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2-7 Triple Draw: Fortgeschrittene - Das Spiel nach dem ersten Draw

Pat-Hands

Wenn wir pat geblieben sind und unsere Gegner eine oder mehrere Karten gezogen haben, sollten wir anspielen beziehungsweise raisen, falls vor uns angespielt wurde. Wer uns ausdrawen will, soll dafür bezahlen müssen. Wenn unser Gegner ebenfalls pat geblieben ist, hängt unser Spiel davon ab, mit welchen Händen unser Gegner noch pat bleiben würde, die wir schlagen können.

Ich will hierfür drei Kategorien von Spielern betrachten: tight, loose, ultraloose.

Diese seien wie folgt definiert. Tighte Spieler bleiben nur dann von Beginn an pat, wenn sie eine 7-Low, oder 8-Low gedealt bekommen haben. Loose Spieler bleiben zusätzlich dann stehen, wenn sie eine 9-Low von Beginn an halten und ultraloose Spieler bleiben sogar mit einer T-Low noch stehen und hoffen darauf, dass diese bis zum Ende hält oder sie ihre Gegner vorher aus dem Pot vertreiben können. Wenn wir nun einschätzen können, zu welcher der drei Kategorien unser Gegner mit der Pat-Hand gehört, dann gibt die folgende Tabelle an, wie wahrscheinlich es ist, dass er eine bestimmte Hand hält:

 

Nun haben wir es wesentlich leichter einzuschätzen, ob es sich lohnt, unsere Hand weiterzuspielen und ob wir im Schnitt weit genug vorn liegen, damit es sich lohnt, von uns aus anzuspielen. Natürlich kann uns auch das Setzverhalten unseres Gegners eine Idee davon geben, wie stark seine Hand tatsächlich ist. Allerdings ist hier Vorsicht geboten, da es erfahrene Spieler verstehen, ihre starken und schwachen Hände gleich zu spielen, um nicht vorhersehbar zu werden. Ich habe in dieser Tabelle weiterhin nicht berücksichtigt, dass auch eine gewisse Wahrscheinlichkeit besteht, dass unser Gegner uns von Beginn an snowt, also einen Bluff spielt. Das heißt, er hat beispielsweise eine sehr schlechte Hand, mit der er jedoch vorgibt, pat zu bleiben, um den Pot nach dem ersten oder zweiten Draw mitzunehmen. Wenn unser Gegner jedoch Position auf uns haben sollte, ist es sehr unwahrscheinlich, dass wir gesnowt werden, nachdem unser Gegner sieht, dass wir vor ihm pat bleiben, da ein Snow in der Regel dann besonders effektiv ist, wenn der Gegner noch drawt und nur noch wenige Chancen verbleiben, den Draw zu treffen.

Wenn wir auf einem One-Card-Draw waren und nun unsere Hand getroffen haben, dann sollten wir anspielen, es sei denn, wir haben gegen eine Pat-Hand gespielt, die wir nun glauben geschlagen zu haben. In diesem Fall sollten wir eigentlich immer einen Checkraise spielen, es sei denn, unser Gegner ist ungewöhnlich passiv und ist damit aufgefallen, dass er nur sehr selten anspielt, wenn er vorn liegt. Im Livegame rate ich sogar dazu, mit dem One-Card-Draw gegen eine Pat-Hand in-the-dark zu checken, also bevor man sich die gedrawte Karte ansieht, um den Gegner gegebenenfalls checkraisen zu können. Dasselbe gilt selbstverständlich ebenso für Two-Card-Draws oder höher, mit denen wir eine fertige 7-Low oder 8-Low gemacht haben.

One-Card-Draws

Wenn wir vor dem ersten Draw einen One-Card-Draw hatten und uns nicht verbessern konnten, dann sollten wir geradlinig spielen, das heißt anspielen, wenn unser Gegner mehr Karten gedrawt hat als wir und checken, wenn unser Gegner ebenfalls eine Karte gedrawt hat oder pat geblieben ist. Selbst wenn wir glauben, einen smootheren Draw (also einen besseren Draw mit kleineren Karten) als unser Gegner zu halten, rentiert es sich in der Regel nicht anzuspielen. Im besten Fall gelingt es uns, einen zusätzlichen Bet mit einer marginal besseren Hand in den Pot zu bekommen, aber wir nehmen dafür das Risiko eines Checkraise in Kauf. Sollte unser Gegner anspielen, callen wir.

