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FLP: Definitionen und Abläufe

Potodds sind das Verhältnis der Höhe des Pots zu dem Betrag, den Sie in den Pot geben müssen, um in der Hand zu bleiben. Befinden sich im Pot beispielsweise sieben Big Bets und Sie müssen einen Big Bet callen, um in der Hand zu bleiben, dann bekommen Sie Potodds von 7:1.

Der Bet, den Sie in Erwägung ziehen zu tätigen, zählt bei der Berechnung der Potodds nicht mit zum Pot. Im obigen Beispiel, in dem der Pot sieben Big Bets enthält, erhöht Ihr Call den Pot auf acht Big Bets.

Manchmal wird von Seiten der Casinos der Begriff „für" benutzt, wenn es um Odds geht. Sie geben der Allgemeinheit beispielsweise „9 für 1" auf eine Wette. Dies ist üblicherweise an Würfeltischen und auf Wettscheinen zu finden. Wenn die Odds „9 für 1" lauten, dann zahlt das Casino insgesamt neun aus, wenn der Spieler gewinnt. Inbegriffen in den neun sind das eine, das der Spieler gewettet hat. Somit hat der Spieler acht gewonnen. „9 für 1" ist also dasselbe, wie „8 zu 1".

Outs und Potodds

Der Grund, warum man die Outs zählt ist, um etwas zu haben, mit dem man die Potodds vergleichen kann, um zu entscheiden, wie man die Hand weiterspielt. Kennen Sie die Anzahl der Non-Outs und Outs, können Sie das Verhältnis aus diesen beiden mit den Potodds vergleichen und feststellen, ob Sie in der Hand bleiben sollten.


Odds-Schreibweisen

Es gibt mehr als einen Weg, Odds darzustellen. So meinen „7 zu 1" und „7:1" beispielsweise dasselbe. Der Betrag, der gewonnen werden kann, steht auf der linken Seite, während der Betrag, der riskiert werden muss, auf der rechten Seite steht. Wenn die Odds 6:1 betragen, ist sechs der Betrag, der gewonnen werden kann, und eins ist der Betrag, den Sie verlieren, wenn Sie verlieren.

Für gewöhnlich ist es am einfachsten, wenn die kleinere Zahl des Quotienten eins ist. Wenn ein Gewinn zehn Wert ist und ein Verlust -2 ausmacht, dann betragen die Odds 10:2. Dies kann zu 5:1 gekürzt werden, indem beide Seiten durch zwei geteilt werden.

Wenn es wahrscheinlicher ist, dass das Ereignis, auf das Sie wetten eintritt, als dass es nicht eintritt, dann ist die Zahl auf der rechten Seite größer. Setzen Sie beispielsweise auf einen großen Favoriten, wobei Sie eins gewinnen können, aber gegebenenfalls auch zwei verlieren, dann betragen Ihre Odds 1:2.

Aus den Potodds können Sie die Siegwahrscheinlichkeit berechnen, die Sie benötigen, um eine Break-even-Entscheidung zu haben. Teilen Sie die Anzahl der Bets, die es Sie kostet, zu callen, durch die Größe des Pots, nachdem Sie gecallt haben. X zu Y hat eine Break-even-Wahrscheinlichkeit von Y : (X + Y).

  • Beispiel: Potodds von 7:1 erreichen ihren Break-even-Punkt bei einer Siegwahrscheinlichkeit von 1 / (1 + 7) = 1/8.

Tabelle 7 zeigt Potgrößen und Siegwahrscheinlichkeiten. „Benötigte W'keit" bezeichnet die benötigte Siegwahrscheinlichkeit, um bei diesem Bet den Break-even-Punkt zu erreichen.

Wenn die erwartete Siegwahrscheinlichkeit Ihrer Hand größer ist als die für den Break-even-Punkt benötigte Siegwahrscheinlichkeit, haben Sie einen positiven Erwartungswert (EW), wenn Sie in der Hand bleiben. Wenn die erwartete Siegwahrscheinlichkeit Ihrer Hand kleiner als die für den Break-even-Punkt benötigte Siegwahrscheinlichkeit, haben Sie einen negativen EW, wenn Sie in der Hand bleiben.

Break-even-Wahrscheinlichkeiten können in Odds umgerechnet werden. Um den Break-even-Punkt mit der Wahrscheinlichkeit A/B zu erreichen, sind Potodds von (B-A) zu A erforderlich. Eine Break-even-Wahrscheinlichkeit von 1/5 benötigt zum Beispiel Potodds von (5 - 1) zu 1, beziehungsweise 4 zu 1, oder 4:1.


