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Flix-Max: Der Preflop Guide #2
Der PokerStars School 6-Max NL Cashgame Preflop Guide - Teil 2: MP

Der zweite Artikel aus der Serie meines kleinen 6-Max NL Cashgame Preflop Guides beschäftigt sich ausschließlich mit möglichst profitablen Preflop Entscheidungen, die man in Middle Position treffen kann.

Die grundlegenden Eröffnungsstrategien unterscheiden sich kaum von denen, die man aus UTG trifft. Es gilt immer noch, zwei Spieler hinter sich mit einem Open Raise zum Fold zu bewegen, damit zumindest ein positioneller Vorteil in der Hand für die postflop Straßen gesichert ist. Je seltener diese Gegner ihre Position aufgeben, umso stärker ist man an eine solide Opening Range gebunden. Die Hände, die man vor allem gegen loose, aggressive oder besonders kompetente Gegner ohne Position spielen, sollten möglichst viel Equity floppen können (d.h. sich nach dem Flop auch ohne Position gut spielen).

Man sollte sich generell an zwei Kriterien orientieren, um zu bestimmen, ob eine gegebene Hand in der aktuellen Tischdynamik profitabel spielbar ist aus MP:

  • Die Gegner im Cutoff und Button
  • Die Gegner in den Blinds

Je tighter die Gegner in Cutoff und Button preflop spielen, umso looser kann man seine Opening Range gestalten und umgekehrt. Die beiden Kriterien sind aber keineswegs isoliert zu verstehen, sondern ineinander übergreifend. Ein kleiner Test hierzu, der den Sachverhalt verdeutlichen soll:

In welchen Tischdynamiken sollte man die meisten Hände aus MP eröffnen und in welchen die wenigsten?

  • CO und BU spielen tight und straightforward, SB und BB sind loose, schwache Spieler
  • CO und BU spielen sehr kompetent und aggressiv, SB und BB spielen sehr tight
  • CO und BU spielen sehr tight, SB und BB spielen sehr kompetent und aggressiv

Die Antwort ist ganz klar 1. Man möchte aus MP nicht direkt die Blinds attackieren oder stehlen, sondern sollte vielmehr die Verwicklung in Pötten mit schwachen Spielern anstreben. Diese Spieler werden mit positionellem Nachteil gegen einen antreten, und aufgrund ihrer Spielweise viele Fehler postflop machen. In genau diesem Szenario spielt die eigentliche Handstärke eine eher untergeordnete Rolle. Wichtig ist nur das Erschaffen einer profitablen Ausgangslage gegen die richtigen Gegnertypen.

Zur Veranschaulichung ein Beispiel:

ist eine eher mittelmäßige Hand, die sich out of Position durch die Schwäche ihres Kickers nicht sonderlich profitabel aus früher Position spielen lässt. Kann man sich aber durch das Öffnen der Hand in MP durch das tighte Spiel von CO und BU oft Folds versprechen und die Hand in Position gegen die Blinds spielen, kann man mit ihr langfristig wieder einen Profit erzielen aus MP.

Sitzen in den Blinds nämlich beispielsweise schwache Spieler, die hier auch Hände wie oder etc. gegen einen Raise aus jeder Position spielen möchten, erschließt sich ein direkter Profit.

Welche Hände man sein MP Repertoire aufnimmt oder aus diesem wieder entfernt, hängt also einzig und allein von der aktuellen Tischdynamik ab. Diese unterliegt mit wechselnden Gegnern oder auch gegnerischen Strategien (Anpassungen) natürlich auch immer einem Wandel, also ist genaues Hinschauen angesagt!

3-Betting eines UTG Openers

Einem UTG Raiser schreibt man typischerweise eine eher tighte, starke Range zu. In diesem Fall scheint es kontraintuitiv, in genau dieser Situation überhaupt eine Range von Händen zu haben, mit der man für Value reraist (ausser z.B. , ) oder sogar mit einem Reraise (3-Bet) blufft. Es gibt allerdings zwei Dynamiken, in denen es sich lohnt, einen UTG Raiser zu 3-betten. Diese werde ich im folgenden kurz anschneiden und damit gute Situationen für Bluff- oder Value 3-Bets vor dem Flop identifizieren:

  • Der UTG Raiser spielt eigentlich tight/aggressiv, eröffnet aber eine weite Range von Händen, weil ihm die Spieler direkt hinter ihm tight verhalten haben und schwache Spieler in den Blinds sitzen. Er spielt positionsbewusst, tight und aggressiv – wird also gegen einen Reraise vorläufig keine Action geben, ausser er hält eine Premium Hand. Bluff ihn öfter - er wird häufig genug folden müssen.
  • Der UTG Raiser spielt schwach, eröffnet eine weite Range von Händen, foldet aber ungern auf 3-Bets. Reraise ihn für Value mit einer weiteren Range – AQ, AJ, KQ, KJ, JJ, TT, 99 sind Top Kandidaten. Wichtig ist nur, dass man die Range von Händen dominiert, mit denen der Spieler vor dem Flop bereit ist, zu 4-betten oder gegen die 3-Bet zu callen.

Ein kurzer Hinweis noch zum Callen von UTG Raises in MP: Manche Hände wie z.B. kleine Pairs oder dominierte Hände ( , , , usw.) sollte man im Regelfall eigentlich selten callen gegen einen UTG Open. Dieser Spot birgt gleich mehrere Gefahren - Dominierung ist nur eine davon. Die schlechte, relative Position, die sich postflop ergibt, wenn hinter dem eigenen Call noch weitere Spieler in den Pot einsteigen, ist weitaus schlimmer. Je mehr Spieler hinter uns agieren können, umso schwieriger können wir eine Hand (egal ob stark oder schwach) profitabel spielen. Caller bekommen postflop gute Odds für Draws, werden umgekehrt aber aus dem Pot verscheucht, wenn man bereits am Flop raisen möchte. Preflop können zudem aggressive, kompetente Gegner den offenen Pot mit einem Squeeze Play attackieren. Der einzige Grund, einen Pot in MP "nur callend" zu betreten könnte in der Existenz von schwachen Spielern in den Blinds liegen, die man gern in den Pot ziehen möchte.

Im nächsten Artikel geht es weiter mit hilfreichen Tipps zum Preflop Spiel in late Position - Cutoff und Button, die Brot und Butter Positionen des NLHE Cashgames.

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