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FLP: Heads-up auf dem River

Das River-Paradoxon

Es gibt zwei Fehler, die auf dem River häufig gemacht werden und die einander zuwiderlaufen. Versuchen Sie zu intensiv, den einen Fehler zu vermeiden, machen Sie den anderen. Ich nenne es das River-Paradoxon. Die zwei Fehler sind:

  • die beste Hand zu folden.
  • zu oft mit einer Hand zu callen, die nicht die beste ist.

Auf dem River zu folden, wenn Sie die beste Hand haben, ist ein großer Fehler, da Pots häufig beträchtlich sind und es ist schwierig, den Verlust wieder wettzumachen, nachdem jemand den Pot von Ihnen gestohlen hat. Dieser Fehler muss nicht unbedingt häufig passieren, um kostspielig zu sein. Auf der anderen Seite kostet jeder Call auf dem River einen Big Bet. Gelegenheiten, auf dem River zu callen, fallen häufig an. Wenn Sie dies häufig machen, summieren sich die Kosten schnell. Somit sollten Sie die beste Hand nicht folden und nicht zu häufig callen, wenn Sie nicht die beste Hand haben. Der Versuch, einen Fehler zu vermeiden, erhöht die Wahrscheinlichkeit, den anderen Fehler zu machen. Wenn Sie immer folden, machen Sie niemals den Fehler, mit der schlechteren Hand zu callen, aber Sie machen hin und wieder den Fehler, die beste Hand zu folden. Wenn Sie immer callen, machen Sie niemals den Fehler, die beste Hand zu folden, aber Sie machen den Fehler, zu häufig mit der schlechteren Hand zu callen. Es ist schwierig, Ihr Spiel auf dem River so ausgeglichen zu gestalten, dass Sie beide Fehler vermeiden.

Wie lösen Sie das River-Paradoxon? Die Lösung ist komplex und beinhaltet das Herausfinden der Tendenzen der anderen Spieler, das Lesen von Händen und das Vorbereitetsein auf Situationen, bevor diese geschehen. Jede Hand erfordert, dass ihre spezifischen Details berücksichtigt werden. Alle Situationen können fernab vom Pokertisch analysiert werden. Dieser Artikel gibt Ihnen Werkzeuge an die Hand, um solche Probleme auf dem River zu lösen.

Auf dem River sind Heads-up-Spiele interessanter als solche mit mehreren Spielern. Mit drei oder mehr Spielern ist der Pot üblicherweise so groß, dass jeder Spieler mit jeder Hand korrekterweise callen kann, die überhaupt irgendeine Gewinnchance hat, sodass ein Stehlen des Pots schwierig ist. Auf dem River beinhaltet ein Heads-up-Spiel mehr Strategie.

Gedankengänge auf dem River: Heads-up

Es gibt drei Variablen, über die man auf dem River nachdenken sollte, nachdem die Hand ins Heads-up-Spiel übergegangen ist. Diese werden im Folgenden diskutiert und in Tabelle A aufgeführt.

  • Müssen Sie als Erster oder als Letzter agieren? (In den Spaltenüberschriften dargestellt)
  • Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass Sie die beste Hand haben? Sie haben über dieses Thema schon seit Beginn der Hand nachgedacht. Der River ist der Höhepunkt dieses Gedankenprozesses. (In den Zeilenüberschriften dargestellt)
  • Wie spielt Ihr Gegner? Ist er aggressiv oder passiv? Spielt er häufiger einen Check oder einen Valuebet? Blufft er?

Verwenden Sie diese Variablen, um sich den besten Plan einfallen zu lassen, um Ihre Gewinne zu maximieren oder Ihre Verluste zu minimieren.

Eine Anmerkung zur %-Chance, dass Sie die beste Hand haben

Ihre Wahrscheinlichkeit zu schätzen, die beste Hand zu haben, ist schwierig. Denken Sie kritisch darüber nach, wie sich die Hand entwickelt hat und behalten Sie im Hinterkopf, wie Ihre Gegner spielen. Es gibt unterschiedliche Situationen, in denen Sie jedoch die gleiche Wahrscheinlichkeit haben könnten, die beste Hand zu halten. Die Permutationen sind nicht so statisch wie die folgende Tabelle vermuten lässt. Zum Beispiel gibt es zwei verschiedene Wege, wie Sie auf eine 50%-Chance kommen können, die beste Hand zu haben.

