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FLP: Gegenstrategien zum Freecard-Raise

Obwohl der Freecard-Raise eine mächtige Strategie ist, gibt es Gegenstrategien. Ein aufmerksamer Spieler, der den Freecard-Raise bei einem Gegner entdecken kann, ist in der Lage, diese Gegenstrategien zu nutzen, um den Plan seines Kontrahenten zu durchkreuzen. In den folgenden Gegenstrategien gegen einen Freecard-Raise wird der Spieler in Late Position als LP bezeichnet, der Spieler in Early Position als EP.

1. Auf dem Flop reraisen

Wenn auf dem Flop ein Draw möglich ist und Sie sicher sind, dass der LP ein Spieler ist, der auf einem Draw raisen würde, um eine Freecard zu erhalten, sollten Sie einen Reraise auf dem Flop in Erwägung ziehen. Das vereitelt die Freecard-Strategie, da der Freecard-Raiser nun mehr Bets in den Pot legen muss. Statt kostenlos zu sein, wird es nun teuer für den LP.

2. Auf dem River setzen, nachdem der Freecard-Raiser auf dem Turn gecheckt hat

Wenn der LP auf dem Turn checkt, nachdem er seinen Draw nicht getroffen hat, ist es für den EP einfacher zu sehen, dass der LP nach seinem Raise auf dem Flop auf einem Draw war. Als Gegenstrategie kann der EP nun auf dem River setzen, wenn es nicht danach aussieht, als würde die Riverkarte einen Draw komplettieren. Wenn der EP seinerseits auf einem Draw war, kann er setzen, ohne etwas auf der Hand zu haben, und den Pot gewinnen, da der LP einen nicht realisierten Draw hat. Wenn der EP auf der anderen Seite eine Made Hand hat, kann er checken und hoffen, dass der LP blufft, da er glaubt, der LP würde keinen Bet mehr callen. Wenn es so aussieht, als würde der River einen Draw vervollständigen, kann der EP sich sicherer sein, die schlechtere Hand zu halten und checken, mit der Intention, auf einen Bet zu folden.

3. Auf dem Turn setzen

Nachdem der LP auf dem Flop geraist hat, kann der EP auf dem Turn setzen und so seinen Gegner zwingen, mehr Chips in den Pot zu legen, als er gehofft hatte. Für den EP ist es wertvoller, mit dem Setzen bis zum Turn zu warten, anstatt auf dem Flop zu reraisen, da er sehen kann, ob auf dem Turn eine gefährliche Karte kommt.

Für den LP ist es wiederum wertvoll, die Anwendung der Raise-for-a-Freecard-Strategie davon abhängig zu machen, wie wahrscheinlich es ist, dass der EP eine Gegenstrategie in Form eines Bets auf dem Turn anwendet. Der Wert des Raise-for-a-Freecard bestimmt sich für den LP dadurch, wie oft der EP mit der besseren Hand auf dem Turn setzt, nachdem der LP ihn auf dem Flop geraist hat. Wenn der EP immer auf dem Turn setzt, geht der Freecard-Raise des LP nach hinten los. Setzt der EP jedoch nie auf dem Turn, wird die Strategie des LP funktionieren. Die unten stehende Tabelle gibt in der Break-even-Spalte Aufschluss darüber, wie oft der EP prozentual gesehen auf dem Turn setzen muss, damit ein Freecard-Raise exakt seinen Break-even-Punkt erreicht. Der Break-even-Punkt berechnet sich aus der Anzahl der Outs, die der LP durch seinen Draw hat. Je weniger Outs der LP hat, desto geringer der Break-even-Punkt. Die Tabelle nimmt an, dass die Potgröße bei fünf Big Bets lag, bevor der LP auf dem Flop geraist hat.

Der EW eines Freecard-Raises hängt von der Häufigkeit ab, mit der ein EP mit der besseren Hand auf dem Turn setzt. Die obige Tabelle zeigt, dass der EW eines Raises signifikant höher ausfällt, wenn der EP immer auf dem Turn checkt, nachdem der LP auf dem Flop geraist hat, als der EW eines Calls. Wenn der LP beispielsweise einen Straightdraw mit acht Outs hält und der EP auf dem Turn immer checkt, liegt der EW eines Freecard-Raises bei +1,69. Wenn der LP auf dem Flop callt, liegt der EW lediglich bei +1,33. In diesem Fall hat ein Freecard-Raise einen Wert von +0,36. Dies trifft auf alle Situationen, unabhängig von der Art des Draws, zu, obgleich sich der Wert eines Freecard-Raises abhängig von der Anzahl der Outs des LP verändert.

Wenn ein EP mit der besseren Hand dagegen halten kann und auf dem Turn setzt, ist der EW eines Freecard-Raises für den LP kleiner als der eines Calls. Wenn der LP beispielsweise einen Flushdraw mit neun Outs hält, beträgt der EW eines Freecard-Raises, im Fall, dass der EP auf dem Turn setzt, +1,50. Wenn der LP auf dem Flop callt, beträgt der EW +1,65. In diesem Fall wäre ein Freecard-Raise um 0,15 schlechter als ein Call. Der Wert eines Freecard-Raises basiert somit zum Teil auf der Aggressivität des EP.

Die Aggressivität des EP kann ausgedrückt werden in der Wahrscheinlichkeit, dass er auf dem Turn mit der besseren Hand setzt, nachdem er auf dem Flop geraist wurde. Der Break-even-Punkt wird in der obigen Tabelle aufgezeigt. Wenn der LP beispielsweise einen Freecard-Raise auf dem Flop mit einem Flushdraw durchgeführt hat, muss der EP in weniger als 69,5 % der Fälle bereit sein, mit einer besseren Hand auf dem Turn zu setzen, damit der Freecard-Raise des LP auf dem Flop die bessere Option verglichen mit einem Call darstellt. Die Tabelle zeigt, dass der Break-even-Punkt umso niedriger liegt, je weniger Outs der LP hat. Mit wenigen Outs des LP muss der EP lange nicht so aggressiv auf dem Turn sein, um den Plan eines Freecard-Raises zu zerstören.

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