PokerStars Homepage
2-7 Triple Draw: Basisstrategien

Im ersten Artikel zu 2-7- Triple Draw sind wir auf die Handrankings und die wichtigsten Grundelemente dieser jungen, an Bedeutung gewinnenden Variante eingegangen. Im zweiten und letzten Teil dieser Einführung werden die Basisstrategien näher erläutert und die wichtigsten Gewinnstrategien werden aufgezeigt.

Basisstrategien

Starthände

Ein guter Deuce-to-Seven-Spieler sollte selektiv und aggressiv spielen. Folgende Hände sollten vor dem ersten Draw mit einem Maximum an Aggression gespielt werden:

  • jede fertige 7-low- oder 8-low-Hand
  • jeder One-Card-Draw auf eine 7-low oder 8-low
  • jeder Two-Card-Draw auf eine 7-high, der eine Zwei, jedoch keine Sechs enthält

Etwas vorsichtiger sollte mit Händen umgegangen werden, die eine Straight bilden können. Dazu gehören einige One-Card-Draws sowie die Two-Card-Draws auf eine 7-low, die eine Sechs enthalten. Wenn ein Spieler beispielsweise eine Hand mit 7-6-5-4-3 erhält, dann sollte er die Sechs wegwerfen und auf eine perfekte Zwei zur Number One oder eine Acht zur anfälligeren Number Thirteen ziehen.

In einem Multiway-Pot, in dem es viel Action gibt, könnten jedoch bereits alle Zweien aus dem Spiel sein, sodass man hier mit dieser doch anfangs so vielversprechend aussehenden Hand unter Umständen einen schlechten Handel eingehen würde, auf eine durchaus schlagbare Nummer 13 zu ziehen. Eine Hand wie 5-4-3-2-x hingegen macht mit einer Sechs zwar ebenfalls eine Straight, hat jedoch sehr gute weitere Optionen. Dieser Draw zieht mit einer Sieben Number One und mit einer Acht Number Five.

Starthände, mit denen man seinen Big Blind verteidigen kann (vor allem gegen den Small Blind, da dieser gegenüber dem Big Blind out-of-position ist) oder die Blinds zu stehlen versuchen sollte:

  • eine fertige 9-low-Hand
  • jeder One-Card-Draw zu einer 7-low, 8-low oder 9-low
  • jeder Two-Card-Draw zu einer 7-low oder 8-low
  • jeder Two-Card-Draw zu einer 7-low, der eine Zwei, jedoch keine Sechs enthält

Four-Card-Draws und Five-Card-Draws sollten nur dann gespielt werden, wenn man den Big Blind bringen muss und niemand erhöht hat.

Discards

Es ist wichtig zu verstehen, dass z. B. nicht alle 4-3-2-x-x-Draws gleichwertig sind. Ein kleines Beispiel soll das verdeutlichen:

  • Beispiel:

Spieler A hält K-J-4-3-2, wirft auf dem ersten Draw den Jack und den King weg und erhält zwei Queens, die er dann auf dem zweiten Draw wieder wegwirft und eine Sieben sowie ein As bekommt. Er hat eingangs des dritten Draws einen One-Card-Draw (7-4-3-2-x).

Spieler B hält vor dem ersten Draw 4-3-3-2-2. Er wirft eine Zwei und eine Drei weg und erhält eine weitere Zwei und eine Drei. Auf dem zweiten Draw wirft er eine Zwei und eine Drei weg und erhält zwei Siebenen. Eingangs des dritten Draws hat er einen One-Card-Draw (7-4-3-2-x).

Obgleich die Spieler A und B eingangs des dritten Draws exakt den gleichen Draw halten, ist der Draw des Spielers B deutlich stärker, da er Karten weggeworfen hat (sogenannte Discards), die ihm ein Paar geben würden, wenn er sie ziehen würde, und darüber hinaus anderen Spielern helfen könnten, eine sehr gute Hand zu bilden. Während Spieler A wohl keine Karte weggeworfen hat, die ein anderer Spieler benötigen würde, um eine sehr gute Hand zu bilden, hat Spieler B gleich fünf solcher Karten (potentielle Outs für die anderen Spieler) in den Muck befördert.