Einer besteht darin, dass Ihr Gegner auf einem Draw ist und zwei verschiedene Draws existieren, von denen jedoch nur einer trifft. Wenn beispielsweise ein Straightdraw und ein Flushdraw möglich sind und eine Karte kommt, die einen möglichen Straightdraw vervollständigt, nicht jedoch den Flushdraw. Sie wissen nicht, ob Ihr Gegner eine Straight oder einen zerplatzten Flushdraw hält, dann beträgt Ihre Schätzung immer noch 50 %.

 Tabelle A: Heads-up-River-Spiel

W'keit, eine bessere
Hand zu haben

Sie agieren zuerst
&
Geg. ist aggressiv

Sie agieren zuerst
& Geg. ist passiv
Sie agieren zuletzt
gegen einen Check
Sie agieren zuletzt
gegen einen Bet
 0 % Check/Fold oder Bluff Check/Fold Check oder Bluff Fold oder Bluff
25 % Check/Call gg. aufmerksame
Bet gg. loose
Check/Call Check Call
50 % Check/Call Bet oder Check/Call, wenn
Gegner auf einem Draw war
Check Call
75 % Check/Call oder Bet, wenn es so aussieht,
als wenn ein Draw sich vervollständigt hätte
Bet oder Check/Call, wenn
Gegner auf einem Draw war
Bet Raise/Call
100 % Bet/Check-Raise Bet Bet Raise

 

Sie und Ihr Gegner glauben beide, dass Sie eine 50%-Gewinnchance hätten, wenn sie beide eine mittelmäßige Made Hand, wie zum Beispiel Top Pair mit einem kleinen Kicker oder das mittlere Paar mit einem guten Kicker, halten. Handeln Sie entsprechend der Situation, anstatt sich an die Wahrscheinlichkeit zu halten. Diese Themen werden weiter unten in den Abschnitten „50%-Chance, die beste Hand zu halten" und „75%-Chance, die beste Hand zu halten" weiter diskutiert.

0%-Chance, die beste Hand zu halten: als Erster agieren

  1. Wenn Sie keine Chance haben, die beste Hand zu halten, besteht Ihre Entscheidung nur darin, ob Sie bluffen oder folden. In folgenden Situationen könnten Sie vielleicht einen erfolgreichen Bluff spielen:
    • Ein geradliniger Spieler in Late Position hat auf dem Turn gecheckt.

    • Es liegen ein Draw und ein auf dem Board. Sie haben die ganze Zeit gesetzt, während Ihr Gegner gecallt hat. Dies könnte ein Zeichen dafür sein, dass er auf einem Draw war und Angst vor dem auf dem Board hat. Wenn der Draw auf dem River nicht kommt und Sie ebenfalls nichts haben, könnte dies ein guter Zeitpunkt für einen Bluff sein.

    • Auf dem Flop liegt ein Draw auf dem Board und Ihr Late-Position-Gegner raist Sie. Nach einer Blank auf dem Turn checken Sie und er checkt ebenfalls. Das ist ein Anzeichen dafür, dass er auf einem Draw ist und der Raise auf dem Flop ein Freecard-Raise war. Selbst wenn Sie nichts haben, solange auf dem River eine weitere Blank kommt, sollten Sie einen Bluff in Erwägung ziehen.

  2. Wenn Sie glauben, dass Ihr Gegner ebenso eine schwache Hand hat, könnte ein Bet den Pot gewinnen. Zeichen, die darauf hindeuten, dass Ihr Gegner eine schwache Hand hat:


  3. Eine Scarecard auf dem River könnte Ihnen eine Gelegenheit zum Bluffen geben. Eine Overcard, insbesondere ein , ist häufig eine Scarecard, ebenso wie eine dritte Flushkarte. Wenn Ihr Gegner glaubt, dass Sie auf einem Draw sind, dann könnte eine dieser Karten Ihnen helfen, einen erfolgreichen Bluff durchzuführen. Wenn Sie zum Beispiel hätten und auf ein Paar drawen würden, während der Flop zwei Karten zu einem Flush enthielte, dann sollten Sie einen Bet auf dem River in Betracht ziehen, wenn die Riverkarte die dritte Flushkarte ist. Ihr Gegner könnte denken, dass Sie auf einen Flush gedrawt haben und den Fehler machen, auf dem River zu folden, nachdem Sie gesetzt haben. Machen Sie diesen Bluff jedoch nur gegen Gegner, die auch folden könnten. Betten Sie nicht gegen Calling Stations, da diese nicht folden.