  • Beispiel

Nehmen wir an, Sie hätten zehn Outs und 30 Non-Outs und im Pot befänden sich fünf Big Bets. Nehmen wir zusätzlich an, es würde Sie einen Big Bet kosten, die letzte Karte zu sehen, zu welchem Zeitpunkt Sie auch wissen, ob Sie gewonnen haben. Vergleichen Sie die Potodds mit dem Verhältnis Ihrer Non-Outs zu Ihren Outs. Wenn das Verhältnis der Non-Outs zu den Outs kleiner ist als die Potodds, haben Sie einen positiven EW, wenn Sie in der Hand bleiben.

Tabelle 7
Potgröße und benötigte Siegwahrscheinlichkeit

Potgröße

Zu callende Bets

Benötigte W'keit

 4

1

20,0 %

 5

1

16,7 %

 6

1

14,3 %

 7

1

12,5 %

 8

1

11,1 %

 9

1

10,0 %

 10

1

9,1 %

 7

2

22,2 %

 8

2

20,0 %

 9

2

18,2 %

 10

2

16,7 %

Im obigen Beispiel betragen die Potodds 5:1 (fünf Big Bets im Pot und ein Big Bet, der gecallt werden muss). Das Verhältnis von Non-Outs zu Outs beträgt 30:10 oder 3:1. Da der Pot Ihnen höhere Potodds als das Verhältnis von Non-Outs zu Outs bietet, haben Sie einen positiven EW, wenn Sie in der Hand bleiben.

Alternativ kann auch in Prozentzahlen gerechnet werden. Potodds von 5:1 bedeuten, dass die Break-even-Wahrscheinlichkeit bei 1/6, beziehungsweise 16,7 % liegt. Wenn Sie 30 Non-Outs und zehn Outs haben, haben Sie eine 10/40-, oder 25%-Chance, eines Ihrer Outs zu treffen. Die Betrachtung der Prozentwerte zeigt dasselbe Ergebnis: der Verbleib in der Hand hat einen positiven EW.

Ein anspruchsvolleres Beispiel

Die oben stehenden Zahlen sind einfach miteinander zu vergleichen, da die Berechnungen nur ganzzahlige Werte enthalten, doch die Zahlen könnten auch komplizierter sein. Nehmen wir an, der Pot beträgt sieben Big Bets und Sie müssen zwei Big Bets einsetzen, um zu callen. Sie haben 37 Non-Outs und neun Outs. Sollten Sie callen?

Die Mathematik ist hier anspruchsvoller, da die Zahlen nicht so einfach wie im vorigen Beispiel sind. Vergleichen Sie die Verhältnisse miteinander und prüfen Sie, ob 7:2 (die Potodds) größer ist als 37:9 (das Verhältnis der Non-Outs zu den Outs).

Es ist weitaus einfacher, zwei Verhältnisse miteinander zu vergleichen, wenn Sie diese so umwandeln, dass auf der rechten Seite dieselbe Zahl steht. Die einfachste Zahl für die rechte Seite ist im Allgemeinen 1. Um ein Verhältnis in die Form x:1 umzuwandeln, muss der Zähler in eine Kommazahl umgewandelt werden.

In diesem Beispiel werden Potodds von 7:2 zu 3,5:1 und Non-Outs zu Outs von 37:9 werden zu 4,1:1. Da der Pot nur Odds von 3,5 hergibt, während 4,1 zum Break-even-Punkt benötigt wird, ist ein Call nicht lohnenswert. Für die meisten Menschen ist diese Vorgehensweise keine leichte Denksportaufgabe.

Eine andere Möglichkeit diese Berechnungen anzustellen besteht darin, das Verhältnis in eine Prozentzahl umzurechnen. Potodds in Höhe von 7:2 werden zu 22,2 % (2/9), während die Wahrscheinlichkeit, einen Out zu treffen, bei 19,6 % (9/46) liegt. Sie kommen zum selben Ergebnis: Die Siegwahrscheinlichkeit für eine Break-even-Entscheidung liegt höher als die Siegwahrscheinlichkeit die Sie haben, also sollten Sie folden. Auch diese Methode stellt für die meisten Menschen keine leichte Aufgabe dar.

