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FLP - Grundlagen: Einleitung

Ziel dieses Kurses

Ziel dieses Kurses ist, Ihnen Werkzeuge an die Hand zu geben, mit denen Sie ein erfolgreicher Hold'em-Spieler werden können. Die Grundidee besteht darin, Ihnen zu zeigen, wie Sie an die verschiedenen Situationen, die Ihnen am Pokertisch begegnen können, herangehen sollten. Die häufigste Antwort auf viele Fragen in Bezug auf Poker lautet: „Es kommt darauf an." Limit Hold'em besteht aus vielen verschiedenen Aspekten und Elementen, die sich ständig ändern.

Die optimale Strategie in einer bestimmten Situation hängt von den Karten, der Spielweise der anderen, der Größe des Pots, der relativen Position eines jeden Spielers und weiteren Faktoren ab. Eine Strategie könnte gegen einen Spielertyp korrekt sein, während sie gegen einen anderen Spielertyp falsch ist, oder sie könnte in einer bestimmten Position richtig sein, nicht hingegen in einer anderen. Eine Strategie mag passend bei einer gegebenen Pothöhe sein, jedoch unpassend bei einer anderen.

Dieser Kurs diskutiert das Konzept des Erwartungswertes und in welcher Weise es Hold'em betrifft. Verschiedene Strategien wie Semi-bluffen, Checkraisen, „Raise-for-Freecards" und andere werden je nach Situation als richtig oder falsch dargestellt. Diese Konzepte werden anhand zahlreicher Beispiele illustriert.

Daneben wird im Rahmen dieses Kurses auf eine Reihe mathematischer Konzepte eingegangen. Sie sollten in der Lage sein, diese Konzepte zu verstehen, ohne notwendigerweise die dahinter liegende Mathematik im Detail nachvollziehen zu können. Diese Konzepte werden Ihnen so präsentiert, dass Sie die mathematischen Hintergründe detailliert betrachten können, wenn Sie es möchten; wenn sie sich andererseits lieber nicht durch die Mathematik arbeiten möchten, können Sie die Grundideen der Konzepte trotzdem verstehen. Das Verständnis der mathematischen Aspekte allein ist nicht ausreichend, um aus Ihnen einen Gewinner im Hold'em zu machen. Um die Konzepte korrekt anwenden zu können, müssen Sie verstehen, wie Ihre Gegner spielen und wie Sie auf verschiedene Aktionen reagieren. Diese Fähigkeit ist weniger eine Wissenschaft denn eine Kunst. Eine Formel kann nur so gut sein wie die Variablen, die letztlich in sie eingefügt werden. Wie sagt man so schön: „Wo man Müll hineinsteckt, kommt auch Müll heraus."

Für wen dieser Kurs geeignet ist

Dieser Kurs ist für Sie geschrieben, wenn Sie bereit sind, analytisch zu denken und zu lernen, wie man ein besserer Limit-Hold'em-Spieler wird. Das könnte bedeuten, Sie sind relativ neu in diesem Spiel, verstehen jedoch seine Regeln und Mechanismen, oder Sie sind ein erfahrener Spieler, der seinem Spiel noch etwas hinzufügen möchte. Es könnte ebenfalls bedeuten, dass Sie bereits ein scharfsinniger Spieler sind, der viele der hier vorgestellten Konzepte schon anwendet, diese jedoch noch gründlicher unter die Lupe nehmen möchte. Sie werden wesentlich mehr von diesem Kurs haben, wenn Sie ein relativer Anfänger sind, jedoch die Bereitschaft haben, analytisch zu denken, als wenn Sie ein erfahrener Spieler wären, der diese Bereitschaft nicht zeigen würde. Der Schlüssel liegt nämlich nicht darin, wie erfahren Sie bereits sind, sondern wie groß Ihre Bereitschaft ist, über dieses Spiel nachzudenken.

Der Aufbau

Grundlagen des Limit Hold'em

Der erste Abschnitt dieses Kurses erörtert die Grundlagen des Limit Hold'em. Sie sollten diesen Abschnitt verstanden haben, bevor Sie sich den nächsten Abschnitten zuwenden. Alle weiteren Artikel bauen auf diesen Grundlagen auf und verweisen zum Teil auf sie. Wenn Sie erst einmal die Grundlagen verinnerlicht haben, steht es Ihnen frei, die übrigen Artikel in beliebiger Reihenfolge zu lesen. Die Grundlagenartikel sind:

  • Spielertypen: Verschiedene Arten von Spielern, wie sie zu identifizieren sind und wie man gegen sie spielt.
  • Erwartungswert: Das Erwartungswertkonzept und wie es im Hold'em angewendet wird.
  • Outs: Wie Outs und Non-Outs erkannt und berechnet werden. 
  • Potodds: Eine zuverlässige und praktische Methode, wie Potodds am Pokertisch ausgerechnet werden können.
  • Position: Die Vorteile und Nachteile verschiedener Positionen.