Nach dem Draw

Das Verhalten nach einem Draw ist in der Basisstrategie relativ einfach:

Wenn man weniger Karten als sein(e) Gegner gezogen hat, sollte man setzen oder erhöhen. Hat man mehr Karten als sein(e) Gegner gezogen, sollte man zunächst checken. Es sei denn, man befindet sich auf dem Button und hat sich so stark verbessert, dass man glaubt, nun vorn zu liegen. Wie in dem Abschnitt „Aggression" erklärt, geht es beim Setzen und Raisen um zwei Dinge: Das wichtigste Ziel besteht darin, den Pot gleich auf der Stelle mitzunehmen oder zumindest heads-up zu bekommen. Das zweite Ziel besteht darin, for Value zu setzen, also die Gegner für ihre Außenseiterrolle bezahlen zu lassen. Hat man bei einem Draw eine oder mehrere Karten mehr gezogen als ein Gegner und hat sich nicht verbessert, so sollte man einen Fold in Erwägung ziehen. Dies gilt insbesondere dann, wenn:

  • man out-of-position sitzt oder gesandwicht wird,
  • der Pot multiway ist oder
  • man mit zwei Bets konfrontiert wird.

Die Fähigkeit, den Gegner und seine Hand zu lesen, kann das Verhalten nach dem Draw natürlich noch erheblich beeinflussen.
Sobald ein Pot heads-up ist, sollten die oben beschriebenen Coinflip-Situationen dabei helfen, die eigene Hand im Verhältnis zur Draw-Stärke des Gegners einzuschätzen und dementsprechend zu spielen.

Let it snow, Let it snow, Let it snow 

Ein Bluff, bei dem durch Ziehen weniger oder keiner Karten bewusst eine stärkere Hand vorgetäuscht wird, nennt man Snow. Ein Snow kann von Beginn der Hand oder auch erst zu einem späteren Zeitpunkt gespielt werden. Wie der richtige Schnee sollte auch ein guter Snow über einige Eigenschaften verfügen:

  1. Er ist selten
    Ein guter Snow sollte, wie jeder Bluff und auch wie richtiger Schnee, selten passieren. Wer zu viel snowt, dem werden die Gegner alsbald auf die Schliche kommen, die Snows wirken nicht mehr echt und werden häufiger gecallt. Als Daumenregel mit einem nützlichen Nebeneffekt kann man dann snowen, wenn man einen schlechten Draw mit vielen niedrigen Discards hält, wie beispielsweise 3-3-2-2-2. Solche Ereignisse passieren zum einen nicht allzu häufig und zum anderen vermindern sie die Chance, dass ein anderer Spieler bereits eine Hand hat, mit der er bereit wäre, bis zum Showdown durchzucallen, oder dass er eine solche erhält.
  2. Er wirkt echt
    Kunstschnee ist nicht annähernd so reizvoll wie echter Schnee und ebenso sollte auch ein guter Snow authentisch wirken. Wer beispielsweise auf dem ersten Draw vier Karten zieht, nur Müll auf die Hand bekommt und sich dann entscheidet, seine Hand stehen zu lassen, um zu snowen, muss schon eine extrem überzeugende „Ich-bin-stark-Aura" haben, um seinen Gegnern glaubhaft zu machen, er hätte gerade vier perfekte Karten erwischt. Mehr dazu in den Artikeln für Fortgeschrittene.
  3. Er passiert zum richtigen Zeitpunkt
    Draws sollten immer aus Position gespielt werden, da die Information darüber, ob und wie viele Karten die anderen Spieler noch ziehen, essentiell für das Gelingen eines Snows ist. Einen Snow gegen eine Pat-Hand, d. h. eine fertige Hand zu spielen, ist sicherlich nicht sonderlich sinnvoll. Wenn der Gegner nicht gerade übermäßig verängstigt ist, wird er seine Hand zumindest bis zum Showdown durchcallen. In Multiway-Pots besteht im Übrigen eine höhere Gefahr, dass einer der Spieler eine Hand trifft, die er bereit ist, bis zum Ende zu spielen. Schließlich sollte ein Snow niemals gegen einen Gegner gespielt werden, der eine Calling Station ist, da dieser möglicherweise bereit ist, selbst mit sonst unspielbaren Händen bis zum Showdown zu bleiben. Sollte man erst kürzlich bei einem Snow erwischt worden sein, besteht eine erhöhte Chance, dass ein anderer Spieler vermutet, man würde erneut snowen.

Natürlich ist es auch wertvoll, sich zu merken, welcher der anderen Spieler gern snowt und wie er dabei vorgeht, da es spätere Entscheidungen gegen diesen Gegner beeinflussen kann.

Abschließend wünsche ich allen, die diese spannende und actionreiche Variante ausprobieren möchten, viel Spaß und Erfolg.

X Informationen zu Cookies

Wir haben auf deinem Computer Cookies platziert, um deinen Aufenthalt auf unserer Website noch angenehmer zu gestalten. Du kannst deine  Cookie-Einstellungen  jederzeit ändern. Andernfalls setzen wir dein Einverständnis voraus.