Obgleich beide Methoden korrekt sind, ist keine von ihnen leicht am Tisch umzusetzen. Beide sind verhältnismäßig schwer, solange es noch viele weitere Dinge gibt, die zu beachten sind. Dieser Artikel gibt Ihnen eine Methode an die Hand, die wesentlich pragmatischer für die Anwendung am Tisch ist, da die Rechnungen einfacher zu vollziehen sind, ohne zu sehr auf Genauigkeit zu verzichten.

Implied Odds und erwartete Potgröße

Um diese Methode zu verstehen, bedarf es einer Einführung in das Konzept der Implied Odds* und der erwarteten Potgröße.

(* Footnote: David Sklansky hat das Konzept der Implied Odds in seinem Buch Hold'em Poker" vorgestellt.)

Implied Potodds bezeichnen die gesamten Potodds, die Sie voraussichtlich bis zum Ende der Hand haben werden, nachdem alle Chips, die in den Pot wandern werden, auch tatsächlich im Pot sind.

  • Hier folgt ein Beispiel: Auf dem Turn befinden sich zum Zeitpunkt, da Sie die Entscheidung treffen, einen Bet zu callen, sechs Big Bets im Pot und Sie sind zuversichtlich, dass Ihr Gegner Ihren Bet auf dem River callen wird, wenn Sie einen Ihrer Outs treffen. Deshalb gewinnen Sie sieben Big Bets, wenn Sie Ihre Hand gewinnen. Die erwartete Potgröße (EPG) beträgt sieben Big Bets.

Die EPG schließt nicht jene Bets mit ein, die Sie selbst noch in den Pot legen müssen, obgleich alle Bets, die von Ihnen schon in den Pot geflossen sind, mitgezählt werden. In diesem Beispiel beträgt der aktuelle Pot auf dem Turn sechs Big Bets und die Potodds liegen somit bei 6:1, doch diese Information ist wesentlich unwichtiger als die EPG. Die EPG beträgt sieben Big Bets und die Implied Odds sind 7:1. Die Größe des erwarteten Pots kann Sie durchaus zu einer unterschiedlichen Entscheidung führen.

Die Methode, die in diesem Kurs vorgestellt wird, beruht auf der EPG. Anstatt der Umrechnung in Odds und der Berücksichtigung von Implied Odds, schauen Sie sich lediglich die EPG an. Mit dieser Größe können Sie korrekte Berechnungen im Kopf durchführen, während Sie am Tisch sitzen.

Notwendige Informationen

Um eine Potodd-Analyse am Tisch durchführen zu können, benötigen Sie die folgenden Informationen:

  • die Potgröße und die erwartete Potgröße (EPG)
  • den Betrag, den Sie riskieren
  • die Anzahl der Outs, die Sie haben
  • die Anzahl der Non-Outs, die Sie haben

Der Artikel Outs hat sich mit der Thematik, wie Outs und Non-Outs gezählt werden, bereits eingehend beschäftigt. Die Aufmerksamkeit der nächsten zwei Abschnitte richtet sich deshalb auf das Bestimmen der Potgröße und der EPG.

Zähle den Pot in Bets, nicht in Dollar

Den meisten Menschen wird es leichter fallen, im Hinblick auf den Pot und die Potodds in Bets statt in Dollar zu denken. Dabei gibt es zwei Möglichkeiten, dies zu tun. Eine besteht darin, in der Preflop- und Flop-Setzrunde in Small Bets zu denken und das dann auf dem Turn und River in Big Bets umzurechnen. Wenn sich auf dem Flop sechs Small Bets im Pot befinden, ergibt das umgerechnet drei Big Bets (zwei Small Bets sind das Gleiche wie ein Big Bet).

Ein anderer Weg besteht darin, in jeder Runde in Big Bets zu zählen, um eine Umrechnung in Big Bets zu irgendeinem Zeitpunkt zu vermeiden. Jeder Small Bet zählt als halber Big Bet.

Beide Wege führen zum selben Ergebnis. Es spart einen Schritt, wenn der Pot in Bets statt in Dollar gezählt wird. Wenn auf dem River sechs Big Bets im Pot sind und ein einzelner Gegner setzt, sodass nun sieben Big Bets im Pot sind, müssen Sie sich entscheiden, ob Sie callen oder folden wollen. Wenn Sie callen, riskieren Sie einen Big Bet, um sieben Big Bets zu gewinnen. Ihre Potodds sind damit 7:1. Sie müssen diese Hand in 12,5 % (1/8) aller Fälle gewinnen, damit der Call zu einer Break-even-Entscheidung wird. Wenn Sie in einem $30/$60-Spiel in Dollar rechnen, zählen Sie $360 im Pot auf dem River, zuzüglich den $60 von Ihrem Gegner, wonach der Pot $420 beträgt. Sie müssen $60 callen. Um dies in Potodds umzurechnen, teilen Sie $420 durch $60 und erhalten 7:1.

