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FLP: Outs und Non-Outs zählen

In diesem Kurs sind Outs einzelne Karten, die dazu beitragen, entweder eine zweitbeste Hand zur besten Hand zu entwickeln, oder eine bereits vorn liegende Hand weiter zu stärken. Liegen Sie bereits vorn und bekommen eines Ihrer Outs, bedeutet dies, dass Sie auch weiterhin vorn liegen. Liegen Sie zurück und erhalten eines Ihrer Outs, heißt das, dass Sie nun die beste Hand halten.

Non-Outs sind alle Karten, die aus einer Hand nicht die beste Hand machen, sei es, weil die Hand von einer anderen geschlagen wird, oder weil eine bislang zweitbeste Hand sich nun zur besten Hand entwickelt hat. Liegen Sie vorn, ist ein Non-Out eine Karte, die einem anderen Spieler nun eine bessere Hand als Ihre verschafft. Liegen Sie hinten, ist ein Non-Out eine Karte, die Ihnen nicht hilft, sich in Relation zur besten Hand zu verbessern. Wenn eine Karte Ihnen zwar hilft, Ihre Hand zu verbessern, ohne dass sie zur besten Hand wird, ist diese Karte kein Out. Wenn beispielsweise der River Ihre Hand von einem Paar zu zwei Paaren verbessert, während einer Ihrer Gegner jedoch gleichzeitig seine Hand von einem besseren Paar zu einem nun besseren Two Pair verbessert, nützt Ihnen die Verbesserung Ihrer Hand nichts. Die Karte, die Ihre Hand verbesserte, war ein Non-Out, da es Ihre Hand nicht zur besten Hand verbesserte.

Die Bezeichnung Live Outs wird häufig für Outs verwendet, die Ihnen die beste Hand geben (oder Ihnen helfen, die beste Hand zu behalten). Im Gegensatz dazu stehen Outs, die Ihre Hand zwar verbessern, Ihnen jedoch nicht die beste Hand geben. In diesem Kurs werden Karten, die Ihre Hand verbessern, sie jedoch nicht zur besten Hand erheben, als Non-Outs bezeichnet; somit besteht keine Notwendigkeit, zwischen Outs und Live Outs zu unterscheiden. Alle Outs sind gut und alle Non-Outs sind schlecht.

Beispiel für das Outs-Konzept

Auf dem Turn haben Sie vier Karten zum Nutflush; Sie haben zwei Suited Cards in Ihrer Hand und es liegen zwei weitere Karten derselben Farbe auf dem Board. (Eine Nut-Hand ist die bestmögliche Hand auf dem jeweils gegebenen Board.)

Ihre Hand:
Board:

Wenn Sie Ihren Flush machen, halten Sie die Nut-Hand, vorausgesetzt, es ist kein Full House möglich. Ein Straightflush ist nicht möglich, da die Lücke zwischen der und der zu groß ist. Jede der verbleibenden neun Pik-Karten gibt Ihnen einen Flush, wobei sieben dieser neun Outs nicht das Board pairen und Ihnen damit die Nut-Hand geben. Zwei der Karten pairen das Board ( und ) und geben Ihnen zwar den bestmöglichen Flush, jedoch nicht notwendigerweise die Nut-Hand. Sie wissen, dass die sieben Flush-Karten, die das Board nicht pairen, definitiv Outs für Sie sind, da sie die Möglichkeit eines Full House, oder Four-of-a-Kind nicht zulassen (Es muss sich ein Paar auf dem Board befinden, damit irgendjemand ein Full House oder einen Four-of-a-Kind haben kann.) Wenn die Flush-Karte auf dem River das Board jedoch pairt, besteht die Möglichkeit, dass ein anderer Spieler ein Full House bekommen hat, während Sie Ihren Flush machten. Diese Karte war somit kein Out, obgleich sie Ihre Hand verbessert hat, wenn sie gleichzeitig einem anderen Spieler ein Full House bescherte.

Im Deck befinden sich 52 Karten. In diesem Beispiel kennen Sie sechs Karten, bevor der River aufgedeckt wird: Sie kennen die beiden Karten in Ihrer Hand und die vier Karten auf dem Board. Die anderen 46 Karten kennen Sie nicht (52 - 6 = 46).Wenn Sie neun Outs haben, sind die anderen 37 Karten im Deck Non-Outs (46 - 9 = 37). Sofern die oder die Ihnen einen Flush und gleichzeitig einem anderen Spieler ein Full House gibt, haben Sie lediglich sieben Outs und die anderen 39 Karten sind Non-Outs.