Strategien 

Der zweite Teil des Kurses geht detailliert auf fünf Strategien ein, die im Limit Hold'em verwendet werden und beschreibt, wann diese Strategien anzuwenden sind, wann sie abgelehnt werden sollten und darüber hinaus, wie man sich gegen sie verteidigt.

  • Raisen, um eine Freecard zu erhalten: Wann sollte man erhöhen, um eine "kostenlose Karte" zu erhalten und wann ist es besser, dies bleiben zu lassen? Gegenstrategien, um gegen einen Gegner, der raist, eine Freecard zu erhalten.
  • Bluffen: Was bedacht werden sollte, wenn man entscheiden muss, ob man blufft. Wie setzt man einen Bluff an?
  • Semi-Bluffen: Was Semi-Bluffen überhaupt bedeutet und warum es eine wertvolle Strategie darstellt.
  • Slow Play und Check-Raise: Täuschungsmanöver und wie sie angewendet werden.

Anwendung 

Der dritte Abschnitt deckt die gesamte Entwicklung einer Hand von den ersten beiden Karten bis zum Showdown ab.

  • Starthände: Welche Hände in welcher Position gespielt werden sollten und warum.
  • Der Flop: Kernpunkte, die die ersten drei Karten auf dem Board betreffen. Raises, um eine Freecard zu erhalten und Check-Raises kommen ins Spiel.
  • Der Turn: Die Einsatzhöhe verdoppelt sich und die Hand wird interessanter. Raises und Semi-Bluffs sind wichtige Werkzeuge an dieser Stelle.
  • Die letzte Runde der Hand. Bluffs und Valuebets kommen hier ins Spiel.
  • Das Lesen der Hände: Den Wert der Holecards der anderen Spieler auf Basis ihres Spiels, ihrer Aktionen und der gesamten Situation in dieser Hand herauszufinden.

Spezielles 

Der letzte Abschnitt behandelt das Shorthanded-Spiel und andere Sonderfälle.

  • Shorthanded-Spiel, Überblick: Eine Einführung in das Shorthanded-Spiel.
  • Häufige Fehler im Shorthanded-Spiel: Shorthanded Hold'em ist anders als das Spiel an einem vollen Tisch. Viele Spieler machen Fehler in Shorthanded-Spielen, da sie ihre Spielweise nicht korrekt anpassen.
  • Spezialthemen: Zusätzliche Fragestellungen im Limit Hold'em.

Sollte Ihnen eines der Themen verwirrend oder zu kompliziert erscheinen, dann nehmen Sie sich die Zeit, in Ruhe darüber nachzudenken. Wenn mathematische Lösungen präsentiert werden, kann es unter Umständen einfacher sein, die Ergebnisse zunächst so zu akzeptieren, um das Konzept zu verstehen. Sind Sie erst einmal mit den Inhalten vertraut, können Sie die Mathematik dahinter näher betrachten, wenn Sie es wünschen. Die Ergebnisse und die Berechnungen sind für gewöhnlich getrennt voneinander aufgeführt, sodass Sie die Ergebnisse sehen können, ohne den Berechnungen folgen zu müssen. Seien sie kritisch und denken Sie darüber nach, ob Sie den Inhalten zustimmen würden oder nicht und warum.

Die Entwicklung eines Hold'em-Spielers

Die Abfolge der Entwicklungsschritte, die ein Hold'em-Spieler durchläuft, um das Spiel zu erlernen, ähnelt dem menschlichen Evolutionsprozess. Sie müssen die zeitlich vorhergehenden Schritte zunächst gemeistert haben, um sich zum nächsten Schritt weiterentwickeln zu können, während Sie vermeiden müssen, auf dem Weg stehen zu bleiben und es verpassen, sich anzupassen. Sie müssen lernen, lebensnotwendige Werkzeuge zu gebrauchen sowie sich an Ihre Umwelt anzupassen, um auf die nächste Evolutionsstufe aufsteigen zu können. Die ersten Entwicklungsstufen eines Hold'em-Spielers sind:

  • Stufe 1: Hold'em Habilis
  • Stufe 2: Hold'em Erectus
  • Stufe 3: Hold'em Sapiens
  • Stufe 4: Hold'em Brain

Stufe 1: Hold'em Habilis

Auf dieser Stufe hat der Pokerspieler die Regeln und die grundlegenden Mechanismen des Spiels gelernt. Hold'em Habilis (habilis = geschickt) spielt sehr viele Hände, ganz so, als könnten beliebige zwei Karten zur Gewinnerhand werden. Obwohl viele Pokerspieler von sich behaupten würden, sie wüssten mehr als nur die Regeln und die Grundvoraussetzungen dieses Spiels, wird sich ein Großteil der Spieler niemals über diese Evolutionsstufe hinaus bewegen. Diese Spieler werden auf lange Sicht verlieren; sie sind Fische.