Wenn wir uns mit unserem One-Card-Draw in einem Multiway-Pot befinden, das heißt wir haben zwei oder mehr Gegner und ein Gegner, der vor uns eine Karte gezogen hat, spielt nun an, dann sollten wir raisen. Aggression ist ein sehr wichtiges Element im Lowball, um Gegner, die hinter uns sitzen, aus dem Pot zu vertreiben und damit den eigenen Anteil am Pot zu erhöhen. Um einen Gegner, der hinter uns sitzt und Position auf uns hat, zum Folden zu bringen, gehen wir auch gern das Risiko ein, von einem Gegner vor uns mit einer Pat-Hand gereraist zu werden. Lieber investieren wir drei Small Bets und bringen den Pot heads-up mit Position auf unseren Gegner als dass wir für einen Small Bet gegen zwei Spieler spielen, von denen einer Position auf uns hat.

  • Hierzu ein Beispiel
Wir halten im Big Blind

.

Der Button open-raist und der Small Blind callt. Wir reraisen und die beiden anderen Spieler callen.
Der Small Blind zieht eine, wir ziehen zwei

 ⇒ .

Nun halten wir einen exzellenten One-Card-Draw und haben acht Outs auf eine 7-Low und vier Outs für eine 8-7-Low.

Der Button zieht ebenfalls zwei. Der Small Blind setzt an. Was tun wir?
Raise! Es wäre zwar möglich, dass der Button bereits pat ist, aber es folgen noch zwei weitere Draws und wir müssen aggressiv spielen, solange der Pot noch multiway ist, um die Gegner, die hinten liegen, aus dem Pot zu treiben. Bei einem Call könnte der Button schon allein aufgrund der hohen Potodds von 11:1 callen. Jetzt bekommt er zwar immer noch Potodds von 6:1, aber er könnte sich nicht verbessert haben und gegebenenfalls gegen zwei Pat-Hände stehen. Darüber hinaus wollen wir uns die Position sichern. Wenn wir also durch einen Raise in dieser oder ähnlichen Situationen einen oder mehrere Gegner aus dem Pot bekommen, die Position auf uns gehabt haben, dann haben wir uns durch den Raise den Button zusätzlich erkauft.


Two-Card-Draws

Wenn wir nach dem ersten Draw einen Two-Card-Draw halten, werden wir in der Regel checken. Eine Ausnahme liegt eigentlich nur dann vor, wenn wir die Blinds attackiert haben, der Big Blind einen loosen Call gemacht und dann drei oder mehr Karten gedrawt hat.

In einem Multiway-Pot sollten wir mit einem Two-Card-Draw selbst dann nicht anspielen, wenn wir gegen zwei oder mehr Spieler stehen, die drei Karten gezogen haben.

  • Beispiel

Wir halten

auf dem Button und open-raisen, um die Blinds zu stehlen. Sowohl der Small Blind als auch der Big Blind callen den Raise. Wir ziehen zwei

 ⇒

und halten nun nach wie vor einen Two-Card-Draw mit

.

Der Small Blind checkt, ebenso wie der Big Blind. An dieser Stelle sollten wir uns nicht setzen. Die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch, dass mindestens einer unserer beiden Gegner sich verbessert hat. Wir sollten an dieser Stelle den Pot klein halten, die Gelegenheit nutzen, um kostenlos noch einmal zwei Karten drawen zu können, und behind checken.

Wenn wir jedoch in dem obigen Beispiel out-of-position (beispielsweise im Small Blind) sitzen und der Button spielt an, dann sollten wir raisen, um den Big Blind aus dem Pot zu bekommen und die Hand heads-up weiterzuspielen.
Wenn wir gegen einen anderen Two-Card-Draw oder besser spielen, sollten wir zunächst checken und uns dann abhängig von den Potodds, unserer Position, der Anzahl an Karten, die unser Gegner gezogen hat, und den Discards, die wir abgeworfen haben, für Call oder Fold entscheiden. Wenn die Potodds vielversprechend sind, wir Position auf unseren Gegner haben, unser Gegner auch zwei oder mehr Karten gezogen hat und wir bereits kleine Karten zwischen und abwerfen mussten, weil sie mit unseren Karten Paare gebildet hatten, dann sollten wir stark zu einem Call tendieren. Wenn der Pot jedoch klein ist, wir out-of-position sitzen, unser Gegner eine Karte gezogen hat oder bereits pat gestanden ist und wir nur große Karten abgeworfen haben, die unser Gegner ohnehin nicht gebrauchen könnte, dann sollten wir stark zu einem Fold tendieren.

