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FLP: All-in-Situationen
Wenn einer der Spieler in der Mitte der Hand keine Chips mehr hat, gilt er als all-in. Er darf den Rest der Hand bis zum River sehen. Wenn nur noch ein anderer Spieler in der Hand ist, legt der Dealer die restlichen Karten aus und fordert den Gewinner auf, seine Hand umzudrehen. Wenn noch zwei oder mehr Spieler in der Hand sind, wird ein Side Pot geschaffen. Der Spieler, der all-in ist, kann nicht den Side Pot gewinnen. Er kann lediglich den Main Pot gewinnen. Die anderen Spieler können sowohl den Side Pot als auch den Main Pot gewinnen.

Wenn Sie setzen, berücksichtigen Sie, ob jemand all-in ist oder nahe dran, all-in zu gehen. Manchmal ist ein Spieler, der nahe dran ist, all-in zu sein, frustriert, weil er sich inmitten einer Verlust-Session befindet. Wenn er raist, tut er dies vielleicht, um all-in zu sein und dem Setzen ein Ende zu bereiten. Lernen Sie, Spieler, die so etwas tun zu verstehen, damit Sie ihre Aggressivität nicht als irgendetwas anderes interpretieren als das Verlangen, ihre Chips aus Frustration heraus hineinzustellen.

Gegen einen Spieler spielen, der nahezu all-in ist

Achten Sie darauf, wenn einer der Spieler am Tisch nahezu all-in ist. Er wird oftmals aggressiver spielen, insbesondere dann, wenn bereits viele Spieler im Pot sind. Er will den maximalen Wert aus seiner Hand herausholen und er denkt, dass ein frühes All-in-Gehen, nachdem sich bereits einige Spieler darauf festgelegt haben, den Flop zu sehen, dies bewerkstelligt. Als Beispiel betrachten Sie einen Fall, in dem mehrere Spieler in den Pot gelimpt sind und ein Spieler in Late Position oder in den Blinds raist und all-in geht. Da er all-in geht, könnte er mit einer Hand raisen, mit der er normalerweise nicht raisen würde, mit der dahinterliegenden Logik, dass er am besten sofort all-in geht, wenn er ohnehin bald all-in gehen müsste, um noch den maximalen Wert herauszuholen. Sein Raise könnte in dieser Situation mitunter weniger bedeuten als er es normalerweise tun würde. Selbst wenn Sie glauben, dass er eine legitime Raise-Hand hat, ist er nicht in der Lage, Sie in den folgenden Runden unter Druck zu setzen. Selbst wenn Sie nicht daran glauben, dass ein einzelner Gegner, der nahezu all-in ist, anders spielt, müssen Sie dennoch wissen, dass er nahezu all-in ist. Die erwartete Potgröße ist unterschiedlich, was Ihre Potodd-Berechnungen und Ihre Entscheidungen beeinflussen könnte. Denken Sie die Hand bis zu Ende, da unterschiedliche Situationen auftreten könnten. Es folgt ein Beispiel dessen, was passiert, wenn Sie heads-up mit einem Spieler enden, der nahezu all-in ist und Sie eine fantastische Hand floppen.

  • Beispiel

Sie raisen preflop mit in einem $20/$40-Limit-Hold'em-Spiel. Der einzige Caller ist der Big Blind, der mit nur $65 in die Hand gestartet ist. Nachdem er seinen Big Blind gebracht und Ihren Bet gecallt hat, bleiben ihm noch $25.
Ihre Hand: off-suit

Flop: rainbow
Er checkt. Normalerweise sollten Sie setzen, aber setzen könnte an dieser Stelle falsch sein, wenn der Gegner nahezu all-in ist, da Sie die Chance erhöhen wollen, dass er alle Chips in den Pot wirft. Eine Freecard zu gewähren ist nicht gefährlich, da es zu Ihrer Hand keine Overcards gibt. Nahezu jede Hand, die er halten könnte und die von einer Freecard profitieren könnte, ist eine Hand, mit der er ohnehin auf dem Flop gecallt hätte, und so gut wie immer ebenfalls auf dem Turn. Es könnte besser sein, mit dem Setzen bis zum Turn zu warten.

