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2-7 Triple Draw: Fortgeschrittene - Das Spiel nach dem zweiten Draw

Ähnlich dem Turn-Spiel im Fixed-Limit Texas Hold´em hat das Spiel des zweiten Draws im 2-7 Triple Draw einen maßgeblichen Einfluss darauf, wie erfolgreich ein Spieler langfristig sein wird. Die Gründe dafür sind folgende:

  1. Es folgt nur noch ein Draw, in dem sich das eigene oder das gegnerische Blatt gegebenenfalls verbessern kann.
  2. Die Betsize in der Setzrunde auf dem zweiten Draw verdoppelt sich. Gesetzt wird nun in Big Bets. Es sollte nicht schwer zu verstehen sein, dass sich mit der Erhöhung der Bets auch das Ausmaß der Fehler vergrößern kann, die man selbst oder der Gegner potentiell begehen kann.

Wer sich jedoch die folgenden Lehrinhalten aufmerksam durchliest und sich in deren Anwendung übt, wird alsbald derjenige sein, der die groben Fehler vermeidet und stattdessen seinen Gegnern Gelegenheit bietet, eben diese Fehler zu begehen.

Vorweg schicken möchte ich, dass wir grundsätzlich versuchen auf eine Acht oder besser zu drawen. Wenn also von einem One Card Draw oder Two Card Draw die Rede ist, dann ist in der Regel ein Draw auf eine Pat-8 oder besser gemeint.

Pat-Hands

Was eine Pat-Hand für uns auf dem zweiten Draw ist und wie wir sie spielen sollten, hängt stark von der Situation, also unserer Position, unserem Verhalten und der Anzahl unserer Gegner sowie unserer exakten Hand ab.

Heads-up, in Position

Befinden wir uns Heads-up und haben auch noch Position auf unseren Gegner, dann können wir uns ansehen, was er macht. Wenn unser Gegner setzt, dann sollten wir mit jeder Pat-7, Pat-8-5 und Pat-8-6 raisen. Eine Pat-8-6 wäre beispielsweise .
Hier nun ein ganz wichtiger Move, der in dem Repertoire eines guten Triple-Draw-Spielers auf keinen Fall fehlen sollte:
Wenn wir eine Pat-8-7 gemacht haben, sollten wir ebenso nur callen. Der Grund dafür liegt jedoch nicht darin, dass die Hand zu schwach wäre, um sie zu raisen, sondern in der speziellen Konstellation der Situation. Da unser Gegner out-of-position sitzt, muss er sich gegebenenfalls auf unser Setzverhalten verlassen, um zu entscheiden, ob er mit einer bestimmten Hand, beispielsweise einer Pat-9 oder Pat-10, noch stehen bleibt oder ob er noch einmal eine Karte zieht. Da sowohl eine Pat-9 als auch eine Pat-10 deutlicher Favorit gegen einen One Card Draw sind, machen wir unseren Gegner durch unseren Call anstelle eines Raises glauben, wir würden immer noch eine Karte ziehen und er wäre somit Favorit gegen uns, wenn er auf seiner Neun oder Zehn pat bleibt. Dadurch bringen wir zwar keinen weiteren Bet in den Pot, sichern uns jedoch in den oben beschriebenen Fällen zu 100 % Wahrscheinlichkeit das, was bereits im Pot liegt - plus einen eventuellen weiteren Bet nach dem dritten Draw, wenn unser Gegner neugierig ist. Würden wir raisen, könnte unser Gegner daraus schließen, dass seine Hand nicht mehr gut ist und erneut eine Karte drawen. Zwar sind wir in einer solchen Situation klarer Favorit, aber wir gefährden unnötig den Gewinn eines Pots, den wir anderenfalls sicher gewonnen hätten.

  • Beispiel

Wir starten auf dem Button mit

.

Der Cut-off raist und wir reraisen. Die Blinds folden. Der Cut-off capt mit einem Reraise und wir callen.
Der Cut-off zieht eine Karte. Wir ziehen zwei:

Der Cut-off spielt an. Wir callen. Der Cut-off zieht eine Karte. Wir ziehen eine Karte:

Wir halten nun . Unser Gegner setzt erneut an.

An dieser Stelle callen wir nur, um unserem Gegner zu signalisieren, wir würden nach wie vor drawen. Wenn er das glaubt, wird er mit jeder Pat-9, Pat-10 und gegebenenfalls mit jedem Pat-Jack stehenbleiben, weil all diese Hände immer noch Favorit gegen den besten One Card Draw sind. Tut er das, dann sichern wir uns die 15,5 Small Bets beziehungsweise 7,75 Big Bets, die sich bereits im Pot befinden und verzichten dafür darauf, gegebenenfalls einen extra Big Bet zu gewinnen.

Wenn unser Gegner checkt, sollten wir immer setzen, wenn wir eine Pat-8 oder besser gemacht haben, es sei denn, unser Gegner ist bereits auf dem ersten Draw pat gestanden. Mit einer Pat-8 sollten wir immer "for value" betten, wenn unser Gegner noch mindestens eine Karte gezogen hat.

