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2-7 Triple Draw: Fortgeschrittene - Das Spiel nach dem dritten Draw

Nach dem dritten Draw hat der Pot in der Regel eine ansehnliche Größe, sodass die richtige Spielweise hier zumeist von der Höhe des Pots diktiert wird. Dennoch gibt es einige spezielle Situationen und Vorgehensweisen, die hier beachtet werden sollten. Darüber hinaus enden viele Snows in der Setzrunde nach dem dritten Draw und es entscheidet sich oftmals hier, ob sie Erfolg hatten, oder nicht. Aus diesem Grund werde ich die gängigsten Snow-Strategien an dieser Stelle vorstellen.

Eine Anmerkung zur Terminologie: Wenn ich 8-7 oder Pat-7 schreibe, dann meine ich damit stets fünf Karten zu einer Low-Hand, deren schlechteste Karten eine Acht und eine Sieben beziehungsweise eine Sieben sind, ohne alle Hände explizit zu nennen, die in diese Kategorie fallen.

Pat-Hand

Gegner ist pat

Wenn wir eine Pat-Hand haben und unser Gegner auf dem letzten Draw ebenfalls pat geblieben ist, hängt unsere Spielweise von der Hand ab, die wir halten, und davon, wie lange wir schon pat stehen. Wenn unser Gegner nun pat geblieben ist, nachdem wir bereits auf dem ersten oder zweiten Draw pat gestanden sind, dann ist es wahrscheinlich, dass er eine Hand getroffen hat, mit der er eine Pat-8-7 schlagen kann. Wir sollten auf einen Bet hin jedoch mit Pat-8-7 nur dann folden, wenn entweder der Pot sehr klein geblieben ist oder wir einen sehr guten Read auf unseren Gegner und seine Hand haben, da ansonsten die Potodds einen Call notwendig erscheinen lassen.

Wenn wir hingegen eine 8-5 oder eine 8-6 gemacht haben, ist ein Call immer das richtige Spiel. Mit einer Pat-7 gar können wir unseren Gegner raisen. Folgt jedoch seitens unseres Gegners ein Reraise, dann hat er vermutlich auch eine Pat-7 gemacht und wir sollten uns nur mit Number One (75432) und Number Two (76432) dazu hinreißen lassen, noch einmal zu reraisen. Mit Number One können wir natürlich bedenkenlos eine beliebige Anzahl an Bets in den Pot legen. Mit Number Two sollten wir jedoch auch spätestens nach diesem vierten Bet aufhören zu erhöhen, da wir so viel Action vermutlich nur noch dann bekommen, wenn unser Gegner Number One hält.
Es kann so gut wie ausgeschlossen werden, dass unser Gegner uns auf dem letzten Draw snowt, nachdem wir schon vor ihm pat geblieben sind. Wir können also davon ausgehen, dass er eine Hand getroffen hat, von der er legitimerweise ausgehen kann, uns geschlagen zu haben. Welche Hände dies sind, hängt natürlich maßgeblich auch von unserem Tableimage und der Spielweise unseres Gegners ab.

Gegner ist pat, wir haben gedrawt und sitzen out-of-position

Wenn unser Gegner erst auf dem letzten Draw pat geblieben ist, kann er von einer Pat-7 bis zu einem Pat-Jack theoretisch alles halten, sodass wir mit jeder Pat-7 bis Pat-9 for Value betten können. Dies gilt natürlich nicht für Gegner, die so tight spielen, dass sie erst auf einer Acht oder besser stehenbleiben und somit Value verschenken, oder die noch in der Lage sind, eine Pat-9 oder schlechter zu folden, wenn wir hier setzen. Zwar können wir aus einem solchen Spieler in der hier beschriebenen Situation keinen Bet mehr herausquetschen, aber dafür bietet er uns die Gelegenheit, ihn in anderen Pots mit vielen Händen herauszubluffen, mit denen wir ansonsten den Pot sicher verloren hätten. 

Wenn unser Gegner sehr aggressiv spielt, können wir mit unseren Pat-7 und den smoothen Pat-8-Händen einen Checkraise versuchen.

Gegner ist pat, wir haben gedrawt und sitzen in Position

Haben wir noch auf dem dritten Draw gedrawt, während unser Gegner pat gestanden ist, dann können wir mit Position auf unseren Gegner zunächst abwarten, wie er reagiert. Wenn er checkt, ist es unwahrscheinlich, dass er eine Pat-7 oder Pat-8 getroffen hat. Selbst eine Pat-9 würden die meisten Spieler nach dem dritten Draw noch for Value betten, sodass es wahrscheinlicher ist, dass unser Gegner hier eine Pat-Ten, oder einen Pat-Jack hält. Ist er allerdings schon vor dem dritten Draw pat geblieben und checkt nun, dann wird er vermutlich eine etwas stärkere Hand, aber keine Premiumhand halten. Da es hier relativ unwahrscheinlich ist, dass der Gegner einen Checkraise mit einer Premiumhand versucht, vor allem dann, wenn er schon zuvor pat geblieben ist, rate ich dazu, alle guten Pat-9-Hände und besser zu valuebetten, sofern der Gegner erst auf dem letzten Draw pat gestanden ist und nun gecheckt hat. Stand er hingegen schon vor dem letzten Draw pat, dann kann man mit den guten 8-7-Händen und besser for Value betten.

Setzt unser Gegner hingegen, dann benötigen wir eine sehr gute Hand, um einen Raise zu rechtfertigen. Ich rate dazu, mit jeder 8-5 und besser zu raisen und mit allen übrigen Pat-Händen zu callen. Reraist unser Gegner, sollten wir schon Number One oder eventuell noch Number Two halten, um einen vierten Bet in den Pot zu spielen.