Angenommen, er hat und damit ein Paar Neunen auf dem Flop. Wenn Sie auf dem Flop setzen, wird er callen oder raisen und damit all-in sein. Wenn Sie checken, bringen Sie ihn dazu, seine Chips auf dem Turn in jedem Fall hineinzulegen, egal welche Karte kommt. (Die einzige Karte, die ihn vielleicht vom Callen abhallten könnte, ist ein , in welchem Fall Sie bis zum River mit einem Bet warten sollten.) Wenn er mit einen Draw hat, wird er vielleicht callen, ob er nun die genügenden Potodds hat oder nicht, unabhängig davon, ob Sie nun auf dem Flop oder Turn gesetzt haben. Wenn Sie einen Bad Beat erleiden und ein auf dem Turn oder River kommt, dann können Sie sich mit dem Wissen beruhigen, dass er ohnehin auf dem Flop all-in gegangen wäre, wenn Sie gesetzt hätten. In diesem Szenario macht es keinen Unterschied, ob Sie auf dem Flop gesetzt hätten oder bis zum Turn gewartet hätten.

Etwas anderes ist es, wenn er oder hält, die er wahrscheinlich folden würde, wenn Sie auf dem Flop setzen. Wenn Sie jedoch auf dem Flop checken, könnte er auf dem Turn setzen, in der Hoffnung, sich dadurch den Pot erkaufen zu können, auch wenn er kein Paar getroffen hat. Wenn er konservativer ist, wird er vielleicht nicht ohne ein Paar setzen, aber er wird setzen, wenn er ein Paar trifft. Da Sie ein Paar Kings mit einem As-Kicker haben, müssen Sie sich nur darum Sorgen, dass Ihr Gegner Runner-Runner-Trips oder Two Pair trifft. Der Trade-off zwischen diesem unwahrscheinlichen Ereignis und der Möglichkeit, Ihren Gegner dazu zu bringen, seine restlichen Chips zu riskieren, wenn er ein klarer Außenseiter ist, sollte Sie dazu führen, auf dem Flop zu checken, wenn Sie eine dominierende Hand haben.

Spieler, die nahezu all-in sind, werden wahrscheinlich nicht folden, nachdem Sie gesetzt oder geraist haben

Es ist schwierig, einen Spieler zu bluffen, der gesetzt hat und dessen verbleibender Stack noch einem Bet oder weniger entspricht. Ob er nun gute oder schlechte Karten hat, der Spieler könnte so oder so seine restlichen Chips in die Mitte werfen, nachdem jemand geraist hat.

Um daraus einen Nutzen zu ziehen, sollten Sie mit allen marginalen Händen gegen einen Spieler setzen, der nahezu all-in ist und auf Semi-Bluffs und Bluffs verzichten. Wenn sich nur noch Sie und der Spieler, der nahezu all-in ist, in der Hand befinden, sollten Sie keine Angst davor haben, ihn mit Top Pair und einem schwachen Kicker oder mittlerem Paar all-in zu raisen, doch Sie sollten ihn nicht mit einem Inside-Straightdraw all-in raisen.

Es folgt eine Situation, in der Sie keine Angst davor haben sollten, einen Extra-Raise zu machen und Ihren Gegner all-in zu setzen:
Ihre Hand: off-suit

Flop: rainbow
Ihr Gegner hat in Late Position geraist. Sie haben im Big Blind gecallt. Sie checken. Er setzt und hat nur noch einen Small Bet hinten. Obwohl Sie nur das mittlere Paar haben, sollten Sie sich wohl dabei fühlen, zu raisen und ihn all-in zu setzen. Wenn Sie an dieser Stelle auf dem Flop checkraisen, stellen viele Gegner ihre letzten Chips mit einer Hand wie hinein.