Tabelle 1
Anzahl unbekannter Karten

 Runde

Unbekannte Karten 

 Flop

47

 Turn

 46


Unbekannte Karten

Das Konzept der Anzahl unbekannter Karten könnte unter Umständen etwas verwirrend sein, da sich nach dem Turn weniger als 46 Karten im Deck befinden. Bei zehn Spielern, von denen jeder zwei Karten erhält, macht das 20 Karten. Mit weiteren vier Karten, die sich nach dem Turn auf dem Board befinden, gibt es noch 28 Karten, die niemand gesehen hat. Da der Dealer vor dem Flop und vor dem Turn jeweils eine Karte geburnt hat, bedeutet dies, dass sich noch 26 Karten im Deck befinden.

Wie auch immer, Sie haben nur sechs Karten gesehen. Sie wissen weder, was die anderen Spieler halten, noch wissen Sie, welche Karten geburnt wurden. Jede einzelne dieser Karten könnte einem anderen Spieler gegeben oder geburnt worden sein oder sich noch im Deck befinden. Solange Sie nicht wissen, welche Karten an andere Spieler ausgegeben oder geburnt wurden, können Sie keine Annahmen darüber treffen, wo sie sich befinden. Deshalb ist es unter normalen Umständen richtig, 47 ungesehene Karten nach dem Flop und 46 ungesehene Karten nach dem Turn anzunehmen.

Manchmal können Sie aufgrund des Spiels eines Ihrer Gegner sicher sein, welche zwei Karten er hält. In diesen seltenen Fällen können Sie Ihre Berechnungen auf der Basis von 45 ungesehenen Karten nach dem Flop und 44 nach dem Turn, wie in Tabelle 1 gezeigt, anstellen.

Outs zählen

Poker ist ein Spiel mit unvollständigen Informationen. Outs zählen ist eine Kombination aus Kunst und Wissenschaft. Wenn die gegnerischen Karten bekannt wären, würde es sich um eine reine Wissenschaft handeln, da die Anzahl der Outs und Non-Outs nur eine Frage des Kartenzählens und der notwendigen Mathematik wäre. Üblicherweise kennt man die Karten seiner Gegner nicht exakt, aber gute Spieler haben anhand des Spiels ihrer Gegner oftmals eine Vermutung, welche Karten diese halten. Spieler, die in der Lage sind, die Hände ihrer Gegner genau zu lesen, können ihre eigenen Outs und Non-Outs mit hoher Gewissheit bestimmen.

Herauszufinden, wie viele Outs Sie haben, ist ebenso eine Kunst wie eine Wissenschaft. Sie sollten wissen, wie Ihr Gegner spielt. Wenn Ihr Gegner mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Maniac ist und blufft oder semi-blufft, haben Sie möglicherweise mehr Outs. Spielt Ihr Gegner jedoch wie ein Rock, haben Sie möglicherweise weniger Outs, da ein Rock nur mit Premiumhänden in einen Pot einsteigen würde.

Tipps zum Zählen von Outs

Versuchen Sie, sich einen Überblick darüber zu verschaffen, welche Karten Ihre Gegner halten, indem Sie deren Spielweisen und ihre bis dahin in der Hand getätigten Aktionen beobachten. Wenn Sie wissen, wie ein Gegner spielt, haben Sie eine bessere Vorstellung davon, ob sie vorn oder zurückliegen und welche Outs Sie haben.

Wenn Sie sich sicher sind, vorn zu liegen, ist es im Limit Hold'em nicht wichtig, seine Outs zu zählen. Wenn Sie jedoch hinten liegen, müssen Sie die Wahrscheinlichkeit kennen, sich zu einer Hand zu verbessern, die die Hände Ihrer Gegner schlägt. Von Zeit zu Zeit kommt es vor, dass Sie sich nicht sicher sind, ob Sie vorn oder zurückliegen. In diesen Situationen ist es notwendig zu wissen, wie viele Outs Sie haben, wenn Sie hinten sind, und wie viele Outs Ihre Gegner haben, wenn Sie vorn liegen, damit Sie Ihre Chancen abschätzen können, vorn zu liegen.

Wenn Sie zurückliegen, finden Sie heraus, welche Karten Ihnen zur besten Hand verhelfen. Haben Sie erst einmal herausgefunden, welche Karten genau Ihre Hand verbessern, zählen Sie diese. Haben Sie beispielsweise eine Flushdraw und Sie wissen, dass Ihre Hand nur dann gewinnen kann, wenn Sie Ihren Flush treffen, zählen Sie alle Karten, die noch nicht gegeben wurden, die von derselben Farbe sind wie Ihr Flushdraw. Mit einem Flushdraw haben Sie vier Karten derselben Farbe: Entweder zwei in Ihrer Hand und zwei auf dem Board, oder eine in Ihrer Hand und drei auf dem Board. Da es im Deck jeweils 13 Karten von einer Farbe gibt, bleiben noch neun Karten von der Farbe übrig, die Sie benötigen. Dies wäre gleichzeitig die Anzahl Ihrer Outs, vorausgesetzt, niemand bekommt gleichzeitig ein Full House oder Four-of-a-Kind.