0%-Chance, die beste Hand zu halten: als Letzter agieren

Ein aggressiver Spieler könnte auf dem River setzen, wenn er zuerst agieren muss, da er keinen Bet verpassen möchte, wenn er vorn liegt. Gegen einen Gegner, der selbst angesichts eines kleinen Vorteils einen Valuebet spielt, hat ein Bluff-Raise eine höhere Erfolgschance. Wenn er mit dem Gedanken setzt, dass er einen kleinen Vorteil hat, könnte Ihr Raise ihn davon überzeugen, dass seine ursprüngliche Einschätzung falsch war.
Gegen einen passiven Spieler, der weniger häufig einen Valuebet spielt, hat ein Raise eine geringere Erfolgswahrscheinlichkeit, da Ihr Gegner sich normalerweise in einem Check-Call-Modus befindet. Wenn er setzt, besteht eine größere Chance, dass er eine legitime Hand hat.

25%-Chance, die beste Hand zu halten: als Erster agieren

Mit einer 25%-Chance, die beste Hand zu halten, hängt Ihre Entscheidung zu checken oder zu setzen von der Bereitschaft Ihres Gegners ab, zu setzen oder zu callen, wenn Sie die beste Hand halten.

Gegen einen hypothetischen geradlinigen Spieler

Beginnen wir diese Thematik zu untersuchen, indem wir uns einen hypothetischen Gegner vorstellen, der immer die korrekte Entscheidung trifft, wenn Sie setzen. Wenn er die beste Hand hat, callt er. Wenn nicht, foldet er. Wenn Sie checken, macht er entweder einen Valuebet oder einen Bluff. Demnach ...

  • ... callt er immer einen Bet, wenn er die beste Hand hat.
  • ... callt er niemals einen Bet, wenn er nicht die beste Hand hat.
  • ... setzt er immer, wenn Sie checken.

Die unten stehende Tabelle zeigt das Ergebnis, wenn Sie zuerst agieren müssen und setzen oder checken. Wenn Sie beispielsweise mit der schlechteren Hand gesetzt haben, callt Ihr Gegner, sodass Sie einen Big Bet verlieren (-1).

 

Aktion Ihre Hand am besten Ihre Hand nicht am besten
Bet 0 -1
Check mit der Intention zu callen +1 -1

 

Eine bessere Strategie als zu setzen besteht gegen diesen Gegner darin, zu checken, mit der Intention zu callen. Wenn Sie setzen, gewinnen Sie null, wenn Sie die beste Hand haben, und verlieren einen Big Bet, wenn Sie nicht die beste Hand haben. Wenn Sie checken, gewinnen Sie einen Big Bet, wenn Sie die beste Hand haben (da er setzen wird) und verlieren einen Big Bet, wenn er die beste Hand hat. Wenn Sie die beste Hand gegen diesen hypothetischen Gegner hätten, dann sollten Sie besser checken, mit der Intention zu callen. Wenn Ihr Gegner die beste Hand hat, ist es unwichtig, ob Sie setzen oder checken, sodass kein Vorteil darin liegt, zu setzen.

  • Beispiel

Ihre Hand:

Board:

Sie glauben, dass seine 25%-Chance besteht, dass Ihr Gegner einen geplatzten Flushdraw oder Straightdraw hat, sodass Sie mit dem Paar Fünfen die beste Hand hätten. Sie denken, dass eine 75%-Chance besteht, dass Ihr Gegner mindestens ein Paar Sechsen hat. Wenn Sie setzen, foldet Ihr Gegner, falls er einen geplatzten Draw hat, aber er callt, falls er Sie geschlagen hat. Wenn Sie checken, setzt Ihr Gegner. Wenn er einen geplatzten Draw hat, hat Ihr Check ihn zu einem Bluff verleitet. Wenn er ein Paar hat, macht er einen Valuebet. Da der Pot normalerweise größer als drei Big Bets ist, haben Sie die Potodds, um ihn mit einer 25%-Gewinnchance zu callen. Gegen einen Gegner, von dem Sie wissen, dass er mit einem geplatzten Draw auf dem River bluffen würde (insbesondere, nachdem Sie durch einen Check auf dem River Schwäche gezeigt haben), ist ein Check mit der Intention eines Calls die bessere Strategie, als zu setzen.

Gegen eine passive Calling Station

Gegen eine passive Calling Station, die Sie auch mit schlechten Händen callt, sieht die Analyse unterschiedlich aus, aber das Ergebnis bleibt dasselbe: Checken ist besser als setzen.

  • Beispiel

Angenommen der Pot enthält sechs Big Bets und wenn Sie setzen, callt Ihr Gegner. Wenn Sie setzen und die beste Hand haben, gewinnen Sie sieben Big Bets. Wenn Sie checken, setzt Ihr passiver Gegner nur dann, wenn er sich sicher ist, die beste Hand zu halten. Er setzt in 25 % der Fälle und checkt in 75 % der Fälle. (Wenn Sie dies wüssten, würden Sie folden. Für dieses Beispiel nehmen wir jedoch an, dass Sie callen.) In den anderen 75 % der Fälle checkt er, ob er nun die beste Hand hat oder nicht.