Three-Card-Draws

Wenn wir predraw einen Three-Card-Draw gespielt haben, um die Blinds zu stehlen oder unseren Blind zu verteidigen und uns nicht verbessern konnten, dann sollten wir out-of-position Check-Fold und in Position Check-behind, oder Fold spielen.

  • Beispiel

Wir sitzen auf dem Button und halten

.

Wir raisen. Der Small Blind foldet. Der Big Blind callt und zieht zwei. Wir ziehen drei

 ⇒

und halten nun immer noch einen Three-Card-Draw

.

Der Big Blind spielt an. Es ist zwar durchaus möglich, dass der Big Blind allein deshalb anspielt, weil wir mehr Karten als er gedrawt haben, aber selbst in diesem Fall stehen unsere Chancen nicht gut. In jedem anderen Fall sind wir nun ein deutlicher Außenseiter! Es ist an der Zeit, die Mission abzubrechen und die Hand aufzugeben.

Prinzipiell hätte es auch noch die Möglichkeit gegeben, die Hand als Snow weiterzuspielen. In diesem Fall würden wir uns ein Snow-Pattern überlegen, das möglichst überzeugend wirkt, wie beispielsweise 1-1-0 oder 2-1-0 und darauf hoffen, dass

  1. unser Gegner noch nicht fertig ist.
  2. unser Gegner bis zum Ende keine Hand vervollständigt, mit der er bereit wäre, den letzten Bet zu callen.
  3. unser Gegner nicht allein deshalb callt, weil er vermutet, dass wir ihn snowen.

Hier einige Kriterien, auf die wir achten sollten, bevor wir in Erwägung ziehen zu snowen:

Position

Ein Snow verliert out-of-position stark an Value, da wir zu dem Zeitpunkt, zu dem wir uns entscheiden, den Snow zu spielen, noch keinerlei Informationen darüber haben, wie viele Karten unsere Gegner drawen, wie stark sie sich gegebenenfalls verbessert haben, oder ob sie überhaupt noch drawen. Aus diesem Grund sollte ein Snow nur dann in Erwägung gezogen werden, wenn wir Position auf unseren Gegner haben.

Anzahl der Gegner

Da wir bei einem Snow gemeinhin nur eine Möglichkeit haben, den Pot zu gewinnen, nämlich indem alle Spieler außer uns folden, sind wir von der Wahrscheinlichkeit abhängig, dass alle Gegner folden. Je mehr Spieler jedoch im Pot sind, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass zumindest einer von ihnen bis zum Ende spielt. Die meisten unserer Snows sollten wir also in Heads-up-Situationen spielen. In Ausnahmesituationen mag es vorkommen, dass wir in der Lage sind, gegen zwei Spieler, die weak-tight spielen, einen Snow profitabel spielen zu können. In der Regel rate ich davon jedoch ab.


Spielstil des Gegners

Selbst wenn wir nur einen Gegner haben und in Position sind, kann es ratsam sein, von einem Snow Abstand zu nehmen, wenn unser Gegner beispielsweise eine loose-passive Calling Station ist, also ein Spieler, der so gut wie immer seine Hand bis zum Showdown durchcallt. Auch gegen einen loose-aggressiven Gegner wollen wir nicht unbedingt einen Snow spielen, da wir gegen einen Raise oder einen Resnow gegebenenfalls unsere Hand aufgeben müssten. Gegner, gegen die wir gern snowen, sind schwache, tighte Spieler, wie beispielsweise Rocks, die nur mit den besten Händen bis zum Ende spielen.

  • Beispiel

Wir sitzen auf dem Button und halten

.