Wenn wir glauben, dass unser Gegner nach wie vor drawt, können wir eine Pat-9, Pat-10 oder einen Pat-Jack betten, aber es besteht keine Notwendigkeit dazu, da wir in Position immer zunächst die Information erhalten, ob unser Gegner noch drawt oder nicht.

Wir haben es hier mit einem klassischen Trade-off zu tun:

  • Einerseits wollen wir mit unserer Hand einen Valuebet platzieren, wenn unser Gegner noch drawt und ihm dadurch auch keine Freecard gewähren.
  • Andererseits gehen wir durch einen Bet das Risiko eines Checkraises ein, wenn unser Gegner bereits eine Pat-Hand haben sollte. Ist unser Gegner gar ein trickreicher Spieler, der auch mit marginalen Händen einen Checkraise spielen würde, um herauszufinden, ob es sich gegebenenfalls lohnt, uns zu snowen oder seinerseits mit einer marginalen Hand pat zu bleiben, dann haben wir für den letzten Draw eine schwere Entscheidung zu treffen, nachdem wir seinen Checkraise gecallt haben und unser Gegner daraufhin stehengeblieben ist.

In Abhängigkeit unseres Gegners und unserer Spielerfahrung sollten wir in dieser Situation jedoch eher zu einem Check als zu einem Bet tendieren.

Multiway-Pot, in Position

Sehen wir uns mehr als einem Gegner gegenüber, die bereits auf einem One Card Draw waren oder gar stehengeblieben sind, dann sollten wir angesichts eines Bets und eines Raises selbst dann folden, wenn wir einen One Card Draw auf die Nuts haben. Zwei Bets oder gegebenenfalls mehr gegen zwei oder mehr Gegner zu bezahlen, wenn wir noch drawen, ist in den allermeisten Fällen ein Verlustspiel.

Trickreiche Moves, wie der oben beschriebene mit , verlieren gegen mehrere Gegner stark an Wert und sollten deshalb nicht durchgeführt werden. Es ist recht unwahrscheinlich, dass beide Gegner nacheinander auf einer Pat-9, Pat-10 oder einem Pat-Jack stehenbleiben. In einem Multiway-Pot sollten wir deshalb unsere Hand schützen und so viele Valuebets in den Pot bringen wie möglich.

Wenn wir gegen zwei Gegner stehen, die beide noch eine Karte ziehen, dann haben wir mit einem Pat-Jack dieselbe Gewinnchance wie jeder unserer Gegner (also in etwa 1/3 der Fälle beziehungsweise 33 %). Mit einer Pat-9 hingegen haben wir gegen beide Gegner zusammen eine etwa 50%-Chance zu gewinnen, dies ist quasi ein Coinflip.


Heads-up, out-of-position

Befinden wir uns Heads-up, genießen jedoch nicht den Vorteil der Position, dann sind wir dazu gezwungen, selbst unsere marginalen Pat-Hände zu betten, um herauszufinden, wo wir stehen und ob wir es uns leisten können, auf unserer Hand stehenzubleiben, oder ob unser Gegner bereits seine Hand getroffen hat. Es ist sehr wichtig, in diesen Situationen aus einer schwachen Position heraus nicht zu passiv zu werden, da ansonsten der Informationsvorteil unseres Gegners so stark wird, dass wir nur unprofitabel spielen können. Wir sollten also sowohl mit unseren starken als auch mit unseren marginalen Händen setzen – einmal "for value" und einmal "for information".

Wenn unser Gegner bereits pat war oder zuvor eine Karte gezogen hat und wir zwei Karten gezogen haben und wir nun eine sehr starke Hand (beispielsweise eine Pat-7 oder Pat-8-5) machen konnten, dann sollten wir einen Checkraise versuchen, da unser Gegner sehr wahrscheinlich setzen wird, um uns keine Freecard zu gewähren.

Multiway-Pot, out-of-position

Sich out-of-position in einem Multiway-Pot zu befinden, sollte nach Möglichkeit die Ausnahme darstellen, da unsere Möglichkeiten in dieser Situation sehr eingeschränkt sind. Wir können zwar mit einer starken Hand sowohl setzen als auch einen Checkraise versuchen, aber mit einer marginalen Hand wie etwa einer Pat-9 oder Pat-10 stehen uns keine guten Optionen zur Verfügung. Ein Bet "for information" ist in Multiway-Pots wesentlich riskanter und es ist sehr fraglich, ob er langfristig überhaupt profitabel ist. Die Alternative ist ein Check. Wie jedoch sollen wir reagieren, wenn ein Gegner nach uns checkt und ein weiterer setzt? Nun sind wir an der Reihe, halten eine marginale Hand und wissen nicht, wie der Spieler nach uns reagieren wird, der zuvor gecheckt hat. Wenn wir uns in einer solchen Situation befinden, sollten wir mit einer marginalen Hand so günstig wie möglich den Showdown sehen. Wenn wir allerdings mit einem Bet und einem Raise konfrontiert werden, können wir unsere marginale Hand sicher folden.

