einen so genannten Delayed Continuation Bet (verzögerter Conitnuation Bet) zu setzen. 

Wenn wir deutlichen Grund zur Annahme haben, dass unser Gegner keine besonders starke Hand hat und bei einem weiteren Continuation Bet das Schlachtfeld verlassen wird, könnten wir auch nach einem Continuation Bluff auf dem Flop erneut auf dem Turn ansetzen. Dieser zweite Continuation Bet wird auch häufig „Second Barrel" genannt. Ein über die Maßen gutes Gespür für seinen Gegner und viel Erfahrung (sowie eine gehörige Portion Courage) gehören dazu, das „Third Barrel" zu feuern, also auch noch auf dem River einen Continuation Bet nachzuschieben. Solche Versuche können sehr teuer sein und sollten erst dann unternommen werden, wenn wir über genügend Erfahrung verfügen, um zu wissen, in welchen seltenen Fällen die Situation dazu geeignet ist.

Ein Standardkonzept ohne ständigen Einsatz

Der Continuation Bet sollte zwar zum Standardrepertoire gehören, doch sollte er nicht standardmäßig in jeder Situation, die die obigen drei Punkte erfüllt, durchgeführt werden. Ein Grund dafür liegt darin, dass einige Gegner durchaus wissen, dass man normalerweise in etwa zwei Drittel der Fälle am Flop vorbeisegelt. Machen wir jedoch immer und immer wieder einen Continuation Bet, werden unsere Gegner bald skeptisch und fangen an, uns zu raisen. So schön und wichtig dieses Konzept auch ist, die höchste Prämisse eines guten Pokerspielers besteht darin, das eigene Spiel nicht zu durchsichtig zu gestalten, um dern Gegnern keine einfachen Entscheidungen zu überlassen.

Ein weiterer Grund, nicht immer mit einem Continuation Bluff Bet fortzusetzen, könnte jedoch auch darin liegen, dass viele Spieler mit im Pot sind und/oder der Flop sehr gefährlich ist. Hier ein Beispiel:

  • Beispiel 2:
    Wir halten in mittlerer Position. Vor uns wird gefoldet und wir erhöhen auf den vierfachen Big Blind. Wir haben an dieser Stelle nichts dagegen, die Blinds direkt einzukassieren, wollen jedoch, im Fall, dass wir einen Call bekommen, nach Möglichkeit Heads-up sein. Es kommt jedoch ganz anders. Der Cut-off und der Button sowie die beiden Blinds callen. Der Flop kommt mit . Die Blinds checken bis zu uns. Sollten wir einen Continuation Bet wagen?

Diese Situation ist äußerst ungünstig für einen Continuation Bet. Zunächst einmal stört uns die Anzahl der Spieler im Pot. Einen Continuation Bluff Bet führen wir idealerweise gegen einen, maximal zwei Gegner aus. Darüber hinaus ist das Board äußerst ungünstig. Drei hohe Karten bei drei Gegnern, die allesamt bereit waren, mit ihren Blättern vor dem Flop einen Raise in Höhe von vier Big Blinds zu callen, verheißen nichts Gutes. Darüber hinaus könnte bereits jetzt ein Spieler ein Monster halten und auf die Gelegenheit für einen Checkraise warten. Wir sollten in dem obigen Beispiel checken und bei einem Bet passen. Selbst wenn die Runde durchgecheckt wird und auf dem Turn eine Zehn fällt, sollten wir uns nicht der falschen Illusion hingeben, dass sich das Blatt hier stark gewendet hätte, da uns nun jede und jede -Hand schlägt (ist die Turn-Karte die , genügt sogar nur eine -Karte, um uns zu schlagen). Wir haben in diesem Fall lediglich mehr Outs bekommen und können in Abhängigkeit der Höhe der Einsätze auf dem Turn entscheiden, ob wir genügend Potodds und gegebenenfalls Implied Odds haben, um callen zu können.

Fazit

Wir spielen einen Continuation Bet, wenn wir der Preflop-Aggressor waren, mit maximal zwei Gegnern einen ungefährlichen Flop sehen, diesen jedoch verfehlt haben, und vor uns noch nicht gesetzt wurde.

Wir sollten darauf verzichten, einen Continuation Bet zu spielen, wenn:

• wir nicht der Preflop-Aggressor waren.
• der Flop sehr gefährlich ist und mit hoher Wahrscheinlichkeit einen unserer Gegner getroffen haben könnte.
• vor uns nach dem Flop bereits ein Bet gekommen ist.
• drei oder mehr Gegner mit uns den Flop ansehen.
• unser Gegner eine „Calling Station" ist, gegen den wir keine Fold Equity haben, für den Fall, dass unser Continuation Bet ein Bluff ist.
• wir kürzlich mehrmals hintereinander auf den Flop gesetzt haben, unabhängig davon, ob wir dabei Value Bets oder Continuation Bets gemacht haben.


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