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EPT Momente: Tobias Reinkemeier düpiert Roland de Wolfe
Das Pokerfestival der European Poker Tour in Barcelona (20. August bis 1. September) steht vor der Tür. Aus diesem Anlass blicken wir in einer kleinen Artikelserie auf einige unvergessliche Hände mit deutscher Beteiligung zurück.

Gestern ging es um einen ungewöhnlichen Fold des Dänen Martin Nielsen, der Sebastian Ruthenberg den Weg zum EPT-Champion ebnete. Heute geht es um eine Hand, die sich ein Jahr später zwischen Tobias Reinkemeier und dem Engländer Roland de Wolfe abspielte.

Nach dem großen Triumph von Sebastian Ruthenberg im Jahr 2008, hatten die deutschen Pokerspieler ein Jahr später beim €8.300 Main Event der EPT6 Barcelona nichts mit dem Ausgang zu tun.

Dafür war ein Deutscher Hauptakteur einer Hand, die nicht nur direkt am Pokertisch, sondern auch weltweit in den Pokermedien und -foren kontrovers diskutiert wurde.

Tobias Reinkemeier, der acht Monate später durch den Sieg beim €25.500 HR Event im Rahmen des EPT6 Grand Final in Monte Carlo großen Einfluss auf die rasante Entwicklung der deutschen Highroller-Szene hatte, düpierte in dieser Hand den Engländer Roland de Wolfe, der damals als EPT-Champion (EPT3 Dublin) und WSOP Bracelet-Gewinner zu den ganz großen Namen der Szene zählte.

Das Ausmaß dieser Diskussionen wäre sicherlich nicht so groß ausgefallen, wenn nicht das Team der damals enorm beliebten deutschsprachigen Pokershow PokerToday (mit Moderator Henning Pohl) die Hand in Bild und Ton festgehalten und anschließend auch Statements Tobias und de Wolfe eingeholt hätte.
 

Die Entscheidung von Turnierdirektor Thomas Kremser, den Pot Tobias zuzusprechen, war richtig. Diskutiert wurde vielmehr das Verhalten beider Spieler.

Zum einen holte de Wolfe eine bereits tote Hand aus dem Muck, um den verlorenen Pot für sich zu beanspruchen. Auf der anderen Seite provozierte Tobias den Fold des Engländers, der mit dem King die entscheidende Karte gezeigt hatte, und hätte sich zumindest die triumphierenden Gesten im Anschluss vielleicht besser gespart.
 

Turnierdirektor Matt Savage sprach nach der Video-Analyse gegenüber Pokernews sogar von unsportlichem Verhalten. Er meinte, dass er sich unabhängig von den Regeln in diesem Fall mit Tobias unterhalten hätte und ihm unmissverständlich mitgeteilt hätte, dass er zukünftig dieses Verhalten nie mehr am Spieltisch sehen will, da er ansonsten einen Penalty gegen ihn aussprechen würde.

Am Ende sollte man mit beiden Spielern aber wohl nicht zu hart ins Gericht gehen, denn wie Tobias in seinem Statement sagte: „In dem Moment waren einfach Emotionen, Adrenalin. Und ich habe einfach gesehen er muckt und dann zack."

Mit dem Ausgang des Turniers hatten beide Spieler letztlich ohnehin nichts zu tun. Tobias zählte nach dieser Hand - bei noch 52 Spielern (72 Plätze bezahlt) - zwar zu den Bigstacks, schied aber bereits auf Platz 30 für €23.000 Preisgeld aus. De Wolfe musste seinen Stuhl auf Platz 15 für €30.000 räumen.

Die Hand sollte dennoch nicht so schnell in Vergessenheit geraten. Knapp fünf Jahre später diskutierte zum Beispiel Jason Somerville in seinem #runitup-Vodcast mit Scott Seiver über die deutsche Highroller-Szene, und Seiver erinnerte sich im Zusammenhang mit Tobias vor allem an „the Roland de Wolf hand." (im Video ab Minute 20).
 

Quelle: PokerStarsBlog.de

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