Wir raisen. Der Small Blind foldet. Der Big Blind callt und zieht zwei.
An dieser Stelle könnten wir zwei ziehen, aber wir entscheiden uns für einen Snow, obgleich der Big Blind des Öfteren mit seiner loose-aggressiven Spielweise aufgefallen ist. Zunächst überlegen wir uns ein überzeugendes Snowmuster. Da unser Gegner zwei gezogen hat, wollen wir ihm an dieser Stelle nicht suggerieren, gleichauf zu sein. Schließlich haben wir geraist und auch wenn wir uns in einer Stealposition befinden, können wir hier legitim einen One-Card-Draw halten. Wir entscheiden uns also für das Snowmuster 1-1-0, das heißt, wir ziehen eine Karte auf dem ersten Draw, eine Karte auf dem zweiten Draw (schließlich trifft man ja nicht immer sofort seine gewünschte Hand) und bleiben dann auf dem dritten Draw pat. Wir ziehen also eine Karte

 ⇒ .

Der Big Blind checkt. Wir setzen, da wir ja augenscheinlich vorn liegen. Unser loose-aggressiver Gegner raist. Wir callen und der Big Blind bleibt plötzlich pat. Was nun? Selbst wenn es sehr wahrscheinlich ist, dass unser Gegner uns snowt, müssen wir uns die Frage stellen, welche Hände wir schlagen können und wie wir an dieser Stelle weiterspielen sollten? Ziehen wir unseren Snow durch, in der Hoffnung, dass unser Gegner aufgibt? Geben wir die Hand auf oder versuchen wir unseren Gegner auszudrawen? In jedem Fall haben wir jetzt eine schwierige Entscheidung vor uns. Aus diesem Grund sollten wir den Spielstil unseres Gegners in unsere Überlegungen, ob wir snowen oder nicht, mit einbeziehen.

Resnows spielen
Wenn ein loose-aggressiver Spieler versucht unseren Blind zu stehlen und wir diesen smooth-callen, besteht eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass er versuchen wird uns zu snowen. In solchen Fällen können Resnows profitabel sein, das heißt, wir spielen die Hand ebenfalls nach einem Snowmuster und bleiben explizit erst nach ihm pat! Das verleiht unserem Snow mehr Kraft, da unser Gegner uns mit Sicherheit nicht auf einen Snow setzen wird, wenn wir angesichts einer Pat-Hand ebenfalls pat bleiben.

Image

Wenn wir erst kürzlich beim Snowen erwischt wurden oder ohnehin unter Verdacht stehen, einen Blindsteal zu spielen, dann haben wir ein zweifelhaftes Image am Tisch und unsere Gegner werden uns eher bis zum Showdown durchcallen, um uns „nicht alles durchgehen" zu lassen.

Deshalb sollten wir darauf achten, dass wir ein integres Image am Tisch haben, bevor wir uns auf einen Snow einlassen. Wenn wir wissen, dass wir den Pot nur gewinnen können, wenn alle anderen Spieler folden, dann sollte diese Fold-Wahrscheinlichkeit so hoch wie möglich sein und nicht durch ein zweifelhaftes Image beeinträchtigt werden.

Karten und Discards

Zu guter Letzt spielen auch unsere Karten noch eine Rolle, ebenso wie die Discards, also alle Karten, die wir bislang abgeworfen haben. Das mag zunächst erstaunlich klingen, da ja die Poker-Weisheit umhergeht, die Karten spielten bei einem Bluff eigentlich gar keine Rolle. Beim Lowball ist das etwas anders. Wenn wir nämlich viele Karten haben, die unserem Gegner gegebenenfalls als Outs dienen könnten, dann verringern wir damit seine Wahrscheinlichkeit, eine ordentliche Hand zu treffen, mit der er legitimerweise bis zum Showdown callen kann. Dies erhöht wiederum unsere Wahrscheinlichkeit, dass unser Snow erfolgreich ist.

  • Beispiel

A.    Wir halten 

.

B.    Wir halten

.

Unser Gegner hält

.

Draw 1:

Wir A:

Wir B: --

Gegner: --

Situation:

Wir A:

Wir B:

Gegner:

Dead Cards A:

Dead Cards B:

Nehmen wir nun einmal an, unser Gegner würde uns mit jeder 7-Low, 8-Low oder 9-Low bis zum Showdown durchcallen und ansonsten folden, dann sieht unsere Wahrscheinlichkeit, die Hand zu gewinnen, in Szenario A beziehungsweise B wie folgt aus:

 

Soweit zu dem Spiel auf dem ersten Draw. Weiter geht es mit dem Spiel auf dem zweiten Draw.

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