 

Aktion Rechnung Ergebnis
Bet (25 % x 7) + (75 % x -1) +1,00
Check (25 % x 6) + (25 % x -1) + (50 % x 0) +1,25

 

Die obige Erwartungswert-(EW)-Tabelle zeigt, dass Sie checken sollten, wenn Sie lediglich eine 25%-Gewinnchance haben und Ihr Gegner passiv ist. Oftmals checkt er mit der besten Hand, weil er zu passiv zum Setzen ist. Wenn Sie jedoch lediglich mit einer 25%-Gewinnchance setzen würden, dann setzen Sie eigentlich die Hand für ihn.

Vergleichen Sie dieses Szenario an dieser Stelle mit jenem Szenario, in dem Sie eine 50%-Gewinnchance haben. Sie werden sehen, dass die Wahl zwischen Checken und Setzen gegen einen passiven Spieler von Ihrer Gewinnwahrscheinlichkeit abhängt, sodass Sie gegen einen passiven Spieler nicht in jeder Situation checken sollten.

 

Aktion Rechnung Ergebnis
Bet (50 % x 7) + (50 % x -1) +3,00
Check (50 % x 6) + (25 % x -1) + (25 % x 0) +2,75

 

Wenn Ihre Wahrscheinlichkeit, die beste Hand zu halten, auf 50 % steigt, ist Ihr EW gegen einen passiven Spieler höher, wenn Sie setzen anstatt zu checken. Gegen einen passiven Spieler stimmen der EW eines Checks und der EW eines Bets dann überein, wenn Sie eine 37,5%-Gewinnchance haben. (Die Größe des Pots ist irrelevant. Sie könnten 100 in den Pot legen und dieselbe Differenz zwischen dem EW eines Checks und dem eines Bets erhalten.) Es ist jedoch schwierig, Ihre Gewinnwahrscheinlichkeit herauszufinden. Es bedarf sowohl der Fähigkeit, die Hände der anderen Spieler lesen zu können, als auch einiger Erfahrung darin, unterschiedliche Situationen im Hold'em verstanden und nachvollzogen zu haben. Wenn Sie dies jedoch gut machen, können Sie auf dem River optimale Entscheidungen treffen.

Kommen wir zurück zur 25%-Chance, die beste Hand zu halten.

Gegen einen loose-aggressiven Spieler

Wenn Ihr Gegner sowohl loose als auch aggressiv ist, werden Sie vermutlich ohnehin einen Bet auf dem River in den Pot legen, ob Sie nun setzen oder nicht. Weil er loose ist, wird er Ihren Bet callen und weil er aggressiv ist, wird er setzen, wenn Sie checken.

 

Aktion Rechnung Ergebnis
Sie setzen und der Gegner callt (25 % x 7) + (75 % x -1) +1,00
Sie checken und der Gegner setzt (25 % x 7) + (75 % x -1) +1,00

 

Manche Spieler sind looser als sie aggressiv sind und manche sind aggressiver als sie loose sind. Wann sollten Sie also gegen einen loose-aggressiven Spieler setzen und wann sollten Sie checken? Setzen Sie dann, wenn Sie glauben, dass die Wahrscheinlichkeit, dass er inkorrekterweise setzt, wenn Sie checken, geringer ist als die Wahrscheinlichkeit, dass er inkorrekterweise callen wird. Checken Sie dann, wenn Sie glauben, dass die Wahrscheinlichkeit, dass er inkorrekterweise setzen wird, höher ist als die Wahrscheinlichkeit, dass er inkorrekterweise callen wird. Mit anderen Worten: Sie sollten gegen Spieler setzen, die looser sind als Sie aggressiv sind und gegen Spieler checken, die aggressiver sind als Sie loose sind.

Die folgende Tabelle zeigt, dass Sie gegen einen Spieler setzen sollten, der mehr loose als aggressiv ist.

 

Aktion Rechnung Ergebnis
Sie setzen und Gegner callt (25 % x 7) + (75 % x -1) +1,00
Sie checken und Gegner setzt
in 90 % der Fälle
(15 % x 7) + (10 % x 6) + (75 % x -1) +0,90 

 

Die folgende Tabelle zeigt, dass Sie gegen einen Spieler checken sollten, der aggressiver und weniger loose ist.