Hier folgt nun noch ein Beispiel einer Situation, in der Sie normale Spieler semi-bluffen können, aber in der Sie sich es zweimal überlegen sollten, ob Sie dies gegen einen Spieler machen, der nahezu all-in ist:
Ihre Hand: off-suit

Flop: rainbow
Wenn Ihr Gegner gesetzt hat, sollten Sie keinen Semi-Bluffraise spielen, da der Wert des Bluffens hier sehr gering ist. Der Spieler, der nahezu all-in ist, callt eher mit einer Hand wie oder als er es normalerweise tun würde. Der Wert des Bluffanteils im Semi-Bluff ist nicht vorhanden, wenn ein Spieler all-in oder nahezu all-in ist und bereits einen Bet gespielt hat.

Wie ein All-in-Spieler den Pot vor einem Bluffer beschützt

Wenn einer der Spieler all-in ist und noch zumindest zwei weitere Spieler in der Hand sind, wird ein Side Pot geschaffen. Die anderen Spieler, die in der Hand sind, können sowohl den Main Pot als auch den Side Pot gewinnen. Der Spieler, der all-in ist, kann nur den Teil des Pots gewinnen, zu dem er auch beigetragen hat. Wenn der Main Pot im Verhältnis zum Side Pot relativ groß ist, schützt der All-in-Spieler die anderen Spieler davor, sich gegenseitig aus dem Pot zu bluffen. Wenn ein Bluff erfolgreich wäre, sodass der dritte Spieler im Pot folden würde, muss der Bluffer dennoch seine Karten gegen den All-in-Spieler herzeigen, um den Main Pot gewinnen zu können. Wenn der Bluffer den All-in-Spieler nicht schlagen kann, liegt kein Wert darin, den dritten Spieler aus der Hand zu bekommen. Das Ziel eines Bluffs besteht darin, den Pot mit einer schwächeren Hand zu gewinnen, indem man den Gegner dazu bringt, eine stärkere Hand zu folden. Da der All-in-Spieler nicht mehr folden kann, wird ein Bluff gegen ihn nicht funktionieren. Das heißt, dass ein erfolgreicher Bluff dem Bluffer an dieser Stelle nicht annähernd soviel bringt wie sonst. Er wird den Side Pot gewinnen, nachdem der dritte Spieler gefoldet hat, aber er muss seine Karten immer noch gegen den All-in-Spieler herzeigen, um den Main Pot zu gewinnen. Wenn der Side Pot größer ist als der Main-Pot (das kann dann vorkommen, wenn der All-in-Spieler in einer frühen Phase der Hand all-in gegangen ist), kann ein Bluff lohnenswert sein.

  • Beispiel

Sie halten auf dem River einen gebusteten Flushdraw oder einen gebusteten Straightdraw:
Ihre Hand: off-suit

Board: rainbow
Sie glauben, dass der Gegner, der nicht all-in ist (der dritte Spieler), eine schwache Hand wie etwa ein Split-Paar Sechsen hält. Da sowohl der Turn als auch der River Overcards zum Flop darstellen, glauben Sie, dass eine gute Chance besteht, dass der dritte Spieler folden wird, wenn Sie setzen. Wenn der All-in-Spieler auf dem Turn all-in gegangen wäre und es somit noch keinen Side Pot gäbe, bestünde kein Grund für Sie zu setzen, weil es nahezu unvorstellbar ist, dass Sie den Main Pot gewinnen. Der All-in-Spieler wird Ihre Hand geschlagen haben, wenn er nicht mysteriöserweise eine Hand wie hält. Man sagt, der Pot ist ein „protected pot", da im Bluffen kein Vorteil liegt.

Um einen weniger extremen Fall anzuführen, sagen wir, Sie haben auf demselben Board. Sie haben ein Split Pair Fünfen. Der All-in-Spieler ist auf dem Turn all-in gegangen. Sie und der dritte Spieler sind auf dem River immer noch dabei und er setzt, um einen Side Pot zu starten. Sie haben gehofft, er hätte einen gebusteten Straightdraw gehalten. Wenn er versteht, dass der Pot geschützt ist, hat er wahrscheinlich eine legitime Hand und Sie sollten folden.

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