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Bluffs, Hand-Schutz und Variation
Viele Entscheidungen in No Limit Hold'em Cashgames sind einfach. Bis jetzt hast du gelernt, dass du mit deinen starken Händen setzen und erhöhen solltest und deine schwachen Hände passen solltest. In den Artikeln zum Spiel vor dem Flop und zur Bewertung deiner Hand (Links) haben wir an zahlreichen Beispielen erläutert, warum diese Spielweise korrekt ist. Manchmal jedoch solltest du diesen ganz geradlinigen Ansatz ein wenig außer acht lassen - denn erfahrene Spieler sind in der Lage, die Spielweise ihrer Gegner einzuschätzen und ihr Spiel darauf einzustellen. Sie erkennen, dass du ein ziemlich gutes Blatt haben musst, wenn du auf dem Turn erhöhst, und passen deshalb ihre mittelmäßige Hand. 
Um es ihnen schwerer zu machen, deine Spielweise zu erahnen, musst du den geraden Weg von Zeit zu Zeit einmal verlassen. Außerdem: Wenn deine Gegner sich einmal gemerkt haben, dass du nur mit einer starken Hand erhöhst, kannst du leichter einen Bluff spielen. Falls du dagegen sehr aggressiv spielst und bereits einige Bluffs gezeigt hast, werden sie anfangen, dich auch mit weniger guten Blättern zu callen.
In diesem Artikel beschreiben wir, welche Situationen sich gut für einen Bluff oder einen Semi-Bluff eignen. Daneben erläutern wir dir die Grundzüge des variantenreichen Spiels (durch das du viel schwieriger einzuschätzen sein wirst) und zeigen verschiedene Wege auf, wie du deine Hand in verschiedenen Situationen schützen kannst.

Semi-Bluff in No Limit Hold'em-Cashgames

Beginnen wir mit den Semi-Bluff. Das Erhöhen mit Draws ist eine sehr wichtige Fertigkeit für jeden guten No Limit Hold'em-Spieler. Wenn du mit deinen Draws und deinen mittleren Händen immer nur callst und nur mit deinen sehr starken Händen erhöhst, wirst du für deine Mitspieler ein offenes Buch sein. Aus diesem Grund musst du dein Spiel von Zeit zu Zeit variieren. Wenn du einen Draw aggressiv spielst und einige Einsätze und Raises bringst, übst du starken Druck auf deine Gegner aus. Und daraus entstehen für dich eine Menge Vorteile:
  • Du hast die Chance, den Pot zu gewinnen, ohne deinen Draw zu treffen.
  • Du vergrößerst den Pot - für den Fall, dass du gecallt wirst und triffst.
  • Du verschleierst deine Hand und bist schwerer einzuschätzen.
Klingt doch prima, oder? Leider haben Semi-Bluffs aber auch Nachteile:  Sie erhöhen nämlich die Varianz, weil du mit dieser Spielweise regelmäßig um größere Pots spielen wirst.

Hier klicken für die Beispiele als Text



    1. Du hältst in Late Position und callst nach einer Reihe von Limpern. Der Flop bringt . Der BB setzt und zwei Spieler gehen mit. Dies ist keine gute Ausgangsposition für einen Semi-Bluff, weil du jetzt gegen mehrere Gegner antreten musst - andererseits verbessern sich dadurch die Odds für einen Call.
    2. Du hältst in Late Position und callst nach einem Limper. Der SB passt und der BB checkt. Du floppst einen Flush Draw und einen Gutshot Straight Draw. Der Spieler UTG (Under The Gun) setzt - und da du jetzt nur zwei Gegner hast und einen starken Draw, ist jetzt der richtige Moment für einen Semi-Bluff gekommen. Du erhöhst auf $15.
Semi-Bluffs funktionieren also am besten mit einer Menge Outs und wenigen Gegnern! Mit einem schwachen Draw und gegen einen ganzen Haufen Gegner solltest du dich dagegen gar nicht erst auf einen Semi-Bluff einlassen.


Variiere deine Einsätze

Das nächste Beispiel behandelt das Variieren deiner Einsätze. Wie oben bereits beschrieben, bist du einfacher einzuschätzen, solange du Draws wie Draws und Monsterhände wie Monsterhände spielst. Und dies gilt ganz besonders, wenn du gegen bessere und aufmerksame Gegner spielst. Das folgende Beispiel zeigt dir, wie du deine Spielweise etwas abwechslungsreicher gestalten kannst:

Mit beiden Händen reagierst du auf dem Turn identisch, obwohl du zwei völlig verschiedene Blätter hältst. Beide Hände waren spielbar, aber manchmal ist das noch nicht einmal nötig - dann brauchst du nur die richtige Position:




Normalerweise bestimmt die Stärke deiner Hand, ob du einen großen oder einen kleinen Pot spielen willst. Die Beschaffenheit des Boards jedoch spielt ebenso eine Rolle wie die Anzahl deiner Gegner. Anhand dieser Variablen solltest du deine Hand planen:


In der ersten Hand hast du ein Set gefloppt und sowohl die Action wie auch die Beschaffenheit des Flops verlangten nach einem großen Pot. Du wirst deine Hand niemals vor sehr starken Draws schützen können. Solange du aber als Favorit in den Pot einzahlst, wirst du auf längere Sicht Profit machen. 

Bei der zweiten Hand lag eine andere Situation vor. Mit manchen Händen solltest du den Pot klein halten.
In unserem Preflop-Artikel sprachen wir über die grundlegende Strategie vor dem Flop, die in neun von zehn Fällen die richtige ist. Jedoch wird es Situationen geben, in denen du von deinem üblichen Spiel abweichen und etwas Raffiniertes ausprobieren solltest - wie ein Raise mit einer schwächeren Hand oder einen schlichten Call mit einer starken Hand. Wie die Beispiele vorher gezeigt haben, verschleiert das die eigentliche Stärke deiner Hand und macht dich schwerer einzuschätzen.

 
Das letzten Beispiele haben (wie die meisten anderen in diesem Artikel) eines gemeinsam: Du musst nicht immer auf diese Weise handeln, nur weil sich die Gelegenheit dazu bietet. Im Grunde gilt genau das Gegenteil: Die meiste Zeit solltest du "Standard Poker" spielen. Es ist nicht gerade einfach, den richtigen Moment für einen Bluff, einen Semi-Bluff oder ein Slowplay zu erkennen - dafür braucht man eine Menge Erfahrung. In der richtigen Situation allerdings bringen diese Aktionen nicht nur viel ein, sondern machen auch jede Menge Spaß.
 

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