 

Aktion Rechnung Ergebnis
Sie setzen und Gegner
callt in 90 % der Fälle
(15 % x 7) + (10 % x 6) + (75 % x -1) +0,90
Sie checken und Gegner setzt (25 % x 7) + (75 % x -1) +1,00

 

25%-Chance, die beste Hand zu halten: als Letzter agieren und Ihr Gegner checkt

In dieser Situation mit einer 25%-Chance, die beste Hand zu halten, sollten Sie checken. Ein Gegner mit der besten Hand würde üblicherweise nach einem Bet von Ihnen callen, während einer mit einer schlechteren Hand folden würde. Sie erzielen selten einen zusätzlichen Bet, wenn Sie die beste Hand haben. Der einzig vorteilhafte Zeitpunkt ist dann gegeben, wenn Sie mit einem Bet einen erfolgreichen Bluff durchziehen können. Damit ein Bluff funktioniert, müssen Sie Ihren Gegner davon überzeugen, eine Hand zu folden, die stärker ist als Ihre. Wenn er eine Hand foldet, die schlechter ist als Ihre, haben Sie nichts gewonnen.

25%-Chance, die beste Hand zu halten: als Letzter agieren und Ihr Gegner setzt

Wenn Ihr Gegner setzt, haben Sie normalerweise genügend Potodds, um zu callen (drei Big Bets im Pot reichen aus). Obwohl Sie häufiger einen Bet verlieren als den Pot zu gewinnen, ist Ihr EW bei einem Call größer als bei einem Fold, wenn Sie eine 25%-Gewinnchance haben. Die Schwierigkeit liegt darin, Ihre Gewinnwahrscheinlichkeit richtig einzuschätzen, dass Sie auch tatsächlich eine 25%-Chance haben, die beste Hand zu halten.

50%-Chance, die beste Hand zu halten: als Erster agieren

Gegen einen passiven Spieler, der nicht auf einem Draw war

Gegen einen passiven Spieler, der nicht auf einem Draw war, sollten Sie setzen, wenn Sie eine 50%-Chance haben, die beste Hand zu halten. Er wird Ihre Bets häufig callen. Wenn Sie checken, wird er nur mit seinen besten Händen setzen. Werfen Sie einen Blick auf eine EW-Gleichung. Ihr Gegner ist ein passiver Spieler, der sehr geradlinig spielt. Wenn Sie setzen, callt er. Da Sie glauben, eine 50%-Chance auf die beste Hand zu haben und er callt, ist der EW eines Bets gleich Null. Wenn Sie checken, hat Ihr Gegner die Wahl zwischen Setzen und Checken. Wie viele passive Spieler wird er nicht setzen, solange er nicht zuversichtlich ist, die beste Hand zu halten. Angenommen, er setzt nur in 20 % der Fälle, hat in diesem Fall jedoch eine 80%-Chance, die beste Hand zu halten. In den 80 % der Fälle, in denen er checkt, hat er eine 42,5%-Chance, die beste Hand zu halten. (Im Durchschnitt stimmen diese Zahlen mit Ihrer Annahme überein, dass Sie in 50 % der Fälle die beste Hand halten: 20 % x 80 % + 20 % x 42,5 % = 50x%.) Angenommen, es befinden sich fünf Big Bets im Pot. Das ist wichtig, da Sie ohne Bets im Pot folden könnten, nachdem er gesetzt hat, da es bei einem Bet von ihm wahrscheinlicher ist, dass Sie geschlagen sind.

Aktion Rechnung Ergebnis
Bet (50 % x 6) + (50 % x -1) +2,50
Check (20 % x 80 % x -1) + (20 % x 20 % x 6)
+ (80 % x 42,5 % x 0) + (80 % x 57,5 % x 5)
+2,38

 

 

Der EW eines Bets ist größer als der EW eines Checks (+2,50 gegenüber +2,38). Wenn Sie also glauben, eine 50%-Chance zu haben, die beste Hand zu halten, sollten Sie gegen einen passiven Spieler setzen, der nicht auf einem Flush- oder Straightdraw war.

Gegen einen passiven Spieler, der auf einem Draw sein könnte

Gegen einen passiven Spieler, der auf einem Draw sein könnte, sollten Sie checken und callen.

  • Beispiel

Angenommen, auf dem Turn wären sowohl Straightdraws als auch Flushdraws möglich und Sie sind sich nicht sicher, auf was für einem Draw Ihr Gegner ist. Einer dieser Draws vervollständigt sich auf dem River. Sie wissen immer noch nicht, ob Sie die beste Hand halten, aber Ihr Gegner weiß es. Möglicherweise glauben Sie, eine 50%-Chance auf die beste Hand zu haben, doch Ihr Gegner weiß sicher, ob er die beste Hand hält oder nicht. Wenn er seinen Draw nicht getroffen hat, sollten Sie nicht setzen, da er nicht callen wird. Der beste Plan besteht darin, zu checken und zu hoffen, dass sein Bet ein Bluff ist.