Stufe 2: Hold'em Erectus

Um sich auf diese Evolutionsstufe zu entwickeln muss der Spieler realisieren, dass, obwohl jede beliebige Starthandkombination gewinnen kann, bestimmte Starthandkombinationen profitabler sind als andere. Hold'em Erectus (erectus = aufrecht) lernt durch Erfahrung, nachdem er wiederholt mit K8 von AK geschlagen wurde. Obgleich es viele Spieler gibt, die es bis in diese Evolutionsstufe schaffen,  gelingt es den meisten von ihnen doch nicht, sich weiterzuentwickeln. Möglicherweise wissen sie, dass eine bessere Starthand ist als , aber dort hört ihr Verständnis auch schon auf, da sie beide Hände gleich spielen. Um sich weiterentwickeln zu können, muss der Spieler lernen, bei der Auswahl der Starthände selektiver zu werden und wann er diese Hände spielen sollte.

Stufe 3: Hold'em Sapiens

Der Spieler hat die Vorteile und Nachteile bestimmter Positionen gelernt. Hold'em Sapiens (sapiens = verständig) spielt aggressiv, wenn er vermutlich die beste Hand hält und geht die Sache vorsichtig an, wenn er schwach ist. Hold'em Sapiens hat verstanden, jeden Spieler unterschiedlich zu behandeln und passt sich an seine unterschiedlichen Gegner an, indem er Auseinandersetzungen mit stärkeren Spielern vermeidet und seine Vorteile gegenüber den schwächeren Spielern nutzt. Viele Spieler gelangen niemals an diesen Punkt. Stattdessen entwickeln sie sich zum Hold'em Neanderthalensis, einer Spezies, die sich nicht an verschiedene Umgebungen anpassen kann, eine Spezies, die vom Aussterben bedroht ist. Hold'em Sapiens denkt unentwegt über Möglichkeiten nach, sich zu verbessern, mehr Spielverständnis zu gewinnen und sich zum Hold'em Acutus weiterzuentwickeln.

Stufe 4: Hold'em Brain

Der Spieler versteht nun, wie andere ihn oder sie sehen. Hold'em Brain nimmt ständig Änderungen vor, um sich seiner Umgebung und seinen Gegnern besser anzupassen und er versteht, dass Hold'em ein dynamisches Spiel ist. Der Spieler zieht Nutzen aus seinem Wissen über unterschiedliche Situationen, Odds, relative Positionen und Spielstile. Er versteht vor allem, dass es nicht darauf ankommt, Pots zu gewinnen, sondern Geld. Der Hold'em Brain ist scharfsinnig.

Den Prozess beschleunigen

Im luftleeren Raum würde es lange Zeit dauern, diesen Evolutionsprozess zu durchlaufen und sich zum Hold'em Brain weiterzuentwickeln. Glücklicherweise gibt es jedoch eine Menge an Möglichkeiten, um diesen Prozess zu beschleunigen. Diesen Kurs zu machen ist eine dieser Möglichkeiten. Statt das Rad selbst neu zu erfinden, können Sie sehen wie das Rad konstruiert ist. Dieses Wissen darüber können Sie erlernen und gegebenenfalls anwenden, um ein besseres Rad zu bauen. Mindestens genauso bedeutend wie diesen Kurs zu machen, ist die Entwicklung Ihres analytischen Denkprozesses. Denken Sie über die Hände nach, die Sie gespielt haben und fragen Sie sich, was passiert wäre, wenn Sie sie anders gespielt hätten. Analysieren Sie die Hände, in die Sie involviert waren und überlegen Sie, ob Sie sich einen Bet hätten sparen oder einen Bet mehr hätten gewinnen können. Teilen Sie Ihre Gedanken mit Pokerfreunden, die im Hold'em bewandert sind. Lesen und posten Sie in Internetpokerforen, um Anregungen und Kommentare von guten Pokerspielern zu bekommen. Lesen Sie die guten Bücher immer wieder und bleiben sie gedanklich am Ball. Diesen Schritten zu folgen ist eine schwierige Angelegenheit. Die meisten Spieler kommen von diesem Evolutionspfad ab und sind auf dem Weg, als lebenslange Pokerverlierer dem Aussterben entgegenzuschreiten. Im Hold'em gibt es keine einfachen Wege, um ein Gewinner zu werden. Harte Arbeit jedoch und das Nachdenken über das Spiel werden Sie auf den Weg zum Erfolg führen.  
 

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