Die Abläufe beim Zählen des Pots

Potodds zu verstehen bedeutet, die Größe des Pots in Relation zu dem Einsatz zu setzen, den Sie machen. Um die Größe des Pots zu kennen, müssen Sie ihn zählen. Das bedarf einiger Übung. Sie können den Pot anhand der getätigten Einsätze im Kopf zurückrechnen, doch das verursacht drei Probleme. Erstens verlangsamt es das Spiel und nimmt Ihnen Konzentration zum Spielen dieser Hand. Zweitens könnten andere Spieler mitbekommen, was Sie machen, da man nur allzu leicht aus Versehen einen sichtbaren Hinweis darauf gibt, dass man den Pot zählt. Drittens könnte es sein, dass Sie zu bequem sind, den Pot in jeder Hand zu zählen, in der Sie nicht involviert sind, sodass Sie nicht wissen, ob ein anderer Spieler einen Potodd-Fehler gemacht hat, oder ob er überhaupt auf Potodds achtet. Es ist durchaus wertvoll zu wissen, ob die Aktionen eines Spielers mit den Potodds einhergehen. Den sich aktuell entwickelnden Pot zu zählen, erfordert Disziplin und Übung, doch um einen Vorteil gegenüber seinen Gegnern zu erzielen, ist es die Mühe wert.

Eine andere Möglichkeit, den Pot zu zählen besteht darin, die Bets zu zählen, wenn sie in den Pot wandern, während Sie sie gleichzeitig in Big Bets umrechnen. Nachdem die Blinds gebracht wurden, befinden sich 0,75 Big Bets im Pot: ein Viertel Big Bet durch den Small Blind und ein halber Big Bet durch den Big Blind. Ein Call erhöht den Pot auf 1,25 Big Bets. Wenn der nächste Spieler auf zwei Small Bets, beziehungsweise einen Big Bet raist, befinden sich 2,25 Big Bets im Pot.

Alternativ können Sie die Anzahl der Raises und die Anzahl der Spieler zählen, die nach der Preflop-Runde den Flop sehen. Wenn vier Spieler in der Hand sind und es einen Raise gab, dann befinden sich vier Big Bets im Pot, vorausgesetzt, die Blinds sind mit dabei, da jeder Spieler insgesamt einen Big Bet in die Mitte legen musste. Wenn beide Blinds gefoldet haben und bei einem Raise vier Spieler den  Flop sehen, befinden sich 4,75 Big Bets im Pot.

In der Preflop-Runde können Sie die Viertel-Bets auf den nächsten ganzzahligen Wert runden. Runden Sie 4,75 Big Bets auf fünf Big Bets und 4,25 Big Bets auf vier Big Bets. Das Runden versursacht zwar einen kleinen Verlust in der Genauigkeit, sorgt jedoch für weniger Fehler.

Der Small Bet auf dem Flop ist ein halber Big Bet. Auf dem Flop können Sie jeden der beiden Wege benutzen, die Größe des Pots zu berechnen.

Auf dem Turn sollten Sie die Bets zählen, sobald sie gesetzt werden. Das ist der Zeitpunkt, zu dem Potodds ins Spiel kommen und Sie zügig die Gesamtgröße kennen wollen.

Auf dem River gibt es weniger Gründe, den Pot zu zählen. Unter Umständen wollen Sie die Potgröße weiter im Auge behalten, um eine Call-oder-Fold-Entscheidung treffen zu können.
Die Bets, die auf dem River zusätzlich in den Pot wandern, sollten Ihre Entscheidung für gewöhnlich nicht mehr beeinflussen.

In einem Low-Limit-Spiel können Sie sich mitunter dazu entschließen, den Small Blind als halben Small Bet ganz außer Acht zu lassen. Sehen Sie den Small Blind einfach als die Rake an, die anstatt in den Pot direkt in das Tray des Dealers wandert. Die angeführten Beispiele vernachlässigen die Rake, sodass Sie für Ihr Spiel gegebenenfalls Anpassungen vornehmen müssen.


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