Aktion Ihre Hand die beste Ihre Hand nicht die beste
Bet 0 -1
Check mit der Intention zu callen +1 -1

 

Checken, mit der Intention zu callen, ist am besten, da der EW größer/gleich dem EW eines Bets ist.

  • Beispiel

Ihre Hand:

Flop:

Turn:

River:

Ihr Gegner hat auf dem Flop geraist und auf dem Turn gecheckt. Weshalb Sie der Meinung sind, dass er auf einem Straight- oder Flushdraw ist. Die vervollständigt zwar einen möglichen Straightdraw, aber keinen Flushdraw. Wenn Ihr Gegner zwei Herz und damit einen geplatzten Flushdraw hat, wird er Ihren Bet nicht callen. Wenn er allerdings auf einem Straightdraw mit war, wird er Ihren Bet raisen. Wenn Sie checken und er hat einen geplatzten Flushdraw, könnte er einen Bluff versuchen. Sie glauben, dass Ihre Chance, die beste Hand zu halten, nahezu 50 % beträgt, aber Ihr Gegner hat mehr Informationen als Sie. Er weiß, ob er seinen Draw vervollständigt hat, also weiß er auch, ob er 0 % oder 100 % hat, die beste Hand zu halten. Anstatt zu setzen, sollten Sie checken mit der Intention zu callen und hoffen, dass der Bet ein Bluff ist.

In der folgenden EW-Tabelle wird angenommen, dass der passive Gegner auf einem Draw war. Sie wissen nicht, ob er seine Hand gemacht hat. Wir nehmen eine 50%-Chance an, dass er ihn getroffen hat und eine 50%-Chance, dass er ihn nicht getroffen hat. Er weiß, ob er getroffen hat. Wir nehmen weiterhin an, dass er in 20 % der Fälle, in denen er nicht getroffen hat, blufft und in 80 % der Fälle seine Hand muckt.

Aktion Rechnung Ergebnis
Bet (50 % x 6) + (50 % x -1) +2,50
Check (50 % x 20 % x 7) + (50 % x 80 % x 6) + (50 % x -1) +2,60

 

In diesem Beispiel gewinnen Sie wenig durch einen Check anstelle eines Bets: +0,10 Big Bets. Passive Gegner bluffen selten, aber sie bluffen hin und wieder mal. Der springende Punkt ist: Wenn Sie setzen, können Sie kein Geld gewinnen, da Ihr Gegner folden wird, wenn er eine Hand hat, die verlieren würde. Wenn Sie jedoch checken, gewinnen Sie entweder dasselbe oder mehr, wenn Ihr Gegner sich entscheidet, zu bluffen. Wenn er niemals blufft, ist der EW eines Bets derselbe wie der eines Checks, vorausgesetzt, Sie callen, nachdem er gesetzt hat. Wenn er jedoch niemals blufft, dann würden Sie folden, nachdem er gesetzt hat, sodass Checken immer noch besser als Setzen ist.

Gegen einen aggressiven Spieler

Gegen einen aggressiven Spieler, der in der Lage ist zu bluffen, nachdem Sie gecheckt haben (unabhängig davon, ob er nun auf einem Draw war oder nicht), sollten Sie checken und ihn setzen lassen. Die folgende EW-Tabelle zeigt das Ergebnis gegen einen aggressiven Gegner, der in 40 % der Fälle mit einer schlechteren Hand blufft, nachdem Sie gecheckt haben.

Aktion Rechnung Ergebnis
Bet (50 % x 6) + (50 % x -1) +2,50
Check (50 % x 40 % x 7) + (50 % x 60 % x 6) + (50 % x -1) 2,70

 

Gegen einen aggressiven Gegner, der häufiger setzt als er callt, sollten Sie checken und callen.

Zusammenfassung

Der Schlüssel beim Setzen und Checken, wenn Sie zuerst agieren müssen und eine 50%-Chance auf die beste Hand haben, liegt darin, Ihre Gegner zu kennen und in den Händen, die diese bereit sind, zu spielen. Gegen einen passiven Spieler, der nicht auf einem Draw ist, sollten Sie setzen. Gegen einen passiven Gegner, der auf einem Draw war, sollten Sie checken, mit der Intention zu callen, wenn Sie sich nicht sicher sind, ob er seinen Draw getroffen hat. Ebenso sollten Sie gegen einen aggressiven Gegner checken, mit der Intention zu callen, der eine Hand hält, mit der er auch bereit wäre zu bluffen, aber mit der er keinen Bet callen würde.