One Card Draws

Heads-up, in Position

Wenn unser Gegner eine Karte gezogen hat und checkt und wir ebenfalls noch drawen, sollten wir behind-checken. Dasselbe gilt, sollte uns dies einmal passieren, wenn unser Gegner bereits pat gestanden ist und nun checkt. 

Mit Position auf unseren Gegner müssen wir nicht das Risiko eines Checkraise eingehen, um gegebenenfalls einen zusätzlichen Bet als marginaler Favorit ins Rennen zu schicken. Wir können ruhig behind-checken und sehen, wie viele Karten unser Gegner drawt.

Allerdings gilt auch hier dasselbe, was für die meisten Spielzüge im Poker gilt: Hin und wieder sollte man seine One Card Draws eben doch betten, um zu vermeiden, dass man zu berechenbar wird und der Gegner sich out-of-position sicher sein kann, dass man noch nicht pat ist, um gegebenenfalls mit einer marginalen Pat-Hand als Favorit stehenzubleiben.

Hat unser Gegner jedoch zwei oder mehr Karten gedrawt und gecheckt, dann sollten wir unbedingt setzen, da wir klarer Favorit sind, die Hand zu gewinnen. Setzt er hingegen, sollten wir callen.

Wenn wir einen One Card Draw auf eine Sieben haben, sollten wir callen und auf eine Pat-7 drawen. Ebenso ist ein Call angebracht, wenn wir uns auf dem ersten Draw von einem Two Card Draw auf einen One Card Draw verbessert haben, unser Gegner auf dem ersten Draw eine Karte gezogen hat und nun setzt.

Es gibt jedoch auch hier eine bemerkenswerte Alternative. An dieser Stelle will ich einen weiteren Move erklären, der unbedingt ein Bestandteil im Strategie-Arsenal eines guten Triple-Draw-Spielers sein sollte:

  • Beispiel:

Wir halten auf dem Button

.

Bis zu uns wird gefoldet. Wir raisen. Der Small Blind foldet und der Big Blind, ein Spieler, der etwas vom Spiel zu verstehen scheint, callt. Der Big Blind zieht zwei Karten. Wir ziehen eine:

 ⇒

Unser Gegner checkt. Wir setzen. Unser Gegner callt und zieht eine. Wir ziehen ebenfalls eine:

 ⇒
Nun setzt unser Gegner out-of-position.
Was machen wir?

Wir könnten an dieser Stelle callen und abermals auf die Nuts drawen. Das wäre sicherlich kein großer Fehler. Allerdings gibt es an dieser Stelle eine Alternative: Raise!

Aufgrund der vielen Low-Cards, die wir gesehen haben (, , , , , , ), ist es relativ unwahrscheinlich, dass unser Gegner hier eine Premiumhand getroffen hat. Da er darüber hinaus ein Spieler zu sein scheint, der etwas von dem Spiel versteht, könnte er eine marginale Hand wie beispielsweise eine Pat-9, Pat-10 oder einen Pat-Jack gemacht haben und nun setzen, um herauszufinden, ob wir uns nach wie vor auf einem Draw befinden, sodass er bedenkenlos auf seiner Hand stehenbleiben kann. Indem wir in dieser Situation raisen, geben wir unserem Gegner eine Antwort auf seine Frage, indem wir vorgeben, bereits unsere Hand getroffen zu haben. Wenn wir dadurch erreichen können, dass unser aufmerksamer Gegner seine Hand aufbricht oder gar foldet, dann haben wir unser Ziel erreicht und einen großen Vorteil erwirkt. Unabhängig davon, ob wir nun snowen und pat bleiben, in der Hoffnung unser Gegner würde nach dem letzte Draw auf einen Bet hin folden, oder ob wir erneut eine Karte ziehen, sind wir vom klaren Außenseiter zum Favoriten avanciert. 

Multiway-Pot

In einem Multiway-Pot sollten wir mit unseren One Card Draws straightforward spielen, da trickreiche Moves hier wesentlich weniger profitabel, wenn nicht sogar langfristig verlustreich sind. Das bedeutet, wir sollten mit ihnen checken oder einen Bet callen. Werden wir mit zwei oder mehr Bets konfrontiert, sollten wir unsere Hand passen.

Two Card Draws

Two Card Draws sollten gegen einen oder mehrere Bets, unabhängig von der Anzahl der Spieler im Pot, oder der eigenen Position gefoldet werden. Wenn unser Gegner passiv genug ist, uns mit einem Two Card Draw abermals die Gelegenheit zu geben, ihn auszudrawen, indem er checkt, dann können wir ihm diesen Gefallen natürlich tun. In allen anderen Fällen sparen wir uns mit einem Fold Zeit und Geld.

Weiter geht es mit dem Spiel nach dem dritten Draw

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