Gegner drawt, wir sind out-of-position

Wenn wir eine Pat-Hand haben und unser Gegner noch mindestens eine Karte auf dem dritten Draw gedrawt hat, wir jedoch out-of-position sitzen, sollten wir jede Pat-9, Pat-Ten und jeden Pat-Jack checken und auf einen Bet hin callen. Dasselbe gilt für eine Pat-8-7, mit der wir schon vor dem dritten Draw stehengeblieben sind, da unser Gegner dann vermutlich im Spiel geblieben ist, weil er auf eine Hand gedrawt hat, mit der er eine 8-7 schlagen kann.

Mit jeder Pat-7, Pat-8-5 und Pat-8-6 sollten wir for Value betten und auf einen Raise hin callen, es sei denn, wir halten Number One oder Number Two, in welchen Fällen wir reraisen können.

Eine Pat-Hand zu folden, wenn der Gegner noch gezogen hat und nun nach unserem Check setzt, sollte prinzipiell vermieden werden. Wir müssten unseren Gegner schon sehr gut kennen, um überzeugt genug zu sein, dass er uns geschlagen hat, damit es angesichts der hohen Potodds profitabel ist zu folden.

Gegner drawt, wir sind in Position

Wenn wir pat sind, unser Gegner noch drawt und auch noch vor uns agieren muss, sollten wir auf einen Check hin jede Pat-9 oder schlechter behind checken. Mit einer 8-7 kommt es wieder darauf an, ob wir diese Hand auf dem letzten Draw gemacht haben oder schon zuvor gehalten haben. Wenn wir sie gerade gemacht haben, können wir sie for Value betten. Haben wir sie schon auf dem ersten Draw gehalten, hat unser Gegner vermutlich smooth gedrawt und wir sollten mittels Check-behind der Gefahr eines Checkraises aus dem Weg gehen.
Wenn unser Gegner jedoch noch gedrawt hat und nun setzt, nachdem er gesehen hat, dass wir pat geblieben sind, werden wir in den meisten Fällen geschlagen sein. Dennoch diktieren die Potodds in der überwiegenden Zahl der Fälle einen Call. Lediglich wenn ein Gegner sehr berechenbar und straight spielt und der Pot nicht allzu groß ist, können wir einen Fold rechtfertigen.

Hand verfehlt

Wenn wir unsere Hand auf dem letzten Draw verfehlt haben und unser Gegner gezeigt hat, dass er einen Pat-Jack, eine Pat-Ten oder gar eine Pat-9 noch auf einen Bet von uns hin folden kann, sollten wir unseren Gegner hier versuchen zu bluffen.
Ist unser Gegner schon vor dem letzten Draw stehengeblieben, dann ist es wesentlich wahrscheinlicher, dass er eine gute Pat-9 oder besser getroffen hat. Einen solchen Spieler werden wir vermutlich nicht aus dem Pot treiben können.

Snows

Obgleich ich erst an dieser Stelle über Snows im Detail schreibe, beginnen die meisten erfolgreichen Snows schon ein Stück vor dem letzten Draw.

Welche Hände aber sind zum Snowen geeignet?

Geeignete Snow-Hände sind solche, die einerseits viele Low Cards enthalten und andererseits keine gute Chance haben, einen Showdown zu gewinnen.

  • Beispiel:

Wir halten auf dem Button
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Wir raisen und der Big Blind callt. Der Big Blind drawt zwei. Würden wir nun drei Karten drawen, hätten wir sowohl unseren Raise als Steal enttarnt als auch unserem Gegner die Information gegeben, dass er vorn liegt. Die Alternative ist ein Snow!

Wir halten alle Zweien und eine Sieben. Unser Gegner kann somit keine Pat-7 mehr machen, da er dazu eine Zwei benötigt. Wir wissen also, dass er rough drawt und haben eine große Chance, dass er keine gute Hand machen wird. Aus diesem Grund ist unsere Hand sehr gut geeignet, um zu snowen.

Wir überlegen uns nun ein überzeugendes Snow-Muster und spielen die Hand aggressiv in der Hoffnung, dass unser Gegner foldet. Natürlich könnten wir auch von Beginn an pat stehenbleiben, aber das erweckt zumeist das Misstrauen des Gegners und könnte dazu führen, dass er uns aus Verdacht runtercallt. Aus diesem Grund ist es sinnvoller, sich für ein überzeugendes Snow-Muster zu entscheiden. Überzeugend wirkende Snow-Muster sind:

  • 2-1-0:    Step Snow (d.h. 1. Draw: zwei ziehen, 2. Draw: eine ziehen, 3. Draw: pat stehen)
  • 1-1-0:    Late Snow (d.h. 1. Draw: eine ziehen, 2. Draw: eine ziehen, 3. Draw: pat stehen)
  • 1-0-0:    Early Snow (d.h. 1. Draw: eine ziehen, 2. Draw: pat stehen, 3. Draw: pat stehen)

Diese drei Snow-Muster sind zugleich geordnet nach ihrem Risiko und danach, wie hoch die Pots im Durchschnitt sind, die sie gewinnen. Während der Early Snow vermutlich die besten Aussichten auf Erfolg hat, bringen ein Late Snow oder ein Step Snow voraussichtlich im Durchschnitt mehr Bets in den Pot, bevor dieser gewonnen wird. Dafür besteht hier jedoch auch ein erhöhtes Risiko, dass unser Gegner seine Hand eben nicht aufgibt, sondern bis zum Showdown durchcallt.

Selbstverständlich muss jeder Snow mit maximal möglicher Aggression gespielt werden, wenn er Aussicht auf Erfolg haben soll und sofort abgebrochen werden, wenn der Gegner pat bleibt und damit signalisiert, dass er eine fertige Hand getroffen hat.


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