Tabelle 2
Anzahl der Outs, unbekannten Karten und Non-Outs

 Runde

Hand

Outs

Unb. Karten

Non-Outs

W'keit*

 Flop

Flushdraw 

  9 

 47

38

19,1 %

Flop 

 Zwei Overcards

 6

 47

 41

 12,8 %

 Turn

 Straightdraw

 8

 46

 38

 17,4 %

 Turn

 Eine Overcard

 3

 46

 43

 6,5 %

*W'keit ist die Wahrscheinlichkeit, die nächste Karte zu treffen

Sobald Sie eine Vorstellung davon haben, über wie viele Outs Sie verfügen, können Sie ausrechnen, wie viele Non-Outs Sie haben. Die Zahl der Non-Outs berechnet sich aus der Zahl der ungesehenen Karten minus der Zahl der Outs. Für gewöhnlich sollten Sie annehmen, dass es 47 ungesehene Karten auf dem Flop und 46 ungesehene Karten auf dem Turn gibt. Ziehen Sie die Zahl der Outs von der Zahl der ungesehenen Karten in der jeweiligen Runde ab, um zu berechnen, wie viele Non-Outs es gibt, wie in Tabelle 2 gezeigt.

Terminologie

Drawing Dead

Eine Hand, die keine Outs hat, ist drawing dead.

  • Beispiel:

Spieler 1:
Spieler 2:
Board:

Spieler 2 hat vier Asse. Spieler 1 kann, unabhängig von der Karte, die noch kommt, nicht mehr die Winning Hand erhalten und ist somit drawing dead.

Ein häufiges Beispiel für drawing dead ist, wenn ein Spieler auf dem Turn zwei Overcards zum Board hat, während ein anderer Spieler Two Pair hat. In diesem Fall könnte der Spieler mit den Overcards auf dem River seine Hand bestenfalls von No Pair zu One Pair verbessern, was kein Two Pair schlägt.

  • Beispiel

Spieler 1: off-suit
Spieler 2: off-suit
Board: rainbow

Spieler 1 ist drawing dead. Es gibt keine Riverkarte, durch die Spieler 1 eine bessere Hand als Spieler 2 bekommen kann. Die einzige Möglichkeit, wie Spieler 1 diese Hand gewinnen kann, ist, wenn Spieler 2 auf einen Bluff von Spieler 1 hin folden würde. Vermeiden Sie es, Geld in den Pot zu werfen, wenn Sie drawing dead sind. Ermuntern Sie Ihre Gegner jedoch dazu, so viel Geld wie möglich in den Pot zu schieben, wenn diese Ihnen gegenüber drawing dead sind.

Drawing Thin

Über einen Spieler, der nur ein oder zwei Outs hat, sagt man, er ist drawing thin.

  • Beispiel

Spieler 1:
Spieler 2:
Board:

Spieler 1 könnte noch einen Royal Flush machen, der besser wäre als die vier Asse von Spieler 2. Allerdings ist es lediglich die , die Spieler 1 einen Royal Flush gibt, sodass Spieler 1 auf einen Out drawt, beziehungsweise drawing thin ist.

Great Draw

Manchmal haben Sie eine Hand, die zwar Favorit ist, zu gewinnen, jedoch im Augenblick nicht vorn liegt.

  • Beispiel

Spieler 1:
Spieler 2:
Board:

Spieler 1 hat zu diesem Zeitpunkt 25 Outs und 19 Non-Outs und hält die schlechtere unvollendete Hand. Das Paar Zweien gibt Spieler 2 augenblicklich die beste Hand, doch Spieler 1 hat größere Chancen, dieses Aufeinandertreffen zu gewinnen. Die Outs von Spieler 1:

  • Jede oder jeder geben Spieler 1 ein besseres Two Pair (sechs Outs).
  • Jede oder geben Spieler 1 ebenfalls ein besseres Two Pair, wegen dem besseren Kicker. Das Paar Zweien von Spieler 2 wird durch das höhere Two Pair auf dem Board entwertet (sechs Outs).
  • Jedes Herz gibt Spieler 1 den Flush (sieben Outs, weil die kein Out darstellt, da hierdurch Spieler 2 ein Full House bekommen würde und die schon mitgezählt wurde).
  • Jeder oder jede , die kein Herz sind, geben Spieler 1 eine Straight (sechs Outs).

Für gewöhnlich ist es schwierig zu wissen, wann man sich in einer so großartigen Situation befindet. Würden Sie die Karten von Spieler 1 halten, könnten Sie sich nicht sicher sein, dass Ihr Gegner hält, doch Sie sollten in jedem Fall wissen, dass Sie eine bedeutende Chance haben, die Hand zu gewinnen, wenn Ihr Gegner nicht bereits ein Full House hält.


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