50%-Chance, die beste Hand zu halten: als Letzter agieren

Bevor ein Spieler in Early Position agiert, könnten Sie glauben, Sie hätten eine 50%-Chance, die beste Hand zu halten. Die Aktion des Early-Position-Spielers könnte Ihnen neue Informationen geben oder auch nicht, mit denen Sie die Schätzung Ihrer Gewinnwahrscheinlichkeit anpassen können. Ein passiver Early-Position-Spieler wird üblicherweise checken, obwohl Sie an seiner Stelle gesetzt hätten. Durch diesen Check erhalten Sie höchstwahrscheinlich keine weiteren Informationen. Wenn Sie glauben, dass Sie eine 50%-Chance haben, die beste Hand zu halten, sollten Sie eher checken, da er mit einer schlechteren Hand vermutlich folden würde, während er mit einer besseren Hand callt. Wenn Sie zum Beispiel setzen, könnte er in 95 % der Fälle callen (in 50 % der Fälle, wenn er die beste Hand hätte und in 45 % der Fälle, wenn Sie die beste Hand haben) und in 5 % der Fälle (wenn Sie die beste Hand haben) folden. Ein Bet hat einen negativen Erwartungswert gegen einen passiven Spieler.

Der Check eines aufmerksamen, aggressiven Spielers könnte Ihnen jedoch nützliche Informationen geben. Es könnte signalisieren, dass er schwach ist (ansonsten hätte er gesetzt, da aggressive Spieler Angst haben, einen Bet zu verpassen). Er könnte auch versuchen, einen Bluff von Ihnen hervorzulocken. Wenn Sie sich über seine Absichten nicht sicher sind, sollten Sie eher checken.

Wenn Sie die Tendenzen Ihres Gegners kennen, können Sie diese Information verwenden, um zu entscheiden, ob Sie checken oder setzen, mit der Intention, einen Check-Raise zu callen, oder setzen mit der Intention, bei einem Check-Raise zu folden. Gegen einen loosen, aggressiven Gegner beispielsweise, der gern setzt, sollten Sie einen Bet in Erwägung ziehen, nachdem er gecheckt hat, da de Check Ihnen die neue Information gegeben haben könnte, dass Sie nun eine größere Chance haben, die beste Hand zu halten.

Wenn Ihr Gegner setzt, sollten Sie callen, wenn der Bet nicht Ihre Meinung darüber geändert hat, welche Wahrscheinlichkeit Sie haben, die beste Hand zu halten. Der Bet eines passiven Spielers könnte signalisieren, dass Sie mitunter nur eine 25%-Chance oder gar weniger haben, um die beste Hand zu halten. In diesem Fall beziehen Sie diese Veränderung schnell in Ihre Bewertung mit ein und fahren mit der nun richtigen Entscheidung fort.

75%-Chance, die beste Hand zu halten: als Erster agieren

Gegen einen passiven Gegner

Wenn Sie heads-up gegen einen passiven Gegner spielen und eine 75%-Chance haben, die beste Hand zu halten, besteht die korrekte Strategie darin, zu setzen. Sie können sich nicht darauf verlassen, dass der passive Spieler setzen wird, wenn Sie checken. Sie sollten setzen und hoffen, dass er callt. Wenn Sie jedoch glauben, dass er auf einem Draw gewesen sein könnte und diesen verpasst hat, sollten Sie checken, mit der Intention zu callen. Sie können nicht darauf zählen, dass ein Spieler, der seinen Draw verpasst hat, einen Bet zu callen, ganz gleich, wie loose er ist, und Sie wollen nicht setzen, wenn die Chance besteht, dass er seinen Draw getroffen hat.

Gegen einen aggressiven Gegner

Wenn Ihr Gegner aggressiv ist, haben Sie mehr Möglichkeiten. Sie können setzen oder Sie können checken, mit der Intention zu callen oder zu raisen, abhängig davon, wie loose und aggressiv der Spieler ist. Wenn Sie checkraisen, dann wollen Sie, dass er mit einer schlechteren Hand als Ihrer callt. Wenn Sie glauben, dass er zwar setzen, aber nicht callen wird, nachdem Sie gecheckraist haben, können Sie auch setzen. Anstatt Gefahr zu laufen, dass er checkt, wenn Sie die beste Hand haben, sollten Sie setzen, um sicherzugehen, dass er Sie auszahlt.

Ein aggressiver Spieler kann passiv werden, wenn er glaubt, dass Sie auf einem Draw waren und den Draw auf dem River getroffen haben. Sie sollten setzen, da er im Fall eines Checks weniger wahrscheinlich setzen wird.

Angenommen, Sie haben Top Pair mit Top Kicker. Das Board enthält zwei Karten derselben Farbe und der River bringt eine dritte Karte dieser Farbe. Wenn Sie vorhaben, ohnehin einen Bet zu callen, sollten Sie Ihrerseits setzen. Jede Hand, die Sie schlagen könnten, wird vermutlich nicht setzen, nachdem Sie gecheckt haben, selbst eine Hand, die zu einem aggressiven Spieler gehört. Es könnte passieren, dass ein aggressiver Spieler nicht setzt, wenn er vermutet, dass Sie auf einem Draw sind und diesen auf dem River getroffen haben. (Er wird setzen, wenn er denkt, dass Sie eine Calling Station sind.) Es könnte jedoch sein, dass er callt, wenn er glaubt, dass Sie die Scarecard verwenden, um einen Bluff zu spielen.

Ob Sie nun eine Draw-Hand haben oder nicht, stellen Sie fest, ob ein möglicher Draw auf dem Board liegt. Es ist nicht nur sinnvoll zu wissen, ob Ihr Gegner möglicherweise auf einem Draw ist, sondern auch, um abschätzen zu können, was Ihr Gegner über Ihre Hand denkt.

75%-Chance, die beste Hand zu halten: als Letzter agieren

Wenn bis zu Ihnen gecheckt wird, sollten Sie gegen jeden Spieler setzen. Wenn ein Spieler gesetzt hat, können Sie einen Call oder Raise in Erwägung ziehen. Wenn Sie sich für einen Raise entscheiden, sollten Sie einen Plan in der Hinterhand haben, für den Fall, dass Sie gereraist werden. Ein Reraise von bestimmten Spielern kann nur bedeuten, dass sie die Nuts haben. Bevor Sie raisen, sollten Sie sich entscheiden, ob Sie bereit sind zu folden, wenn Sie von einem dieser Spieler gereraist werden. Ein scharfsinniger Spieler könnte unter Umständen mit einer schlechteren Hand nicht callen, wenn er auf dem River geraist wird, sodass ein Raise wenig Wert hätte. (Gegen scharfsinnige Spieler sollten Sie hin und wieder einen Bluff einstreuen.)

100%-Chance, die beste Hand zu halten: als Erster agieren

Wenn Sie sich 100%ig sicher sind, die beste Hand zu halten, befinden Sie sich in einer großartigen Lage. Gegen einen passiven Spieler sollten Sie setzen, da er es nicht tun wird. Gegen einen aggressiven Spieler könnten Sie sich für einen Bet entscheiden oder einen Checkraise versuchen. Es folgen einige Gründe, gegen einen aggressiven Spieler einen Checkraise zu versuchen:

1.    Sie sind sich sicher, dass er basierend auf der Art, wie die Hand gespielt wurde, setzen wird

Checkraisen Sie, um mehr Geld in den Pot zu bekommen, obwohl Sie manchmal setzen sollten, damit er raist und Sie reraisen können. Das hängt davon ab, wie aggressiv dieser Spieler ist und was Sie denken, was er hält. Wenn Sie beispielsweise ein Full House haben und glauben, er hat zur gleichen Zeit einen Flush getroffen. In einer solchen Situation und gegen einen aggressiven Spieler, sollten Sie setzen und ihm die Chance geben, Sie zu raisen.

2.    Checkraisen für zukünftigen Wert

Sie sollten hin und wieder einen erfolgreichen Checkraise mit einem Bluff spielen, sodass sich Ihr Gegner vielleicht daran erinnert, wenn Sie mit den Nuts einen Checkraise versuchen und denkt, dass Sie bluffen. Dennoch müssen Sie zuversichtlich sein, dass er setzt, wenn Sie checken, da ansonsten der verlorene Bet nicht den möglichen zukünftigen Wert ausgleichen kann.

3.    Checkraisen, um ihm beizubringen, keine Valuebets gegen Sie zu spielen

Überzeugen Sie ihn davon, dass ein Check von Ihnen nicht notwendigerweise bedeutet, dass Sie schwach sind. Sie wollen nicht, dass ein aggressiver Spieler immer nach Ihnen setzt, wenn Sie gecheckt haben. Ein Checkraise lässt ihn zweimal nachdenken, bevor er das nächste Mal setzt.

100%-Chance, die beste Hand zu halten: als Letzter agieren

Das ist das einfachste Szenario. Bet, Raise und Reraise. Viel Spaß!

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